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Story of Seasons: Pioneers of Olive Town

Story of Seasons: Pioneers of Olive Town

Ulrich

Nachdem vor kurzem erst Harvest Moon: Eine Welt erschien, geht es mit Story of Seasons: Pioneers of Olive Town nun in die nächste Runde, zumindest was Farming-Simulationen betrifft. Der Ersteindruck zum Trailer war bei uns, dass es wie eine Mischung aus Animal Crossing und Harvest Moon wirkt. Ob sich unser Gefühl bewahrheitet und was hinter Story of Seasons: Pioneers of Olive Town wirklich steckt, erfahrt ihr in unserem Test.

Willkommen in Olivingen!

Als angehender junger Abenteurer macht ihr euch zu Beginn auf den Weg nach Olivingen. Dabei handelt es sich um einen Ort, den euer Großvater als Pionier zu großem Glanze verholfen hat. Ihr wollt nun in dessen Fußstapfen treten und seinen alten Betrieb auf Vordermann bringen. Nach der Ankunft und einem kleinen Schläfchen, könnt ihr frühmorgens in Form eines Charakter-Editors eure Spielfigur erschaffen. Der Editor ist ähnlich simpel wie bei Harvest Moon: Eine Welt. So könnt ihr Hautfarbe, Frisur, Haarfarbe, Augenfarbe, Augen und ein paar weitere Kleinigkeiten einstellen. Außerdem könnt ihr entscheiden, ob ihr als Junge oder Mädchen spielen wollt und welche Stimme diese haben soll. Außerdem könnt ihr noch die Farbe eurer Vespa wählen, die im Laufe des Spiels freigeschaltet wird.

Der Bürgermeister der Stadt macht euch anfangs mit vielen Dingen vertraut, manches findet man aber auch sehr schnell durch Gespräche oder einfaches Herumprobieren aus. Am ersten Tag bekommt man gleich die wichtigsten Werkzeuge spendiert, die aber nicht im Schnellmenü auszuwählen waren. So ließen wir den ersten Tag verstreichen, um dann herauszufinden, dass das Werkzeug schon seit gestern da war, es nur in einer versteckten Werkzeugtasche im Menü lag. Hier wäre ein kleiner Hinweis nett gewesen, so hätte man den ersten Tag sinnvoller nutzen können.

Die Werkzeuge zur Hand genommen geht es auch schon los. Der Hof eures Großvaters ist ziemlich mitgenommen. Überall Gras, Bäume und eine kaputte Scheune. Selbst der Hof ist weg und ihr müsst euch anfangs mit einem Zelt begnügen. Die Welt ist aber richtig nett und um einen Hauch liebevoller/aufwändiger gestaltet, als in Harvest Moon: Eine Welt. Die Bäume und Gräser wiegen sich im Wind und Kirschblüten fliegen sanft durch die Gegend. Alles erstrahlt dabei in Form eines Comic-Looks und stellt stilistisch eine Mischung aus Harvest Moon und Animal Crossing her – zumindest einmal in Form des Aussehens.

Zurück zu den Werkzeugen. Diese könnt ihr, wie bereits erwähnt in die Itemleiste legen und mit Y verwenden. Mit der Sichel könnt ihr Gräser schneiden, mit der Axt Bäume fällen, mit dem Hammer Steine aus dem Weg räumen, mit der Hake den Boden bestellen und mit der Gießkanne Samen und Pflanzen gießen. Ihr müsst immer jedes Item anwählen um es verwenden zu können, was durchaus mehr Bindung zum Spiel herstellt als wie bei Harvest Moon, wo man einfach mit dem A Knopf alles macht und das Spiel automatisch erkennt was zu tun ist.

So bestellt ihr euer erstes Feld und in den ersten Tagen wachsen auch schon wilder Pflanzen und Kräuter, die ihr über die bekannte Lagerkiste verkaufen könnt. Gräser, Steine, Bäume etc. liefern Rohstoffe, die euch helfen, euren Hof bzw. die gesamte verschlafene Stadt auf Vordermann zu bringen. Somit könnt ihr euren Teil beitragen, dass Olivingen wieder zu einer Touristenattraktion wird. Es gibt somit gleich zu Beginn jede Menge zu tun, aber Vorsicht, jede Aktion kostet euch Ausdauer in Form einer Herzanzeige. Ist diese leer, schlaft ihr auf der Stelle ein und der Tag ist zu Ende.

