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Cars 3: Driven to Win

Cars 3: Driven to Win

David

Passend zum Start des dritten Cars-Film in den Kino gibt es natürlich auch wieder eine Videospieladaption.

Man muss in letzter Zeit wirklich zugeben, dass die Masse an absolut unbrauchbaren Lizenzspielen deutlich zurückgegangen ist. Gerade zu Zeiten der Wii und des DS hatte dies ja unerträgliche Ausmaße erreicht.

Ob das reaktivierte Studio Avalanche ein brauchbares Spiel abliefert, oder ob ihr besser einen weiten Bogen um den Titel macht, erfahrt ihr in unserer Review zu Cars 3 Driven to Win.

Neben den Adaptionen zu den beiden ersten Kinofilmen Cars und Cars 2 erschienen noch weitere Rennspiel-Spin-Offs aus dem Universum von Lightning McQueen und seinen motorisierten Freunden. Keiner der Titel schaffte es jedoch sonderlich über ein Mittelmaß hinaus, wenn überhaupt. Mit Cars 3: Driven to Win liefert uns Warner das passenden Lizenzspiel zum Kinofilm Cars 3 Evolution. Während die Vorgänger also von THQ und später Disney Interactive produziert wurden, übernimmt nun eine echte Größe im Bereich Videospiele das Steuer. Hierzu wurde das reaktivierte Studios Avalanche in Zusammenarbeit mit Disney und Pixar eingesetzt. Ob sich der Titel damit von seinen Vorgängern absetzen kann, erfahrt ihr in unserer Review.

Das Herz eines Champions

In einem Rennspiel sollte man natürlich keine großartige Story erwarten. Da der Titel allerdings ganz klar eine jüngere Zielgruppe anspricht, sollte man also meinen, dass man hier zumindest einen Anreiz geliefert bekäme. Leider ist dies nur in kleinen Portionen der Fall.
In einem TV-Interview wird unser Held Lightning McQueen zwar als verdienter Rennveteran dargestellt, allerdings nicht mehr als wahrer Rennfahrer. Das können er und seine Crew natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so fordern sie den arroganten Jackson Storm zu einem Rennen heraus. Dieser akzeptiert und gestattet uns in seiner Güte uns erst entsprechend vorzubereiten. Und genau dies ist nun euer Ziel. Ihr müsst verschiedene Tests durchlaufen um zu beweisen, dass ihr fit genug seid, um es mit der Rennbolide aufnehmen zu können.

Ein steiniger Weg

Zu Beginn eurer Vorbereitung stehen euch nur wenige Fahrzeuge und Fahroptionen zur Verfügung. Je weiter ihr voran schreitet erhaltet ihr aber immer weitere Optionen euer fahrerisches Können zu beweisen.
Das Spiel ist in verschiedene Kategorien unterteilt: Events, Pokal Serien und Thomasville Stunt Park.
Im Abschnitt Rennen erwarten euch verschiedene Disziplinen auf einzelnen Strecken. Neben dem herkömmlichen Wettkampf um den ersten Platz, gibt es weitere Spieloptionen. Im Kampfrennen, in dem es zwar immer noch um den ersten Platz geht, könnt ihr eure Gegner mit verschiedenen Waffen, die auf der Strecke verteilt sind, aus dem Weg räumen. In der Stunt-Show geht es darum während des Rennens durch verrückte Stunts und Sprünge Punkte zu sammeln. Wer am Ende der Runden die meisten Punkte hat gewinnt. Im K.O.-Wettkampf tretet ihr alleine an und müsst innerhalb einer vorgegeben Zeit so viele Crashkarts wie möglich vernichten. Wollt ihr neue Rundenrekorde aufstellen, so könnt ihr dies am besten im Modus Zeitfahren. Solltet ihr euch in den einzelnen Disziplinen genügend unter Beweis gestellt haben, könnt ihr in Meister-Events gegen die Besten der Besten antreten und klarstellen, dass Lightning noch nicht zum alten Eisen gehört.
Solltet ihr keine Lust auf einzelne Rennen haben, stehen euch in der Pokal-Serie aneinandergereihte Herausforderungen zur Verfügung. In den Modi Rennen, Kampfrennen, Stunt-Show und K.O.-Wettkampf könnt ihr jeweils in den Pokalen Neuling, Profi und Champion antreten. Wem das noch nicht reicht, für den gibt es noch den Mix-Championspokal und für die Meisterbezwinger den Dinoco-All-Star-Pokal.
Auch wenn ihr die meisten anderen Herausforderungen auch mit 1-2 Spielern genießen könnt, bietet euch das "Gesponsortes Team" Spiel die besten Optionen mit-, bzw. gegeneinander anzutreten. Hier könnt ihr in festgelegten Events oder Pokal-Serien antreten, oder aber eure eigene definierte Serie erstellen und austragen.
Im Thomasville Stunt Park könnt ihr frei umherfahren und verschiedene Herausforderungen wie bestimmte Stunts oder Zielschießen aktivieren und absolvieren. Für manche dieser Events ist mehr als ein Spieler nötig.
In der Ruhmeshalle könnt ihr einsehen welche Erfolge und Tests ihr bereits bestanden habt und welche noch ausstehen. Diese beziehen sich nicht nur einfach um das absolvieren und gewinnen der verschiedenen Events, sondern auch eures fahrerischen Könnens. So gilt es zum Beispiel eine gewisse Zeit lang rückwärts oder auf zwei Rädern zu fahren, besondere Drifts auszuführen oder eine gewisse Art von Abschüssen zu erzielen. Während viele dieser Ziele leicht sind, sind manche schon kniffeliger und bedürfen einiger Übung. Andere, sogenannte Langzeitziele, müsst ihr euch einfach durch beharrliches Spielen verdienen.
Als Anreiz bekommt ihr hin und wieder ein neues Auto oder aber sogenannte Farbkits. Mit diesen könnt ihr die Unterbodenbeleuchtung und die Farbe eures Turbos ändern.

