
Xenoblade Chronicles 2
Nachdem Xenoblade Chronicles 2 eigentlich vergangenen Monat mit dem Update 1.3.0 bedacht werden sollte, ist es nun offiziell erschienen. Der Entwickler begründete die Verschiebung mit technischen Problemen. Neben zahlreichen diversen Neuerungen gibt es den neuen Modus "Neues Spiel +", in dem etwa Status, Rang , Gold sowie weitere Dinge aus dem abgeschlossenen Spiel übertragen werden.
Nachfolgend könnt ihr in unserem Review zu Xenoblade Chronicles 2 noch einmal nachlesen, was wir von dem Spiel halten.

Xenoblade Chronicles 2
NSW
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Xenoblade Chronicles
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Auf der Suche nach der Heimat
Eure Geschichte beginnt auf dem Rücken eines Titanen. Die Welt ist sozusagen ausgestorben und richtige Landstücke sucht man vergebens. Landstriche, wie wir sie kennen, existieren nicht. Die Heimat in Xenoblade Chronicles 2 heißt Alrest und die Menschen leben dort auf riesigen uralten Titanen, die unterschiedliche Vegetationen aufweisen. Manche Titanen bewegen sich „fliegend“ durch die Lande, so wie der eures Charakters Rex. So dienen eben große Titanen als richtige Landstücke und Lebensräume, während die kleineren Exemplare eher als Transportmittel eingesetzt werden. Es gibt aber ein Problem. Die futuristischen Tiere werden immer älter und immer mehr von ihnen segnen das zeitliche – also Lebensräume verschwinden. Für Rex ist es also an der Zeit, dem Geheimnis des Weltenbaumes auf die Spur zu kommen, um so das Überleben der Bewohner zu sichern. Doch das ist zu Beginn noch ein Wunschtraum.
Rex ist ein Bergungstaucher, der unter den Wolken nach versunkenen Schätzen der älteren Zivilisationen sucht. Eines Tages wird ihm ein super Job angeboten, bei dem er sich sein Überleben für die nächste Zeit absichern könnte. Was er nicht weiß ist, dass sich ab nun sein Leben verändern wird, er viele neue Bekannte trifft und seine Reise nach „Elysium“ beginnt. Die Story verspricht Spannung bis zum Ende.
Ein episches Feuerwerk
Auf eurem epischen Abenteuer durchstreift ihr eine atemberaubende Welt, die euch mit ihren vielen unterschiedlichen Bewohnern und Stimmungen einfach nur in den Bann zieht. Zwar dauert es einige Spielestunden bis das Spiel an Fahrt aufnimmt, aber danach geht es schon los, die riesigen Titanen zu erkunden. Euch erwarten viele lustige Momente und Stellen, bei denen man einfach nur stehen bleibt und staunt. Das Leveldesign lädt oft zum Träumen und Verweilen ein. Dabei vergisst man schon einmal auf die eigentliche Aufgabe. Auf eurem Abenteuer könnt ihr auch wieder seltene Rohstoffe suchen, Schätze bergen und viele Gegner bzw. Kreaturen kreuzen euren weg. Manche sind, so lange man sie nicht stört, friedlich, andere gehen gleich zum Angriff über. In den Welten findet man auch wieder verstreute Objekte. Im Vergleich zum ersten Teil ist es auch toll, dass man nicht jede Itemkugel einzeln einsammeln muss, sondern es verschiedene Stellen gibt und man bei denen aber gleich mehr Dinge auf einmal erhält.
Ihr könnt manuell speichern (nur 1 Speicherstand), aber natürlich befinden sich überall automatische Speicherstellen. Die Checkpoints sind gut gesetzt und solltet ihr einmal doch das Zeitliche segnen, so startet ihr dort ohne jegliche Erfahrungs-, Beute- oder Geldverluste.

Auf in den Kampf
Das Kampfsystem in Xenoblade Chronicles 2 ist sicherlich Geschmackssacke. Es handelt sich dabei um ein rundenbasiertes System, bei dem ihr nur die Manöver auswählt, euer Protagonist aber von selber kämpft.
Wurde ein Gegner auf euch aufmerksam oder startet ihr durch Anvisieren den Kampf selbst, so geht es gleich in Echtzeit zur Sache. Dies bedeutet wiederum, dass ihr durch eure Fights auch das Interesse umliegender Kreaturen weckt. Aus ein paar Gegnern können also schon einmal einige mehr werden, wenn ihr eure Angriffe nicht genau plant. Das Spiel bietet aber die Möglichkeit auch Feinde anzulocken. So könnt ihr einen nach dem anderen in Ruhe ausschalten, anstatt euch mit einer riesigen Meute herumschlagen zu müssen.
Euer Repertoire reicht dabei wieder von klassischen Standardangriffen, bis hin zu Spezialattacken, die sich erst aufladen müssen. Je nach Wahl der Teampartner - mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften - könnt ihr auch Spezialisten für Angriff, Heilung etc. hinzuziehen (je nach Storygeschehen).
