
Rocket League
Rocket League ist einer der Titel dies es geschafft haben sich dauerhaft in die Herzen der Spielergemeinde einzunisten. Nun hat Psyonix die rasante Mischung aus Fußball und Autofahren auf die Nintendo Switch portiert. Ob die Formel auch hier funktioniert erfahrt ihr in unserer Review zu Rocket League.
Es gibt Spiele die im Prinzip eigentlich nichts besonderes sind, aber dennoch genau den Zeitgeist treffen oder zum richtigen Moment veröffentlicht werden. Denn sind wir mal ehrlich, besonders komplex ist Rocket League erst mal nicht. Viel mehr ist es ein Spiel das so richtig Spaß macht und Spieler herausfordert. Fußball ist eine der populärsten Sportarten auf dem Planeten und schnelle oder wuchtige Autos stehen bei den meisten auch hoch im Kurs. Eine Kombination aus beidem ist also schon eine ziemlich sichere Sache. Mit Supersonic Acrobatic Rocket-Powered Battle-Cars brachten Psyonix 2008 genau ein solches Spiel auf den Markt welches allerdings gemischt aufgenommen wurde. Erst das 2015 erschienene Sequel konnte die Spieler dann letztendlich überzeugen. Nun ist der Titel auch auf der Nintendo Switch erhältlich. Wir haben uns für euch in die Arena begeben um zu prüfen, ob das Spiel auch auf dem Hybriden ein Spaßgarant ist.
Das Runde muss ins Eckige
Rocket League ist der perfekte Sport für Couch-Potatoes. Man bleibt bequem im Auto sitzen und rast dem Ball hinterher. 2-8 Spieler teilen sich hierzu in zwei Mannschaften auf und treten gegeneinander in Arenen an. Das Ziel ist auf dem Papier relativ simpel. Jeder Mannschaft hat ein Tor und eure Aufgabe ist es den Spielball mit Hilfe eures Vehikels in das gegnerische Netz zu pressen. Die Spielfelder sind hierbei von abgerundeten Banden und hohen Kraftfeldern umgeben. Somit kann man das Spielfeld weder verlassen noch gegen den Rand prallen. Vielmehr bieten sich so, ähnlich wie beim Hallenfußball, damit viele taktische Möglichkeiten.
Könnten die Autos nur vorwärts und rückwärts fahren, dürfte das Spiel wohl kaum spannende sein. Ergo habt ihr zum einen die Möglichkeit einen Boost zu zünden und um anderen die Option zu springen. Während des Sprungs könnt ihr zudem Drehung durchführen. Dies sieht nicht nur spektakulär aus, sondern hat oft auch einen spielerischen Nutzen. Sprint ihr mit dem Boost und macht einen Flip auf den Ball, legt ihr einen ziemlich strammen Schuss hin. Auch bei der Abwehr von Schüssen können solche Manöver entscheidend für eine erfolgreiche Parade sein.
Wenn ihr neu in Rocket League seid, solltet ihr euch auf keinen Fall entmutigen lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und das Spiel benötigt wirklich einiges an Übung. Das liegt nicht daran, dass es komplex ist, sondern weil die Steuerung des Fahrzeugs und das Timing eben sehr viel Erfahrung und Übung benötigen. Während Anfänger also oftmals ziellos in der Arena versuchen in die Nähe des Balls zu kommen, fliegen Profis wild durch über das Spielfeld und dreschen den Ball ähnlich wie beim Squash durch die Arena. Beherrscht ihr euer Fahrzeug, beherrscht ihr den Ball und somit euren Gegner.
Mannschaftssport
Rocket League bietet euch einen ausgiebigen Part in dem ihr trainieren könnt. Neben Tutorials findet ihr dort Lektionen für angehende Torwarte, Stürmer und für Sprungmanöver. Im freien Spiel könnt ihr euch zudem erst mal einfach austoben und ausprobieren.
Aber das Herz des Titels ist ganz klar das kompetitive Spiel gegen andere Spieler oder Mannschaften.
Im lokalen Spiel könnt ihr gegen Freunde oder KI-Kontrahenten antreten, online hingegen trefft ihr auf den Rest der Welt. Und das ist in dem Fall wirklich so, denn Rocket League auf der Switch verfügt über Crossplay. Dies bedeutet ihr könnt sowohl mit Spielern auf dem PC als auch der Xbox zusammenspielen. Ob jemand über Crossplay teilnimmt, seht ihr an seinem Avatar. Dieser ist dann mit PsyNet gekennzeichnet. Auch hier haben die Entwickler hervorragende Arbeit geleistet. Wir konnten während unseres gesamten Tests keine Aussetzer oder Ruckler feststellen.
Antreten könnt ihr Online entweder zwanglos oder kompetitiv. Während ihr bei Ersterem einfach nur aus Spaß spielt, geht es bei kompetitiven Spiel um Ränge und Ranglisten. Bevor ihr diesen Teil betretet solltet ihr euch wirklich gut vorbereiten, da es hier wirklich hart zur Sache geht.
Also Modie stehen euch beim zwanglosen Spiel einige Varianten zur Verfügung. So könnt ihr entweder 1v1, 2v2, 3v3 (Standard) oder im 4v4 gegeneinander antreten.
Also Sportmodi gibt es noch die Optionen Dropshot, Rumble, Schneefrei, Körbe und Rocket Labs.
