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Legend of Mana

Legend of Mana

Tril

Die Mana-Serie erfreut sich großer Beliebtheit. Nicht grundlos ist Legend of Mana nicht der erste, neu aufgelegte Titel dieses Franchises. Wie sich das Spiel 22 Jahre nach der Erstveröffentlichung macht, verraten wir euch in unserem zweiten frischen Switch-Test des Tages.

Legend of Mana

NSW

Entwickler
Square Enix
Publisher
Square Enix
Konsole
NSW
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 12

Legend of Mana ist der vierte Teil der Mana Reihe (in Japan bekannt als Seiken Densetsu), ursprünglich 1999 für die erste PlayStation erschienen. Die neue Fassung kommt mit hochauflösenden Grafiken und einem 16:9 Bildformat daher, ist aber im Kern immer noch das gleiche, 22 Jahre alte Spiel.

Plot

Typisch für diese Reihe ist, dass die Story von Legend of Mana keinen Bezug zu seinen Vorgängern hat, ist also kein Sequel oder Prequel. Nur im weitesten Sinne könnte man es als Story-technischen Nachfolger von Secret of Mana verstehen. Am Ende von Secret of Mana wird der Mana Baum und damit das Mana "zerstört". Diese Tatsache ist der Beginn von Legend of Mana. Allerdings hört es dann auch schon auf, mit der Story Gemeinsamkeit. Die Zerstörung von Mana hat in Legend of Mana noch weitreichendere Folgen. Denn nicht nur das Mana wurde zerstört, nein, die ganze Welt ist gleich mit zerstört worden. Und somit obliegt es dem Protagonisten / der Protagonistin, nicht nur Mana, sondern die Welt wiederherzustellen und somit zu retten. Der Spieler oder die Spielerin kann zwischen einem männlichen und weiblichen Charakter wählen und ihm einen freien Namen geben. Wie spielen also mal wieder einen „namenlosen Helden“ bzw. eine „namenlose Heldin“.Um die Welt wieder herzustellen, findet man im Laufe des Spielgeschehens insgesamt 27 Artefakte, die man frei auf der Oberwelt verteilen und somit die einzelnen Ortschaften und Gebiete wiederherstellen kann.

Eigentlich völlig untypisch für ein Spiel dieser Reihe ist, das es keinen roten Faden für die Haupthandlung gibt. Die Geschichte wird in Quests erzählt, wobei einige Quests zur Haupt-Arc gehören, die meisten sind aber Nebenquests. Zugriff auf die Quests bekommt der Spieler durch Finden und Platzieren der Artefakte und besuchen der neu geschaffenen Orte. Manchmal wird die Quest beim Betreten des Ortes gestartet, vor allem bei den Hauptquests, manchmal muss man erst mit irgendwelchen NPCs reden.

Suchen, Aufbauen, Entdecken

Legend of Mana lebt davon, dass der Spieler die einzelnen Artefakte sucht, platziert und erkundet. Man läuft dabei viel herum und muss viel Backtracking betreiben. Die Levelgestaltung ist leider etwas in die Jahre gekommen, so übersieht man gerne auch mal eine Abzweigung und sucht mehrere Minuten nach dem richtigen Weg. Die Anordnung der Artefakte auf der Weltkarte verändert das "Mana Potenzial" der Gebiete. Das Spiel erklärt recht wenig, allerdings erfahren wir von einem NPC, dass sich durch geschickte Platzierung die Gebiete auch verändern können, wenn sich das Mana Potenzial verändert. Obwohl wir versucht haben, dieses Wissen zu berücksichtigen, blieb uns diese "Veränderungen" verwehrt. Offenbar gehört etwas mehr dazu, als nur plump auf das Mana Potenzial zu achten. Interessant ist darüber hinaus zu erwähnen, dass man beim Spielstart eine Region einer großen Weltkarte auswählt, auf der man dann spielt. Dadurch verändern sich die verfügbaren Mana Potenziale und die möglichen Anordnungen der Artefakte. Damit wird jeder Durchlauf ein klein wenig anders, wobei die Quests immer die gleichen sind. Ein interessantes Gimmick, dessen Potenzial aber wohl verschenkt wurde.

Kämpfe! Oder auch nicht.

