
Family Trainer
Mit Family Trainer versucht Bandai Namco einen weiteren Sporttitel in eurer heimisches Sportstudio zu bringen, um euch zum Schwitzen zu bringen. Wie vielseitig die Aktivitäten hier sind und wie gut das Spiel funktioniert, lest ihr in unserem passenden Test.

Family Trainer
NSW
- Genre
- Sportspiele
- Entwickler
- Bandai Namco Entertainment
- Publisher
- Bandai Namco Entertainment
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–2 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Sport- und Fitnessspiele haben eine lange Tradition in der Videospielgeschichte, so auch auf dem Nintendo-Planeten. Egal ob Wii Fit oder Sports, Fitness Boxing oder Ring Fit für die Nintendo Switch, die Liste ist lang und so auch der Anwendungsbereich. Wie sich nun das frischeste Spiel schlägt, das mit dem Namen Family Trainer zudem hohe Erwartungen weckt, erfahrt ihr in diesem Test.
Fitness- und Spielspaß für die ganze Familie?
Family Trainer ist ein frisches Sportspiel, diesmal aus dem Hause Bandai Namco Entertainment, welches euch allein oder in der Familie ordentlich ins Schwitzen bringen will. Alles was ihr braucht sind die zwei mitgelieferten Beingurte inkl. Joy-Con-Halterung sowie zwei Paare Joy-Cons, damit auch zu zweit gesportelt werden kann.
Nach einer kurzen Startkonfiguration, in der euch das Anlegen des Beingurtes erklärt wird, könnt ihr auch schon die Joy-Cons verbinden und euch für den Einzel- oder Mehrspielermodus entscheiden. Je nachdem, was ihr wählt, wird euch ein Programm zum Trainieren angeboten. Die verfügbaren Modi sind dabei der Outdoor-Island-Modus, das Freies Spiel und der Übungsmodus. Zu Beginn macht es Sinn in den Übungsmodus zu gehen, obwohl in jedem Spiel die Grundlagen vorab kurz erklärt und im Spiel sogar eingeblendet werden. Hier lernt ihr den grundsätzlichen Umgang mit der Software von Family Trainer und könnt euch anschließend in die anderen Modi stürzen.
Im Freien Spiel verschafft ihr euch schnell einen Überblick über die Gesamtzahl an verfügbaren Sportspielen. Zur Auswahl stehen 16 Spiele, die sich in der Regel in wenigen Sekunden bis wenige Minuten absolvieren lassen. Egal ob ihr Wasserfallklettern, Kanufahren, Sprinten, Hürdenspringen oder Trampolinakrobatik ausprobieren wollt, die Vielfalt ist erstmal gegeben. Zusätzlich wird euch bei der Spielauswahl mit einem Sternindikator von einem bis drei Sternen die Grundschwierigkeit des Spiels angezeigt. Wählt ihr dann ein Spiel aus, könnt ihr oftmals zusätzlich zwischen 4 Schwierigkeitsgraden (leicht, normal, schwer, sehr schwer) wählen, um zusätzliche Herausforderungen in euer Training einzubauen. Habt ihr ein Spiel absolviert, wird euch entsprechend der Schwierigkeitsstufe und eurer Leistung, ein Score zugeteilt. Ihr könnt im besten Fall einen S-Rang erhalten und euren Highscore immer weiter hochschrauben, wenn ihr eure Leistungen verbessert. Gerade in den leichten Spielen sind die zusätzlichen Schwierigkeitsgrade gut, um die Motivation hochzuhalten, während andere, schwerere Spiele wie das Inline-Skaten, durch niedrigere Schwierigkeitsgrade attraktiver werden, um zügig an hohe Rankings zu kommen.
Direkte Challenges zu zweit
Wie ihr bemerkt habt, könnt ihr maximal zu zweit spielen. Hier dienen die Spiele auch als Duell. Ihr könnt gegenseitig eure Highscores übertreffen und euch herausfordern. Klasse ist zudem, dass ihr eigene Charaktere erstellen könnt, von denen entweder Standard-Avatare zur Verfügung stehen, oder eigene Mii-Designs importiert werden können. So speichert ihr pro Charakter zudem euren individuellen Fortschritt, was super ist, wenn verschiedene Familienmitglieder abwechselnd spielen und nicht immer zeitgleich.
Abwechslungsreichtum der Modi
Wie bereits erwähnt, könnt ihr zwischen den drei Modi Outdoor, Freies Spiel, Übung wechseln. Tatsächlich bietet der Übungsmodus aber nicht viel Spannendes, sondern eher tutorialartige Grundlagen. Das freie Spiel lässt euch bedarfsgerecht die Sportspiele auswählen und beliebig oft mit variabler Schwierigkeit wiederholen. Entscheidet ihr euch für den Outdoor-Modus, könnt ihr kurze, mittlere und lange Spiele auswählen, bei denen dann zwischen 2 und 5 Spiele zufällig für euch aneinandergereiht werden.
