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Yooka-Laylee

Yooka-Laylee

David

Lange hat es gedauert, doch nun ist Yooka-Laylee endlich für die Nintendo Switch erschienen.

Bislang wurde der 3D Plattformer sehr unterschiedlich von den Spielern aufgenommen. Manche fanden es zu altbacken, andere fanden es wurde versucht zu viel an der magischen Banjo-Kazooie -Formel zu ändern.

Wir haben uns mit dem ungleichen Duoa ins Abenteuer gestürzt. Unseren Eindruck findet ihr in unserer Review zu Yooka-Laylee.

Yooka-Laylee

NSW

Entwickler
Playtonic Games
Konsole
NSW
Spieler
1–4 lokal
Freigabe
USK ab 6

Es gibt immer wieder Spiele, welche die Gaming-Gemeinde spalten. Während es die eine Hälfte feiert, versteht die andere Partei nicht, wie man so etwas auch nur ansatzweise als gut bezeichnen kann. Gerade Bereiche die nicht so einfach und objektiv einzuordnen sind wie Grafik und Sound sind hier ein eine beliebte Tollwiese für Kritiker. Ein gutes Beispiel hierfür wären zum Beispiel der Stil von The Legend of Zelda: The Windwaker mit seinem Cell-Shading Look oder aber mit Skyword Sword noch ein Spiel der Serie. Geschmäcker sind nun mal unterschiedlich und man kann nie alle Launen bedienen. Besonders haarig wird das Ganze, wenn extrem hohe Erwartungshaltung an ein Projekt gestellt werden, vor allem wenn es dann auch noch mit der Brille vergangener Zeiten betrachtet wird. Womit wir beim Thema wären: Yooka-Laylee. Was war die Spielerwelt nicht gehyped als das Projekt, welches den Spirit von Banjo-Kazooie einfangen sollte, angekündigt wurde. Nachdem das Projekt dann endlich fertig gestellt und veröffentlicht wurde, traf man eben auf oben genannte zwei Lager. Die einen fanden es toll und einen würdigen Nachfolger, die anderen wünschten die Entwickler zu Hölle, das Ansehen eines so tollen Spiels in den Schmutz gezogen zu haben. Um so mutiger von den Entwickler, dann dennoch die lange verschobene Version für die Nintendo Switch auf den Markt zu bringen. Diese soll einige Änderungen und Verbesserungen mit sich bringen. Wir haben den Titel für euch gespielt um zu sehen, wie die Switch Fassung gelungen ist.

Zwei bekannte Unbekannte auf neuen Abenteuern

Yooka-Laylee stammt zwar von den gleichen geistigen Vätern ab wie Banjo-Kazooie, allerdings liegen die Rechte an selbigen eben bei Rare und dadurch bei Microsoft. Um die Dynamik eines solchen Duos einzufangen, mussten also zwei neue Charaktere entworfen werden. Die Wahl fiel auf die Echse Yooka und die Fledermaus Laylee. Die Parallelen, auch im Verhalten der beiden, ist nicht von der Hand zu weißen, aber genau das dürfte das Ziel der Entwickler gewesen sein.
Auch das Gameplay bleibt seinen Wurzeln treu und so müsste ihr mit eurem ungleichen Duo große Welten frei erkunden und allerlei Aufgaben meistern. Der Fokus liegt hierbei klar auf Geschicklichkeit und das Sammeln von verschiedenen Gegenständen, auf die wir später eingehen werden. Euer Abenteuer startet eher harmlos in einer Art Tutorial-Bereich, in dem ihr euch ein wenig mit der Steuerung vertraut machen könnt.

Rettet die Bücher

Der Oberschuft in Yooka-Laylee ist ein Konzernchef namens Capital B, der zusammen mit seinem Vizepräsidenten Dr. Quack einen teuflischen Plan ausgeheckt hat um Profit zu schlagen. Man will das Monopol auf Wissen erlangen und damit den maximalen Profit zu erwirtschaften. Hierzu kommt der Novellisator 64 zum Einsatz, ein Gerät welches sämtliche Bücher der Welt einsaugt.
Auch Yooka und Laylee wird ein gerade erst gefundenes wertvolles Buch aus den Händen gerissen. Ein Umstand, den die beiden minder lustig finden und sich auf die Suche nach ihrem Eigentum machen.
Auf der Suche nach den Schuldigen trefft ihr alsbald auf Trowzer, einen immer beschäftigen Verkäufer in Schlangenform. Trowzer spielt eine wichtige Rollen in eurem Abenteuer. Denn nur bei ihm könnt ihr neue Tricks und Fähigkeiten erwerben, die zwingend notwendig sind um euer Abenteuer erfolgreich zu bestehen. So kann Laylee zum Beispiel lernen einen Sonarschuss abzufeuern. Mit diesem können unsichtbare Gegenstände sichtbar gemacht und Feinde betäubt werden. Auch Sprungfähigkeiten, Angriffe und weitere nützliche Tricks könnt ihr hier erwerben. Den Anfang macht die Reptilrolle mit der ihr auch steile Abhänge nach oben rollen könnt.
Da er allerdings Geschäftsmann ist, gibt es, außer dem ersten Trick, nichts umsonst. Bezahlt wir der Händler mit goldenen Federn, welche überall in den Welten zu finden sind.
Zu Beginn hilft euch Trowzer allerdings erst mal in die Hivory Towers zu kommen. Dies ist nicht nur das Hauptquartier von Capital B, sondern auch gleichzeitig die Hubwelt des Spiels.

