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Sniper Elite 4
Sniper Elite 4 schafft es nach 3,5 Jahren Wartezeit von den großen Konsolen auch auf die Nintendo Switch. Wie das Sniper-Abenteuer auf dem Hybriden wirkt, lest ihr in der Review zur Switch Version von Sniper Elite 4

Sniper Elite 4
NSW
- Genre
- Shoot ‘em Up
- Entwickler
- Rebellion
- Publisher
- Rebellion
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–8 lokal
- Freigabe
USK ab 18
Sniper Elite 4 ist bereits im Jahre 2017 auf den sonstigen Konsolen gelandet. Nun, dreieinhalb Jahre später, schießt sich das Spiel auch auf Nintendo Switch ein. Ob das Spiel die Stellung hält, verrät der folgende Test.
Das Alternativszenario geht in die nächste Runde
Mit Sniper Elite 4 geht nunmehr das vierte Hauptabenteuer von Rebellions Nazi-Sniper an das Zielfernrohr. Obwohl die Hauptkonsolen PS4/Xbox One und der PC schon 2017 Sniper Elite 4 präsentiert bekommen haben, lässt es sich Rebellion nicht nehmen, euch in das Italien des Jahres 1943 zu werfen. Wie es sein soll, geht es einmal mehr darum, eine mächtige Bedrohung der Nazis, in Form einer Superwaffe, in Besitz zu nehmen und damit deren Pläne zu vereiteln. Auf dem Weg zu diesem Ziel schleichen, nahkämpfen, snipen und taktieren wir uns durch die Kampagne und deren Missionsziele. Dabei gilt es nach und nach Gebiete zu infiltrieren, die Gegner strategisch auszuschalten und nebenbei wertvolle Munition, alternative Waffen und Items einzusammeln.
Die Kernmechaniken
Im Wesentlichen bedient sich auch dieser Eintrag der Serie den Hauptgameplay-Prinzipien: Wir schleichen uns voran, kundschaften das Gebiet mit dem Fernglas aus und markieren unsere Gegner, entscheiden über eine Infiltrations-Strategie und säubern Stück für Stück das Gebiet. Diese Mechaniken werden in diesem Spiel jedoch noch einmal durch Zusätze unterfüttert, die das Spielgeschehen reichhaltiger machen. Nun ist auch das Klettern möglich, sodass durch ein verändertes Stellungsspiel taktische Vorteile erzielt werden können. Die Größe der Levels sorgt zudem dafür, dass gewisse Konflikte umgangen werden können oder Wege unterschiedlich gegangen werden können. Weiterhin lassen sich Granaten bauen, die Feinde anlocken oder auf eine falsche Fährte führen.
Darüber hinaus hat sich mittlerweile die KI-Intelligenz deutlich verbessert. Wo früher recht primitive Reaktionen zu erwarten waren, wird nun mittels Triangulation die Positionsbestimmung des eigenen Charakters durch die KI besser ausgesteuert. Sobald mehr als ein Schuss abgefeuert wird, können wir entdeckt werden, sodass eine neue Position nötig wird, um den Missionsfortschritt nicht zu gefährden. Auch reagieren die computergesteuerten Gegner empfindlicher auf den Verlust von Kameraden und warten mit einer höheren Dialog-Varianz auf. Das sorgt dafür, dass die Gegenspieler eher als Charaktere wahrgenommen werden. Sobald ein Feind per Fernglas markiert wird, lässt sich zudem eine Zeile zu seiner persönlichen Geschichte lesen. Auch dadurch wägen wir hier und da etwas genauer ab, welchen Feind wir kaltblütig niederschießen oder wo wir womöglich doch Gnade vor Recht ergehen lassen, weil uns die persönlichen Hintergründe zum Nachdenken anregen. Auch auf diese Weise schafft es das Spiel, das im Wesentlichen ruhige und bedächtige Gameplay zu tragen. Es geht um kluge Entscheidungen, nicht um hastiges Agieren, wie es manche von großen Shooter-Serien kennen mögen.
