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Monster Hunter Stories

Monster Hunter Stories

Ulrich

Fans der Monster Hunter-Reihe bzw. wer schon die japanische Fassung von Monster Hunter Stories miterlebt hat, den dürfte die neueste Meldung wohl kaum überraschen: Als ersten kostenlosen DLC gibt es ab 28. September ein Downloadpaket zu The Legend of Zelda.

Bewegtmaterial zu dem Download-Inhalt könnt ihr euch hier ansehen:


Ihr seid an dem DLC interessiert, wisst aber nicht, ob der Titel das richtige für euch ist? Dann können wir euch unser Monster Hunter Stories Review empfehlen.

Monster Hunter Stories

3DS

Entwickler
Capcom
Publisher
Capcom
Konsole
3DS
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 6

Monster Hunter mal anders

Capcom hat einen Vorteil gegenüber anderen Titeln. Sie haben bereits ein Universum und ein Konzept geschaffen, welches funktioniert. Die Monster Hunter Reihe ist vielen bekannt und hat auch eine breite Fanbasis. Vorweg kann man sagen, das Monster Hunter Stories vor allem deshalb funktioniert, weil diese Welt sich seit vielen Jahren bewehrt hat und von den über 100 Monstern der Reihe, haben es fast alle ins Spiel geschafft. So merkt man schon sehr deutlich, dass die Entwickler eher von Monster Hunter selber, als von irgendeinem Pokémon inspiriert wurde. Zwar präsentiert sich der neue Titel im Cellshading-Look, aber mit vielen detaillierten Animationen und tollen Effekten kann es ganz klar mit den anderen Spielen mithalten. Dennoch spielt es sich aber etwas anders...

Monster-Rider

In Monster Hunter Stories spielt ihr keinen Monsterjäger wie in den bisherigen Teilen, sondern einen sogenannten Monster-Rider. Dieser geht für gewöhnlich eine Bindung mit einem vorherbestimmten Monster ein und als Team kämpft ihr euch durch die Abschnitte im Dienste eures Heimatdorfes. Euren Charakter könnt ihr anfangs via Charaktereditor erstellen, der aber sehr simpel ausfällt. Danach geht es auch schon los und ihr erfahrt von eurer Gabe, Verbindung mit den unterschiedlichen Monstern aufnehmen zu können. Dazu dient euch ein Bindungsstein, den ihr am Anfang durch eine Einweihung erhaltet.

Ein schwarzer Pesthauch macht die Gegend unsicher und so werdet ihr vom Dorfvorsteher mit eurem pelzigen Felyne-Partner auf die Reise geschickt um nach Antworten zu suchen und der Pest Einhalt zu gebieten. Insgesamt könnt ihr bis zu sechs Monster in eurem Team integrieren und bis zu 200 in den heimischen Stallungen unterbringen. Davor müsst ihr diese aber als Ei aus einem Nest stehlen, die ihr in Zufalls-Dungeon entdeckt und um sie danach auszubrüten (via Minispiel). Von den bereits erwähnten über 100 im Spiel vorkommenden Monsterarten könnt ihr mehr als 60 für die Zucht verwenden. Leider lassen sich aber, obwohl ihr Erbanlagen (Ei-Fragmente) kreuzen könnt, keine neuen Arten erschaffen. Neue Monster findet man kaum und ihr müsst euch mit vielen bekannten Dingen vergnügen. Selbst bei den Waffen ist mit Großschwert, Schwert, Schild, Hammer und Jagdhorn nur eine kleine Auswahl am bekannten Arsenal verfügbar.

Der Kampfmodus

Die Kämpfe selbst finden, wie wir es aus Spielen dieser Art gewohnt sind, rundenbasiert statt. Ihr steuert hierbei euren Charakter und neu ist, dass alle Monster in eurem Team automatisch kämpfen. Wie sich die KI dieser Tierchen verhält, kommt ganz auf die Art des Wesens an. Das Kampfsystem bringt eine Mischung aus Technik, Geschwindigkeit und Krafteinsatz. Wer alle Komponenten miteinander gut ausspielt hat die größeren Erfolgsaussichten. So sollte man erkennen, welche Art des Angriffes euer Gegner vorhat, um einen passenden Konter auszuführen. Es gibt nämlich eine Art Kampfhierarchie, wie wir sie aus vielen Spielen kennen. In Pokémon wären das die Elementklassen. Also eine Art Schere-Stein-Papier-Prinzip nimmt Einfluss auf eure Angriffe. So schlägt Geschwindigkeit die Kraftattacke, Technik die Geschwindigkeit und Kraft die Technik. Außerhalb der Story könnt ihr selber entscheiden, ob ihr einen Kampf startet oder nicht. Dazu geht ihr einfach zu einem Monster hin und betätigt den A-Knopf. Natürlich gibt es auch Zufallskämpfe, denn manche Tiere laufen euch hinterher und bei Berührung startet der Kampf automatisch. Wem das nicht gefällt, der kann natürlich wie in jedem Spiel dieser Art „flüchten“.

