
Fire Emblem: Three Houses
Ihr seht euch selbst als Freund, Lehrer sowie Kämpfer und großen Strategen!? Dann solltet Ihr einen Blick auf das neue Fire Emblem: Three Houses werfen. In unserer Review zeigen wir euch, was der neuste Teil mehr bietet als seine Vorgänger.

Fire Emblem: Three Houses
NSW
- Genre
- Strategie
- Serie
- Fire Emblem
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Die alt eingesessene Taktik-Serie von Nintendo ist zurück auf dem großen Bildschirm. Nachdem lange nur Handheld-Konsoleros in den Genuss des Japano-Strategie-Rollenspiels gekommen sind, kommt Fire Emblem Three Houses auf die Switch. Warum das nicht nur Fans dieser Serie, sondern auch Persona 5 Spielern ein freudiges Lächeln ins Gesicht zaubert, erfahrt Ihr in dieser Review.
Von Banditen, Häusern, Klöstern und Akademien
Dieses Mal wird nicht nur gekämpft, es wird die Schulbank gedrückt, denn eure Gefährten befinden sich noch in der Ausbildung auf der Akademie. Aber greifen wir nicht vor. Zuerst wählt Ihr, ob ihr als Mann oder Frau Spielen wollt und stürzt euch, als Söldner mit eurem Vater Jerald, ins Gefecht mit ein paar Banditen. Diese haben eine Gruppe der Kloster-Akademie, die in der Mitte der drei großen Reiche liegt und die Krieger des Landes ausbildet, angegriffen und Ihr eilt zur Rettung. Die Dinge werden schnell mysteriös und Ihr entdeckt die Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen, was es euch ermöglicht, drei Studenten zu retten. Doch sind das keine gewöhnlichen jungen Krieger, sondern die Sprösslinge der drei herrschenden Familien von Fodlan. Dem Kaiserreich, dem Königreich und der Alliance. Euer Einsatz bringt euch direkt zur Erzbischöfin, die euch spontan einen Job als Professor für eure gleichaltrigen Studenten an der Akademie an. Das Warum bleibt vorerst unerklärt, aber so einen Job lehnt man natürlich nicht ab. Und so müsst Ihr euch nun entscheiden, welchem Haus ihr in Zukunft vorstehen wollt. Des Schwarzen Adlers aus dem Kaiserreich, des Blauen Löwen aus dem Königreich oder des Goldenen Hirsch der Alliance. Diese Entscheidung ist gar nicht so leicht, da Ihr euch damit auch für den Blickwinkel der Geschichte, den Haussprecher und die Studenten entscheidet, die Ihr unterrichtet. So Startet Ihr eine Erzählung voller Charaktere, Verwirrungen, Irrungen, Intrigen, Glauben, Examen, Kämpfe und natürlich gemütlicher Teestunden.
Das kommt mir bekannt vor!?
Das Schulsetting im Kloster mit der ein oder anderen Eule lässt hier und da kurze Gedanken an Hogwarts aufkommen. Genau wie die drei konkurrierenden Häuser, die mit ihren Familien und Machtgeschichten vielleicht auch erwarten lassen, das es ein „Spiel“ um einen „Thron“ sein könnte. Doch es ist ein Fire Emblem und daran lässt das Spiel auch keinen Zweifel. Es erweitert die Formel aber um etwas, das euch auch bekannt vorkommen könnte, nämlich aus Persona 5. Ihr interagiert mit euren Studenten oder dem anderer Häuser, Professoren und anderen Bewohnern des Klosters und baut Beziehungen zu diesen auf. Diese bringen euch dann wieder Vorteile im Kampf. Natürlich könnt Ihr nicht einfach überall mit allen interagieren, denn dafür fehlt die Zeit. Das Zeitmanagementsystem ist beinahe 1 zu 1 aus Persona entnommen. In der Woche unterrichtet Ihr eure Studenten und verbessert ihre Fähigkeiten und am Wochenende könnt Ihr das Kloster erkunden, kleinere Kämpfe absolvieren, angeln, zur Teestunde einladen, eine Chorprobe abhalten und, und, und. All das hat Einfluss auf die Beziehungen zu den anderen Personen und eure Reputation im Kloster. Könnt Ihr anfangs nur wenige Aktionen ausführen, steigt mit der Erfahrung auch die Anzahl möglicher Aktivitäten. Dennoch sollte immer gut überlegt sein, wie Ihr eure Aktivitätspunkte einsetzt. Das kann, bei den unübersichtlichen Menüs, auch schonmal schwierig sein. Am Ende gilt „gut geklaut ist besser als schlecht selbst gemacht“ und alles fügt sich so zusammen, dass es sich einfach „gut“ anfühlt.
