
Pokemon Schwert
Auch nach 24 Jahren ist der Pokmon Hype ungebrochen. Schon die nächste Generation an Spielern widmet sich aufopferungsvoll dem Fangen und Trainieren der vielseitigen, bunten Taschenmonster. Wie sich das Spiel unserer Redaktion präsentiert hat, könnt ihr nun im ausführlichen Test lesen.
Natürlich sind nicht alle Details untergebracht, wenn euch etwas ganz besonders interessiert, lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Pokémon Schwert
NSW
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Pokémon
- Entwickler
- The Pokémon Company
- Publisher
- The Pokémon Company
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–4 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Wenn sich ein jeder, egal ob klein oder groß, über die Entwicklung von kleinen Taschenmonstern freut. Wenn man es kaum erwarten kann, ein weiteres, stärkeres schöneres Exemplar zu fangen und in seine Sammlung aufzunehmen. Dem Drang nachzugeben, immer weiter, immer besser zu spielen. Genau dann sprechen wir vom Phänomen "Pokémon".
Pokémon begeistert nun schon mehrere Generationen an Gamern und zieht sie in seinen Bann. Dabei ist das seit 24 Jahren bewährte System so einfach wie genial: Wir suchen uns einen von drei Kameraden aus und starten als Jugendlicher und naturverbundener Mensch ein Abenteuer - in eine Spielewelt, die sich um dessen Zuhause spannt. Dabei gilt es einige Herausforderungen zu meistern, Rätsel zu lösen, viele spannende Begegnungen zu machen, Kämpfe zu bestehen. Die Taschenmonster, die aufleveln, stärker werden und neue Attacken erlernen können, sind dabei das Herzstück der Pokémon-Spiele. Sie versprühen alle für sich einen ganz eigenen Charme, sehen individuell aus und verfügen über die unterschiedlichsten Eigenschaften, so dass man denken könnte, jedes einzelne Wesen hätte eine ganz eigene Persönlichkeit. Dass das tatsächlich auch so ist, erfahrt ihr später in dieser Review.
Die Reise beginnt…
Nachdem wir uns für einen Charakter entschieden haben, Junge oder Mädchen, diesen customizen - mit Haut- und Haarfarbe, Frisur und Kleidung ausstatten - geht es in die Namenswahl. Sobald das erledigt ist, starten wir in unserem Haus und treffen umgehend auf unseren Rivalen namens Hop. Hop ist nicht nur begeisterter Pokémon-Fan, er möchte ebenfalls Trainer werden und bewundert alle großen Trainer, die in der Region Galar Rang und Namen haben. Der Größte von ihnen, Delion, ist der amtierende Champion Galars und zugleich sein Bruder. So sind die Ambitionen des jungen Hops nicht gerade klein, weshalb er sein Abenteuer zum Meistertrainer, gemeinsam mit uns, in Flurlongham startet. Wir begegnen dem jungen Trainer das gesamte Spielabenteuer unzählige Male wieder, wenn er uns zum Kampf herausfordert, anfeuert und beratet. Unser erstes Duell bestreiten wir, so wie es für Pokémon üblich ist, gegen unseren Rivalen, nachdem wir von der Professorin unser ausgewähltes Startpokémon erhalten haben.
Von nun an heißt es Trainieren, Leveln, Kämpfen, Erkunden und Staunen, in stetigem Wechsel. Unsere Reise ist landschaftlich und namentlich von Großbritannien inspiriert und verzaubert uns mit allerlei Sehenswürdigkeiten, bei denen ein Bahnhof schon einmal wie der Big Ben in London aussehen darf. Auch die Natur besticht durch eine Vielzahl an Variationen. Wir stapfen durch Nebelfelder, kämpfen uns durch staubige Sandlandschaften, schwimmen über das Meer oder bibbern in verschneiter Eiseskälte. Diese Merkmale sind nicht nur erfrischend durch ihre Wechsel, sondern sorgen auch dafür, dass man zu unterschiedlichen Zeiten in den Gebieten solche Pokémon findet, die sich in gewissen Wettern besonders wohl und heimisch fühlen.
Die Arena-Challenge
Das Abenteuer selbst steht dabei im Zeichen des Arena-Wettbewerbs: Es gilt über das Land hinweg 8 Arenen zu besuchen, jeweils ein Rätsel oder eine Challenge zu bestehen und anschließend den Arenaleiter herauszufordern und zu besiegen. Diese Grundaufgabe, die wir schon viele Jahre von Pokémon-Spielen kennen, wird durch zahlreiche Nebengeschichten verziert. So begegnen wir schon zu Beginn des Spiels im nebligen Schlummerwald einem legendären Pokémon, dem Schwertwolf. Um ihn und seinen Begleiter, den Schildwolf, ranken sich seit Jahrhundert Legenden. Sie sorgten für Frieden und Kriege und blieben seit Jahren verborgen, auch weil sie jeweils mit einem mystischen Gegenstand, einem Schwert bzw. einem Schild, verbunden sind. Während unserer Reise lernen wir mehr über die mysteriösen Pokémon und die Geschichte Galars. Wir entdecken auch das Phänomen der Dynamaximierung. Ihm liegt die Fähigkeit von Pokémon zugrunde, unter besonderen Umständen ihre Größe und Angriffsfähigkeit massiv zu steigern. Durch unsere wissenschaftlich engagierte Professiorin kommen wir in den Genuss des Dynamax-Armbandes, welches viele von euch wohl an das Armband zur Mega-Entwicklung aus Pokemon (Ultra-)Sonne/Mond erinnern dürfte. Insbesondere in den Arena-Kämpfen, die allesamt in gigantischen Stadien vor hunderten von Zuschauern ausgetragen werden, wird dies beeindruckend inszeniert.
