
Mega Man Legacy Collection 2

Mega Man Legacy Collection 2
NSW
- Genre
- Jump ’n‘ Run
- Serie
- Mega Man
- Entwickler
- Capcom
- Publisher
- Capcom
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Legacy Collection die Zweite
Das man ein Entwicklerteam bei einer zweiteiligen Collection nicht unbedingt wechseln sollte, zeigt einmal mehr der Unterschied zwischen dem Vorgänger „Mega Man Legacy Collection 1 und jenem zweiten Teil um den es hier geht. Digital Eclipse haben ihre Arbeit beim ersten Teil der Collection ausgezeichnet gemacht. Angefangen vom Menü, bis hin zur neu arrangierter Musik, den sehr gelungenen Herausforderungen und den MashUps. Nun hat sich Capcom aber dazu entschieden den zweiten Teil der Collection, der erst 2 Jahre nach dem Teil erstmal erscheint, in die Hände den Entwicklerteams „Now Production“ zu legen, aus welchen Gründen auch immer.
Die Einfallslosigkeit der Entwickler kennt dabei keine Grenzen, was sofort beim Startbildschirm erstmals ins Auge und ins Ohr sticht. Anstatt einen entsprechenden Hintergrund für das Menü zu designen, hat man sich lediglich einigen Assets aus Mega Man 8 genommen und zu einem Hintergrund zusammengebastelt. Das gleiche trifft auch auf die Hintergrundmusik zu. Hier gibt es zwar für jede einzelne Menüseite eine separate Musik, jedoch entstammt diese 1:1 ebenso aus Mega Man 8.
Klein und nicht ganz so fein
Doch kommen wir erst einmal zum eigentlichen Hauptaugenmerk der Collection, den Spielen Mega Man 7, Mega Man 8, Mega Man 9 und Mega Man 10. Positiv ist dabei zu erwähnen, das sämtlicher DLC der letzten beiden Teile auch mit Vorhanden sind. Es gibt aber leider auch nur diese 4 Spiele, keine versteckten oder freispielbaren wie etwa „The Wily Wars“ oder „Mega Man & Bass“, was sehr löblich gewesen wäre. Die Verlinkung zu den Reviews der einzelnen Spiele, sofern vorhanden, findet ihr in den jeweiligen Abschnitten.
Worum es in Mega Man-Spielen geht muss man sicher nicht großartig erzählen. Es geht prinzipiell darum, alle 8 Welten, die frei wählbar sind, samt Bossgegner zu absolvieren um schlussendlich die Finale-Welt zu meistern und den Oberschurken zu besiegen. Das altbewährte Spiel- und Grundprinzip bleibt dabei nahezu identisch. Hat man einen Bossgegner besiegt, erhält man seine Waffe, gegen die ein anderer Boss besonders anfällig und somit leichter zu besiegen ist. Ist es in MM7 & 8 noch recht simpel wenigsten einen Gegner zu finden der auch mit dem Standard-Blaster leicht zu besiegen ist, wird das bei den Teilen 9&10 schon deutlich schwieriger, aber auch hier ist nichts unmöglich.
MEGA MAN 7
Mit Teil 7 wagt der blaue Bomber mit der Classic Serie seine ersten Schritte auf einer 16Bit-Konsole, dem Super Nintendo Entertainment System. Optisch macht das Spiel einen schicken Eindruck, Luft nach oben ist hier aber definitiv noch gewesen. Mit dem Sprung auf eine neue Konsole bringt das Abenteuer auch einige Veränderungen mit sich. Zum einen wäre da die neue Intro-Stage, die vor dem LevelBoss-Auswahlbildschirm auf den Spieler wartet. Leider ist diese aber recht kurz und unspektakulär. Danach gibt es auch schon die nächste Neuerung, denn anstatt 8 Bossgegner zur Auswahl stehen, befinden sich erstmals nur 4 der 8 Anfangs zur Wahl. Erst nachdem der Spieler diese und eine weitere Zwischen-Mission erledigt hat, folgen die anderen 4 Roboter-Meister und anschließend der finale Weg zu Dr. Wily. Auch Rush verfügt über neue Eigenschaften die auch Mega Man dienlich sind. Dafür muss der Held aber erst bestimmte Icons finden um Rush mit dieser Funktion auszustatten.
Teil 7 könnte man mit als schwächsten Teil der Collection sehen. Nicht unbedingt wegen dem Gameplay oder sonstigen gravierenden Mängeln sondern vielmehr wegen der Tatsache, dass die Levels allesamt viel zu kurz geraten und der Schwierigkeitsgrad, mit Ausnahme vom finalen Kampf, viel zu gering ausgefallen ist.
