
Ghostrunner
Wir haben es auf Facebook angekündigt, hier ist er: Der Test zum Fast-Pace-Slasher Ghostrunner, der ordentlich Geschicklichkeit und Frustrationstoleranz erfordert, steht ab sofort zum Lesen bereit.
Verratet uns in den Kommentaren, ob ihr es wagen werdet, in den Anzug vom Ghostrunner zu schlüpfen?!

Ghostrunner
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- 505 Games
- Publisher
- 505 Games
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 18
Spiele im Cyberpunk Stil sind aufregend, ein bisschen fremd, aber meistens durch eine ganz eigene Coolness gezeichnet. Nachdem Ghostrunner äußerst erfolgreich auf den anderen Konsolen gestartet ist, wollen wir herausfinden, ob die Nintendo Switch Version des Geschicklichkeits-Slashers ebenfalls ein Renner ist.
WARNUNG
Es sei erwähnt, dass das Spielen von Ghostrunner schnell zu verschiedenen Beeinträchtigungen führen kann. Aufgrund des enorm hohen Tempos, schneller Richtungs- und Kamerawechsel und vieler Farbeffekte kann es bei Spielern mit sensiblem Gleichgewichtsorgan und Lichtempfindlichkeit zu nicht unbeträchtlichem Unwohlsein führen. Spielern sei in diesem Sinne angeraten, verantwortungsvoll einzuschätzen, ob das Spiel gespielt werden kann bzw. für wie lang am Stück.
Beginnen wir den blutigen Speedrun
In Ghostrunner, einem Spiel im Cyperpunk-Universum der Zukunft, hat sich ein Großteil der Menschheit zur Sicherheit in das mächtige Gebäude, den Dharmaturm, geflüchtet. Dieser ist ein gigantischer Wolkenkratzer mit enormer Infrastruktur. Es herrscht zudem eine Ausgangssperre. Alle anderen Personen, die sich außerhalb und in der Stadt befinden, sind also unsere Widersacher und Teil von Untergrundorganisationen mit widrigen Absichten. Im Kern geht es um den Konflikt des Architekten des Turms, der Schlüsselhüterin Mara, die auch unsere Hauptantagonistin ist und diverse Truppen befehligt und Rebellen, die eine untergeordnete Rolle spielen. Dieser Konflikt setzt voll auf die Nutzung visionärer Technologie und so wird die Geschichte in Teilen in der Gegenwart und in Teilen im Cyberspace, hier Cybervoid genannt, erzählt. Hauptgegner, so wie Mara, sind hochtechnologisiert, weshalb wir im Laufe unseres Spieldurchlaufs ebenfalls dazulernen müssen, um mit unseren Gegnern schritt halten zu können.
Das Spiel legt nach den ersten 3 Leveln deutlich an Geschwindigkeit zu. Wir haben bis dahin so viele Mechaniken neben dem Wandlaufen, Dash und Enterhaken erlernt, dass wir ein großes Repertoire an Möglichkeiten erhalten, gewisse Arenen, Passagen und Bereiche anzugehen. Dabei stehen uns verschieden viele Gegner mit unterschiedlichen Effekten und Fähigkeiten im Weg. Manche haben ein Schutzschild, andere können sich mit heftigen Sprüngen auf uns zu bewegen und wiederum andere müssen von hinten angegriffen werden, um sie zu zersäbeln. Es gibt im Spiel auch einzelne Bosse, welche etwas anders funktionieren als übrige Gegner. Sonst sind wir nach einem Treffer zum Restart des Runs ab dem letzten Checkpoint gezwungen, in Bosskämpfen können wir aber ein paar Hits mehr verkraften, müssen sie aber auch austeilen. Zudem gibt es im Spiel auch kleinere Cybervoid-Rätsel, Sammelgegenstände, die rein hintergrundinformativer oder kosmetischer Natur sind oder Fähigkeitenupgrades. Letztere können zum Beispiel das Besiegen von Gegnern per Druckwelle sein oder das Durchschlagen von Gegnergruppen mit einem heftigen Hieb eurer Klinge. Wem das keinen Spaß macht, dem ist nicht zu helfen! Um sich hier auch gut auszurüsten, müssen erlangte Energiezellen so im Inventar angeordnet werden, dass unser Anzug und die Fähigkeiten genau die Power bekommen, die wir für unseren nächsten Run brauchen.