Wie gesagt vollführt euer Held die Angriffe von ganz alleine. Ihr müsst ihn aber richtig positionieren und Ausweichmanöver ausführen. Je nach Timing richtet ihr auch Extraschaden an. Dementsprechend sind eure Stellung und der richtige Zeitpunkt sehr entscheidend. Grundsätzlich sind die 4 Buttons mit Manöver belegt. Für manche Angriffe starten auch Quick-Time-Events. Je besser ihr die meistert, desto stärker ist auch der Schlag danach. Wie in vielen Spielen dieser Art üblich, spielen auch die Elemente eine wichtige Rolle. So gibt es eben verschiedene Manöver, die genau auf diese basieren (z.B. Feuerschlag, Blubberangriffe...). Kombiniert ihr diese dann auch noch, so dass ihr elementare Wechselwirkungen erzeugt, könnt ihr einem Gegner schon einmal einen Megaschaden zufügen. Gesteuert wird dabei aber immer nur einer der Meisterkämper, die anderen werden von der KI übernommen.
Items zur Heilung gibt es übrigens nicht. Bei bestimmten Tacklings lassen eure Feinde Heilkapseln fallen, die beim Einsammeln euer Team stärken. Nach dem Kampf regeneriert sich eure Energieleiste sowieso von alleine wieder. Euch stehen eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verfügung. Zwar scheint das Kampfmenü im Vergleich der Vorgänger etwas mager, aber durch die Möglichkeit eure Klingen aufzuwerten bzw. sogar zu wechseln, ergibt sich hier eine Vielzahl an verschiedenster taktischer Möglichkeiten. Hat man den Dreh heraußen, kann man wahrlich eine Symphonie an Angriffen starten, um das gegnerische Vieh ins Nirvana zu katapultieren. Dennoch sollte man immer seine eigene Stufe und das Level der Kreaturen im Auge behalten. Ganz so einfach ist es sonst nicht. Der Schwierigkeitsgrad ist übrigens nicht wählbar, sondern hier wird einfach mit den unterschiedlichen Rangstufen individualisiert. Für erfüllte Aufträge oder besiegte Gegner erhaltet ihr Bonuspunkte, die ihr in Gasthäusern einlösen oder auch einfach ignorieren könnt. Der Vorteil ist, dass ihr euch in diesen Stätten quasi über Nacht Ränge hochkaufen könnt.
Mittels Kernkristalle könnt ihr in Xenoblade Chronicles 2 Klingen erwecken. Hier gibt es normale, seltene und legendäre Kernkristalle. Je nach Seltenheit steigt natürlich die Chance auf einen stärkeren Gefährten (die Klingen treten nämlich als eure Begleiter auf). Darüber hinaus gibt es auch einzigartige Kernkristalle zu finden, die ihr nicht auf normalem Wege sammeln könnt. Ansonsten findet ihr sie beispielsweise in Schatztruhen oder sie bleiben als Beute zurück.

Die Spielewelt
Während ihr euch durch die Spielewelt bewegt, könnt ihr euch entscheiden, ob ihr eine Karte in Form einer Minimap oder einer durchsichtigen Riesenkarte eingeblendet haben wollt. Wer das gar nicht braucht, kann sie auch ganz wegschalten. Die Orientierung klappt dabei ganz gut und Niveauunterschiede werden in Form von kleinen Pfeilen angezeigt. Zwar benötigt es etwas Eingewöhnung, aber grundsätzlich findet man sich gut zurecht. Auch alle nötigen Details wie Haupt- und Nebenmissionen sind auf der Karte zu finden.
Das Wolkenmeer, in der ihr euch mit euren Titanen bewegt, durchläuft auch verschiedene Pegelstände – ähnlich einem Ozean. Was nett aussieht, hat aber auch Einfluss auf das Gameplay. So könnt ihr manche Orte nur erreichen, wenn der „Wolkenstand“ passt. Oft heißt es auch durch die Wolken zu schwimmen, um Abgründe überwinden zu können – auf der anderen Seite können diese auch wieder Wege versperren.
Jeder Charakter verfügt auch über einen Talentebaum, bei dem ihr ihn je nach Spielfortschritt neue Techniken und andere wichtige Dinge beibringen könnt. Oftmals stoßt ihr auch auf Dinge, die ihr noch gar nicht benutzen oder Stellen die ihr nicht überwinden könnt. Erst wenn ihr das passende Talent erlernt habt, müsst ihr an diese Orte zurückreisen.