Das Spielprinzip ist schnell erlernt, bietet aber für Taktikfreunde noch ein paar fortgeschrittene Elemente. So könnt ihr Kombo-Attacken auslösen, wenn ihr beispielsweise drei Runden hintereinander, erfolgreich denselben Attacken-Typ verwendet. Greift ihr außerdem einen Gegner mit demselben Attackentyp an, gibt es einen Schadens-Bonus, der mit einer eigenen Animation einhergeht. Dies findet vor allem im Konfrontationsmodus statt, dabei vollführt ihr mit eurem Monster einen Teamangriff und gewinnt ihr bis zu drei Runden, desto stärker ist eben besagter Abschlussschaden des letzten „Bindungsangriffes“. Diese speziellen freispielbaren Attacken, die teilweise Elementarkräft haben und euren Gegner zusätzlichen Schaden zufügen können – sofern sie nicht gegen genau dieses Element resistent sind – sind sehr machtvoll. Ist eure Bindungsleiste vollständig aufgefüllt, könnt ihr in die Haut eures Monsters schlüpfen und von nun an die Aktionen eures Monsters direkt kontrollieren, sowie mächtige Bindungsattacken ausführen.

Manchmal kommt es in den Kämpfen auch zu sogenannten Clashes, bei denen eure Monster per Energiestrahl oder vollem Körpereinsatz gegen einen Gegner knallen. Die darauffolgende Aktion müsst ihr dann per kurzem Quicktime-Event lösen. Neben den bereits erwähnten Waffen haben es auch Items wie Trank, Wetzstein, Bombe und Fallgrube ins Spiel geschafft. Auch kann man wieder Monster mit Farbbällen markieren und ihnen in ihr Nest folgen, wo ihr dann besagte Eier stibitzen könnt. Wenn ihr Glück habt, könnt ihr die Unterschlüpfe auch einfach so in den Gebieten entdecken. Die Schauplätze sind übrigens oft wesentlich größer und weitläufiger als jene, die wir bisher aus Monster Hunter kennen. So hat man wirklich das Gefühl durch eine weite, offene Welt zu jagen.

Monster-Reiter

Um die Gebiete schneller durchqueren zu können, lassen sich sämtliche Monster eures Teams in Third-Person-Optik reiten. Die Auswahl spielt auch eine entscheidende Rolle, da alle Tiere mit ihren individuellen Fähigkeiten wie Schwimmen, Rammen, Klettern, Fliegen, Pflanzen- und Gegnerradar, etc. unterschiedlich einsetzbar sind. Es ist also gut zu überlegen, welche Monster ihr auf eure Reise mitnehmt, denn die unterschiedlichen Fertigkeiten helfen euch auch hin- und wieder versteckte Passagen und Schätze zu finden.

Erledigte Monster hinterlassen auch wieder diverse Materialien (Knochen, Zähne...), die ihr serientypisch für Rüstungen und Waffen, sowie diverse Upgrades verwenden könnt. Eure Ausrüstung könnt ihr auch wieder je nach belieben einfärben lassen. Darüber hinaus kann man mit seiner Spitzhacke wieder Erz abbauen, mit dem Fangnetz Insekten jagen und am Grill Steaks braten. Später lassen sich sogar gezähmte Monster auf Sammeltouren schicken. Wie man sieht hat man sich bemüht viele bekannte Dinge mit einem neuen Gameplay zu vermischen, um doch alte Fans nicht zu vergraulen, aber doch einen etwas anderen Weg einzuschlagen. In eurem Haus könnt ihr wieder Dinge in der Truhe aufbewahren oder eure Ausrüstung wechseln.

