
South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe
Mit South Park: Stick of Truth habt ihr nun auch auf der Switch die Möglichkeit den ersten Teil der Serie zu spielen. Passend hierzu wurde nun ein Launch Trailer veröffentlicht.
Der zweite Teil, South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe, schnitt in unserer Review übrigens ziemlich gut ab.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe
NSW
- Genre
- Rollenspiel
- Entwickler
- Ubisoft
- Publisher
- Ubisoft
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 16
Über 20 Jahre ist es nun her, dass South Park zum ersten mal über die Mattscheibe flimmerte. Trotz oder gerade wegen seiner unverschämten, pietätlosen und beleidigenden Art etablierte sich die Zeichentrickserie schnell bei der Jugend. Natürlich durften dementsprechend auch Videospiele nicht fehlen. Das Nintendo 64 bekam so mit South Park, South Park Rally und South Park Chef`s Luv Shak gleich drei Spiele spendiert. Diese waren aber eher durchwachsen. Das merkten wohl auch die Softwareschmieden und ließen die Marke ruhen. Sieht man von zwei Titeln für Xbox-Live Arcade ab, kam erst mit South Park: Der Stab der Wahrheit wieder ein vollständiger Titel des Franchise auf den Markt. Ob nun der Technik, den Absatzzahlen oder Nintendos Vorstellung von Familienfreundlichkeit geschuldet, schaffte es das Spiel nicht auf die Wii U. Vor allem bei Fans der Serie kam das Rollenspiel sehr gut an, und so war es nicht weiter verwunderlich, dass ein Nachfolger angekündigt und umgesetzt wurde. Gut ein halbes Jahr nach dem Release auf anderen Plattformen, schafft es South Park mit Die rektakuläre Zerreißprobe nun auch wieder auf ein System von Nintendo. Wir haben uns das Spiel auf der Nintendo Switch angesehen um zu sehen was denn alles auf die Zerreißprobe gestellt wird.
Willkommen in South Park
Wie es sich für ein Rollenspiel gebührt, startet das Spiel mit einem Charaktereditor. Dieser beschränkt sich aber zunächst nur auf das rudimentäre Äußere. So könnt ihr die Frisur, Bartwuchs, Make-Up, Accessoires und eure Kleidung festlegen. Habt ihr dies getan, könnt ihr Anhand eurer Hautfarbe den Schwierigkeitsgrad festlegen. Spätestens hier werden Personen die keine Ahnung haben was in South Park abgeht mit dem Humor der Serie konfrontiert. Denn je dunkler ihr eure Hautfarbe einstellt um so höher ist der Schwierigkeitsgrad. Politisch inkorrekt? Mit Sicherheit, aber eben auch 100% South Park. Wem so etwas die Empörung aufsteigen lässt, der sollte an dieser Stelle das Spiel bereits jetzt zur Seite legen. Es wird nicht besser ;)
Euer eigentliches Abenteuer beginnt damit, dass Cartman in seiner Rolle als Superheld The Coon beschließt eine Zeitreise zu unternehmen um sowohl eine Katze zu retten als auch die Mächte der Finsternis welche die Nachbarschaft spalten wollen zu stoppen.
Hierbei landet er mitten in einer epischen Kinder-Spiel-Straßenschlacht, die zu Gunsten der einen Seite zu kippen scheint. Zeit für euch auf die Bildfläche zu treten. Als Neuling in der Gegend wendet ihr das Blatt und kommt in Kontakt mit der Superheldentruppe Coon & Friends. Leider wird euch mitgeteilt, dass ihr als Normalsterblicher nicht Teil der Gruppe sein könnt. Als wäre das nicht genug gibt es auch noch zwei rivalisierende Gruppen von Helden die verschiedener Auffassung sind wenn es um Pläne in Sachen multimedialer Vermarktung geht. Zeit für euch also ebenso ein Superheld zu werden um Coon und seinen Freunden zu helfen.
Euer Heldendasein
Angekommen in Cartmans Keller könnt ihr die ersten Grundlagen für euren Charakter legen. Während euch zu Beginn nur drei Klassen zur Auswahl stehen kommen im Laufe des Abenteuer immer Neue hinzu, die sich auch kombinieren lassen.
So gibt es zum Beispiel den Brutalist, ein gnadenloser Nahkämpfer, den Speedster, der sowohl Heilen als auch das Schlachtfeld neu anordnen kann, den Blaster der aus der Ferne angreifen kann und viele mehr. Auch wenn man es vielleicht auf den ersten Blick oder gerade wegen seine nicht wirklichen ernsten Hintergrunds nicht vermuten könnte, steckt hier ein ausgeklügeltes System dahinter.
