
Pokemon Tekken DX
Neben Pokémon Tekken DX wurde auch das Update 2.0 für Super Bomberman R veröffentlicht. Dieses beinhaltet einen neuen "Grand Prix" Battle Modus, 10 neue Charaktere, neun neue Accessoires und vieles mehr. Die vollständige Patch-Note gibt es hier.
Du willst der Allerbeste sein...
Pokémon Tekken wurde von keinem geringeren als dem Tekken-Produzenten Katsuhiro Harada, unter der Feder von Namco Bandai, produziert. Obwohl man dem Spiel gewissen Parallelen anmerkt, handelt es sich dennoch um einen völlig anderen Titel, der dabei aber keine schlechte Figur macht.
Zu Beginn kreiert ihr euren eigenen Trainer oder eure eigene Trainerin und danach geht es auch schon los. Ihr könnt euch entscheiden, ob ihr lieber noch ein Weilchen trainiert oder Tutorials durchforstet, gleich in den Turniermodus übergeht oder doch lieber ein paar Matches gegen CPU-, Lokal- oder Onlinegegner absolviert.
Die Dynamik der Taschenmonster wurde in das Spiel sehr gut übertragen. Das Geschehen in den Kampfarenen spielt sich in zwei Phasen ab. Jeder Fight beginnt dabei in der Feldphase. Hier könnt ihr euch, wie aus anderen Kampfspielen bekannt, in der Arena frei bewegen und eurem Kontrahenten mächtig einheizen. Werden bestimmte Treffer gelandet (wird in den Tutorials sehr gut erklärt), wechselt das Spiel in die Duellphase. Bei dieser handelt es sich um die klassische 2D-Ebene, wie wir sie aus Retrofightern à la Tekken und Street Fighter kennen. In dieser Phase ist vor allem der Nahkampf ein schlagendes Argument. Wiederum mit speziellen Moves kann das Geschehen wieder in den Feldmodus gewechselt werden. Was sich an dieser Stelle vielleicht etwas kompliziert anhört, wirkt aber im Spiel selbst überhaupt nicht störend und verleiht dem ganzen Gameplay eine gewisse Dynamik. So unterscheiden sich nämlich auch die Movesets je nach Phase.
Geübte Spiele können natürlich wieder eine Reihe an Kombos aus dem Hut zaubern, wobei es hier natürlich auch charakteristische Unterschiede gibt. Im Gegensatz zum Handheld-Pendant könnt ihr dieses Mal aus dem Vollen schöpfen. Somit beschränkt sich der Kampfstil nicht auf vier Angriffs- oder Taktikmoves.
In Bezug auf die Taktik setzt das Entwicklerstudio unter anderem auf das klassische Schere-Stein-Papier-Prinzip. Normale Angriffe schlagen Grabs, Grabs schlagen Konter und Konter wiederrum könnt ihr gegen Erstgenanntes einsetzen. Button-Mashing ist natürlich wie bei jedem Kampfspiel eine Möglichkeit, aber das Spiel bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten seine Skills zu verbessern, um so „der Allerbeste zu werden.“
Habt ihr es geschafft euren Gegner mächtig unter Druck zu setzen, so füllt sich eine Blast-Leiste. Ist diese vollständig geladen, so könnt ihr mittels ZL und ZR in den Blast-Modus wechseln. Dabei handelt es sich um die Spezialangriffe der Pokémon. Manche verwandeln sich dabei in ihre Mega-Entwicklung und führen eine Art „Super-Smash“ aus. Beim Balancing haben die Entwickler eine gute Arbeit geleistet und grundsätzlich laufen die meisten Kämpfe sehr fair ab.

Charakterauswahl überschaubar
Pokémon Tekken überzeugt zwar mit einem tollen Gameplay, aber leider ist die Auswahl an Charakteren sehr überschaubar. Immerhin haben es fünf neue Charaktere ins Spiel geschafft, nämlich Glibunkel, Impoleon, Darkrai, Silvarro und Scherox. So sind wir jetzt bei einer Anzahl von 21 Kämpfern. Natürlich sind Lieblinge wie Pikachu, Glurak und Lohgock noch immer mit von der Partie, aber dennoch hinterlässt der noch immer schwache Roster einen faden Beigeschmack. Relativiert wird das Ganze dabei noch, dass Mewtwo und Pikachu als Pikachu Libre und Shadow Mewtwo sogar doppelt vorkommen.
Zu den 21 Kämpfern gesellen sich noch insgesamt 16 Duos, die ihr als Unterstützung bei euren Fights einsetzen könnt. Leider können diese nicht frei zusammengestellt werden, bringen aber ein weiteres Taktikelement ins Spiel. Jeder Helfer unterscheidet sich nicht nur in der jeweiligen Fähigkeit (Angriff, negative Effekte...), sondern auch in der Wartezeit, nach der man sie einsetzen kann. So gibt es beispielsweise Pokémon wie Emolga oder Cubone, die nur angreifen. Fennekin oder Rotom stören Gegner mit negativen Effekten. Sylveon und Cresselia beispielsweise nehmen Einfluss auf die Werte eurer Kontrahenten. In der Deluxe-Version gibt es auch ein neues Duo, zu dem wir aber später kommen.
