
Dragon Ball Z: Kakarot + A New Power Awakens Set
Dragon Ball ist ein besonderes Franchise, das viele von uns sicherlich durch ihre Kindheit gebracht und immer wieder begeistert hat. Nach unzähligen Videospielen für nahezu alle Plattformen, ist nun auch der jüngste Titel in Form von Dragon Ball Z: Kakarot + A New Power Awakens Set auf der Nintendo Switch gelandet. Ob der Titel ein durchschlagender Erfolg ist, lest ihr in unserem Test.

Dragon Ball Z: Kakarot + A New Power Awakens Set
NSW
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Dragon Ball
- Entwickler
- Bandai Namco Entertainment
- Publisher
- Bandai Namco Entertainment
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
Fast zwei Jahre hat es gebraucht, dass das Rollenspiel-Action-Adventure-Beat’m’Up Dragon Ball Z: Kakarot nun auch für die Nintendo Switch Spieler der Dragon Ball Fans erscheint. Um dies gebührend zu feiern, sind einige der DLC Inhalte direkt mit im Paket, sodass ihr das New Power Awakens Set dazubekommt. Wie sich der Port im Herbst 2021 präsentiert, lest ihr in dieser Review zum frischesten Dragon Ball Videospiel-Ableger.
Eine ewige Geschichte
Seit den 80er Jahren erfreuen sich Anime-Fans an der coolen Serie um den gutherzigen Son Goku, der die Welt vor immer schrecklicheren Bedrohungen und Bösewichten beschützen muss. Mit der Zeit wächst die Zahl seiner treuen Mitstreiter, er wird stärker und älter. Über etliche Manga-Bücher und später über 400 Fernseh-Episoden wurden seine Abenteuer erzählt, sodass es nicht lang dauerte, ehe die Videospiel-Industrie auf dieses bemerkenswerte Franchise rund um den Sajajin und seine Freunde und Feinde aufmerksam wurde. Seither haben wir weit mehr als 30 Videospiele auf allen möglichen Generationen vom NES, Gameboy, DS, der Playstation, Xbox und Nintendo Switch gesehen. Zuletzt wurde mit Dragon Ball Z: Kakarot das jüngste Spiel der Geschichte veröffentlicht, das als intensivste Verknüpfung des Animes mit dem Genre der Videospiele verstanden werden sollte.
An der Geschichte selbst hat man natürlich nichts gedreht. Sie ist spannungs- und wendungsreich wie vor gut 40 Jahren. Wir beginnen als erwachsener Son-Goku, der über Piccolo gesiegt hat. Wenig später erkunden wir die Welt und sind intensiv damit beschäftigt, unsere junge Familie mit Frau Chichi und Sohn Son-Gohan zu versorgen. Nach einem Vorstellungsbesuch bei Muten-Roshi und Kurrin wendet sich schnell das Blatt. Ein bösartiger Sajajin kommt auf die Erde und will Son Goku und seine Freunde zum Kampf herausfordern, um sie zu besiegen. Mit letzter Kraft hält Goku Radditz fest, sodass Piccolo, der mittlerweile zu einem Freund geworden ist, mit seiner Höllenspirale Radditz durchbohren kann. Ehe dieser mit Goku zusammen stirbt, verkündet er die ein Jahr entfernte Ankunft weiterer, wesentlich stärkerer Sajajins.
Die Geschichte wäre natürlich traurig und nicht die von Dragon Ball, würde sie hier enden. Son Goku begibt sich ins Jenseits über den Schlangenpfad zu Meister Kaio und trainiert wie verrückt, um allen kommenden Bedrohungen trotzen zu können, nachdem ihn seine Freunde mit den sieben Dragon Balls wiederbeleben werden.
Im weiteren Verlauf stellt ihr euch Vegeta und seinen Nebenmännern, müsst im Team wachsen und einer Gefahr nach der anderen trotzen: Freezer, Cell, Buu. Es wartet einiges auf euch, von dem hier nicht mehr verraten werden soll. Worauf ihr euch aber einstellen könnt: ihr werdet viel kämpfen, etliche Stufen aufsteigen, an Fähigkeiten und Attacken dazulernen und mit immer mehr Härte in eure Kämpfe schreiten müssen.
Gameplay
Während ihr euch durch die äußerst vielfältige Story der Dragon Ball Z Geschichte schlagt, werdet ihr mit diversen Gameplay-Mechaniken vertraut gemacht, die das Spielerlebnis bereichern sollen. So habt ihr eine Minikarte im Spielbildschirm verfügbar und könnt jederzeit zur Weltkarte switchen. Darüber hinaus lassen sich alle Aktivitäten, denen ihr euch widmet, in Form eines Quest-Logs ansehen. Sowohl aktuelle, als auch erledigte Haupt- und Nebenquests werden dargestellt und kurz beschrieben. Dies dient der Nachvollziehbarkeit, aber auch der Einordnung. Denn nicht jede Nebenaufgabe ist spannend und hinsichtlich Items und EP lohnend genug, um auch verfolgt zu werden.