Kämpfe sind in Legend of Mana eher Mittel zum Zweck. Eigentlich hätte das Spiel wohl auch gut ohne auskommen können. Die Mana Spiele waren noch nie dafür bekannt, dass ihr Echtzeit Kampfsystem besonders viel taktisches Geschick erfordert. Aber in Legend of Mana ist es noch mal so stark simplifiziert worden, dass es eher an einen Brawler oder ein einfaches Kampfspiel erinnert. Es gibt keine Items, keine Runden - der Kampf besteht aus zuschlagen, ausweichen, wieder zuschlagen, wieder ausweichen, Spezialangriff oder Magie anwenden, wieder ausweichen, und so weiter. Treffen ist auch nicht immer einfach. Man kann nur nach links und rechts schlagen, aber bereits wenige Pixel „Höhenunterschied“ zum Gegner können ausreichen, um ihn einfach nicht zu treffen. Bei den Bossen sind die Hit-Boxen meistens so groß, dass man sie nicht verfehlt, aber bei den kleinen Gegnern benötigt es etwas Übung, damit man nicht jeden zweiten Schlag daneben setzt. Ist man verwundet, platziert man sich abseits des Gegners und bleibt bewegungslos stehen, dabei wird automatisch die Gesundheit regeneriert. Das ist im Wesentlichen auch schon der ganze Kernumfang des Kampfsystems. Das aus Secret of Mana oder Trials of Mana bekannte Ringmenü sucht man vergebens. Die Spezialangriffe und Magie wird über die vier Schultertasten ausgeführt, dafür muss man diese aber vor dem Kampf zuweisen!

Auch das Aufleveln hat seine Bedeutung weitestgehend verloren und passiert so nebenbei. Ist man etwas geschickt, kann man nahezu jeden Gegner auch mit niedrigem Level besiegen. Bessere Ausrüstung zu kaufen bringt deutlich mehr. Im schlimmsten Fall ziehen sich die Kämpfe einfach nur, weil man nicht genug Stärke hat, dem Gegner schnell viel Schaden zuzufügen. Spätestens wenn man 5-10 Minuten für einen Endboss benötigt hat, weiß man, dass die Ausrüstung upgegradet werden muss.

Das die Kämpfe und das Level System eigentlich nur Mittel zum Zweck sind, um das Spiel als "JRPG" zu verkaufen, wird noch deutlicher durch die Option, alle nicht Story relevanten Kämpfe deaktivieren zu können. Diese Option haben wir im Test so nach ca. zwei bis drei Stunden aktiviert, weil die Kämpfe beim ständigen hin und her laufen doch gestört haben. Im Gegensatz zu anderen Vertretern dieses Genre kann man in Legend of Mana Kämpfen nicht entkommen! Jeder Kampf muss ausgefochten werden, was das Backtracking sehr mühselig macht.

Um so mehr verwundert es eigentlich, dass es ein sehr detailliertes Statussystem für Charaktere und Ausrüstung gibt. Im Spielmenü lassen sich die Statuswerte und besondere Boni bzw. Malus sehr detailliert einsehen und vergleichen. Auch wenn es kein Punktesystem gibt, ist dies für damalige Verhältnisse schon sehr umfangreich. Allerdings hat man durch diesen Detailgrad keine echten Vorteile im Spiel. Eigentlich kauft man einfach nur die beste / stärkste Ausrüstung und haut einfach drauf. Damit kommt man auch ohne große Mühen schnell durch das Spiel.

Zu zweit oder dritt geht es schneller voran.

Das Spiel erlaubt Monster zu zähmen und als Begleiter mit auf die Reise zu nehmen. Das macht die Kämpfe noch mal einfacher, weil sich die Monster nicht immer nur auf den Protagonisten / die Protagonistin stürzen. Außerdem wird man bei einigen Quests von einem zusätzlichen Begleiter begleitet, der im Kampf unterstützt. An der Stelle sei noch positiv anzumerken, dass der Zweitcharakter von einem zweiten Spieler im Couch-Co-Op gespielt werden kann.

Hochauflösende Pixel Grafik im Hintergrund, Pixel-Brei im Vordergrund

Etwas merkwürdig wirkt die neu gezeichnete Grafik, wenn man das Spiel auf dem großen Fernseher spielt. Die Hintergründe sind allesamt gestochen scharf und wunderschön gezeichnet. Eine wahrer Augenschmaus für Liebhaber von Pixel-Art. Merkwürdig „Low-Pixel“ artig wirken dafür alle Objekte im Vordergrund, also Charaktere, Truhen, etc. Diese haben zwar auch deutlich mehr Pixel als noch im Original, wirken aber im Vergleich zum Hintergrund etwas „breiig“. Dieser Effekt tritt allerdings nur auf dem Fernseher auf, im Handheld Modus sehen auch die Charaktere etc. super schön aus.