MEGA MAN 8
Der Nachfolger mit der 8 hinter dem Namen erschien dann schon für Sonys 32-Biter, Playstation. Erstmals gibt es dafür eine mehr oder weniger gelungene Intro Sequenz, die die Story zum 8. Teil „erzählt“. Nach der obligatorischen Intro-Stage, die etwas länger ist als noch im Vorgänger, bekommt der Spieler wieder Zugriff auf die kompletten 8 Bossgegner samt Levels. Scheinbar hat sich die Variante, diese in 2x4 zu Splitten nicht so recht durchsetzen können. Auch in Mega Man 8 gibt es einige Neuerungen. Da wäre etwa ein kleiner Ball, den der Protagonist auf seine Gegner treten kann, wie mit einem Fußball. Jedoch entpuppt sich das ganze als wenig sinnvoll. Erstmals gibt es auch kleine Sprach-Samples von Bossgegnern, Mega Man, Dr. Light oder aber auch Dr. Wily. Leider wirken einige Level oder Levelabschnitte eher unausgewogen. Hierzu gehört etwa die Fahrt auf einem Snowboard in der Stage von Frost Man. Hier gilt es Barrikaden oder tödlichen Stacheln auszuweichen sowie über Abgründe zu springen. Dummerweise ist die Reaktionszeit dafür teilweise arg gering was das ganze noch erschwert. Dazu bekommt man vor jedem Hindernis noch einen Soundfile mit „Up“ oder „Down“ um die Ohren, was recht schnell belastend für den Spieler wird. In einigen kleinen Abschnitten kann der Blaue Bomber nun auch schwimmen, was jedoch völlig „fehl am Platz“ wirkt.
Letztendlich ist der Achter auch nur minimal besser als sein Vorgänger... In einigen Bereichen sogar etwas schlechter. Aber wenigstens sind die Levels wieder länger und auch der Schwierigkeitsgrad wurde teilweise deutlich erhöht. Schade nur, dass man sich für die etwas schlechtere Playstation-Variante entschieden hat, bot selbiges auf dem Sega Saturn doch etwas bessere Grafik und versteckte Extras, die dem Spieler so nun verborgen bleiben.

MEGA MAN 9
Wie erwähnt ist Teil 9 der Beste Ableger dieser Collection, was mitunter an den frischen Ideen und der langen Pause von etwa 12 Jahren zu seinem Vorgänger liegt. Die Levels und Bossgegner sind kreativ, der Soundtrack spitzenmäßig und das Gameplay endlich wieder bei seinen Wurzeln. Denn für Mega Man 9 hat man dem blauen Bomber die Fähigkeit des Slidens und den Mega Buster genommen, was das Spiel deutlich schwerer macht als wenn letztere Fähigkeit vorhanden wäre. Vom Spielgefühl her fühlt sich das ganze an wie die Teile 1 und 2, was nicht unbedingt jedermann gefallen mag – Mega Man Fans der ersten Stunde werden damit aber sicher ihre Freude haben.
Die größte Neuerung ist aber nicht nur das die Entwickler mit dem Gameplay zurück zu den Wurzeln gegangen sind, sondern auch in optischer Hinsicht. Mega Man 9 ist, wie auch die ersten 6 Teile, in 8Bit Retro-Optik gehalten, was zu jener Zeit einen regelrechten Hype ausgelöst hat. Die Intro Stage die es in den Teilen 7&8 gab ist nicht vorhanden und die Story wird wieder über Bilder mit Untertiteln erzählt. Nach dem eher Rückläufigen Einfallsreichtum der Entwickler bei den Vorgängern, erkennt man im Leveldesign und den Gegnern/Bossgegnern endlich wieder Kreativität. Auch bringt der 9er eine bisher einmalige Neuerung mit sich, einen weiblichen Roboter-Meister, die den Namen Splash Woman trägt. Mega Man 9 ist der mit Abstand beste Teil dieser Collection und hat die Serie wieder in die richtige Bahn geleitet.
MEGA MAN 10
Der zehnte und bis jetzt auch letzte Ableger der Classic-Serie erschien bereits 1.5 Jahre nach seinem Vorgänger und weist schon wieder kleinere Abnutzungserscheinungen auf. Hat man sich bei Mega Man 9 noch an den Teilen 1&2 orientiert, standen für den 10er die Teile 3&4 Pate, was man an einigen Ecken überdeutlich merkt. Wie Mega Man 9, ist auch der 10. Teil in einer 8Bit-Grafik gehalten und bringt den blauen Bomber ebenfalls ohne Mega Buster und der Rutsch-Fähigkeit auf die Bildschirme. Generell bietet dieser Ableger durchaus interessante Levels, die jedoch allesamt nicht (ganz) an die Genialität des Vorgängers heranreichen können. Zum einen ist da das Level welches in einem Football-Stadium spielt was an sich schon recht monoton designt ist – aber auch die dortigen Gegner wirken, zumindest für ein Mega Man-Spiel, fehl am Platz. Das Spiel ist nicht wirklich viel schlechter als sein Vorgänger, es fehlt ihm aber an spektakulären, neuen oder überraschenden Momenten. Der Soundtrack ist hier auch so ein zweischneidiges Schwert... Keineswegs schlecht, aber doch auch um einiges entfernt vom eigentlich gewohnten der Serie.
