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L.A. Noire

L.A. Noire

Tommy

Unser Test zu L.A. Noire ist ja bereits online und darin wurden bereits einige optische Mängel des Spiels angesprochen. Digital Foundry hat sich nun erneut die Mühe gemacht ein Video zusammenzustellen, welches die Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen zeigt und man mag es kaum glauben, so groß, wie man vielleicht denken mag, sind diese nicht.

L.A. Noire

NSW

Entwickler
Rockstar
Publisher
Rockstar
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 16

Verbrechen und Korruption

Schauplatz des Abenteuers ist Los Angeles im Jahr 1947, das nur so vor Korruption, Drogenhandel und Verbrechen blüht. Der Spieler beginnt das Abenteuer mit Cole Phelps, einem Streifenpolizisten, gerade im nächtlichen Einsatz um einen Räuber Dingfest zu machen. Dies sind auch jene Missionen die ihr Anfangs erfüllen müsst, um eine Beförderung ins Verkehrsdezernat zu bekommen. Leider sind diese ersten Verfolgungsjagden etwas eintönig und mit unter langweilig. Ist euer Protagonist erst einmal befördert worden, nimmt das Geschehen deutlich an Fahrt auf und legt an Spannung zu. Im Verkehrsdezernat gilt es dann Unfälle, bewaffnete Überfälle oder ganz andere Delikte zu lösen. Es müssen Passanten, Ladenbesitzer oder andere Personen befragt werden, die eventuell etwas gesehen haben könnten oder Verdächtig sind. Ebenso dazu gehören auch Untersuchungen von Schauplätzen, Unfallopfern und ähnlichem.
Auf den Schauplätzen gibt es eine bestimmte Anzahl an Hinweisen, die jedoch nur bei den ersten Fällen offensichtlich auf der kleinen Karte auf dem linken unteren Bildschirm Anhand einer Lupe angezeigt werden. Danach muss man sich selbst auf die Suche machen die, nicht immer offensichtlichen, Hinweise auf den Schauplätzen zu finden. Je mehr Hinweise man findet, desto mehr Möglichkeiten tun sich auf den Fall aufzuklären. Dazu gehört auch die Möglichkeit des Verhörens und was man damit aus jenen befragten Personen herausbekommt. Findet man allerdings zuvor nicht die richtigen Hinweise, wird es schwer den richtigen Verdächtigen zu finden und diesen Anhand von Beweisen Dingfest zu machen oder ihn soweit unter Druck zu setzten, das er die Tat gesteht.

Den richtigen Riecher

Ebenso verhält es sich mit eurem Einfühlungsvermögen wie ihr in den jeweiligen Situationen reagiert. So stehen Cole Phelps bei seinen Befragungen die Optionen „Guter Cop“, „Böser Cop“ und „Anschuldigen“ zur Verfügung, mit denen er möglichst viele Hinweise aus den Personen herausbekommen muss. Entscheidet er sich falsch, wird er genau das Gegenteil bewirken und möglicherweise keine wichtigen oder relevanten Hinweise bekommen um den Fall zu lösen oder gar einen Verdächtigen nicht oder erst später und mit größerem Aufwand überführen können. Und hier kommt die Besonderheit des Spiels zum Vorschein, etwas wirklich einzigartiges zu seinerzeit. Denn sämtliche Gameplay-relevanten Personen verfügen über ein absolut geniale und authentische Mimik ihres Gesichtes. An dieser kann man haargenau erkennen ob jene die Wahrheit sagen, dreist Lügen oder versuchen etwas zu verheimlichen.
Ein wirklich überaus geniales Feature was dem Spiel sehr viel Autentik und Realismus beifügt. Wer dem englischen allerdings nicht mächtig ist wird hier allerdings auf Probleme stoßen, denn wenn man gezwungen ist die Bildschirmtexte zum Verständnis lesen zu müssen, entgehen einem meistens die signifikanten und wichtigen Gesichtsbewegungen um sich für die richtige Option entscheiden zu können. Englischkenntnisse sind hier also durchaus von Vorteil. Mit etwas Übung bekommt man den dreh allerdings irgendwann auch raus.

Doch auch weitere Beförderungen wie etwa ins Morddezernat stehen Cole Phelps noch bevor, in denen der dann Beispielsweise Verbrechen untersuchen und Mörder finden und Verhaften muss. Mitunter kann dies aber auch den Tot des verdächtigen bedeuten, der sich freilich nicht immer Freiwillig überführen lässt. So kommt es neben Verfolgungsjagden zu Fuß und dem Auto auch zu wilden Schießereien, teilweise sogar mit ganzen Clans. Wird euer Protagonist einmal im Einsatz getötet, startet das Geschehen am letzten Checkpoint, die fair verteilt sind.

Der Spieler hat auch die Möglichkeit sich mithilfe von erhaltenen Intuitionspunkten helfen zu lassen. Mit diesen kann man in Befragungen etwa eine Antwort entfernen, auf der Suche nach Hinweisen alle Hinweise anzeigen lassen oder aber die Community dazu befragen. Intuitionspunkte erhält man bei jedem Rangaufstieg.