Solltet ihr übrigens Vorlieben oder Abneigung bei den Arenen haben, so könnt ihr 2 Vetos verteilen um diese Maps aus dem Pool zu nehmen.
Ab in die Garage
Das Auto repräsentiert euch als Spieler auf dem Feld. Dementsprechend ist es nur logisch, dass ihr hier sehr viele Optionen habt euch darzustellen. Neben verschiedenen Karosserien stehen euch Aufkleber, Lackierungen, Räder, Raketenspuren, Dachaufsätze, Antennen, Spuren, Motorsounds und Torexplosionen zur Verfügung um euren Auftritt zu individualisieren.
Durch Erfolge im Spiel werdet ihr hier massenhaft optische Aufbesserungen freischalten können. Allerdings sind manche dieser Gegenstände nur durch Kisten zugänglich. Diese könnt ihr euch auch verdienen. Allerdings sind diese verschlossen und ihr müsst euch im eShop einen Schlüssel hierfür kaufen. Ein Schlüssel kostet 1,26€, 5 Schlüssel 4,22€, 10 Stück 8,45€ und 20 Schlüssel kosten 16,91€. Die möglichen Inhalte der Kiste werden euch vor dem Öffnen angezeigt. Ihr erhaltet allerdings nur einen zufälligen Gegenstand. Unter dem Aspekt, dass der Spaß echtes Geld kostet hat dies einen etwas faden Beigeschmack. Auch wenn die Inhalte wirklich sehr ansprechend ist und Psyonix betont, dass ein Teil der Einnahmen in eSport-Events investiert wird.
Zudem könnt ihr im eShop sogenannte Premium-Autos erwerben. Dabei handelt es sich teilweise um echte Fahrzeuge wie den Nissan Skyline oder den Dodge Charger, aber auch fiktive Modelle wie das Batmobil oder den Delorean aus Zurück in die Zukunft.
Ob man in solche Dinge investieren möchte ist jedem selbst überlassen, denn zumindest gibt es hier kein Pay-to-win Modell.
Also Käufer der Nintendo Switch Fassung erhält man als kleinen Extra übrigens ein Auto im Mario/Luigi Look und Samus´ Kampfschiff.
Kommunikation
Auf einen Sprachchat haben die Entwickler bei der Switch-Fassung verzichtet. Das kann man ihnen bei dem bislang vorherrschenden Kabel-Wulst auch nicht wirklich verdenken. Vielmehr wurde eine super schnelles Quick-Chat System implementiert. Bei diesem könnt ihr durch zwei Eingaben auf den linken Knöpfen kurze Kommandos, Komplimente oder Infos rausgeben. Das ist natürlich bei weitem nicht so komfortabel wie ein Sprachchat, aber es kann dennoch Helfen. In den Optionen habt ihr sogar die Möglichkeit euch diese Kürzel selbst auf die verschiedenen Tastenkürzel zu legen.
Technik
Das Team von Panic Button hat schon bei der Portierung von Doom gezeigt, dass sie ihr Handwerk sehr gut verstehen. Die Switch-Fassung von Rocket League kann mit den Fassung für PS4 und vor allem den PC natürlich erst mal nicht mithalten. Oftmals sieht man, dass die dynamische Auflösung ganz schön nach unten pegelt um die konstanten 60 FPS halten zu können. Die Texturen wechselnd von grandios bis super matschig. Auch die Kantenglättung lässt oft zu wünschen übrig. Das ist der Preis den man zahlen muss um ein super flüssiges Gameplay zu gewährleisten. Und hier leistet sich Rocket League keinen Schnitzer. Der Titel läuft mit irrwitziger Geschwindigkeit und butterweich auf der der Switch.
In den Optionen könnt ihr zudem tonnenweise Dinge einstellen. Dies reicht vom Modus für Farbenblinde, über die Möglichkeit Crossplay auszuschalten, bis hin zu detaillierten Kameraeinstellungen wie den Winkeln, die Höhe und den Abstand. Natürlich kann auch die Tastenbelegung frei gewählt und gestaltet werden.
Wer das ganze also professionell auf der Switch angehen möchte findet hier auch die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten.
Akustisch kann man zu Rocket League nicht sonderlich viel sagen. Die meist elektronische angehauchte Untermalung ist hier eigentlich nur Nebensache, da man sowieso etwas anderes zu tun hat als auf irgendwelche Klänge zu lauschen.
Fazit
Rocket League funktioniert auch auf der Nintendo Switch hervorragend. Natürlich muss man optisch einige Abstriche machen, aber dafür kann man sich auf eine konstante Framerate verlassen. Der Spielspaß bleibt ebenfalls garantiert konstant. Inhaltlich gibt es fast alles, was auch auf den anderen Plattformen geboten wird. Durch die Möglichkeit des Crossplay gehen euch nie die Mitspieler bzw. Gegenspieler aus. Die Server sind zu jeder Zeit gut gefüllt und sehr stabil. Sowohl Anfänger als auch Profis finden hier ein neues zu Hause. Eine gelungene Umsetzung welche Nintendo etwas mehr in die Welt des Onlinegaming einbindet.
- schneller Zugang
- Crossplay
- durchdachtes Onlinesystem
- macht einfach nur Spaß
- dynamische Auflösung im Handheldmodus
- kein Voicechat
Vielen Dank an die Firma Psyonix für die Bereitstellung des Testmusters.