Erstmals kann man hier nicht nur mit Bass spielen, auch gibt es wieder die Möglichkeit das Abenteuer mit Proto Man zu bestreiten.
Einfallslosigkeit wohin das Auge reicht...
Über Menü und Musik muss hier nichts erneut gesagt werden... Aber es sind eben auch nicht die einzigen Kritikpunkte der Collection. Die ganze Aufmachung wirkt sehr lieblos und belanglos dahingeschustert, was nicht unbedingt das größte Übel ist. Zum einen wäre da noch die Schnellspeicherfunktion, die im Vergleich zum Vorgänger recht kompliziert und dann auch noch fast unnütz ist. Es ist zwar immer noch möglich jederzeit einen Speicherpunkt zu setzten, das Ergebnis sieht man aber erst wenn man den Speicherpunkt lädt. Hier fängt man nicht etwa an jenem Punkt wieder an wo man das Spielgeschehen gespeichert hat, sondern lediglich an den 3 Rücksetzpunkten die es in den jeweiligen Levels gibt. Das bedeutet, wenn man kurz vor der Mitte des Spiels speichert und den Spielstand lädt, beginnt man am Anfang des Levels. Speichert man kurz vor dem Eingang zum Bosskampf beginnt man in der Mitte des Levels und speichert man direkt beim Bosskampf, startet man im Raum davor. Diese Absurdität macht die Speicherfunktion dann auch wieder vollkommen unnütz, zumal man eben jederzeit abspeichern kann.
Noch „trauriger“ sind hingegen die Herausforderungen und Stage-Remixes. Waren diese in der Legacy Collection 1 inspirierend gemischt, Abwechslungsreich und Herausfordernd, so verkommen diese hier jedoch zu einem langweiligen Aufguss. Die Stage-Remixes wurden leider auf ein Minimum beschränkt und sind an Einfallslosigkeit kaum noch zu überbieten. Diese bestehen nämlich nur noch aus Zwei Kernabschnitten: Je eine Hälfte von einem Level aus dem jeweiligen Spiel. Das bedeutet etwa das ein MM7 Stage-Remix aus der ersten Hälfte des Slash Man- Levels und dem zweiten Abschnitt des Freeze Man-Levels besteht... mehr nicht. Einfallslos, Uninspiriert, Langweilig! Die MashUps die im Vorgänger aus bunt zusammengefügten Abschnitten unterschiedlichster Spiele bestanden, gibt es überhaupt nicht mehr.
Um die japanischen Originale spielen zu können muss man hier etwas umständlicher agieren. Hierfür muss man in den Optionen die Sprache auf japanisch stellen was auch die komplette Sprache der Menüs umstellt. Für jene die dem japanischen nicht mächtig sind ist das natürlich recht frustrierend. Warum man dies nicht so einfach wie beim Vorgänger wechseln kann ist äußerst fraglich. Ebenso ärgerlich ist es auch, das die „Now Loading“-Bildschirme in Mega Man 8 nicht entfernt wurden – besonders wenn man sich die Anniversary Collection anschaut, die Seinerzeit auf dem Gamecube, Xbox und PS2 erschien, die ohne diese lästigen Ladebildschirme daherkamen. Unerklärlich ist auch das fehlen der Rückspul-Funktion, die hier auf jeden Fall nicht unangebracht wäre.
Fazit
Die Mega Man Legacy Collection 2 kommt bei weitem nicht an die Genialität des Vorgängers heran, was nicht nur an der geringeren Anzahl und Qualität der Spiele, sondern auch an der lieblosen und einfallslosen Umsetzung liegt. Die Jederzeit-Schnellspeicherfunktion ist so gut wie Nutzlos und die Herausforderungen, insbesondere die Stage-Remixes sind an Einfallslosigkeit der Entwickler nicht zu überbieten. Hier stellt sich wirklich die Frage wie man, nach der so gelungenen Präsentation der Ersten Collection, ein anderes Entwicklerstudio beauftragen kann, die das ganze so lieblos dahinschludern. Daher können wir die Mega Man Legacy Collection nur bedingt empfehlen. An den Hauptteilen dürfte jedermann der sich für Mega Man nur einen hauch erwärmen kann wohl gefallen finden – das Drumherum ist im Vergleich zum Vorgänger aber fast ausschließlich belanglos. Schade drum, hier wäre deutlich mehr drin gewesen.
- 4 Mega Man Spiele in einem
- alle DLCs enthalten
- Lieblose Präsentation
- Speicherfunktion
- Stage-Remixes uninspiriert
- nur 4 Spiele
Vielen Dank an die Firma Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.