Schnell merkt ihr, dass die Kuriosität der Genre-Beschreibung in unserer Einleitung tatsächlich Anwendung findet. Bandai Namco hat hier nämlich sehr gezielt experimentiert und dem klassischen Beat’m’Up und RPG Genre noch einiges mehr verarbeitet. Während ihr durch cinematisch begleitete Videoeinspieler zu den nächsten Höhepunkten geleitet werdet, finden sich immer wieder Erkundungs- und Sammelmissionen ein. Ihr benötigt regelmäßig Ressourcen, die zum Kochen oder anderen Verarbeitungen benötigt werden, um wertvolle Items herzustellen, die euch mit Energie oder Buffs versorgen.
Zwischenzeitlich findet ihr Medaillen oder Collectibles, die nostalgische Fotomomente der Dragon Ball Geschichte festhalten und mit einigen Textzeilen begleitet sind. Wem das nicht reicht, kann im Menü die Dragon Ball Z Enzyklopädie öffnen, die es so richtig in sich hat. Hier findet ihr Übersichten zu allen Charakteren, die sich nach und nach befüllen. Beziehungen, Orte, Sammelgegenstände und Musikstücke werden dargestellt. Wer sich nicht satthören kann, an den wunderschönen Klängen der Titelmelodie oder anderen, ganz Dragon Ball typischen Sounds, der wird hier seine wahre Freude finden. Es ist die Häufung und qualitative Darstellung nostalgischer Momente, die das Spiel hier im besonderen profitieren lässt. In kurzer Zeit werdet ihr so durch viele verschiedene Mittel beschäftigt, dass ihr eine permanente Abwechslung zwischen tollen Geschichtseinlagen, selbstständigen Spielerlebnissen und Sammeltouren, als auch packenden Kämpfen und kleineren Nebenaufgaben erfahrt.
Selbst die Ladezeiten, die dann und wann nicht vermeidbar sind, sind mit dem aktuellen Story-Umriss ausgefüllt, sodass ihr jederzeit wisst, was zuletzt passiert ist oder kurz bevor steht. Dies sind einfache, aber charmante Ideen, die es dem Spieler deutlich leichter machen, Ladezeiten oder andere technische Abstriche auf der Nintendo Switch keineswegs als störend zu empfinden.
Kampf- und Community-System
Dass der Wert der Freundschaft im Dragon Ball Universum ein hoher ist, sollte bis hierin deutlich geworden sein, doch die Entwickler setzen im Spiel noch einen drauf und implementieren das Community-System, was euch zusätzlich fördern soll, wenn ihr eure Beziehungen sinnvoll einsetzt. Fördert ihr eure Mitstreiter und versorgt sie, so erhaltet ihr ebenfalls eine größere Unterstützung in Kämpfen und Missionen. Meist nach der ersten Begegnung oder dem ersten gemeinsamen Erfolg in der Story erhaltet ihr je storyrelevantem, friedlichen Charakter ein Seelenabzeichen. Mit diesem könnt ihr euch Effekte auf verschiedenen Community-Boards erstellen, die euch etwa mehr Angriffsstärke, eine erhöhte Regeneration, mehr Bonus bei Verkäufen von Loot oder gefundenen Items einbringen oder anders unterstützen. Ein nettes Gimmick ist darüber hinaus, dass ihr die Kombination von Abzeichen jederzeit verändern könnt. Auf diese Weise könnt ihr auch kampf- oder missionsgerecht eure Ressourcen so verteilen, dass sie euch am meisten nützen.