Feldarbeit und Tierzucht

Nachdem Platz auf eurem Anwesen freigemacht wurde und sumpfige Stellen trockengelegt wurden, habt ihr genug Platz und Materialien für eure Reparaturarbeiten. Mit jeder erledigten Aufgabe kommen neue Zubauten zu eurem Bauernhof dazu. Unser erster Anbau war ein Hühnerstall und so war es uns gleich möglich, dass wilde Huhn, welches schon seit Beginn durch unsere Wiesen zog, zu zähmen. Unsere kleine Rosa machte es sich sogleich im Stall gemütlich. Ein kleiner Hinweis noch zu den sumpfigen Stellen. Eine Neuerung in diesem Story of Seasons sind die Pfützen. Hier ist es nett, dass man dort immer wieder Tiere, wie Vögel trifft, die diese als Tränke nutzen. Pfützen bilden sicher immer wieder nach Regenschauern und wenn ihr diese leer schöpft, könnt ihr dort wertvollen Lehm oder sogar Schatzkisten mit tollen Items entdecken.

Das alles hat durchaus seinen Reiz, und es ist toll, dass man Nutztiere nicht nur käuflich in der Stadt erwerben, sondern auch „wilde“ Tiere entdecken und zähmen kann. Außerdem muss man immer bei der Stange bleiben, denn Bäume, Gras und Steine wachsen ziemlich schnell nach, was auf Dauer durchaus nervig sein kann. Vor allem bleiben Haus- und Hoftiere immer wieder zwischen auftauchenden Gegenständen hängen und müssen sich in die Freiheit teleportieren, was durchaus etwas seltsam ist.

Ansonsten hat sich an Story of Seasons kaum etwas geändert. Das Spielprinzip dieser Art von Spielen bleibt immer gleich und so hat beispielsweiseHarvest Moon: Eine Welt durchaus einen kleinen Vorteil in Form der Abwechslung und Möglichkeiten der Expando-Farm. Vorwiegend bleibt es also bei Felder bestellen, Tiere auf die Weide treiben (die ihr natürlich erst bauen müsst), melken, streicheln, Eier einsammeln und vieles mehr. Alles passiert wieder in Form der bekannten Feldquadrate die euch anzeigen, wo ihr die besagte Aktion ausführt. Das funktioniert nicht immer ganz präzise und es passiert des Öfteren, dass man eine Aktion auf der falschen Stelle ausführt. Eine ganz tolle Sache ist die Kameraposition, wenn man Arbeiten hinter Gegenständen oder Pflanzen ausführt. Während das beispielsweise in Animal Crossing sehr unübersichtlich sein kann, wurde es hier toll gelöst. Befindet man sich hinter einem Element, so wird dieses durchsichtig und man kann sehen, wo man sich dahinter befindet und kann diverse Aufgaben viel besser ausführen.

Gleich zu Beginn ist es außerdem wichtig, dass ihr euch einen Brunnen baut um genug Wasser für die Bewässerung zur Verfügung zu haben. Saatgut bekommt ihr aus dem Lädchen in der Stadt und nach einigen Expansionen könnt ihr sogar mehrere Felder auf einmal bearbeiten. Die Ernte könnt ihr, wie bereits erwähnt, über die Versandbox in die Stadt schicken, was euch Geld bringt. Dieses könnt ihr in Olivingen für Verbesserungen, Erweiterungen oder neue Materialien ausgeben.

Olivingen

Arbeit kostet Ausdauer und damit ihr länger am Tag durchhält, könnt ihr euch aus den verschiedensten Pflanzen/Früchten die ihr selber angebaut oder gekauft habt, Essen kochen. Ihr könnt natürlich die Früchte auch alleine essen, aber mehr Ausdauer bringen euch vor allem Gerichte. Hier gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten und solltet ihr dieses nicht gleich essen wollen, so könnt ihr diese in eurem Kühlschrank (habt ihr nachdem ihr euren Hof errichtet habt) zwischenlagern. Auch Duschen kann kurzfristig die Ausdauer etwas erhöhen oder ihr spaziert einfach nach Olivingen, wo ihr beispielsweise im Bistro eine Kleinigkeit zu euch nehmen könnt.