Neues Verhör-System

Die Entwickler haben dem Spiel ein neues Verhör-System spendiert, da dieses seinerzeit zu einigen Missverständnissen führte. So war Anhand der 3 Auswahlmöglichkeiten (Wahrheit, Anzweifeln, Lüge) nicht immer ersichtlich wie euer Detektiv in jenen Möglichkeiten reagiert. Allerdings hat man das Verhör-System nicht erneuert sondern lediglich die Auswahlmöglichkeiten unter einem anderen Namen aufgeführt. Diese sind mit „Guter Cop“, „Böser Cop“ und „Anschuldigen“ deutlich ersichtlicher und weniger verwirrend im Bezug auf einige Fragen, da der Unterschied zwischen Anzweifeln und Lüge im Original selten ersichtlich war. Eine Durchaus nette Neuerung, allerdings auch nichts überaus Spielrelevantes.

Optisch alles beim Alten...

Die grafische Gestaltung des Titels ist an sich gelungen. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben das Setting so realgetreu wie möglich ins Spiel zu bringen. Die komplette Spielwelt sieht aus wie aus den 1940 Jahren. Besonderes Lob gebührt den Entwicklern für die Animationen der Gesichter sämtlicher Spielrelevanten Charaktere. Nicht nur das diese komplett Lippensynchron Sprechen, auch deren Mimik ist phänomenal. An dieser kann und muss man auch erkennen, ob der Protagonist die Wahrheit erzählt oder lügt. Schon 2012 hat dies überaus begeistert und auch 5 Jahre später hat sich daran nichts geändert.

Leider haben es die Entwickler versäumt dem Spiel einen Ansprechenden Neuanstrich zu verpassen. Zumindest die Switch-Fassung unterscheidet sich vom PS3 Original so gut wie überhaupt nicht. Die allgemeine Optik wirkt ziemlich steril, Texturen sind mitunter ein riesiger verschwommener oder pixeliger Haufen. Ebenso ploppen Texturen oder ganze Objekte erst recht spät ins Bild, was wirklich unschön aussieht. Leider passiert es auch das unser Partner durch eine geschlossene Tür hindurchläuft oder man selbst durch andere Objekte ohne Widerstand hindurchläuft. Spiegelungen auf Autos oder Fensterscheiben sehen nicht nur pixelig aus, sie ruckeln auch ziemlich stark und wirken abgehackt (während der Fahrt im Auto). Ansonsten sind die Bewegungsanimationen sämtlicher Protagonisten sehr gut gelungen, wenngleich diese manchmal auch etwas abgehakt wirken. Immerhin wanken einige Pflanzen und Bäume im Wind, sodass es teilweise nicht ganz so steril wirkt.

Das schlimmste ist allerdings die unsaubere Portierung auf die Switch. Die Framerate hat wirklich mit starken Schwankungen zu kämpfen was Anhand der Grafik nur schwer zu verstehen ist. Nur selten läuft das Geschehen flüssig, was nicht bedeutet das dies schnell von statten geht. Das Spieltempo ist eher gemach - kommt jedoch sofort ins stocken, sobald man auf mehrere Menschen in der Umgebung trifft. Hier fällt die Framerate deutlich ab und es kommt zu heftigen Slowdowns, was wiederum dem Gameplay schadet. Es ist einfach nur belastend, das die ohnehin schon recht langsame Spielgeschwindigkeit immer wieder durch solche Framedowns noch deutlicher Verlangsamt wird. Dies erschwert Handlungen wie Verfolgungsjagden oder Schusswechsel ungemein.

Musik und Co.

Auf musikalischer Seite muss man sagen das es den Entwicklern gelungen ist die jeweils zur Umgebung und zum Spielgeschehen passenden Musikstücke zu finden. Egal ob etwas hektisch in Verfolgungsjagden oder eher ruhig bei der Detektiv-Arbeit zu jederzeit bekommt man atmosphärische Klänge auf die Ohren. Doch auch die Soundeffekte wie Motorgeräusche oder Schüsse fügen sich sehr gut ins Spielgeschehen ein und klingen Authentisch.

Ganz besonders gelungen ist die englische Sprachausgabe die wirklich viel zur ohnehin schon sehr guten Atmosphäre beisteuert und das Spiel so deutlich realistischer und lebendiger Wirken lässt.

7.5Wertung

Fazit

L.A. Noire ist ein sehr gutes Spiel was viel Spaß bereiten kann - leider kommt es aber recht langsam in Fahrt. Nicht verständlich ist hingegen die wirklich mangelhafte technische Umsetzung mit ständigen Slowdowns und das, obwohl die eigentliche Grafik auch nicht gerade berauschend ist. Dies kostet dem Spiel letztendlich eine höhere Wertung, die es mit einem optimalen Port auch verdient hätte. So jedoch wird der Spielfluss durch die ganzen technischen Mängel zu deutlich beeinträchtigt. Schade drum. Wer sich an diesen Kritikpunkten nicht allzu sehr stört kann jedoch ruhig zugreifen!

Design
7.0
Sound
9.0
  • Guter Umfang
  • Audiovisuell top
  • Klasse Mimik
  • Interessantes Setting
  • Grafisch nur Mittelmaß
  • Technisch schlechte Portierung
  • viele Framedowns

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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