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Enter the Gungeon

Enter the Gungeon

David



Dungeon Crawler trifft auf Bullet Hell. Wir haben uns für euch in den Gungeon begeben und festgestellt, dass es gar nicht so leicht ist daraus wieder zu entkommen.
Mehr dazu erfahrt ihr in unserer Review zu Enter the Gungeon.

Enter the Gungeon

NSW

Konsole
NSW
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 12

Kennt ihr diese Spiele die euch eigentlich zur Weißglut bringen müssten, da ihr ständig das zeitliche segnet? Aber statt die Konsole oder den Controller in die Ecke zu pfeffern, startet ihr eine neue Runde. Das ist ein klares Indiz dafür, dass die Entwickler schon mal ziemlich viel richtig gemacht haben. Wenn der Spieler nämlich erkennt, dass das Spiel nicht unfair ist, sondern einfach nur sehr fordernd, und der Fehler an ihm lag und nicht am Gamedesign, hat man ihn am Ehrgeiz gepackt. Und genau da setzt Enter the Gungeon den Hebel an. Es provoziert euch und zeigt euch stets auf, dass die Situation, so unlösbar sie zu sein scheint, eigentlich doch durchaus machbar ist. Enter the Gungeon Das Spielprinzip ist ziemlich schnell umrissen. Bei Enter the Gungeon handelt es sich um eine Mischung aus Dungeon Crawler und Bullet Hell. Da sich so ziemlich alles um Waffen, also Guns dreht, hat das Entwicklerteam kurzerhand aus dem Dungeon einen Gungeon gemacht. Sprich: Ihr arbeitet euch immer weiter durch einen Gungeon und werdet dabei mit Gegnern und vor allem deren Geschossen einfach nur extrem eingedeckt. Stellenweise ist es vor lauter Geschossen schon schwer die eigene Spielfigur auf dem Bildschirm zu lokalisieren.
Doch fangen wir von vorne an. Als einer von vier Charakteren müsst ihr euch durch das Spiel kämpfen um eine sagenhafte Waffe zu finden die sogar die Zeit töten und somit eure Vergangenheit ungeschehen machen kann. Als Marinesoldat, Pilot, Strafgefangene oder Jägerin begebt ihr euch also in die Tiefen des Gungeon. Jeder dieser Charaktere verfügt dabei über marginal andere Bewaffnung und Fähigkeiten. Wollt ihr zu zweit spielen, so kann euer Koop-Partner lediglich, wieso auch immer, auf den Kultisten zurückgreifen. Dieser wiederum ist Solo nicht anwählbar.

Live.Die.Repeat

Enter the Gungeon ist kein Spiel, das Fortschritt wirklich belohnt. Wenn ihr sterbt, ist alles was ihr bis dahin erreicht habt, verloren. Euer Stand, die gefundenen Waffen und Gegenstände, alles ist weg und ihr startet bei 0. Naja, nicht alles. Ihr nehmt zum einen Erfahrung mit, die euch beim nächsten Lauf helfen wird und zum anderen gibt es eine spezielle Währung die ihr von erlegten Bossen erhaltet, doch dazu später mehr.
Ihr startet jedes Spiel in der sogenannten Bresche, welche als Hub dient, Hier könnt ihr euren Charakter wählen euch mit NPCs unterhalten oder deren Shop besuchen. Um auf Letztere zurückgreifen zu können, müsst ihr diese allerdings erst in einem Dungeon finden und befreien.
Von der Bresche aus startet ihr jeden eurer Versuche das Spiel zu bezwingen. Die Welten und deren Gegner sind dabei zufallsgeneriert, was bedeutet, dass es nicht möglich ist Passagen, Gegner und Timings auswendig zu lernen, Jeder Versuch ist komplett einzigartig. Die einzelnen Etagen, welche ein Level darstellen, bestehen also aus eine unbestimmten Anzahl durch den Zufalls erzeugte Räume durch die ihr euch kämpfen müsst. Jedes Level beinhaltet einen Händler bei dem ihr nützliche Gegenstände und Waffen erwerben könnt. Das hierzu benötigte Kleingeld wird von euren Feinden fallen gelassen. Allerdings stellt sich hier die Verteilung etwas unfair dar. Manchmal erhält man sehr viel Geld und kann gut shoppen gehen, und manchmal erhält man gar nichts und muss auf den Einkauf komplett verzichten. Da es innerhalb der Level sehr selten Rüstung oder Lebensenergie gibt, kann dies manchmal bedeuten, dass ihr nicht weiter kommt. Denn eure Lebensenergie ist auf drei Herzen beschränkt und mit diesen müsst ihr auskommen. Vor allem für den Boss der euch an Ende jedes Levels erwartet ist es durchaus sinnvoll volle Herzen und vielleicht noch einiges an Panzerung zu besitzen.
Neben eurer Waffe ist euer bester Freund das Abrollen. Auf Knopfdruck vollführt euer Held eine Hechtrolle die zwei Vorteile mit sich bringt. Zum einen kommt ihr so schnell aus der Schusslinie, zum anderen seid ihr solange ihr euch in der Luft befindet unverwundbar für Kugeln. Diese Aktion muss wirklich in Fleisch und Blut über gehen, wenn ihr eine Chance haben wollt das Spiel zu einem erfolgreich zu Ende zu bringen.
Generell ist es wichtig, dass ihr euch immer über den Raum in dem ihr euch gerade befindet bewusst seid. Wo sind Ecken an denen ihr Deckung findet, wo könntet ihr hängen bleiben oder in die Enge getrieben werden. Denn dies kann sehr schnell zu eurem Bildschirmtod führen.
Herumstehende Tische können umgetreten und somit für kurze Zeit als Deckung genutzt werden. Speziell markierte Fässer können durch Beschuss zur Explosion gebracht werden. Aber achtet darauf, dass ihr nicht selbst im Sprengradius steht oder die Fässer gar als Deckung nutzt.
Als wären eure Gegner noch nicht genug, bietet auch das Leveldesign einige Tücken. Fallgruben, herausfahrende Stacheln und Feuerstrahlen sind nur einige der Hindernisse die sich euch in den Weg stellen.
Innerhalb der einzelnen Gungeons könnt ihr euch bequem mittels Teleporter hin und her bewegen und so zum Beispiel schnell zum Händler zurückkehren.

