
Super Mario Party
Super Mario Party ist schon seit dem N64 Garant für spaßige Mehrspielerstunden. Dabei schwankte die Qualität in den letzten Jahren allerdings immer etwas.
Wir haben uns den neusten Ableger für die Switch für euch angesehen. Ob es sich dabei um einen Pflichtkauf für den gelungenen Partyabend oder eher eine durchwachsene Mischung handelt erfahrt ihr in unserer Review zu Super Mario Party.

Super Mario Party
NSW
- Genre
- Gesellschaftsspiel
- Serie
- Mario Party
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–4 lokal
Super Mario Party
Im Dezember 1998 erschien ein Spiel auf dem N64, welches wohl nur durch einen Ableger der Mario Kart-Serie dahingehend geschlagen werden kann, wie schnell eine Freundschaft in Sekundenbruchteilen auf die Probe gestellt wird. Die Rede ist von Mario Party. Seither erschien sowohl für jede stationäre Konsole aber auch für einige Handelds mindestens ein Teil dieser Franchise. Nun geht der Partyspaß auch in der nächsten Generation auf der Switch mit Super Mario Party weiter.
Alea iacta est – Der Würfel ist gefallen
Dreh- und Angelpunkt eines jeden Mario-Party-Spiels ist das Brettspiel. Auf diesen treten vier Kontrahenten an, um als Sieger der Partie hervorzugehen. Um sich auf dem Spielfeld fortzubewegen, ist ein Würfel zu werfen. Neben einen Standardwürfel mit den Zahlen von 1 bis 6 hat jeder Charakter zusätzlich einen individuellen Würfel, der vor jeden Wurf ausgetauscht werden kann. Wenn man beispielsweise aus strategischen Gründen nur zwei Felder vorrücken möchte, so ist der Blick auf den individuellen Würfel lohnenswert – vielleicht bietet er neben einer recht hohen Zahl auch mehrere kleine.
Die Spielbretter sind diversen Feldern versehen. Diese können zu Münzgewinn oder deren Abzug führen oder ein spielbrettabhängiges Ereignis auslösen. Des Weiteren gibt es noch Item-Shops, in welchem weitere Sonderwürfel, Röhren oder gar eine Art Handy erworben werden kann. Letzteres führt dazu, dass euren Charakter einen NPC-Partner an die Seite gestellt wird, der mit seinem ganz eigenen Würfel eurem Wurf meist Felder oder Münzen hinzuaddiert oder gelegentlich auch mal etwas davon abzieht.
Haben die vier Mitspieler eine Spielrunde absolviert, wechselt man traditionell vom Spielbrett in den Minispielmodus. Von diesen Minispielen gibt es gut 80 Stück und stellen die verschiedensten Fähigkeiten der Mitspieler auf die Probe. Sei es Geschick, Schnelligkeit, Auffassungsgabe oder auch Feinmotorik – kein Minispiel gleicht dem anderen. Es darf der Controllstick gerungen; die Tasten getriggert oder der der Joy Con geschwungen werden. Manchmal auch mehreres zugleich. Zudem unterscheiden sich die Minispiele auch dadurch, ob Jeder gegen Jeden, Einer gegen Drei oder im Zweierteam gegeneinander um den Sieg über das Minispiel gerungen wird. Dem Sieger(team) winkt dann immer ein Preisgeld, welches dem eigenen Münzkonto gutgeschrieben wird, von welchem wiederum Items, Vorteile oder gar Sterne gekauft werden können. Sieger einer Brettspielpartie ist derjenige, welcher die höchste Anzahl an Sternen hat nach einer zuvor gewählten Anzahl von Runden hat.
Teamfindungsseminar nach Marioart
Super Mario Party bietet neben dem klassischen Brettspiel aber noch viel mehr. Zum Beispiel die Wildwasserfahrt. Ziel bei diesem Modus ist es, mit einem Schlauchboot innerhalb eines Zeitlimits im Ziel anzukommen. Dabei besetzt jeder Mitspieler ein Ruder, welches mit den Joy Cons und einer Ruderbewegung eingesetzt wird. Dem Team stellen sich dabei zahlreiche Hindernisse und auch Abzweigungen in den Weg, denen ausgewichen werden muss. Hier ist es sehr wichtig, dass man sich koordiniert. Denn um schnell von links nach rechts zu kommen, ist es nun einmal notwendig, dass nur die linke Seite des Schlaubootes anrudert, während die recht gar nichts machen sollte. Geht es anfänglich noch etwas ruhig zu, kann dies sich im Verlauf der Abfahrt in einem wilden Durcheinander umwandeln. Unterwegs trifft man dabei auch noch auf Beschleunigungsstreifen oder Uhren, die ein bisschen Bonuszeit gutschreiben. Richtig viel Bonuszeit kann man allerdings dann ergattern, wenn man einen Ballon berührt. Dieser unterbricht die Wildwasserfahrt und wechselt in den Minispielmodus, bei dem man sich grundsätzlich als Team einer Herausforderung stellen muss. Je besser das Minispiel gemeistert wird, umso höher ist die Gutschrift an Zeit.
Der Wildwassermodus ist der krasse Kontrast zu den anderen Spielmodi. Hier merkt man ganz schnell, wie sehr auf den einzelnen Mitspieler gezählt wird. Schadenfreude gibt es tatsächlich kaum, dafür kann es aber schnell zu Sanktionsmaßnahme in Form von strafenden Blicken kommen, wenn einer immer aus der Reihe tanzt. Unterm Strich ist dieser Modus eine wirkliche Bereicherung, der unglaublich viel Spaß macht.
