
Mortal Kombat 11
Es darf wieder geprügelt werden.
Auch in Mortal Kombat 11 wird naturgemäß nicht an blutigen Effekten gespart.
Ab heute könnt Ihr das Review zum neusten Ableger der Franchise nachlesen.

Mortal Kombat 11
NSW
- Serie
- Mortal Kombat
- Entwickler
- Warner Bros. Interactive Entertainment
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–2 lokal
Mortal Komabt 11
Es ist wieder so weit! Die heldenhaften Verteidiger des Erdenreiches müssen sich im neusten Ableger der Mortal Kombat Franchise einer erneuten Bedrohung stellen. Diesmal kommt diese aber nicht nur aus einem anderen Raum, sondern sogar aus einer anderen Zeit. Was und wer dahintersteckt und ob Mortal Kombat 11 überzeugen kann, das erfahrt Ihr in diesem Review.
Der Storymodus
Der im Spiel vorhandene Storymodus von Mortal Kombat 11 schließt nahtlos am Vorgänger an und hat es wirklich in sich. Denn um diesen durchzuspielen bedarf es ca. sechs Stunden, was gemessen an einem Beat´m Up-Spiel recht gewaltig ist. Lord Rayden – seines Zeichens ein Donnergott und Beschützer des Erdenreiches – hat im Vorgängerspiel Shinnok besiegt. Dabei handelt es sich um einen Charakter der besonders üblen Sorte, da er wie viele Oberbosse vor ihm auch das Erdenreich unterjochen wollte. Rayden wusste dies zu verhindern, jedoch hat sich seine Persönlichkeit aus einem zunächst nicht erklärbaren Grund zum Negativen verändert. Mit dem Ableben von Shinnok kann sich das Erdenreich zunächst in Sicherheit wiegen. Allerdings ruft dies Kronika auf den Plan. Und Kronika ist wiederum die Mutter von Shinnok. Dass sie mit dem Tod ihres Sohnes recht ungehaltene Einstellung inne hat, bringt sie dadurch zum Ausdruck, dass sie an der Zeitlinie herumschraubt. Denn das ist ihre Gabe: Sie kann die Zeit beeinflussen. Ihr Ziel ist es, eine Vergangenheit zu erschaffen, die ohne Rayden abläuft. Fehlt der Donnergott in der Vergangenheit, dann fehlt er auch in der Gegenwart bzw. in der Zukunft.
Das Ändern der Zeitlinie hat allerdings Folgen, welche die Story recht interessant machen. Denn es treffen jüngere Charaktere auf ihre heutigen Ichs. Und auch bereits gestorbene Kämpfer spielen wieder eine Rolle. Das Konzept ist vielleicht nicht neu, bringt aber für ein Prügelspiel interessante Inhalte. Beispielsweise wenn ein gereifter und bodenständiger Johnny Cage auf sein jüngeres und wesentlich arroganteres Ich trifft. Die Dialoge sind damit bisweilen recht humorvoll und man kann gleichzeitig auch eine Persönlichkeitsentwicklung sehen, welche die Charaktere in einem anderen Licht präsentieren.
Für ein Videospiel haben sich die Entwickler wirklich sehr viel Mühe mit der Geschichte genommen. Rein objektiv betrachtet beschleicht einem allerdings das Gefühl, dass man irgendwie alles schon mal gesehen hat. Es könnte auch ein x-beliebiger Superheldfilm sein. Da hier aber kein cineastisches Drehbuch aus Hollywood vorliegt, sondern immer noch ein Beat´m Up, muss man die investierte Mühen anerkennen.
Wer erwartet, dass man im Storymodus durchgehend spielt, muss an dieser Stelle enttäuscht werden. Tatsächlich verhält es sich, dass man minutenlange Szenen ansieht, die dann irgendwann in einem Kampf münden. Ist der Kampf erfolgreich, dann wird der „Film“ fortgesetzt. Regelhaft wird mit dem Charakter gekämpft, der in der aktuellen Szene präsent ist und für die Heldenseite steht. Gelegentlich darf man sich auch für einen von zwei entscheiden.
Die klassischen Türme und die Türme der Zeit
Ein Spielelement in der Mortal-Kombat-Serie gehört genauso dazu wie die Fatalities: Die Türme. Die klassische Version ist recht schnell erklärt. Ihr kämpft Euch von der untersten Ebene nach ganz oben durch. Die Anzahl der Gegner variiert dabei. Diese Türme sind faktisch das Mortal Kombat-Turnier. Während die letzte Ebene stets denselben (End-)Gegner hat, werden bei jedem Neustart die Gegner der darunter liegenden Ebene per Zufall ausgewählt. Es stehen insgesamt fünf klassische Türme zur Auswahl. Bei den ersten drei ist der Schwierigkeitsgrad noch auswählbar; die letzten beiden sind dagegen eine echte Herausforderung. Habt Ihr euch für einen Turm entschieden, beginnt dann auch schon das Turnier. Den Sieg über einen Kampf erlangt man, wenn man diesen zweimal niedergestreckt hat. Abschließend gibt es zur Belohnung Koins, Seelenfragmente und Herzen. Diese finden Verwendung in der Krypta und sollen an dieser Stelle nicht näher betrachtet werden.