Wendungen, wenn man sie nicht erwartet
Natürlich ist unser Abenteuer auch von Widersachern durchzogen, die eigene Pläne verfolgen. So versucht die Untergrundorganisation Team Marco verschiedene Gegenstände, sogenannte Wunschsterne, zu sammeln, um für eigene Zwecke die Dynamaximierung von Pokémon hervorrufen zu können. Ziel soll es letztlich sein, ein drittes mystisches Pokémon zu beschwören, dass die Welt vor Verschwendung und Zerstörung bewahren soll. Da dies jedoch mit massiven Kollateralschäden verbunden wäre, wir jedoch unsere geliebte Region Galar zu schützen beabsichten, versuchen wir uns dem zu widersetzen. Ob und wie dies gelingt und wem ihr euch dazu stellen müsst, erfahrt ihr mit einigen unerwarteten Wendungen im Verlaufe des Spiels.
Generell beeindruckt Pokémon Schwert mit einer gut verständlichen, kinderfreundlichen Hauptgeschichte und charmanten Nebengeschichten, die bis zum Spielende ca. 25 Stunden fesseln dürften. Natürlich war GameFreak auch hier kreativ und wusste gerade das Ende der Geschichte durch verschiedene Plot-Twists zu verlängern. So könnt ihr euch beispielsweise im Kampf gegen den Champ Delion, genauso wie im Duell gegen die legendären Pokémon auf einiges an Cineästhetik freuen.
Ist die Geschichte einmal geschafft, beginnt das End-Game für euch. Klassisch im Stile der anderen Ableger gilt es Pokémon zu sammeln und zu fangen, um den Pokedex zu vervollständigen. Nur wer diese Meisterleistung vollbringt, und alle aktuell 400 gelisteten Pokémon um sich schart, erhält den Schillerpin, Auszeichnung und Item zugleich. Dieser ermöglicht es euch, schillernde Pokemon mit höherer Wahrscheinlichkeit im Spiel anzutreffen oder ausbrüten zu können.
Die Wissenschaft der Pokémon
Letzteres ist im Grunde eine eigene Wissenschaft für sich. Denn wie Eingangs erwähnt, ist jedes Pokémon anders. Jedes Taschenmonster verfügt über 6 Statuswerte, die zum Beispiel den Angriff, die Verteidigung oder Initiative beeinflussen. Je nach Konfiguration dieser Werte, ist das Vieh in Kämpfen besonders wirkungsvoll. Zudem verfügen Pokémon meist über ein definiertes Geschlecht (männlich oder weiblich), haben ein Wesen, z.B. „frech“, „zart“, „mutig“ und können in unterschiedlichen Gruppierungen Eier ausbrüten, sofern man sie in den Pokémon-Hort zur Betreuung abgibt. Diese befindet sich, was ein Zufall, in der Naturzone, die nicht nur enorm großes Verbindungsstück zwischen den Ortschaften ist, sondern auch nahezu alle fangbaren Monster der jeweiligen Edition beherbergt, aufgrund komplett unterschiedlicher Vegetationszonen und Wetter. So kann es sein, dass ihr am gleichen Ort morgens um 10 Gewitter vorfindet und ein zorniges Garados auf euch wartet, während ihr 18 Uhr von sengender Hitze oder Sandstürmen durchgeschüttelt werdet. Je nachdem, sind ganz andere Pokémon anzutreffen. Das Spiel denkt zudem mit und bietet euch die Taschenmonster in der Naturzone in unterschiedlichen Leveln während des Spiels an. So sind während des Abenteuers diese schon fangbar, wenn ihr noch kein Champ seid, teilweise aber auch nicht machbar, weil euch der nächste Orden zum Fangen und Beherrschen stärkerer Pokémon fehlt. Diese Beschränkung wird erst mit dem 8. Orden komplett ausgehebelt, wodurch sich alle Tierchen bis Level 100 trainieren und aufwerten lassen.
