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Crash Bandicoot 4: Its About Time

Crash Bandicoot 4: Its About Time

Maik

Es wurde ja auch Zeit, jetzt gibts endlich den Crash-Test zu Crash Bandicoot 4: Its About Time. So genug der Flachwitze!

Wir haben uns ausführlich Zeit genommen, um den vierten Hauptableger der Crash Bandicoot Reihe nach vielen Jahren des Beuteldachs-Schlafes unter die Lupe zu nehmen. Lest den Test zu Crash 4 und verratet uns, ob ihr schon längst auf Rettungsmission des Raum-Zeit-Kontinuums gegangen seid!? 

Da wir uns ja perspektivisch auch weiteren Konsolen öffnen wollen, haben wir euch wieder einmal ein kleines Cross-Gen-Fazit eingebaut und die PS5-Version eingeordnet, die ebenfalls am 12.03.2021 released wurde. Anbei auch ein kleines technisches Vergleichsvideo.

Crash Bandicoot 4: Its About Time

NSW

Entwickler
Activision
Publisher
Activision
Konsole
NSW
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 6

Es wurde Zeit

In den 90ern ging es zunächst bei Naughty Dog mit Crash Bandicoot für die Playstation 1 los. Der Erfolg war riesig und so musste man nicht lange darauf warten, die nächsten Einträge der Serie zu begrüßen. 1999 erschien dann mit Crash Bandicoot 3: Warped der letzte und dritte große Hauptableger der Serie, der nun 2020 endlich eine lang ersehnte Fortsetzung mit Crash Bandicoot: It’s About Time erhielt. Dass sich Activision und Toys for Bob viel Zeit gelassen haben, die Konzepte von Crash Bandicoot in qualitativer und würdevoller Weise auf die neue Konsolengeneration zu bringen, zeigten schon zum Release vergangenen Herbst die vielen positiven Wertungen der Spieler und Presse. Nun schafft es Crash 4 auch auf die neuesten Plattformen wie Playstation 5, Xbox Series X und Nintendo Switch. Wie sich letztere Version auf dem hybriden Handheld schlägt, lest ihr in diesem Test.

Das nächste Abenteuer

Mit Crash 4: It’s About Time ist der berühmte Beuteldachs zurück und wird gebraucht, um die Zeit zu retten bzw. besser gesagt nahezu jeden Ort im Universum, den nun die bösen Widersacher, die Wissenschaftler Neo Cortex und N.Tropy sich einzuleiben versuchen. Obwohl die beiden zum Ende des dritten Hauptspiels der Crash Bandicoot Reihe – damals noch für Playstation 1 – gefangen genommen werden konnten, ist es ihnen mittlerweile gelungen, ein Zeitportal zu erschaffen, mit dessen Hilfe sie sich an nahezu jeden beliebigen Ort teleportieren können, um Unheil zu verrichten. Dieser Ausbruch sorgt aber nicht nur für Schrecken, sondern auch für allerhand Ungleichgewicht im Raum-Zeit-Gefüge, weshalb Crash und seine Schwester Coco das Ruder in die Hand nehmen. Nachdem sie von der Wächtermaske Aku-Aku gewarnt werden und Crash im Intro auf die erste Quantummaske Lani-Loli trifft. Schnell wird klar, die übrigen drei Quantummasken müssen gefunden werden, damit den Schurken Einhalt geboten werden kann.