Nach einem Sieg über Kronika (Endgegner) gibt es noch einen individuellen Abspann, der etwas zu eurem gewählten Charakter erzählt. Außerdem erhaltet Ihr auch sogenannte Zeitkristalle. Die Zeitkristalle sind eine In-Game-Währung und können im Shop eingelöst werden. Auch hierzu wird eine näherer Betrachtung an anderer Stelle erfolgen.
Die klassischen Türme sind für jeden, der zuvor ein früheres Mortal Kombat gespielt hat, soweit vertraut. Neu hingegen sind die „Türme der Zeit“. Hierbei handelt es sich um ein gesondertes Spielelement und ist getrennt von den klassischen Türmen. Auf den ersten Blick ähneln sich die beiden Modi. Bei den Türmen der Zeit gibt es dennoch ein paar Besonderheiten. Zum Beispiel das Ausrüsten mit Supportgegenstände. In der Krypta habt Ihr nämlich die Möglichkeit, unter anderem auch kampfunterstützende Materialien zu finden, die charakterunabhängig sind. Vor einem Kampf besteht die Wahl, einen oder mehrere Slots mit den Support zu belegen. Im Kampf wird dieser durch den R-Stick aktiviert. So kann beispielsweise ein Komet durch drücken des R-Sticks nach oben treffsicher auf den Gegner niederprasseln. Wurde ein Gegenstand im Kampf eingesetzt, dann gibt es für diesen ein Cool Down. Nach einer gewissen Zeit ist der Gegenstand erneut einsetzbar.
Die Supports sind auch zwingend notwendig, denn die Türme der Zeit haben einen knackigen Schwierigkeitsgrad. Das Geschick, personalisierte Moves schnell in den Controller zu hämmern, reicht alleine nicht aus. Eure Kontrahenten haben ebenfalls hilfreiche Gegenstände im Gepäck und dem müsst Ihr etwas entgegensetzen.
Ist ein Turm der Zeit erst einmal absolviert, dann könnt Ihr euch über eine ganze Menge an Belohnungen freuen. Darunter zählen Aufwertungen für eure Kämpfer oder auch Dinge der kosmetischen Art wie beispielsweise Kleidung.
Die Krypta
Die Krypta ist ein Spielmodus, der auf den ersten Blick so gar nichts mit Mortal Kombat zu tun hat. In diesem Modus steuert Ihr einen Charakter, der ausschließlich für die Krypta erschaffen wurde, auf einer Insel, welche einst Shang Tsung gehörte. Gekämpft wird hier zwar nicht, aber in bester Adventure-Manier erkundet eure Spielfigur die Geheimnisse der Insel. Diverse Gegenstände, die zunächst gefunden werden wollen, helfen euch, weitere Wege zu öffnen. So könnt Ihr zum Beispiel mit Shao Khans Hammer Wände einreißen und Areale betreten, die zuvor verschlossen waren.
Ziel der Krypta ist es, Truhen zu finden und diese zu öffnen. Das erscheint erstmal unproblematisch zu sein, denn Truhen findet Ihr an jeder Ecke. Der Inhalt der Truhe erfolgt ein wenig nach dem Lootbox-Schema. Ihr könnt nie vorher wissen, was darin enthalten ist. Man kann lediglich erahnen, dass etwas Wertvolles enthalten sein könnte, wenn die Truhe mehr kostet. Wie bitte? Mehr kostet? Ja, das Öffnen der Truhen kostet euch die bereits oben erwähnten Koins. Und je mehr eine Truhe kostet, um mehr ist enthalten, was wiederum die Chancen auf einen Gegenstand erhöht, den Ihr noch nicht habt oder dringend braucht. Denn das, was Ihr dort findet, könnt Ihr wiederum in den Türmen der Zeit als Support einsetzen. Aber neben diesen Verbrauchsgegenständen gibt es auch noch Fan-Material und sogar neue Moves. Gleichzeitig gibt es aber keine Garantie auf den Inhalt. Ganz besondere Truhen sind jene, die mit den im Spiel gesammelten Herzen geöffnet werden müssen. Deren Inhalte sind noch exklusiver als jener in den Koin-Truhen. Herzen gibt es, wie bereits oben erwähnt, als Belohnung nach Kämpfen. Hierbei ist das Spiel sehr geizig, sodass das Sammeln ins Grinding ausartet.