Artenvielfalt

In Enter the Gungeon trefft ihr nicht nur auf eine schier unendliche Anzahl unterschiedlicher sowie abgedrehter Gegner und Bosse, sondern auch euer Arsenal ist durchaus imposant.
Beim Design eurer Widersacher waren die Entwickler wirklich sehr kreativ. Patronenhülsen in allen möglichen Formen nehmen euch genauso aufs Korn wie Geister, Schleimwesen, gerüstete Ritter und Spektralwesen. Jedes dieser Wesen verfügt über verschiedene Angriffsmuster und Eigenheiten. Je mehr ihr über sie wisst, um so wahrscheinlicher ist euer Überleben.
Im Laufe eures Runs werdet ihr in Truhen verschiedene Waffen und Gegenstände finden die euch das Leben einfacher machen. Plasmawerfer, Mörser, Laserkanonen, AK47 um nur einige zu nennen werden euer besten Freunde sein. Auch hier steuert sich jede Waffe anders und ist nicht immer das Ideale für jede Situation. So ist die Vorangehensweise bei einem Boss eine andere als in einem normalen Raum des Dungeons. Achtet stets darauf, dass ihr genügend Munition habt und rechtzeitig nachladet. Sonst kann es schneller vorbei sein als ihr denkt.
Sollte es doch mal zu brenzlig werden, könnt ihr sogenannte Blanks verwenden, die den Bildschirm auf einen Schlag von allen feindlichen Geschossen säubern. Aber Vorsicht! Diese guten Stücke sind rar und sollten mit Bedacht eingesetzt werden.
Neben Waffen findet ihr auch Gegenstände die euch aktiv oder passiv auf eurer Mission helfen. Als da wären Schutzgeister, Kompasse, Amulette und alle möglichen technischen und okkulten Gegenstände. Auch hier haben sich die Entwickler wieder richtig viel Mühe gegeben und man merkt, dass in wirklich jeden Detail viel Liebe steckt.
Ihr führt außerdem eine Art Kompendium mit euch in dem alle Gegner, Waffen und Gegenstände aufgelistet sind mit denen ihr es je zu tun hattet.

Technik

Die Twin-Stick Steuerung ist nicht jedermanns Sache, aber für das Spielprinzip unabdingbar. Zudem sollte man sich relativ schnell daran gewöhnt haben. Danach funktioniert die Steuerung absolut präzise, was bei einem solchen Spiel natürlich absolute Pflicht ist. Neben verschiedenen Layouts, könnt ihr euch auch Tasten selbst belegen um die komfortabelste Lösung für euch zu finden.
Generell lassen sich viele Dinge einstellen und das Spielerlebnis so optimieren.
Optisch wartet das Spiel mit einem Retro-Stil auf. Ob dieser nun nötig gewesen ist, sei mal dahin gestellt, aber er stört nicht und verleiht dem Titel einen gewissen Charme. Die musikalische Untermalung ist stets actionreich und passt zum Geschehen. Allerdings ist man für gewöhnlich so beschäftigt, dass man nicht sonderlich viel davon mit bekommt.
Spielen könnt ihr Enter the Gungeon in verschiedenen europäischen Sprachen, und zumindest die deutsche Übersetzung ist in fast allen Fällen gelungen und der Humor und die Anspielungen erhalten geblieben.

8.5Wertung

Fazit

Enter the Gungeon packt ambitionierte Spieler am Ehrgeiz. Die Lernkurve ist steil aber nicht unfair. Nachdem man einige Zeit mit dem Spiel verbracht hat, wird man zwar dennoch sterben, aber man merkt direkt was man hätte besser machen können. So ist das Spiel trotz seiner zufallsgenerierten Level in den seltensten Fällen unfair. Lediglich die Verteilung des Gelds ist etwas fraglich und hindert einem manchmal am erfolgreichen Weiterspielen. Der Wiederspielwert ist dafür extrem hoch. Die Spielmechanik funktioniert ebenso tadellos wie die Steuerung und die Prise Humor mit dem das Spiel daher kommt. Für Fans des Genres ein absoluter Pflichtkauf und vielleicht auch für Neulinge auf dem Gebiet einen Blick wert.

Design
8.0
Sound
8.0
Online Multiplayer
7.5
  • hoher Wiederspielwert
  • knackige Herausforderung
  • unzählige Gegner, Waffen und Items
  • Geldverteilung unausgewogen

Vielen Dank an die Firma DodgeRoll für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

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