Die verschiedenen Klassen kommen im Kampf sehr gut zur Geltung und haben alle ihr Stärken und Schwächen die sich gegenseitig aufheben bzw. kontern. Ausprobieren und Wechseln lohnt sich hier auf jeden Fall.
Während ihr zunächst alleine loszieht und die Gegend erkundet schließen sich euch nach und nach andere Kinder an, so dass ihr wie von anderen Spielen dieser Art gewohnt in Gruppen kämpft. Auch hier gilt es eine ausgewogene Mischung zu finden. So ist es immer gut wenn man mindestens einen Heiler, einen Nahkämpfer und einen Fernkämpfer mit an Bord hat. Insgesamt besteht euer Trupp immer aus vier Charakteren die ihr frei aus den verfügbaren Charakteren zusammenstellen könnt.
Im Laufe des Abenteuer entwickelt sich auch die Geschichte eures eigenen Helden weiter. Nachdem Coon euch eine schaurige Vorgeschichte zurecht geschustert hat, erfahrt ihr immer mehr über euren eigenen Charakter. Was sind seine Stärken, was ist sein Kryptonit? So füllt sich dann nach und nach der Charakterbogen des Neulings.
Kämpfen und Craften
Neben dem Erkunden der Nachbarschaft und dem erledigen von Haupt- und Nebenquests ist natürlich das Kämpfen elementarer Bestandteil des Spiels. Dementsprechend verbringt ihr sehr viel Zeit in diesem Modus. Sobald eine Auseinandersetzung eingeleitet wurde, wechselt ihr die Kampfansicht. Die Arena ist hierbei in Raster unterteilt die euch sowohl die Bewegungsreichweite als auch die eurer Angriffe aufzeigt.
Dem Vorgänger wurde von einigen Seiten vorgeworfen er sei zu leicht und zu einfach gestrickt wenn es um die Kämpfe geht. Hier haben die Entwickler eine deutliche Schippe drauf gelegt. Selbst bei mittlerem Schwierigkeitsgrad kann man hier schon mal ins Schwitzen kommen. Zum Glück kann man hier zu jeder Zeit nachjustieren um eventuellen Frust zu vermeiden. Wichtig ist auf jeden Fall, dass ihr eure Helden geschickt manövriert, ihre Fähigkeiten gut einsetzt und strategisch vorgeht. Einfachen Knöpfchen drücken wird euch hier nicht weiterhelfen.
Neben den Attributen eures Helden und dessen Klasse gibt es noch Artefakte die euch stärken, Verbrauchsgegenstände die im Kampf helfen und Kostüme. Diese könnt ihr als Belohnung erhalten, finden oder aber selbst kreieren. Hierzu verfügt das Spiel über ein Craftig-System. Aus Basis- und Allgemeinkomponenten klassifizierten Gegenständen die ihr über all finden bzw. kaufen könnt, werden so mit Hilfe von Rezepten neue Items hergestellt. Gerade Artefakte können euch enorm stärken und helfen.
Technik
Optisch gibt euch das Spiel das Gefühl nahtlos in die Welt von South Park einzutauchen, selbiges gilt auch für für die Akustik. Hier kann vor allem die komplette deutsche Lokalisierung punkten. Leider läuft das Spiel manchmal in Handheldmodus nicht ganz so rund was zu kleinen aber verschmerzbaren Framedrops führen kann. Die längeren Ladezeiten hingegen erweisen sich auf Dauer doch als störend.
Achtung! Einige User berichten von einem Bug der im späteren Spielverlauf auftaucht und in irgendeiner Form durch das Katzen-Sammel-Event ausgelöst wird. Der Bug löscht euren Spielstand. So lange dieser Fehler nicht behoben wurde, empfiehlt es sich auf jeden Fall jeweils in zwei der vier verfügbaren Slots zu speichern.
Fazit
South Park Die rektakuläre Zerreißprobe ist ein wahres Fest für Kenner der Serie. Der Humor stimmt ebenso wie das Gameplay und spiegeln das Universum von South Park 1:1 wieder. Allerdings liegt hier auch das Problem, welches einige Spieler damit haben dürften. Im Gegensatz zu Fans die Spaß am Erkunden der Stadt, überzogener Gesellschaftskritik aber teilweise auch einfach nur niveaulosen Pfurzorgien haben, werden andere wohl angewidert sein oder langweilige sich wiederholenden Aufgaben kritisieren. Das Spiel bleibt, wie die Serie auch, Geschmackssache ist aber handwerklich sehr gut gemacht und funktioniert auch auf der Switch ohne große Mankos.
- South Park pur
- gutes Kampfsystem
- gelungene Lokalisierung
- Ladezeiten
- Crafting rudimentär
- Pfurz-Niveau
Vielen Dank an die Firma Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.