Die Krypta ist nicht unwesentlich für das Vorankommen in den Türmen. Auch für das Gewinnen im Versus-Mode kann ein neuer Move entscheidend sein. Fans der ganz alten Mortal Kombat Spiele müssen die Krypta ohnehin durchstreifen. Denn hier hat man die Möglichkeit, die Kampforte des ersten Teils zu besuchen. Shang Tsungs Insel ist ein zusammenhängendes Gebilde und das Flanieren durch die altbekannten Kampfarenen ist ein Fan-Service allererster Güte.
Der weitere Umfang
Als wäre das bisherige noch nicht genug, kommen noch weitere Elemente im Spiel zum Tragen. Zum Beispiel ein sehr ausführlicher Tutorial-Modus. Wählt Ihr diesen, lernt Ihr alles von der Pike auf. Ob nun ein normaler Faustschlag oder der berühmte Fatality – im Tutorial werdet Ihr bestens betreut. Auch das Charakter-Modding ist überwältigend. Kleidet eure Kämpfer neu ein. Gebt ihnen andere Specialmoves. Und sagt Ihnen, wie sie als KI zu kämpfen haben. Denn Mortal Kombat 11 hat die Option, dass die Switch für euch das Kämpfen übernimmt. Das scheint zunächst etwas fragwürdig zu sein, bietet aber durch aus einen gewissen Spielspaß. Denn hier entscheidet nicht eurer Talent am Controller, sondern eher eurer Geschick mit dem Balancing der Attribute und der Wahl der richtigen Special-Moves. Ist eurer Kämpfer zu sehr defensiv, wird er sich kaum dazu hingeben, in die Offensive zu gehen. Darüber hinaus gibt es sogar einen eigenen Online-Modus, in welchen Ihr drei erwählte Kämpfer in die Arena schickt und sich gegen andere Teams behaupten müssen.
Und da wir gerade beim Thema Online-Spielspaß sind: Auch diesen gibt es in Mortal Kombat 11. Dabei gibt es sogar das nette Gimmick, dass die Qualität der Onlineverbindung eures Gegners angezeigt wird. Ist diese zu schlecht, dann könnt Ihr den Gegner abwählen. Gerade bei Prügelspielen ist ein Lag sehr ungünstig.
Das Gameplay
Mortal Komabt 11 bietet von Beginn an 25 Charaktere. Diese bieten unmodifiziert ein Grundgerüst an Specialmoves. Kenner der Mortal Kombat Spiele werden sofort diverse Moves intuitiv ausführen können. Die Spielgeschwindigkeit ist als angenehm zu bewerten. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde diese nämlich gedrosselt und der Spielfluss weniger hektisch. Neben euren Standard- und Special-Moves könnt Ihr auch die Arena selbst einbeziehen. Einige Stilelemente sind als Waffeneinsatz nutzbar. Erreicht der Lebensbalken einen kritischen Zustand, kann ein sogenannter Fatal Blow einmalig pro Kampf eingesetzt werden. Diese Fatal Blows sind individualisiert und sehr mächtig, da sie bis zu einem Drittel an gegnerischer Lebensenergie kosten können. Der einmalige Einsatz will jedoch gut durchdacht sein. Denn schafft Ihr es nicht, den Gegner zu bezwingen, dann ist der Einsatz aufgebraucht und kann euch taktisch nichts gebracht haben.
Der Fatal Blow, das Belegen von Special Moves, das KI-Balancing und einiges mehr zeugen davon, dass es sich bei Mortal Kombat 11 nicht um ein simples Beat´m Up handelt. Es steckt mehr Taktik darin, als man zunächst annehmen mag. Das bietet Anreiz, sich weiterhin mit dem Spiel zu befassen.
Das Grinding-Update und die DLC
Während des Verfassens des Testberichts erhielt das Spiel ein Update, welche die hohen Anforderungen an das Grinding um bis zu 80% gesenkt hat. Die Entwickler sind haben die massiven Beschwerden der Xbox/PS4 und PC-Spieler wahrgenommen und Änderungen vorgenommen.
Was jedoch weiterhin Bestand hat, sind die DLCs und Mircotransaction. Unabhängig wie man zu diesem Thema steht, kann man zwar gutheißen, dass es weitere Inhalte gibt. Gleichzeitig ist es kritisch zu betrachten, dass ein Vollpreistitel dermaßen draufschlägt. Im Spiel gibt es zwei Arten von Shops. Der erste ist der Premium-Shop, in welchen gegen In-Game-Währung Modifikationen (die es bspw. auch in der Krypta aus Truhen zu erhalten gibt) oder Fatality-Marken, die einen vereinfachten Fatality auslösen, jedoch dann aufgebraucht sind. Der zweite Shop ist der E-Shop. Hier gibt es das Upgrades zur Deluxe-Version für ca. 40 Euro, einzelne Charaktere für 5,99 Euro oder In-Game-Währung in verschiedenen Preiskategorien zu erwerben.