Von da an könnt ihr die 43 Level über die Dimensionskarte hinweg spielen und versuchen, sie bis ins Kleinste zu meistern. In bekannter Crash-Manier müsst ihr dabei allerhand Wumpa-Früchte einsammeln, Kisten zerschlagen, Bonusstages meistern und möglichst schnell durch die Level kommen. Um zeitgemäßer zu sein, haben sich die Entwickler von Toys for Bob den Modernen und den Retro-Spielmodus einfallen lassen. Bei der Retrovariante habt ihr drei Leben und müsst euch ranhalten, durch das Level zu kommen. Sind alle Leben futsch, müsst ihr von vorn beginnen, egal wie viele Checkpoints ihr erreicht habt. Im modernen Modus hingegen könnt ihr so oft sterben, wie nötig, um durch das Level zu kommen. Ihr startet immer beim letzten Checkpoint. Wichtig ist jedoch zu wissen: für die komplette Belohnung in einem Level, die in Form von Diamanten bescheinigt wird, müsst ihr z.B. alle Kisten zerschlagen, einen Maximalwert an Toden einhalten und anderes berücksichtigen. Habt ihr die sechs Kristalle je Level erhalten, winkt ein Skin für Crash und Coco, der das Aussehen verändert.

Zusätzlich gibt es einige Sammelobjekte im Spiel, etwa die Videokassetten, die Retro-Level freischalten. Im Spielverlauf könnt ihr auch den N.Vertiert-Modus freischalten. Dieser wartet mit zusätzlichen Effekten auf, z.B. schwarz-weiß-Filtern oder veränderten physikalischen Kräften.

Weitere Bonusstages können ebenfalls enthüllt werden, sodass es mehr als genug Abschnitte zu spielen gibt, die vor Kreativität nur so strotzen. Egal ob T-Rex, Drohnen, Feuerbälle, springende Haie oder säbelschwingende Weirdos, jedes Level ist anders und genau das macht besonders viel Spaß und muss es auch, denn ihr werdet sehr oft sterben – sehr oft!

Schönheitskur mit Mini-Falten

Dass ihr oft und an vielen Stellen dem Beuteldachs Engelsflügel verleiht, liegt an verschiedenen Umständen. Zum einen ist auch Crash Bandicoot 4 dem Serienkonzept treu geblieben. Diese Jump’n’Run Spiele sollen knifflig sein, weshalb bei Teil 4 noch einmal eine Schippe draufgelegt wurde. Insofern kommt es auf das richtige Timing an, Sprünge und Schläge sowie Interaktionen in den Levels richtig zu koordinieren und so voranzukommen. Zusätzlich ist die Kamera fixiert, so wie früher. Entweder ihr seht den Beuteldachs von hinten, von der Seite oder von vorn. Was ihr nicht könnt, ist die Kameraperspektive flexibel anzupassen wie es in vielen modernen Spielen der Fall ist. Auf diese Weise ist das richtige Timing schwieriger und sogleich wichtiger denn je.

Natürlich kann man darüber streiten, ob Toys for Bob den richtigen Ansatz gewählt haben, die Steuerung und die Kamera nur marginal zu verändern, eine nicht geringe Zahl an Fans des Franchises wird aber womöglich zurecht sagen, dass das Spielgefühl von Crash Bandicoot auf diese Weise hervorragend und gut gealtert ist, ohne ihm die Würde zu nehmen und ein völlig anderes Spiel draus zu machen.

Bemerkenswert ist hingegen, dass dieses Zusammenspiel im Einklang mit vielen neuen Ideen funktioniert. Die Grafik ist modern, die Details und Texturen sind vielfältig, auch wenn wir eingestehen müssen, dass gerade im Handheld-Modus das Spiel deutlich verwaschener aussieht, als im Docked-Modus. Andererseits ist es dem Entwickler besonders gut gelungen, das maximale Spielerlebnis aus Crash Bandicoot 4: It’s About Time für die Nintendo Switch in diesem Port, nur fünf Monate nach dem initialen Release des Spiels für PS4 und Xbox One herauszuholen. Andere Ports, etwa das vom Engine-hungrigen Doom Eternal, haben für das gleiche Ergebnis fast neun Monate gebraucht. Insofern ist dies durchaus anerkennungswürdig und so lassen sich die Piratengegner, die Lava-Umgebung, fremdartige Weltraumpflanzen oder so manch ulkige Figur umso mehr genießen.