In Olivingen gibt es noch viele weitere Dinge zu entdecken und hier kommen kleine Parallelen zu Animal Crossing zu Tage. So gibt es ein Museum, welches auf eure Hilfe angewiesen ist. Nachdem ihr eure Angel bekommen habt, könnt ihr im Meer fischen und diese Fische ans Museum spenden. Außerdem erhaltet ihr dort eine Kamera und ihr sollt damit verschiedenste Wildtiere fotografieren. Eure Portraits sind ebenfalls im Museum abzugeben. Am Pier gibt es einen kleinen Laden, in dem ihr Postkarten an andere Freunde in der Onlinewelt senden oder, zumindest euren Avatar, auf Reisen zu anderen Städten schicken könnt. Leider ist es an sich nicht möglich, wie in Animal Crossing, Inseln eurer Freunde direkt zu besuchen.

Im Laufe des Abenteuers könnt ihr auch Maschinen erstellen, die beispielsweise aus Milch Käse, aus Holz Bauholz, aus Eier Mayonnaise, aus Gras Garn oder Stoffe etc. machen. Diese benötigen aber richtig viel Platz und sollten daher gut platziert werden. Bei der Schneiderin könnt ihr mit Hilfe ausgepresster Farben Kleidungsstücke nähen lassen. Im Tierladen könnt ihr Nutz- oder Haustiere kaufen bzw. Items für diese ergattern. Beim Zimmermann ist es möglich euren Hof auszubauen oder verschiedenste Möbel tischlern zu lassen. Ihr könnt euren Hof so nach euren Wünschen einrichten. Außerdem könnt ihr in Olivingen eure Werkzeuge beim Handwerker verbessern, was aber jede Menge Zeit und Ressourcen benötigt. Es gibt jede Menge zu entdecken. Achtet aber auf die Öffnungszeiten, denn nicht jeder Store hat durchgehend geöffnet.

Ebenso ist es wichtig, mit den verschiedensten Bewohnern zu sprechen. In Olivingen nimmt es euch aber kein Bewohner übel, wenn ihr nicht mit ihm sprecht. Kurze Gespräche und kleine Geschenke (zum Beispiel zum Geburtstag, der im Kalender eingetragen ist) fördern die Freundschaft. Dieses ermöglicht es euch, später eventuell zu heiraten und eine Familie zu gründen. Wie bereits erwähnt sind im Kalender alle wichtigen Events erwähnt. Diese spielen eine wichtige Rolle für die gesamte Stadt, vor allem, wenn es um die Feste geht. Insgesamt gibt es über 200 Events. Diese laufen grundsätzlich automatisch ab und hier hat beispielsweise Animal Crossing mit seinen speziellen Items etc. klar die Nase vorne.

Jahreszeiten

In Story of Seasons: Pioneers of Olive Town gibt es, wie der Name es schon erahnen lässt, verschiedene Jahreszeiten. Es ziehen aber viele Tage und Spielestunden vorbei, bis eine Jahreszeit vorüber ist. Ist es aber so weit, dann eröffnen sich neue Gebiete auf der Karte. Je nach Jahreszeit wachsen auch unterschiedliche Feldfrüchte, wie Zwiebeln, Rüben, Tee, Beeren, Reis oder Blumen uvm. Außerdem gibt es da noch die wilden Früchte und neuen Pflanzenarten die es zu entdecken gibt. Stadtbewohner halten auch immer wieder Aufgaben für euch bereit und ihr müsst Erzeugnisse etc. abliefern um die Bewohner glücklich zu machen. In kleinen Zwischensequenzen werden euch Projekte wie Straßenbau oder der Ausbau des Rathauses präsentiert. Für Abwechslung ist also gesorgt, wenn man noch die Aufgaben aus dem Museum dazuzählt. Interessant ist auch die Haltung der Tiere. So könnt ihr Pferde zum Reiten einstellen, diverse Schafe züchten oder auch Tiere wie Lamas auf eurem Bauernhof halten. Hier setzt Story of Seasons: Pioneers of Olive Town neue Akzente, denn von Bienen über Büffel könnt ihr viele Tierarten halten.

In dem ihr euch gut um das Vieh kümmert und sie verpaart, erhaltet ihr höherwertige Ressourcen, die ihr dann wiederum zu besseren Endprodukten verarbeiten könnt. Dies führ natürlich zu höheren Verkaufspreisen, die ihr für neue Samen und Dekoelemente verwenden könnt. Auf diesen Kreislauf solltet ihr ein hohes Augenmerk haben, denn er bringt euch viel Geld und funktioniert immer wieder. Im Laufe des Spielfortschritts könnt ihr irgendwann eure Pferde reiten oder endlich eure Vespa nutzen.