Große Wälzer, große Abenteuer

Innerhalb der Hivory Towers könnt ihr fünf sogenannte Großwälzer betreten. Dabei handelt es sich um die verschiedenen Spielwelten in die ihr eintauchen könnt. Diese sind hierbei optisch sehr ansprechend und abwechslungsreich gestaltet. Der Zugang erfolgt durch große Bücher welche im Hub verteilt sind. Die mit dem letzte Patch auf anderen System eingeführten Hinweisschilder, sind bei der Switch Fassung zum Glück direkt implementiert. Diese weisen euch den Weg zu eben jenen Büchern innerhalb des feindlichen Hauptquartiers. Zum Glück, denn dieses ist alles andere als übersichtlich oder strukturiert gestaltet.
Allerdings könnt ihr nicht jeden Großwälzer von Beginn an betreten. Zum einen müsst ihr gewisse Tricks beherrschen um überhaupt dorthin zu gelangen, zum anderen kostet der Zugang sogenannte Pagies. Zusammen mit den goldenen Federn sind die das wichtige Sammelobjekt im Spiel. Pagie sind goldene Buchseite die überall in den Spielwelten versteckt sind. Manche könnt ihr einfach entdecken, andere müsst ihr euch durch das Meistern von Aufgaben, das Erledigen von Aufträgen oder dem Vernichten eines Boss verdienen. Hierbei bietet das Spiel eine wirklich immense Vielfalt um Langeweile zu vermeiden.

Erweitert euren Horizont

Wer nun meint, dass fünf Spielwelten ganz schön wenig sind, der sollte sich nicht täuschen. Zum einen sind diese in ihrer ursprünglichen Form schon recht groß, zum anderen kann jede Welt durch den Einsatz von Pagies erweitert werden. Dadurch erhaltet ihr Eintritt zu bis dahin unzugänglichen Arealen mit noch mehr Aufgaben und Herausforderungen. Ihr könnt euch also entscheiden, ob ihr zum nächsten Großwälzer wollt, oder eure Pagies dazu nutzt eine bekannte Welt zu vergrößern.
Dadurch bietet euch das Spiel nicht nur eine gewisse Wahl in der Art wie ihr voranschreiten wollt, sondern vereinfacht auch die Orientierung. Die Spielwelten an sich sind in ihrem erweiterten Zustand doch relativ groß. Würde man direkt in eine solche Welt geworfen werden, könnte man sich schnell verlaufen,was zu Frust führt. So startet ihr immer erst in einem relativ überschaubaren Gebiet und könnt euch zu Recht finden. Nachdem ihr die Welt erweitert hab, gibt es zwar viel Neues, aber ihr kennt immer noch den Kern, was die Navigation wesentlich angenehmer gestaltet.
So schön dies alles ist, muss man generell anmerken, dass man die Wurzeln des Spiels teilweise zu stark spüren kann. Es fehlt stellenweise einfach etwas an Innovation. Aber damit wären wir wieder bei zu Beginn genannten Diskussion über das Spiel.