Auf den Spuren großer Vorbilder

Wie auch schon seine Vorgänger orientiert sich auch Cars 3: Driven to Win ganz klar am Genre-Primus Mario Kart. Allerdings mischt man doch einige kleinere eigenen Ideen unter.
Wie auch beim Vorbild rast ihr je nach Modus über verschiedene Strecken um diese als erster abzuschließen. Hierbei könnt ihr durch verschiedene Mittel sogenannte Turbo Energie aufbauen. Der einfachste Weg ist es, ähnlich wie bei Nintendos Pendant, die Kurven mit möglichst langen Drifts zu nehmen. Des weiteren könnt ihr bei Sprüngen durch das Drücken des rechten Sticks in verschiedene Richtungen einen oder mehrere unterschiedliche Stunts ausführen. Ebenso ist es möglich rückwärts oder auf zwei Rädern zu fahren. In bestimmten markierten Bereichen erhaltet ihr zusätzliche Turboenergie wenn ihr jene Sonderaktionen durchführt.
Eure Turboleiste ist in 4 Sektionen mit je 10 Strichen unterteilt. Pro voller Sektion könnt ihr einmal den Turbo zünden. Oder aber ihr wartet bis alle vier Sektionen gefüllt sind um dem Mega-Turbo zu zünden.
Alles in allem funktioniert dieses System sehr gut, auch wenn es gerade für jüngere Spieler stellenweise etwas zu komplex ist.
Generell sollten jüngere Spieler, so weit möglich, die Herausforderungen in der einfachen Stufe annehmen. Denn das Spiel ist nicht gerade nachgiebig oder lässt euch gar freiwillig gewinnen.
Bei Rennen, bei denen Waffen zum Einsatz kommen, müsst ihr wie bei Mario Kart auf der Strecke verteilte Behälter einsammeln, welche Waffen enthalten. Hier ist vom Raketenwerfer, über die Gatling, der Granatwerfer und Ölfässer alles mögliche dabei um euren Kontrahenten das Leben schwer zu machen.

Technik

Dass die Switch nicht die leistungsfähigste Konsole auf dem Markt ist, sollte hinlänglich bekannt sein. Ebenso wie die Tatsache, dass Lizenztitel sich selten durch besonders ausgefeilte Technik hervortun. Optisch landet der Titel somit eher im Mittelfeld. Gerade im Mehrspielermodus muss man mit abgespeckter Optik rechnen. Dies liegt allerdings wohl nicht an der Konsole, denn Mario Kart zeigt eindrucksvoll wie man hier dennoch gut abschneiden kann. Auch die Framerate ist leider nicht immer konstant. Ebenso scheinen einige Texturen und Elemente eine wesentlich niedrigere Qualität als andere zu haben. Somit hat die Switch-Fassung wohl nicht nur mit der allgemein niedrigeren Qualität eines Lizenzspiels, sondern auch mit einer technisch nicht ganz sauberen Umsetzung zu kämpfen. Natürlich sollte man auch an dieser Stelle erwähnen, dass solche Aspekte bei vielen Personen der Zielgruppe, nämlich Kinder, keine übergeordnete Rolle spielen.
Die musikalische Untermalung ist durchaus gelungen und wechselt von Rock zu Country und elektronischen Klängen. Bei den Sprechern handelt es sich teilweise um die originalen Synchronsprecher aus den Filmen. Generell wird viel kommentiert, was das Geschehen gut auflockert. Seltsam ist nur, dass die Musik leiser geregelt wird, wenn etwas gesagt wird und der Sprecher bei der Fahrt durch Tunnel extrem hallt.
Die Steuerung des Spiels funktioniert tadellos. Allerdings ist die Tastenbelegung beim Spiel mit nur einem JoyCon etwas gewöhnungsbedürftig. Hier empfiehlt sich der JoyConGrip oder der ProController.
Die Ladezeiten sind bis auf wenige Ausnahmen absolut im erträglichen Rahmen.
Auf einen Online-Modus haben die Entwickler bei Cars 3 komplett verzichtet. Dafür können 1-2 Spieler lokal, sowohl am Tablet als auch am TV antreten.

7.0Wertung

Fazit

Auch wenn man deutliche Unterschiede zu den Vorgängern merkt, bleibt auch Cars 3: Driven to Win in Sachen Optik eher mittelmäßig. Dafür wurde wurde die Spielmechanik deutlich verbessert und der Umfang ist wirklich nicht zu verachten. Gerade die Kampfrennen machen wirklich viel Spaß. Betrachtet man das Spiel unter dem Aspekt der angesprochenen Zielgruppe so handelt es sich um eine, wenn auch bei weitem nicht gleichwertige, Alternative zu Mario Kart. Fans der Serie und von Funracern werden sicherlich auf ihre Kosten kommen. Allerdings muss man komplett auf einen Online-Modus verzichten. Avalanche hat hier deutlich bessere Arbeit geleistet, als es bei den Teilen zuvor der Fall war.

Design
5.5
Sound
7.0
Online Multiplayer
8.0
  • solide Spielmechanik
  • großer Umfang
  • Mehrspielerspaß
  • durchwachsene Grafik
  • schwankender Schwierigkeitsgrad

Vielen Dank an die Firma Warner. für die Bereitstellung des Testmusters.

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