Was für ein Gameplay
Ghostrunner setzt klar auf Try & Error. Der Schwierigkeitsgrad ist hoch, die Tode sind häufig, aber die Genugtuung einen Abschnitt geschafft zu haben ist am Ende immer größer. Das ist es dann auch, was motiviert am Ball zu bleiben und seine Fähigkeiten zu verbessern. Wir verstehen mit der Zeit, wo unsere Fehler liegen und können sie sukzessive ausbessern, um Passagen und Gegner zu meistern, denn nach wie vor, außer bei Bossen, heißt es: One-Hit-Death. Wenigstens gibt es hier zwischen den Runs keine Ladezeiten, sodass wir sofort den 30. Versuch in mancher Ebene angehen können, bevor wir erschöpft den nächsten Checkpoint erreichen. Je nach euren Fähigkeiten und der bewiesenen Geschicklichkeit in diesem Hardcore-Titel, kann die Spielzeit über alle Level hinweg von 5-10 Stunden reichen. Durch die Option im Hauptmenü einzelne Level zu wiederholen, könnt ihr natürlich eure Anzahl an Toden und die benötigte Zeit zum Beenden des Levels auch im Nachhinein optimieren, falls das besonders motivierend für euch sein sollte. Egal wie ihr es spielt, Ghostrunner macht einfach richtig Bock!
Kraftpaket mit kleineren Abstrichen
Die Technik der Nintendo Switch wird in Ghostrunner gut genutzt. Natürlich bekommen wir hier grafisch nicht das serviert, was wir von den großen Konsolen gewohnt sind, jedoch wird hier in puncto Performance ordentlich auf dem Hybriden abgeliefert. Etwas unscharfe Texturen, kleinere Screens und eine weniger reichhaltige Umwelt sind Abstriche, die wir ohne großen Kummer in Kauf nehmen können.
Es bleibt anzumerken, dass sich, neben dem ohnehin knackigen Schwierigkeitsgrad, der ein oder andere Checkpoint, wie in unerreichbarer Entfernung anfühlen kann. Hier hat der Entwickler nicht immer das perfekte Balancing gefunden, sodass sich einzelne Passagen des Speedrunners deutlich schwerer anfühlen als andere, durch die man butterweich gleiten kann.
Die Vertonung des Spiels ist dabei aber ordentlich. Wir bekommen die verschiedenen Charaktere in toller Synchronisation und Charakteristik präsentiert, leider jedoch nur auf Englisch. Wer hier ein bisschen Unterstützung wünscht, kann sich deutsche Untertitel in den Settings hinzuschalten.
Ich benötige ebenfalls eine Protese
Eine klare Empfehlung zum Handling an dieser Stelle: Ghostrunner lässt sich definitiv besser mit dem Pro Controller der Nintendo Switch auf der heimischen Couch und am großen TV spielen. Dies hat unterschiedliche, recht praktikable Gründe: Erstens ist es viel angenehmer, auf einem großen Bildschirm das äußerst rasante Gameplay zu verfolgen, was eine bessere Orientierung ermöglicht und das Gleichgewichtsorgan nicht so ins Trudeln bringt. Zweitens sind Textboxen, Einstellungen und anderes, von dem es zugegebenermaßen nur überschaubare Mengen gibt, besser zu lesen. Drittens und aus meiner Sicht der wichtigste Punkt: Das Spiel hat so eine hohe Pace, dass Tasteneingaben in Windeseile eingegeben werden müssen. Spielt man Ghostrunner nun im Handheld-Modus, bekommt man in kürzester Zeit heftige Krämpfe in der Hand, weil ein stetiger Eingabewechsel, bzw. häufig eine gewisse Simultanität zwischen L, R und ZR erforderlich ist. Bei meinem allerersten Spieldurchlauf musste ich die Switch nach 25min zur Seite legen und fühlte mich wie kurz vor der Amputation meiner rechten Hand – was für eine Ironie, ist unser Protagonist letztlich auch enorm technologisiert.
Fazit
Was für ein Rauscherlebnis! Ghostrunner zeigt auch auf der Switch, wie man bockschweres Platforming grandios cyberpunkifizieren kann! Wer nicht bereit ist zu sterben, dem gibt das Spiel nichts. Wer jedoch lernt und seine Fähigkeiten ausbaut, der wird in wenigen Leveln zum gefürchteten Ghostrunner mit ultrascharfem Katana. Und ja – auch ein echter Ghostrunner darf sich beizeiten den nächsten Checkpoint sehnlichst herbeiwünschen und derb fluchen und trotzdem brutal viel Spaß haben!
- rauschartiges Gameplaygefühl
- tolles Cyberpunk Setting & Gefühl
- sukzessiv erweiterbares Fähigkeitenset
- grandioser Cybervoid-Bereich
- grafische Abstriche im Plattformvergleich
- z.T. zu spät gesetzte Checkpoints
- Levelbalancing z.T. volatil
- fixierter Schwierigkeitsgrad
Vielen Dank an die Firma 505 Games für die Bereitstellung des Testmusters.