Sammeln, sammeln und sammeln

Ein großer Part von Yooka Laylee ist das Erkunden und Sammeln verschiedener Objekte innerhalb der verschiedenen Welten. In jeder Welt könnt ihr 25 Pagies finden, wobei manche von diesen wiederum in mehrere Teile zerstückelt wurden. Des weiteren gibt es pro Welt fünf versteckte Geister, die es zu finden gilt und euch einen Pagie spendieren wenn dies gelungen ist.
200 Goldene Federn gilt es pro Level zu entdecken wenn ihr zur Riege der Komplettisten gehört. Außer acht lassen könnt ihr diese Items umhin nicht, da ihr sie zum Freischalten von Tricks bei Trowzer benötigt.
Eure Vitalität welche in Form von Schmetterlingen angezeigt wird, könnt ihr ebenso erhöhen wie eure Energieleiste. Gerade letztere ist sehr wichtig, da ihr die Energie benötigt um eure Tricks und Fähigkeiten einzusetzen.
Euch ist der Plattformer noch nicht genug in der Vergangenheit verwurzelt? Dann besucht Rextro, einen Polygonen-Saurier welcher den technischen Fortschritt irgendwie verpasst hat. Er lebt noch in der Zeit von Floppys und Arcadehallen. Dementsprechend findet ihr ihn in jeder Welt neben einem Spielautomaten. Diesen könnt ihr allerdings nur nutzen wenn ihr die im Level verstecke Spielmünze hierzu gefunden habt. Leider ist die Qualität dieser Spiele eher durchwachsen Wer möchte kann diese Minispiele, wie zum Beispiel Kartos-Kart, Übernova und Fahnenkeilerei auch von Hauptmenü aus mit bis zu vier Spielern aufrufen.
Zu guter Letzt könnt ihr noch für Dr. Puzz das in der Welt versteckte Mollekühl suchen. Gebt ihr dieses ab, stehen euch Verwandlungen zur Auswahl, welche ihr wiederum benötigt um gewisse Pagies zu erreichen.
Durch das erreichen bestimmter Ziele könnt ihr zudem bei Vendi Tonics Tonika freischalten, welche euch zusätzliche Fähigkeiten/Stärken verleihen.
Somit bietet euch das Spiel also viele Anreize wirklich jeden Winkel der einzelnen Areale zu erkunden.

Technik

Laut Play Tonic läuft das Spiel im Tablet-Modus mit 630p und auf dem TV mit 900p. Damit sieht es natürlich nicht ganz so detailliert aus wie auf anderen Systemen. Hier und da merkt man auch Abstriche bei den Assets. Allerdings fällt dies beim Spielen nicht wirklich auf. Das Spiel läuft mit konstanten 30 FPS und nur sehr selten gibt es hier mal Ausrutscher nach unten. Das Team hat die Zeit also wirklich gut genutzt um den Titel sauber auf die Switch zu portieren. Die Spielwelten sind groß und abwechslungsreich gestaltet. Vom Gegnerdesign kann man dies allerdings nur bedingt behaupten. Hier wäre etwas mehr Vielfalt wünschenswert gewesen.
Die Akustik hingegen kann durchweg überzeugen.
In die Switch Fassung wurde direkt der letzte große Patch der anderen Fassungen eingespielt. Das bedeutet unter anderem auch die Möglichkeit die Kamera frei bewegen zu können, falls diese mal nicht richtig funktioniert. Da die Einstellungen auch hier noch mal verfeinert wurden, ist es aber nur an wenigen Stellen nötig manuell einzugreifen. Die Steuerung bzw. die Eingabe auf der Switch funktioniert tadellos, so dass man auch bei schwereren Sprungpassagen darauf zählen kann, dass man nicht in den Abgrund segelt weil die Eingabe nicht richtig oder schnell genug umgesetzt wurde. Dank neuer Optionen lassen sich auch die gewöhnungsbedürftigen Spracheffekte einzeln regeln. Ebenso lassen sich Sequenzen nun abbrechen und Textpassagen beschleunigen.
Die Ladezeiten sind nicht gerade die kürzesten, dafür wird man sehr selten damit konfrontiert.

8.0Wertung

Fazit

Yooka Laylee auf der Switch bietet direkt zu Beginn durch den bereits implementierten großen Patch das bestmögliche Spielerlebnis. Klar muss man einige Abstriche in Sachen Optik machen, diese fallen, vor allem im Handheldmodus, kaum ins Gewicht. Das Spiel erlaubt sich keine Fehler in Sachen Portierung und läuft auf der Switch absolut flüssig. Der Titel ist ein durchaus gelungener 3D-Plattformer mit großem Umfang und genügend Herausforderungen. Ob er nun zu viel Altes mit sich bringt oder zu viel Neues versucht wurde, dürfte dann schlussendlich Geschmackssache bleiben. Wer dem ungleichen Duo (noch) eine Chance geben möchte, kann dies auf der Switch beruhigt tun.

Design
8.0
Sound
8.0
Online Multiplayer
6.0
  • großer Umfang
  • viel zu Entdecken und zu sammeln
  • schöne Hommage
  • wenig Innovation
  • Gegnerdesign

Vielen Dank an die Firma Play Tonic Games für die Bereitstellung des Testmusters.

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