Ein Freizeitpark mit vielen Attraktionen
Während der Brettspiel- und der Wildwassermodus bereits für ein paar Stunden Spielspaß sorgen, bietet, war dies aber noch längst nicht alles. Da gäbe es zum Beispiel noch eine abgewandelte Form des Brettspiels, welches darauf abgestimmt ist, in Zweiteams sich messen zu lassen. Oder den Modus, in dem alle gegeneinander in einer Reihe von Rhythmusspielen um Punkte kämpfen; das Spielzimmer, in welchem zwei Switchkonsolen verbunden werden und darauf abgestimmte Minispiele ermöglicht.
Lobenswert ist auch der Onlinemodus. Hier kann man mit max. vier weiteren Onlinespielern um die höchste Punktzahl kämpfen. Dabei sind fünf Spiele hintereinander zu absolvieren. Am Ende wird abgerechnet, wobei die ersten drei Plätze mit einer Medaille belohnt werden (Gold, Silber, Bronze); der vierte hingegen leer ausgeht. Die Anzahl eurer Medaillen sind für jeden Spieler sichtbar, womit auch ein olympisches Ranking entsteht. Die Hauptspiele stehen online hingegen nicht zur Verfügung.
Zu guter Letzt gibt es noch allerlei Freischaltbares. Charaktere, Minispiele, Brettspiele, Sticker und und und – an Langzeitmotivation und Wiederspielwert mangelt es nicht.
Technische Nebensache
Selbstverständlich darf bei einem Videospiel auch der technische Aspekt nicht vergessen werden, obwohl dieser bei Super Mario Party absolut in den Hintergrund steht. Der Grafikstil ist mariotypisch, was auch auf den Sound zutrifft. Die Grafik ist präsentiert sich in einem sauberen HD auf dem TV-Bildschirm. Auch die Steuerung ist frei von jedem Tadel und wird stets vor jedem Minispiel in einem abwählbaren Tutorial erklärt. So hat jeder die Möglichkeit, sich mit dem Minispiel vertraut zu machen, auch wenn man das erste Mal im Leben einen Controller in der Hand hält. Das Gesamtpaket ist absolut erwartungsgemäß und passt zu diesem Genre. Es gibt keine hakelige Steuerung, keine grafischen Fehler und keinen nervigen Sound, sodass Super Mario Party technisch vollkommen unaufällig ist. Und das ist auch gut so. Denn dadurch findet der Kern des Spiels – der Partyspaß - seine Entfaltung.
Gespielt wird Super Mario Party ausschließlich mit einem einzelnen Joy Con am TV oder im Table-Modus. Das betrifft somit auch den Einzelspielermodus. Hier wäre der einzige Kritikpunkt anzusetzen: Man kann nicht in der Bahn sitzen und seine Zeit im Handheldmodus verbringen, es sei denn, man hat eine Möglichkeit zum Abstellen der Switch vor sich. Allerdings liegt dies nun mal in der Natur der Minispiele. Für manche müssen einfach die Joy Cons bewegt und gekippt werden. Das ginge schlecht im Handheldmodus.
Daniel´s Meinung
Wir haben gelacht, wir haben geschrien. Es gab Schadenfreude und es gab “Eingeschnapptsein”. Die Mario Party-Franchise ist eine der ganz Wenigen, in der die Emotionen so schnell wechselhaft sein können, wie das Wetter im April. Der Umfang des Spiels ist sehr groß und während des Tests konnte nicht alles an einen Abend durchgespielt werden. Super Mario Party gehört meiner Ansicht nach in die Sammlung der Pflichtspiele. Erst recht, wenn auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass man Mitspieler findet, die sich auf einen lustigen Abend einlassen kann. Der Onlinemodus ist mit seinen fünf aufeinanderfolgenden Minispielen objektiv gesehen recht knapp. Mich persönlich hat er aber dennoch stark gebunden. Eine Stunde war sehr schnell vor und erst hinterher fiel mir auf, dass ich ähnlichen Spielspaß hatte, welchen ich auch bei Mario Kart habe. Die Hauptspiele könnten zwar auch online spielbar sein, allerdings müssten dann die Mitspieler sich dazu verpflichten, die Partie durchzustehen. Etwaige Abrüche, “weil der Host das Spiel verlassen hat”, wären sehr unschön. Insofern kann ich mit der Minimallösung gut leben.
Fazit
Fazit
Super Mario Party ist ein garantierter Spielspaß. Der Umfang des Spiels ist im Vergleich zu Vorgängerspielen stark angewachsen. Dies sorgt für mehr Abwechslung und Langzeitmotivation. Die Minispiele sind gut durchdacht und sprechen den Wettkampfgeist im hohen Maße an. Anfänglich steht nicht alles zur Verfügung und muss freigespielt werden. Das Spiel und technisch sehr gut umgesetzt und die Steuerung niedrigschwellig gehalten, sodass jeder leichten Zugang zu diesem Spiel erhält. Die Eigenschaften der Switch sind in einem lokalen Netzwerk gut ausgenutzt und verdeutlichen, was mit der Switch auch künftig machbar wäre. Der Onlinemodus ist grundsätzlich für schnelle Partien super, aber eine reines Onlinebrettspiel fehlt. Auch wenn das Spiel im Multiplayer seine wahre Entfaltung findet, so kann man dank einstellbarer Schwierigkeitsgrade auch als Einzelspieler die Zeit verstreichen lassen
- leichter Einstieg für jedermann
- sehr umfangreich
- hoher Wiederspielwert
- Online-Modus nur für Minispiele
- Keine Handheldmode
Vielen Dank an die Firma Nintendofans für die Bereitstellung des Testmusters.