Das Klingt jetzt nach echt viel Text…
…und das ist es auch, aber die Interaktionen sind sehr unterhaltsam. Klar ist die Story über den Auserwählten mit besonderen Fähigkeiten nicht neu und das Spiel ist auch voller Stereotypen, aber bei näherem Hinschauen hat doch jeder etwas zu erzählen. Man baut eine Bindung zu den Charakteren auf, die Geschichte reißt einen mit und die Motivation ist stetig vorhanden. So kann es schnell mal passieren, dass man von einer Konversation zur anderen, von einer Lehrstunde zu nächste und in so manche Teestunde geht und sich nachher fragt, wo eigentlich die Zeit geblieben ist. Und zwar die vor dem Bildschirm. Sollte man dennoch mal keine Lust haben, den Unterricht zu leiten, kann man diesen auch auf automatisch ausführen lassen.
Wie spielt sich das (Gameplay und Technik)
Das Gameplay muss man hier klar in die einzelnen Abschnitte aufteilen. Unterricht, Erkunden und Kämpfe. Im Unterricht klickt Ihr euch vor allem durch Menüs und werdet vor Multiple-Choice-Fragen gestellt und trefft taktische Entscheidungen zur Entwicklung eurer Studenten/Mitstreiter. Am Ende können dann über Examen, je nach Fähigkeiten, neue Charakterklasse errungen werden. Am Wochenende könnt Ihr dann entscheiden, ob Ihr extra Seminare besucht um zu lernen, Kämpfe für Nebenquests bestreitet, ausruht oder das Kloster erkundet. Letzteres gibt euch einen Haufen an Möglichkeiten. Ihr durchstreift das Kloster, das euch nach und nach mehr Orte zur Verfügung stellt. Ihr findet Gegenstände, angelt oder gärtnert und sprecht mit den Personen, die Ihr trefft. Darüber hinaus gibt es Aktivitäten, die eure Zeit verbrauchen wie Trainingskämpfe, gemeinsames Kochen/Essen, Teestunden und mehr. All diese Dinge dienen vor allem einen Zweck. Neben einzelnen Werten, die sich verbessern, steigern diese Aktivitäten die Motivation eurer Studenten. Einem motivierten Studenten kann man im Unterricht mehr beibringen. So macht Ihr eure Studenten zu starken Mitstreitern im Kampf. Im Kampf ist dann bei Fire Emblem alles beim Alten. Ihr bewegt euch auf schachbrettartigen Schlachtfeldern und bekämpft euch in guter alter „Schere, Stein, Papier“-Manier mit den verschiedenen Einheiten. Neben Geländevorteilen und der wählbaren Ausrüstung wurde das Kampfsystem um Bataillone erweitert, die eine gute taktische Komponente darstellen. Wer jetzt noch die Abnutzung der verwendeten Waffen im Auge behält, dem steht nichts mehr im Wege, sich in ein Kampfsystem zu stürzen, das genug Tiefgang bietet, ohne zu überfordern. Serientypisch segnen eure Charaktere unwiderruflich das Zeitliche, wenn sie in einem Kampf besiegt werden, was durch den starken Fokus auf die Beziehungen besonders „Weh tut“, doch lässt sich dies auch im Anfängermodus vermeiden. In jedem dieser Bereiche kommt schnell eine tolle Atmosphäre auf, die von wunderschöne gemachten Anime-Sequenzen untermalt wird. Lediglich einige Texturen sind absolut nicht mehr zeitgemäß. Wenn man darüber aber wegschaut, ist das Kloster ein wunderbarer Ort zu erkunden, in dem man sich schnell zuhause fühlt.
Fazit
Fire Emblem Three Houses bring neuen Wind in die ohne hin schon sehr gute Serie. Das Zeitmanagement und der Fokus auf Interaktion tut dem Spielspaß gut und motiviert unheimlich. Man mag gar nicht aufhören, da ständiger Fortschritt spürbar ist und die Herausforderung in einem gesunden Maß ansteigt. So sieht gutes Gamedesign aus. Mit etwa 40 Stunden Story-Kampagne, die durch die drei Verschiedenen Häuser auch eine hohen Wiederspielwert hat, bietet Nintendo hier viel Spiel fürs Geld. Nicht nur für Serien-Fans.
- Geschichte zieht einen in den Bann
- motivierendes Gameplay
- Abwechslungsreich
- Interessante Charaktere…
- …die aber auch Stereotypen entsprechen
- teils sehr Simple Texturen
- unübersichtliche Menüs
Vielen Dank an die Firma Nintendofans für die Bereitstellung des Testmusters.