Eine weitere Portion Nostalgie bringt die Einbettung von drei zusätzlichen, spielbaren Charakteren. Im Verlauf der Levelfortschritte könnt ihr Neo Cortex selbst, Tawna und Dingodile mit jeweils individuellen Fähigkeiten aktivieren. Diese bringen neben den vier Quantummasken, die es euch ermöglichen in definierten Sequenzen z.B. die Dimensionen für Objekte zu verändern oder die Gravitation zu beeinflussen, zusätzlichen Spielspaß.

Die Beuteldachs-Freude teilen

Die Freude und manchmal auch Frustration, die man mit dem Beuteldachs und seiner Schwester in den Leveln erlebt, kann man wunderbar auch mit Freunden oder der Familie zuhause Teilen. Ihr könnt im Bandicoot-Kampf gegen Freunde antreten und Checkpoint-Rennen oder das Kistenschlagen veranstalten. So kommt auch etwas Multiplayer-Schwung in die Bude. Zusätzlich liefert der Modus Weitergeben den Kampagnen-Zusatz, der es euch ermöglicht festzulegen, wann ihr den Controller an eure Mitspieler weitergeben wollt. Entweder nach dem Tod, bei einem Checkpoint oder in beiden Fällen. So kann man das eigentlich auf eine Person ausgelegte Erlebnis der Kampagne mit mehreren Personen teilen und sich ein wenig herausfordern, wer mehr Versuche bei einer besonders kniffligen Stelle des Spiels braucht.

Soundeffekte & Musik

Generell müssen wir sagen, dass die Soundeffekte der Charaktere, Gegner und Umgebungen im Spiel hervorragend platziert und integriert wurden. Auch an dieser Stelle, wie zuvor im Gameplay, gibt es auf der Switch keinerlei Abstriche in Crash Bandicoot 4. Die Soundtracks, die eingebunden werden, sind abwechslungsreich und passen zumeist gut in die Stimmungen der dynamikreichen Levels.

Technik

Bei der Technik überzeugt das Spiel mit sehr stabilen 30 Bildern pro Sekunde. Hier zeigt sich auch positiv der Einsatz der Unreal Engine 4 statt der bei der N.Sane Trilogy noch genutzten Alchemy Engine von Viscarious Visions. Solang ihr stationär spielt, könnt ihr euch über gute 720p freuen, während die Auflösung im Handheld-Modus bei 540p doch noch einmal merklich heruntergeschraubt werden muss. Für all diejenigen, die sich einen nahtlosen Spielrausch mit Crash Bandicoot 4 wünschen, ist diese Lösung aber mehr als fair und hinnehmbar. Charmant gelöst ist zudem, dass die Ladezeiten genauso schnell oder teils sogar kürzer als bei der PS4-Version des Titels ausfallen. Auch hier haben Toys for Bob ganze Arbeit geleistet.

Der Kräftevergleich mit der PS5 Version

Als Benchmark im direkten Vergleich haben wir uns zudem die PS5-Version vorgenommen, um die Unterschiede zur Switch-Variante am besten herausstellen zu können. Was uns sofort auffiel sind die deutlich abweichenden Ladezeiten. Wo wir auf der Nintendo Switch noch so manches Mal den Turbo hätten einlegen wollen, ist das Spielerlebnis bei der PS5 wortwörtlich nahtlos. Ladezeiten existieren zwar, sind aber so kurz, gerade nach Toden, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Die Texturen sind äußerst gelungen und die Grafik insgesamt scharf. Vereinzelt hätte man jedoch sagen können, dass sich für die PS5-optimierte Version des Spiels noch ein bisschen mehr Feinschliff am Beuteldachs hätte lohnen können. Das ist aber sicherlich Kritik auf hohem Niveau. Die Details sind reichhaltiger, die Texturen schärfer, der Sound auch über das Pulse 3D Headset sehr rund abgestimmt und genießbar. Wer nicht mehr ohne 4K, HDR & 60 Fps kann, der ist auch hier genau richtig. Zudem überzeugt die Steuerung – im Rahmen der herausfordernden Grenzen des Spiels – ohne spürbare Eingabeverzögerung. All das sorgt für einen großen Spielgenuss auf der neuen Konsolengeneration und macht diese Version sehr empfehlenswert. Lediglich als kleiner Minuspunkt muss hier erwähnt werden, dass das große Potenzial des Dualsense Controllers mit seinen adaptiven Triggern und dem haptischen Feedback nur sehr begrenzt genutzt wird, hier wäre und wird vielleicht noch etwas möglich via Software-Update.