Es gibt also überall viel zu entdecken und zu tun. Ihr könnt euch stundenlang mit Nebenaufgaben, Charakterentwicklung, Stadtentwicklung durch Einkaufsbummel, diversen Unterhaltungen, Speisen zubereiten, Tauschhandel, Klingenbau etc. die Zeit vertreiben. Irgendwie scheint aber immer alles miteinander doch wieder verzahnt zu sein, so dass die Motivation ständig sehr hochgehalten wird. Das Spiel wirkt aber an keiner Stelle überfordernd, wie es vielleicht teilweise bei anderen Teilen der Fall war. Der Spieler wird sehr gut an die Hand genommen und durch alle Möglichkeiten durchgeführt. Grund ist sicherlich auch, dass die Menge an Quests deutlich nach unten geschraubt wurde. Zwar wurde die Quantität gesenkt, die Qualität aber deutlich nach oben geschraubt. So scheinen die Aufgaben nun viel emotionaler – egal ob es persönliche Schicksale sind oder sie dich mit einer Portion Humor abholen. Teilweise kann man sogar in Unterhaltungen eingreifen und Entscheidungen treffen.
Als Bergungstaucher gibt es auch immer wieder Plätze, wo ihr im Wolkenmeer nach Schätzen tauchen könnt. Dabei müsst ihr im richtigen Moment eine Quick-Time-Sequenz beenden. Je besser ihr diese schafft, desto mehr Schätze findet ihr.
Tag- und Nachtzeiten sind dynamisch und auch das Wetter wechselt nach Lust und Laune. Optisch sieht aber alles wunderschön aus. Hier und da blenden sich manche Objekte etwas spät ein und manche Texturen sind nicht immer ganz sauber, aber teilweise ist dies Meckern auf hohem Niveau. Nur im Handheld-Modus fällt teilweise doch die niedrigere Auflösung mehr ins Gewicht als vielleicht erwünscht. Doch auch beim Benutzen von Schnellreisepunkten, Ortswechsel und Cut-Scenes läuft alles flüssig und ohne Probleme.

Harmoniesystem
Eine ganz wichtige Rolle nimmt auch wieder die Beziehung zu euren Gefährten (vor allem euren Klingen) ein. So könnt ihr mit diesen wieder bestimmte Vertrauens- und Harmoniestufen erreichen. Das funktioniert, indem ihr einfach zusammen durch die Welt reist und Kämpfe bestreitet. Euer Klingengefährte steht in Kämpfen quasi immer an eurer Seite und ihr seid durch eine energetische „Nabelschnur“ miteinander verbunden. Je besser ihr harmoniert, eure Abstände zueinander passen und die persönliche Beziehung gefördert werden, desto mehr von Vorteil ist es natürlich. Bei zu großem Abstand oder schweren Gegnertreffern wirkt sich das natürlich eher kontraproduktiv auf eure Verbindung aus. Jede Klinge bringt unterschiedliche Skills, Techniken und Talente mit sich. Mit dem Einsatz von Lieblingsspeißen, -spielen oder –düften können noch dazu weitere Kampfvorteile ausgelöst werden.
Starke Leistung
Bis auf ein paar kleine Mängel bei den Texturen oder plötzlichen Pop-Ups kann man, wie bereits erwähnt, dem Spiel optisch nicht viel vorwerfen. Einzig beim Charakterdesign findet man ein paar unschöne Entgleisungen. Während die Hauptcharaktere alle wunderbar designt und animiert sind, schauen manch andere Gesichter von Bewohnern eher sehr lieblos hingeklatscht aus. Dennoch wirken die Schauplätze und Personen mit ihren Anime-Akzenten sehr überzeugend und sympathisch. Am Charakterdesign selbst hat sich sogar Tetsuya Nomura (Final Fantasy, Kingdom Hearts) beteiligt. Teilweise erinnert es an Spiele wie Ni No Kuni. Viele Personen und Kreaturen denen man begegnet haben ihre eigene Geschichte, ihr eigenen Schicksale, welche mehr oder weniger berühren.
Der Soundtrack ist wieder mehr als genial und die Vertonung mag mit ihren verschiedenen englischen Akzenten wieder zu gefallen. Vie eShop könnt ihr euch auch die japanische Tonspur downloaden. Leider passt vor allem im Englischen die Lippensynchronität nicht immer ganz zusammen. Wer weder der englischen, noch der japanischen Sprache mächtig ist bzw. sich schwer tut, für den gibt es natürlich wieder deutsche Untertitel.
Fazit
Auch der neue Titel der Xenoblade-Sage ist ein würdiger Nachfolger und die Reihe hat an ihrem Glanz nichts verloren. Spielerisch hat es sogar ein Schäufelchen zugelegt. Zwar ging die Quantität bei den Quests zurück, aber dafür wurde die Qualität deutlich gesteigert. Xenoblade Chronicles 2 ist wieder ein meisterhaftes, episches Rollenspiel, welche über viele Stunden Vergnügen ins Wohnzimmer bringt. Natürlich ist nicht alles perfekt, egal ob optisch oder soundtechnisch, aber dem Gegenüber steht ein wunderbares, nahezu perfektes Spielerlebnis, welches einen bis zum Schluss an die Konsole fesselt.
- packende Story
- riesige schöne Spielewelt
- toller Soundtrack
- viel Entwicklungspotenzial und viele Möglichkeiten
- kleine Grafikprobleme (Pop-Ups...)
- Handheld-Modus mit technischen Abstrichen
- Lippensyncro nicht immer optimal
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.