Steuerung, Präsentation und die technische Umsetzung
Auf den ersten Blick sieht Mortal Kombat 11 gewaltig gut aus. Recht schnell wird allerdings deutlich, dass das Spiel recht unsauber umgesetzt ist. Neben Kantenflimmern wirkt das Spiel an einigen Stellen so, als hätte man ein Game Cube Spiel vor sich. Ganz besonders in den Menüs sowie in der Krypta macht das Spiel einen matschigen Eindruck. Auch andere grafische Elemente wirken recht altbacken. Im Test konnten hingegen keine Ruckler während eines Fights festgestellt werden. Die Kämpfe laufen flüssig und schmälern nicht den Spielspaß. Frei von Framedrops ist MK11 trotzdem nicht. Nach jedem Kampf im Storymodus findet ein Wechsel von der Spielebene in die Filmebene statt. Und bei jedem Wechsel ruckeln für ein bis zwei Sekunden die Szenen. Das Ganze wird auch von einem stotternden Sound begleitet. Die Szenerie fängt sich dann zwar, macht allerdings im Gesamten keinen guten Eindruck.
Und wenn wir schon bei der Akustik sind: Diese ist typisch für die Spielreihe und nicht zu beanstanden. Allerdings gibt es stellenweise eine Asynchronität in den Dialogen. Das bedeutet, dass Charaktere noch reden, während sich ihre Lippen gar nicht mehr bewegen. Zumindest ist das mit der deutschen Einstellung so.
Außerdem kam es während des Test zweimal zu einem Absturz des Spiels. Nach einer Meldung, dass ein unerwarteter Fehler auftrat, wurde das Spiel geschlossen und das Switch-Homemenü war dann sichtbar. Frei von jeder Kritik ist die Steuerung. Diese ist recht einfach zu erlernen und zeigt keinerlei Auffälligkeiten. Mit einem Pro Controller kann man auch ausgezeichnet das Steuerkreuz nutzen, was für die MK-Veteranen der 1990er-Jahre kein Problem sein dürfte.
Mortal Kombat to go – oder: Die Sache mit dem Onlinesein
An dieser Stelle noch ein extra Absatz zum Thema „Unterwegs spielen“. Man kann Mortal Kombat 11 unterwegs in Bus und Bahn spielen. Allerdings nur eingeschränkt. Ohne Onlineverbindung stehen nur der Storymodus und die klassischen Türme zur Verfügung. Und dann auch mit der Einschränkung, dass es keinerlei Belohnungen gibt. Wer die Zeit dann lieber zum Üben im Tutorial nutzen möchte, dem sei gesagt, das vor jedem Tutorial die Switch feststellt, dass keine Internetverbindung vorliegt. Wer diese Meldung kennt, weiß genau, was dann folgt. Es öffnet sich ein Fenster, welches alle WLAN-Netze im Umkreis anzeigt. Die Stärken der Switch, mobil ein Spiel zu spielen, werden hier nicht genutzt, da eine Onlineverbindung immer vorhanden sein muss.
Fazit
Fazit
Mortal Kombat 11 weist ein gewaltigen Umfang an Inhalten auf. Der Storymodus ist für ein Prügelspiel sehr gut und das verbesserte Grinding kann langfristig unterhalten. Der Online-Modus bietet Ranglisten, klassische Kämpfe sowie KI-Kämpfe und ist somit abwechslungsreich. Auch das Individualisieren der Charaktere ist gewaltig. Während die Steuerung sehr vorbildlich ist, können Grafik und Akustik in der Umsetzung nicht immer überzeugen und wirken teilweise altbacken und unfertig. Die Hybridfähigkeit der Switch im Hinblick auf Mobilität wird gar nicht genutzt, da eine stete Onlineverbindung zur vollen Nutzung des Spiels erforderlich ist. Die Leistung gemessen am Preis ist absolut unausgewogen. Erschwerend kommen kaufbare DLC und Microtransaction hinzu, was einen Vollpreistitel nur halbfertig wirken lässt.
- Sehr viel Umfang
- Viel Fan-Service
- Interessanter Storymodus
- Unsaubere Präsentation
- Eingeschränkte Mobilität
- DLC/Microtransaction bei Vollpreistitel
Vielen Dank an die Firma WB Games für die Bereitstellung des Testmusters.