Eine nette Dreingabe ist zudem, dass Besitzer der PS4 Version die PS5 Version kostenlos spielen können. Bei einem vorherigen digitalen Kauf kann kostenfrei die digitale PS5-Version geladen werden, bei einer PS4-Retailversion des Spiels muss die Disk in die PS5 als Lizenzkey eingegeben werden, sodass der kostenlose Upgrade-Download aktiviert und gespielt werden kann. Wer also zu den Glücklichen gehört, schon eine neue Konsole bekommen zu haben, auf Ladezeiten verzichten will und unterwegs ohnehin keine Zeit oder Lust zum Spielen hat, ist mit der PS5-Version von Crash Bandicoot 4: It’s About Time bestens beraten. Für alle anderen ist die Nintendo Switch Version ebenso eine herausragende Entscheidung, erst recht, wenn man die Qualität des Spiels in Relation zur wesentlich geringeren Leistungsfähigkeit der Nintendo Switch gegenüber der Playstation 5 stellt.

Meinung von Mateusz

Direkt zum Einstieg muss gesagt werden, dass ich ein Crash-Jünger der ersten Stunde bin und bisher jede Kiste und jeden Kristall im Bandicoot-PSOne-Universum gefunden habe. Höher können Erwartungen an einen neuen Ableger also nicht sein. Keine einfache Situation für Crash 4. Aber siehe da, es wurde einiges richtig gemacht, wenn auch nicht alles. Der Nostalgiefaktor ist für den Retro-Gamer der Redaktion eine wahre Wonne, die Soundeffekte sind der Hammer, die Levels sind interessant und vielseitig. Beim Schwierigkeitsgrad musste ich aber wirklich schlucken. Die ersten Level bereits erinnern ans Finale von Crash Bandicoot 1 und Kenner wissen, was das heißt. Zudem ist die extrem detailreiche Darstellung des neuen Ablegers zwar wunderschön anzusehen, beim Spielen aber eher hinderlich. Wo die reduzierte Darstellung der Klassiker immer für einen guten Überblick sorgte, ist es hier schwer auszumachen, welchen Bereich man betreten kann und welcher nur der Deko dient. Greift der Gegner gerade an oder ist das seine ausladende Art zu laufen? Das sorgt bei dem ohnehin wahnsinnigen Schwierigkeitsgrad für Frust. Wenn das nicht stört, sondern anspornt, ist man aber gesegnet mit einem Jump'n'Run von ganz besonderer Qualität. Eine satte 8 von mir.

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Crash Bandicoot 4: It’s About Time ist ein wirklich würdiger Nachfolger der Crash Bandicoot Trilogie geworden und führt mit viel Kreativität das Erbe des Franchises fort. Wo Texturen und Ladezeiten der Switch Version minimal schwächeln, besticht die Nintendo-Variante des Spiels hingegen mit maximalem Spielspaß des Jump’n’Runs an jedem Ort. Egal ob man sich an den Controller klammert oder ihn auf der Couch beim Ableben weitergibt, Crashs Abenteuer zum Wiederherstellen des Raum-Zeit-Kontinuums ist in jedem Falle ein Besuch wert!

Design
8.5
Sound
9.0
Online Multiplayer
9.0
  • ganz eigene, crashige Optik
  • viel Einfallsreichtum und Dynamik
  • regelmäßige Nostalgieduschen
  • präzise Steuerung trotz Frustgarantie
  • Abstriche in der Handheld-Präsentation
  • Chancen im Schwierigkeitsgrad-Balancing

Vielen Dank an die Firma Activision für die Bereitstellung des Testmusters.

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