Die Herausforderungen in der Naturzone
In der Naturzone sind zudem allerlei Events platziert. So sind zufällige Items zu finden, die sich durch leichtes Glitzern am Boden bemerkbar machen oder vereinzelt in Pokébällen sammelbar sind. Das Besondere ist jedoch, dass wir sogenannte Dyna-Raids bestreiten können. Entweder allein, oder via Internet, mit Freunden oder zufälligen Spielern, können wir uns sehr starken Pokémon stellen, die vereinzelt auch über Gigadynamax-Formen, also besondere Aussehen, verfügen. Sie können in normaler oder schillernder Form auftauchen und sind unterschiedlich stark, was durch eine Sternindikation angezeigt wird. Die stärksten Dyna-Raids sind 5 Sterne-Raids. Am Ende eines erfolgreichen Raids haben wir eine Möglichkeit, das Taschenmonster zu fangen. Hierfür ist die Wahl des geeigneten Balls ratsam, da bei Scheitern des Fangversuchs das Pokémon flieht und wir lediglich Raid-Belohnungen wie Items und EP-Bonbons zum Aufleveln erhalten. Geeignete Bälle sind zum Beispiel bei Käferpokémon der Netzball oder bei Nacht der Finsterball. Natürlich erhält man auch in diesem Ableger einen Meisterball, diesen sollte man sich jedoch für ein starkes und zugleich schillerndes Pokémon aufbewahren, denn so eine Chance will man sich gewiss nicht entgehen lassen.
Multiplayer-Features von Pokémon Schwert und Schild
Neben diesem spaßigen Feature bietet Pokémon verschiedene andere Multiplayer-Mechanismen. Wir können den Zaubertausch, ehemals Wundertausch, nutzen, der es uns ermöglicht ein Tierchen gegen ein anderes einzutauschen (zufällig). Oder wir tauschen gezielt im Global-Trade-System (GTS) nach Wunschpokémon, um unseren Pokédex zu vervollständigen oder aber für die Online-Ranglisten-Kämpfe fit zu werden. Dieses Feature ist ebenfalls seit Jahren bei Pokémon sehr beliebt und durfte somit auch nicht für Schwert und Schild fehlen.
Insgesamt macht Pokémon Schwert auf diese Weise ein sehr gute Figur, was den Umfang und Spielspaß anbelangt. GameFreak konnte seine Formel, gute Pokémon-Spiele zu entwicklen, nun über mehr als 2 Dekaden verbessern, dies zeigt sich hier erneut in den Mechanismen. Trotzdem ist auch auffällig, dass einzelne Abstriche bei der 8. Generation gemacht wurden. Zu Gunsten der neu ins Spiel gekommenen Pokémon (von denen ihr wie gewohnt nur einige in der jeweiligen Edition fangen könnt), wurde die Spieltiefe reduziert. Hölen, Gebäude und anderes sind einfacher und damit linearer gehalten worden.
Auch der technische Sprung von Pokémon Let’s Go ist nur begrenzt. Die technischen Möglichkeiten der Nintendo Switch wurden bei Schwert/Schild sicherlich noch nicht voll ausgereizt, sind jedoch sehr solide eingesetzt worden. Die Technik präsentiert sich, in jedem Falle im offline-Betrieb, sowohl im Handheld, als auch im Docked-Modus, konstant zuverlässig. Die Grafik ist angenehm, die Kamera semi-steuerbar. Insbesondere in Ortschaften ist sie fixiert, in der Naturzone hingegen beweglich. Zu Rucklern, Framerate-Drops kommt es im Normalbetrieb nahezu nicht, insofern ist auch hier die Güte der neuesten Pokémon-Ableger auf einem sehr hohen Niveau.
Dass auch diese Editionen wieder viel zu bieten haben, der Entwicklungsprozess jedoch lang und aufwändig ist, zeigt die nachträgliche Integration von Pokémon Home, dem Cloud-Dienst, der uns den Zugang zu deutlich mehr Tierchen ermöglicht. Zudem werden zwei große Zusatzgebiete durch den Erweiterungspass im Sommer und Winter in Schwert/Schild eingespielt werden. Diese versprechen neue Herausforderungen, Arenen, Pokémon und vor allem viel neuen Spielspaß.
Fazit
Insgesamt kann Pokémon Schwert/Schild als ein weiteres, gelungenes Abenteuer des Pokémon-Franchises gesehen werden. Es ist vielseitig und macht den nächsten, wenn auch kleinen, Innovationsschritt auf der Nintendo Switch. Es ist sowohl vom Gameplay, als auch der Story abwechslungsreich und gerade die vielseitige Naturzone begeistert durch ihre Möglichkeiten. Charmant gelöst wurde das Einbeziehen von Item-Icons in Pixel-Grafik für Nostalgiker sowie das Remastern von Pokémon-Klassikern, die den Spielsound so liebevoll prägen. Trotz der seichten Story begeistert auch dieses Abenteuer schnell, sodass die Stunden im Fluge vergehen, während sich der Pokedex füllt.
- enormer Spielumfang
- vielseitiges Design- und Soundpaket
- alle Pokemon per Cloud-Lösung
- Story mit reduzierter Tiefe
- Erweiterungspass für "Mehr"
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