Ressourcen und Fertigkeiten Euer Hauptziel sollte sein, alle Bereiche der Farm freizuschalten, was durchaus etwas Zeit in Anspruch nimmt. Ihr benötigt dazu viele Rohstoffe, die ihr einfach nur mithilfe von Crafting erhalten werdet. Zwar könnt ihr neue Bereiche auch mit Gold freischalten, aber das ist, gerade zu Beginn, noch viel zu teuer. Gleich am Anfang geht es vorwiegend um Bäume abholzen und Steine schürfen, um Skills zu erlernen und um neue Anleitungen zu erhalten.

Insgesamt gibt es in Pioneers of Olive Town zehn Fertigkeiten, die ihr nach und nach freischalten könnt. Bei manchen ist dies aber erst möglich, wenn ihr die neuen Bereiche ereicht. So findet ihr beispielsweise einen Baumstamm, indem ihr später Pilze züchten könnt.

Gleich neben eurem Anwesen befindet sich eine Mine. Ihr benötigt für alle Erweiterungen auch Metalle, Edelsteine und Erze. Das lässt sich alles in der Mine finden. Einfach Steine kaputtschlagen und Rohstoffe sammeln – Achtung auf die Ausdauer. Nach etwas Spielzeit zieht außerdem ein kleiner Gnom in euren Vorgarten, welcher euch auf Wunsch in sein Heimatdorf mitnimmt. Dort macht ihr Bekanntschaft mit anderen Bewohnern und könnt euch anfreunden. Sie schenken euch Rohstoffe und außerdem habt ihr dort die Möglichkeit Dinge zu kaufen. Im Laufe eurer Erkundungen kann es ab diesem Zeitpunkt passieren, dass ihr auf versteckte Gnome trefft. Diese entführen euch in ihre „Zauberwelt“ und spielen mit euch Minispiele. Zwar sind diese nicht besonders, aber lockern das Spielgeschehen auf.

Wer das Farmleben etwas gemütlicher angehen möchte, der kann zu Beginn den „Setzling Modus“ wählen. In diesem lebt ihr von höheren Einnahmen, höherer Ausdauer und schnelleren Erfahrungspunkten für Fertigkeiten.

Grafisch ist das Spiel, wie bereits erwähnt, durchaus gut gelungen. In den Arealen ist jetzt nicht die Hölle los, aber durchaus etwas mehr als in Harvest Moon: Eine Welt. So könnt ihr wilde Tiere und Pflanzen entdecken. Außerdem sind die dynamischen „Wettereffekt“ nett. Das Spiel hat keine Sprachausgabe und man muss, wie in den vorherigen Teilen, alles erlesen. Musikalisch ist alles so wie immer, nett, aber nichts Besonderes.

8.0Wertung

Fazit

Natürlich kann man bei Story of Seasons: Pioneers of Olive Town keinen Vergleich zu Animal Crossing ziehen. Zu sehr ist das Spielprinzip dann doch anders. Dennoch gibt es sehr viele Parallelen und wer zusätzlich auf intensiveres Farming steht, der ist hier genau richtig bedient. Zwar gibt es kaum nennbare Neuerungen, aber dennoch gibt es viel zu tun und für Abwechslung ist gesorgt. Die umfangreichen Mechaniken wurden gut aufeinander abgestimmt, aber oftmals auftretende längere Ladezeiten stören den Spielfluss etwas. Es gibt andere Genrevertreter, die versuchen den Geist der Zeit besser zu bedienen. Bei Story of Seasons wird quasi ein altes Konzept erneut recycelt. Das funktioniert aber unglaublich gut und vor allem der Look und die vielen Möglichkeiten machen Pioneers of Olive Town zu einem gelungenen Titel.

Design
8.5
Sound
8.0
  • Niedlicher Comic-Look
  • Viele Möglichkeiten bieten Abwechslung
  • Simpler Editor
  • Automatischer Wildwuchs etwas nervig
  • Lange Ladezeiten
  • Leichte Ruckler
  • Story ausbaufähig

Vielen Dank an die Firma Marvelous Europe für die Bereitstellung des Testmusters.

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