Habt ihr euch einen Avatar erstellt, könnt ihr zudem Herausforderungen meistern, die euch in eurer Profilübersicht angezeigt werden. Schafft ihr beispielsweise eine tolle Zeit im Sprint, erhaltet ihr dafür eine Medaille, die euch dauerhaft bleibt. Dieses Trophäensystem soll euch zusätzlich motivieren. Weiterhin könnt ihr ein tägliches Workout durchführen, welches in unterschiedlichen Intensitäten bzw. Längen angeboten wird. Je nachdem, wie viel ihr machen wollt, werden euch auch hier Spiele unterschiedlich zusammengestellt.
Entsprechend eurer Leistungen und der Anzahl an Spielen, die ihr absolviert, sammelt ihr Aktivitätspunkte. In eurem Profil seht ihr auch, an welchen Tagen ihr wie viele AP gesammelt habt, sodass sich ein Trend abbildet, wenn ihr kontinuierlich am Ball bleibt. Da hier aber keine realistischen Parameter wie Puls und Kalorien abgebildet werden, ist die Aussagekraft überschaubar.
Sportprogramm für den ganzen Körper
Natürlich ist es wünschenswert, wenn ein Sportspiel so viel Abwechslung im Repertoire hat, dass der ganze Körper in Bewegung kommt und ausgewogen trainiert werden kann. Dieses Ziel verfehlt Family Trainer leider weitgehend. Die zwei mitgelieferten Beingurte geben schon ein Gefühl, wo der Fokus gelegt wird: ganz richtig, auf Bewegung der Beinmuskulatur. In 90% der Spiele müsst ihr die Füße heben und euch durch eine hochfrequente Fußwechselbewegung durchs Spiel manövrieren. Gelegentlich werden Sprünge erfordert, teilweise auch nur mit dem linken Bein, an dem der Gurt mit Joy-Con angebracht ist, obwohl die Bewegung im Spiel mit beiden Beinen übersetzt wird.
Bis auf eine Rudereinheit, bei der ihr euch mit beiden Händen an einem kleinen Joy-Con festhaltet, um links und rechts zu paddeln, tut ihr nichts für die Arme. Ebenso ist für Rücken, Schultern und Bauch keine passende Übung bzw. Spiel zu finden.
Spielt ihr also länger Family Trainer, kommt es sehr schnell zu Ermüdungserscheinungen der Beinmuskulatur, bzw. bei vielem statischen Fußheben zu Wadenkrämpfen, da ihr nur vertikale Bewegungen ausübt, aber nicht wirklich nach vorn geht. Wer also eine gleichmäßige Bewegung sucht und seine Gelenke schonen möchte, wird hier wahrscheinlich nicht so glücklich wie bei Nintendos Ringfit.
Spieldesign & Mechaniken
Was vom Startbildschirm an auffällt, ist das comicartige Design, welches farbenfroh und freundlich wirkt und insbesondere Kinder ansprechen sollte. Hier ist die Steuerung per zweitem Joy-Con sicherlich leichter, da zwei Kinderhände weniger Potenzial haben, beim Spielen auf die falsche Taste zu kommen, als Erwachsene mit großen Händen. Nichtsdestotrotz ist in unterschiedlichen Testkonstellationen mehrfach der Fall eingetreten, dass wir beim Spielen das Pausenmenü geöffnet und den Spielfluss so unterbrochen haben. Etwa beim Spiel Blockspringen, wo ihr über einen Parcours von zweireihigen Blöcken springen und den Controller beim Springen nach links bzw. rechts neigen müsst, passiert das leider viel zu häufig.
Sound
Im gesamten Spiel werden motivierende, anfeuernde Soundeffekte eingespielt, wenig Musik, dafür aber regelmäßig fiktive Stimmen, wenn ihr Highscores erreicht oder neue Spielanleitungen erklärt bekommt. Wirklich beeindruckend ist das nicht, funktional für das leichtgängige und kindgerechte Spielprinzip ist es aber allemal.
Fazit
Family Trainer ist ein Bewegungsspiel, welches mit kindlichem Animationsstil und vielen schönen Sportspielideen für schweißtreibende Heimsporteinheiten sorgt. Leider fehlt es an Abwechslungsreichtum in den Spielmodi bei der Beanspruchung verschiedener Muskelgruppen. Zum Ziel kommt man immer genau dann, wenn Bewegung und Controller-Bedienung harmonieren. Ordnet man Family Trainer als spaßiges Familiensportspiel ein, trifft man es wahrscheinlich am besten, denn für eine Sportsimulation wie bei Ringfit fehlt es an durchdachter Sportvariation.
- kinderfreundliches, motivierendes Sportspiel
- verschiedenartige, coole Spiele
- Schwierigkeitsgrade für unterschiedliche Bewegungsapparate
- Multiplayer-Limit bei 2 Personen
- Dauermotivation gering (wenig Bewegungsabwechslung)
Vielen Dank an die Firma Bandai Namco Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.