Allerdings möchten wir anmerken, dass wir hier auf hohem Niveau meckern! Das Spiel sieht sowohl auf dem kleinen Switch Display, als auch dem großen Fernseher wunderschön aus! Der Art-Style wird durch die – für damalige PlayStation Spiele typischen – kleinen „Quietsche Animationen“ (wenn Objekte zusammen gedrückt / gestaucht werden) unterstrichen. Auch aus heutiger Sicht ist das Spiel durchaus ein echter Hingucker und weiß zumindest grafisch mit abwechslungsreichen Szenen zu überzeugen.

Zusammenfassung

Legend of Mana ist eher sehr leichte RPG Kost. Wer eine tief gehende Story erwartet wird leider enttäuscht. Das Spiel hat seinen Reiz durch das Finden, Platzieren und Erkunden der Artefakte. Mit seinen Vorgängern auf dem SNES Secret of Mana (Seiken Densetsu 2) und Trials of Mana (Seiken Densetsu 3) hat das Spiel nur gemeinsam, dass es zur gleichen Spielreihe gehört. Natürlich sieht man bekannte Charaktere wieder, aber sowohl in der Story, als auch bei der Spielmechanik macht Legend of Mana quasi alles anders.

Wer Spaß am Knobeln (Platzierung der Artefakte) und Erkunden hat, wird bei dem Spiel auf deine Kosten kommen. Dann ist aber zu empfehlen, alle Story-irrelevanten Kämpfe in den Spieleinstellungen zu deaktivieren. Diese Option kann auch im laufenden Spiel immer aktiviert bzw. deaktiviert werden. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass es sich hier Inhaltlich um das gleiche Spiel handelt, dass bereits vor 22 Jahren erschienen ist. Entsprechend „kompakt“ ist der Umfang, gemessen an heutigen Standards. Neben den Artefakten und Nebenquests gibt es noch Monster zu sammeln und zu trainieren, Blumen und Instrumente zu sammeln und noch das ein oder andere Nebensächliche, das einem zwar bestimmte Vorteile bietet, aber im Wesentlichen nicht zum Abschluss des Spiels erforderlich ist.

Wer aber eine Story „erleben und eintauchen“ will, der sollte von Legend of Mana eher die Finger lassen. Die Hauptstory läuft mehr nebenher und wird durch die zahlreichen Nebenquests ständig unterbrochen. Beim Test haben wir oft den Faden der Hauptstory verloren und immer erst dann wieder gefunden, wenn wir zufälligerweise eine Hauptquest entdeckt haben.

Die neu gezeichnete Grafik und neu arrangierten Sound Tracks sind wunderschön anzusehen und anzuhören. Leider hat die Steuerung die typischen Macken, die eigentlich alle alten PlayStation Spiele haben. Ständig bleibt man an einer Ecke hängen oder trifft einen Durchgang nicht richtig. Im „Gehen“ ist man zu langsam, im „Laufen“ ist man zu schnell. Dies und die ein oder andere typische Schwächer alter PlayStation Spiele sollte man aufgrund des hohen Alters des Spiels allerdings nicht zu streng sehen.

7.0Wertung

Fazit

Legend oft Mana bietet eine wunderschöne überarbeitete Grafik und Sound. Jedoch auch die Schwächen typischer PlayStation 1 Spiele. Im Kern geht es mehr ums Erkunden und Entdecken, als um die Story selbst. Wer gerne auf Entdeckungstour geht und mit jedem NPC redet, hat einiges zu entdecken, vor allem viele kleine Geschichten.

Design
9.0
Sound
9.0
  • außergewöhnlicher Ansatz, die Welt zu "schaffen"
  • es gibt viele Kleinigkeiten zu entdecken
  • wunderschöne neu gezeichnete Grafik und neu arrangierter Sound
  • viel Backtracking
  • zu simplifiziertes Kampfsystem
  • Roter Faden zur Haupthandlung fehlt völlig

Vielen Dank an die Firma Square Enix für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

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