Das markanteste Element der Sniper-Serie, die Kill-Cam, darf natürlich auch in diesem Spiel nicht fehlen. Sie wird prominent wie eh und je eingesetzt und jeder Kill wird uns explizit (nach Wahl mit oder ohne Blut) dargestellt. Wir erfahren umgehend, auf welche Weise unser Gegner zu Tode gekommen ist und heimsen entsprechend viele Erfahrungspunkte für gelungene Treffer ein. Je mehr und schneller wir Erfahrungspunkte ansammeln, desto schneller steigen wir in unserem Militärrang auf, der nicht nur im Singleplayer-, sondern auch im Multiplayer- und Koop-Modus ausgebaut werden kann. Um unsere Erfolge, die wir zeitweilige mit einem gewissen Hitman-Gefühl erwirken, angemessen zu belohnen, werden ebenfalls Auszeichnungen vergeben und eine Statistik geführt, die uns genau erklärt, wo unsere bisherigen Leistungen einzuordnen sind. Wir werden damit minutiös informiert, in welchem Modus wir welche Kills erzeugt haben, wie weit Geschosse geflogen sind, ob wir vorher markiert haben und und und. Zusätzlich werden Sammelitems in einer Galerie missionsweise ausgewiesen, sodass das Missions-Replay gezielt angegangen werden kann, um übrige Gegenstände zu finden.
Spielmodi in Sniper Elite 4
Grundsätzlich können wir uns neben der erwähnten missionsorientierten Kampagne auch im Einzelspieler dem Überleben-Modus widmen. Hier werden in unterschiedlichen Arenen Gegnerwellen entsandt, die uns das Überleben erschweren sollen. Wem dies nicht genügt, kann sich im Online-Multiplayer-Modus zur Wehr setzen oder aber im Koop, sowohl lokal auf der Couch oder online an die Missionen wagen. Erwähnt sei hier, dass zumindest in der digitalen Version des Spiels, der Multiplayer-Modus noch einmal gesondert heruntergeladen werden muss, um spielbar zu sein. Je nachdem, welcher Spielertyp ihr seid und wo euer Fokus liegt, könnt ihr so auch direkt in den Multiplayer einsteigen und eine gehörige Portion Spaß mitnehmen.
Die Performance
Sniper Elite 4 zeigt sich trotz der in die Jahre gekommenen Engine durchaus performant auf der Nintendo Switch. Die Eingaben werden flüssig verarbeitet, die Grafik ist gut und die Licht/Schatten-Effekte sehr gut gelungen. Insgesamt wird über das Spiel hinweg die Framerate konsistent gehalten, nur einzelne Auflösungsprobleme waren bemerkbar. In puncto Sound macht das Spiel ebenfalls eine gute Figur. Gerade die Waffen-Effekte sind sehr gelungen und auch das Audio der Gegner bzw. die Synchro des Hauptakteurs ist gut.
Spielumfang
Insgesamt liefert Sniper Elite 4 ein sehr gutes Spielepaket ab. Eine Integration von Single- und Multiplayer-Erlebnissen sind zeitgleich keine Garantie auf der Nintendo Switch. Zusätzlich bietet die Option des Koop-Modus die Möglichkeit, auch offline viel Spaß zu haben. Dennoch wird direkt deutlich, dass Rebellion das dreieinhalb Jahre alte Spiel nicht um die bereits erschienenen DLCs anreichern wollte. Bereits im Hauptmenü wird prominent darauf hingewiesen, dass DLCs bzw. ein Season Pass erwerbbar sind. Möchte man nun sämtliche Missionen, Waffen und Inhalte für sich entdecken, kann man gut und gerne mit weiteren 50€ für das Spiel rechnen, welches von Hause aus mit einer UVP von 39,99€ auf den Markt gekommen ist. Aus unserer Sicht wäre für einen kleinen Aufpreis eine Complete-Edition des Spiels durchaus die bessere und preislich eher gerechtfertigte Variante gewesen.
Fazit
Sniper Elite 4 ist definitiv der beste Eintrag der bisherigen Sniper Serie. Größere Maps, eine gute Framerate, ein ansprechendes Gameplay und schnelle Wiedereinstiegs-Ladezeiten sorgen für ein Spielgefühl, das besonders denjenigen Spaß machen wird, die auf Strategie, Stealth und Sniper-Action stehen. Für alle anderen, die mehr Bewegung suchen und modernste Grafik-Optionen der Switch erwarten, könnte Sniper Elite 4 nicht das optimale Spielerlebnis bieten.
- Große Maps mit Sammelobjekten
- konsistente Framerate
- schnelle Ladezeiten beim Wiedereinstieg
- Gute Waffensounds
- Kostenpflichtige DLCs nach 3,5 Jahren Alter
- Multiplayer-Option mit extra Download
Vielen Dank an die Firma Rebellion für die Bereitstellung des Testmusters.