Wie nützlich der Einsatz verbündeter Kämpfer sein kann, zeigt sich spätestens im Kampfsystem. In diversen Kämpfen könnt ihr euch Unterstützungsangriffe mit ins Repertoire holen. Durch die Schultertasten eures Switch Pro Controllers oder der Switch selbst könnt ihr auswählen, ob ihr – mit genügend KI aufgeladen – selbst Spezialangriffe auf eure Gegner abfeuert oder eure Unterstützer um Hilfe bittet. Lädt sich währenddessen auch eure Energie-Leiste auf, so könnt ihr Superangriffe, getimte Koop-Angriffe und andere Attacken einsetzen. Alle Effekte sind hier farbenfroh und sensationell animiert. Auch wenn sich die Kämpfe mit den immer gleich-aussehenden Standard-Gegnern häufen werden, so macht das Zuschauen der brachialen Spezialangriffs-Animationen jedes Mal einen großen Spaß. Je effektiver und schneller ihr die Lebensleisten der Gegner nullt, desto besser fällt das Ranking für den Kampf aus. Ihr könnt bestenfalls S-Ränge für all eure Kämpfe erhalten. Diese werden wiederum in einzelnen Story-Abschnitten kumuliert, sodass ihr zum Ende eines Story-Bereichs den Gesamtrang der letzten Story-Einheit präsentiert bekommt. Zumeist sind die S-Ranks in den Kämpfen aber schnell und leicht verdient, sodass gerade zu Beginn des Spiels keine große Herausforderung besteht. Dies ist aber andersrum auch eine Möglichkeit, Spieler gemächlich mit allen Mechaniken vertraut zu machen, ohne direkten Frust durch überhöhte Schwierigkeitsgrade in den Kampf-Begegnungen zu erzeugen.
Wem der Fortschritt so zu wenig ist, der hat die Möglichkeit über farbige Kugeln, die überall auf der Map verstreut sind, zusätzlich seinen Fähigkeitenbaum auszubauen. Ihr könnt Angriffe und Stärkungen erwerben, die euren Kämpfern und ihrer angezeigten Kampfkraft zu Gute kommen. Dass der Schwierigkeitsgrad aber fixiert ist und per se nicht allzu hoch, motiviert auf Dauer aber nur mäßig, die Fähigkeiten auszubauen, obwohl sich auch durch das Spammen einzelner weniger die Kämpfe zu euren Gunsten entscheiden lassen.
Melodien, Sounds & Assets
Wie schon erwähnt, kommen Nostalgiker in Dragon Ball Z: Kakarot + A New Power Awakens Set voll auf ihre Kosten. Selbst unser Redaktions-Team aus Mitt-Dreißigern konnte sich den ein oder anderen Schmunzler beim Testen nicht verkneifen. Zu schön ist es, wenn ihr das Geräusch hört, wie sich eine Flugkapsel durch die Luft bewegt, ehe sie zu Boden saust und zu emotional ist das Heranrauschen von Son Gokus fliegender Wolke Jindujun, die er als Kind von Meister Quitte erhalten hat. Diese und etliche weitere Details sind Beispiele dafür, wie hervorragend Bandai Namco auf die Assets des Dragon Ball Franchises zugreifen konnte. Schade ist hingegen, dass wir keine deutsche Synchronisation erhalten haben. Gerade wer die Story kennt, möchte eventuell nicht jede Textbox lesen, aber ein paar Fetzen aufschnappen. Insofern muss sich häufig zwischen Text schnell scrollen oder sogar dem Überspringen von Zwischensequenzen entschieden werden. Anders als in anderen Spielen der Serie wurde hier aber dennoch auf einen nahtlosen Übergang von Gameplay und Geschichte geachtet. Sicherlich erhalten wir keine flüssigen 60 Fps auf der Switch und auch ein im Gespräch vertiefter, stehender Piccolo hat beizeiten einen flackernden Schatten, der aussieht, als würde er sich verselbstständigen, aber immerhin gibt es Schatten und wir wollen weiß Gott nicht Fehler suchen, die einen geringen Unterschied machen. Denn Stotterer oder Ausfälle gab es bei der Performance kaum bzw. gar nicht, was für die sehr gute Portierung und das noch bessere Polishing der technisch abgeschlagenen Switch-Version spricht.
Fazit
Dragon Ball Z: Kakarot + A New Power Awakens Set ist eine gelungene und runde Sache. Die Geschichte von Goku wird stilvoll und durchdacht erzählt, während die meisten RPG-Elemente in das Action-Adventure sinnvoll eingebettet werden. Trotz dessen nicht jede Nebenquest tiefgründig oder lohnenswert ist, erzeugt das Spiel im Gesamten mit all seinen nostalgischen Momenten und der Z-Enzyklopädie eine gute Spieltiefe, die mit überzeugender Performance und hervorragenden Sounds beibehalten wird. Natürlich konnte nicht alles aus dem Dragon Ball Universum Platz finden, ebenso wenig eine deutsche Synchro. Doch wer sich auf die vielen Vorzüge einlässt, kann hier ohne Probleme mehr als 40 Spielstunden großen Spaß haben!
- Gute Balance zwischen Story & Kampf
- Hervorragendes Original-Sounddesign
- Brachiale Kampf-Effekte
- Starker Spielumfang
- Standard Schwierigkeitsgrad
- nur Japanische Synchro
- Abstriche in Detailreichtum
Vielen Dank an die Firma Bandai Namco Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.