Die Ferrum-Liga
Pokémon Tekken verfügt über keinen wirklichen Story-Modus, obwohl hier sicherlich einiges möglich gewesen wäre. So gibt es nur die sogenannte Ferrum-Liga. In dieser müsst ihr euch an die Spitze von insgesamt vier verschiedenen Stufen (Ligen) kämpfen. Ihr startet in der grünen Liga, welche vom Schwierigkeitsgrad eher zur Eingewöhnung dient. Danach kämpft ihr euch immer weiter hinauf in die schwierigeren Ebenen. Insgesamt müsst ihr mit eurem Pokémon 15 Kämpfe bestehen, um dann eine individuelle Endsequenz zu sehen. Man bekommt zwar im Laufe der Zeit immer mehr Items zur Personalisierung seines Trainers/seiner Trainerin, aber sogar in Pokémon Rumble World wird zumindest erzählerisch mehr Inhalt geboten.
Wer einfach nur gegen CPU-Gegner antreten möchte, der kann dies im klassischen Einzelkampf tun. Hierbei könnt ihr wiederum zwischen „Standardkampf“ und „Extrakampf“ (mit speziellen Items) auswählen.
Wer seine Skills verbessern möchte, der sollte einen Blick ins Trainings-Dojo werfen. Dort gibt es zu jedem Taschenmonster ausführliche Tutorials.
Online könnt ihr es in „Friendly Battles“ etwas gemütlicher angehen oder in „Ranked Battles“ versuchen euch nach oben vorzuarbeiten. Die Server laufen dabei sehr stabil und es gibt kaum Lags oder Abbrüche. Pokémon Tekken präsentiert sich dabei von seiner schönsten Seite. Die Animationen der Taschenmonster lassen sich mehr als nur sehen und auch die 19 Arenen sehen toll aus, wobei die Hintergründe, bis auf ein paar sich bewegende Objekte, eher statisch sind. Die klassischen Fight-Soundeffekte passen sehr gut und auch die Pokémon unterstreichen ihre Angriffe mit Kampfschreien. Die Hintergrundmusik ist nicht störend, aber es handelt sich dabei aber auch um keine Ohrwürmer. Etwas anstrengend sind die ständigen Hilfsanweisungen eurer nervenden Begleitung. Gott sei Dank gibt es die Möglichkeit einzustellen, ob ihr „Normal“, „Gering“ oder sogar gar keine Hilfestellungen benötigt. Bemerkbar macht sich eure Kollegin in englischer Sprache.

Deluxe Edition
Wie man sieht, beim Gameplay und bei der Kämpferauswahl an sich hat sich nichts verändert. Alles blieb noch immer beim Alten. Zumindest gibt es wieder tägliche Herausforderungen, die den Mehrspielwert etwas in die Höhe treiben. Im Vergleich zu Mario Kart 8 Deluxe hat sich bei Pokémon Tekken DX deutlich weniger getan. Immerhin gibt es mit Flamiau und Robbal ein neues Unterstützungs-Duo, welches wir aus Pokémon Sonne/Mond kennen. Außerdem wurde, wie bereits erwähnt die Riege der Kämpfer um fünf erhöht und zwar um Glibunkel, Impoleon, Darkrai, Silvarro und Scherox. Silvarro selbst tauchte nicht einmal in der Spielhallen-Version auf, also ein ganz frischer Kämpfer, extra für die DX-Variante. Immerhin sind wir jetzt bei 21 Kämpfern, was bei der Fülle an Tierchen im Pokédex noch immer ein Tropfen am heißen Stein ist.
Lohnt sich ein Neukauf?
Wenn ihr von den neuen Kämpfern abseht lohnt sich ein Neukauf nur, wenn ihr die Vorteile im Handheld-Modus seht. Visuell hat sich jedenfalls wenig getan, aber die Wii-U Version sah bereits sehr gut aus. Auch eure Begleiterin redet noch immer englisch und man kann das mit der Zeit nervige Gelaber noch immer nicht abstellen.
Zumindest im Mehrspielerbereich kann die DX-Version etwas zulegen. So habt ihr die Möglichkeit mit je einem Joy-Con gegeneinander anzutreten. Wie man aus anderen Spielen bereits kennt ist aber ein Splitscreen im Tabletop-Modus sehr sehr klein. Natürlich könnt ihr auch lokal gegen Freunde antreten, die ihre Switch mitgebracht haben oder einfach ein Online-Duell starten. Diese bestechen mit einem übersichtlichen Lobbysystem und außerdem könnt ihr euch nun Wiederholungen anderer Kämpfe anschauen, um vielleicht von anderen Spielern etwas zu lernen. Im Teamkampf-Modus wählst du drei Pokémon aus. Gewonnen hat derjenige, der zuerst alle Pokémon des Gegners besiegt hat. Ein weiterer neuer Modus ist der "Gruppenkampf". In diesem Online-Modus werden Spielern in einer Online-Lobby Spieler mit ähnlichen Fertigkeiten zugewiesen.
Fazit
Pokémon Tekken DX ist ein gelungenes Kampfspiel, welches mit einer tollen Dynamik und vielen Skill-Möglichkeiten für Action in den Wohnzimmern sorgt. Der Mix aus Pokémon und Tekken ist gelungen. Leider hapert es etwas am Umfang und so ist die Kämpferriege, trotz fünf neuer Kämpfer doch sehr rar. Auch in Bezug auf die verschiedenen Spielmodi bzw. eines erzählerischen Tiefgangs wird sehr wenig geboten. Dennoch ist die DX-Version eine Spur besser als die Wii U-Fassung, aber immer noch nicht perfekt. Die Stärke liegt aber vor allem in der Handheld-Funktion und der Mehrspielererweiterung. Ein Neukauf lohnt sich also nur bedingt. Auf alle Fälle ein nettes Beat ’em up für Zwischendurch.
- fünf neue Kämpfer
- saubere Kampfmechanik
- tolle Optik
- viele Multiplayer-Möglichkeiten
- geringe Charakterauswahl
- kaum Storyinhalte
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.