Das ganze sieht dabei im liebevollen Cellshading-Look noch wunderbar aus. Für Besitzer eines normalen 3DS ist vielleicht interessant, dass im Gegensatz zu bisherigen Monster Hunter Teilen der SchiebePad-Pro-Aufsatz nicht mehr unterstützt wird. Die Kamera kann aber dann ganz einfach mit L und R gesteuert werden. Ansonsten spielt sich alles aber tadellos, die 3D-Funktion sieht klasse aus und das Gameplay beschränkt sich auf ein paar wenige Tasten. Die Welten sind farbenfroh designt und sehen wirklich klasse aus. Hin- und wieder gibt es Dinge die plötzlich erscheinen oder Kantenflimmern. Dennoch stört dies in keiner Weise. Die Story wird durch immer wieder auftretende Videosequenzen vorangebracht. Diese sind echt großartig inszeniert und machen echt Lust auf mehr. Ich bin jetzt kein japanisch Spezialist, aber die Sprachausgabe hört sich zumindest danach an. Es gibt aber deutsche Untertitel, also ist es kein Problem alles zu verstehen.

Viele Möglichkeiten und Multiplayer

Neben der normalen Story bietet das Spiel noch viele Möglichkeiten. So gibt es das sich automatisch auffüllende Notizbuch und die Monsterdatenbank. Ihr könnt individuelle Item- und Monster-Sets gestalten und speichern. Viele Nebenquests sorgen für die nötige Abwechslung. So findet ihr allerlei Jagd- und Sammelaufgaben, entdeckt nette Minispiele in Form von Such- und Rateaufgaben (zB Quizspiele) oder müsst entlaufene Schweinchen einfangen. Monster Hunter Stories bietet sogar eigene Ingame-Auszeichnungen, mit denen man seine persönliche Visitenkarte aufwerten kann.

Via StreetPass könnt ihr Inhalte tauschen, wie besondere Verliese die ihr gebaut habt oder ihr könnt in der Arena gegeneinander antreten. Es werden auch amiibo unterstützt und immer wieder gibt es Quest-, Turnier und andere Events zum Downloaden (dazu sucht ihr einfach den Feyline Connectikatz im Dorf auf). Spieler der Demo oder des Spiels Monster Hunter Generations selbst, erhalten zu Beginn sogar ein kleines Willkommensgeschenk. Mit einer Spielzeit von 30 bis 50 Stunden wird jede Menge für ein Handheld-Abenteuer geboten und für Abwechslung ist mit den riesigen Arealen und Möglichkeiten gesorgt.

Wem das noch immer nicht genügt, der kann sich mit verschiedenen KI-Rivalen in der Arena oder sogar lokal oder online mit Freunden duellieren. Die Kampfarena besucht ihr erst im Laufe des Abenteuers in der Wüstenstadt. Am Counter könnt ihr auswählen, mit wem ihr im Ring kämpfen wollt und dann geht es auch schon los. Wie im eigentlichen Spiel läuft der Fight rundenbasiert ab und ihr müsst einfach nur die richtige Taktik bzw. euren Kampfstil wählen. Insgesamt hat jedes Team 3 Herzen zur Verfügung. Verlierer sind natürlich jene, bei denen dieses zuerst geleert sind. Wie bereits erwähnt gibt es auch wieder spezielle Events/Turniere, die ihr euch bei Connectikatz downloaden könnt. Ein Coop-Spiel, welches vor allem im Multiplayer der bisherigen Monster Hunter Spiele mehr als nur beliebt war, gibt es übrigens nicht.

8.5Wertung

Fazit

Während bei den letzten Monster Hunter-Spielen, aufgrund der mangelnden Innovationen und dem Gefühl, immer wieder das Gleiche zu spielen, die Motivation deutlich sank, hat uns Monster Hunter Stories völlig überrascht. Statt eines einfachen Pokémon-Klons im MH-Gewand, entpuppt sich der Titel als ein Spiel mit einem frischen neuen Ansatz. Das innovative und tiefgreifende Kampfsystem sorgt, auch mit den automatisch kämpfenden Teammitgliedern, für ein völlig frisches Spielgefühl. Monster Hunter-Fans werden mit vielen bekannten Elementen und Anspielungen abgeholt, während andere Genrefans ein hochklassiges Game präsentiert bekommen. Jeder der Spiele dieser Art mag sollte auf alle Fälle einen Blick riskieren!

Design
8.5
Sound
8.0
Online Multiplayer
7.0
  • riesige Spielewelt
  • Schnellreisepunkte
  • tolles und nettes Design
  • individuelle Monsterfähigkeiten als Taktikelement
  • keine Sprachausgabe
  • wenige Waffen
  • manchmal kleine Ruckler
  • Story ausbaufähig
  • grafische Pop-Ups

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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