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Overcooked Special Edition

Overcooked Special Edition

David

Ihr wolltet schon immer mal Chef in einer Großküche sein und euren Gästen die kulinarischen Feinheiten der Welt nahe bringen?

Was im Bereich der Gäste alles so geordnet und ruhig aussieht, ist in der Küche die pure Hektik.

In Overcooked Special Edition hängt sogar das Schicksal eurer Welt von euren Kochkünsten ab. Wie sich die Version des Mehrspielerhits  auf der Nintendo Switch  schlägt erfahrt ihr in unserer Review zu Overcooked.

Overcooked Special Edition

NSW

Konsole
NSW
Spieler
1–4 lokal
Freigabe
USK ab 6

Jeder der schon einmal einen Blick in eine Großküche zu Stoßzeiten werfen durfte, sei es nun in einer Doku oder berufsbedingt, der weiß dass es hier nicht mehr nur um gute Kochkünste geht, sondern ein immenser logistischer Aufwand dahinter steckt. Alles muss an der richtige Stelle sein, die Gerichte müssen zeitlich aufeinander abgestimmt sein und anbrennen darf natürlich auch nichts. Da in großen Küchen auch viel Personal arbeitet muss auch innerhalb des Teams die Absprache und das Timing minutiös passen.
Genau diesen Aspekt greift Team 17 mit Overcooked auf. Es geht also weniger darum verführerische Essen zu zaubern, sondern die Abläufe zu koordinieren und die Bestellungen zeitgerecht fertig zu stellen.
Um den Titel besonders schmackhaft für Spieler zu machen handelt es sich bei Overcooked um einen waschechten Koop-Titel, den ihr mit bis zu drei Freunden gemeinsam erleben könnt. Das Spiel, welches bereits auf anderen Plattformen sowohl Spieler als auch Kritiker überzeugen konnte, kommt nun auch auf die Switch. Käufer erhalten auf Nintendos neuem System mit der Special Edition die beiden DLC The Lost Morsel und The Festive Seasoning direkt die volle Ladung Action geliefert.

Küchenchef gesucht

Das Zwiebelkönigreich befindet sich in Gefahr. Die Apokalypse droht in Form eines alles verschlingenden Spaghetti-Ungeheuers. Nur wenn sein Hunger gestillt wird, besteht die Chance auf eine Rettung. Ihr beginnt euer Spiel genau zu diesem Zeitpunkt. Es liegt an euch das nimmersatte Monster zu füttern und somit zu besänftigen.
Doch ihr habt keine Chance den Ansprüchen auch nur im entferntesten zu genügen. Um besser auf diesen Moment vorbereitet zu werden, schickt man euch zurück in der Zeit, um bessere Köche zu werden, um im späteren Verlauf nicht wieder zu versagen. Es ist also an der Zeit die Kochkunst von Grund auf zu lernen.

Handwerk will gelernt sein

Im Prinzip, sind die einzelnen Tätigkeiten, welche das Spiel von euch verlangt, alles andere als komplex. Ihr bekommt am oberen Bildschirmrand die Bestellungen der Gäste angezeigt und welche Zutaten ihr dafür benötigt.
In der Küche stehen für alle Bestandteile Vorratsbehälter, aus denen ihr die jeweilige Zutat entnehmen könnt. Für gewöhnlich ist der erste Arbeitsschritt, das Gemüse, das Fleisch und andere Dinge klein zu schneiden. Hierzu nehmt ihr die Zutat auf, lauft zu einem Schneidebrett, legt die Zutat ab und beginnt auf Knopfdruck mit dem Zerkleinern. Ein kleiner Statusbalken zeigt euch an wie weit die Arbeit vorangeschritten ist. Während Gemüse nach diesem Arbeitsgang für gewöhnlich fertig ist, muss Fleisch zum Beispiel erst noch angebraten werden. Also packt ihr das Fleisch und bringt es zur Herdplatte, legt es in die Pfanne und wartet bis es durch ist. Danach werden die fertigen Zutaten auf einen Teller gegeben und zur Essensausgabe gebracht. Klingt einfach oder?
Ist es aber nicht, denn es gibt viele Kleinigkeiten die beachtet werden müssen. Eine Pilzsuppe zum Beispiel benötigt drei geschnittene Pilze. Wer jetzt meint, dass er einen nach dem anderen Pilz gemütlich schneidet und in den Kochtop gibt, der irrt sich. Schon während der Zubereitung kann das Essen anbrennen, wenn die nötigen Zutaten nicht zeitnah vermengt werden. Sind alle Bestandteile im Topf, sollten sie ebenfalls nur die vorgegeben Zeit auf dem Herd bleiben sonst verbrennt euer Essen und ist ungenießbar. Selbiges gilt für das Anbraten von Fleisch. Solltet ihr euren Einsatz verpassen, müsst ihr zum Feuerlöscher greifen um den Herd danach wieder nutzen zu können.

Alles muss man selber machen...

Leider besitzt ihr keine Spülmaschine und das macht sich schnell bemerkbar. Zu Beginn habt ihr einige frische Teller in der Küche die ihr nutzen könnt. Doch diese gehen schnell zur Neige. Und ohne Teller können keine neuen Gerichte an die zahlende Kundschaft rausgehen. Also müsste ihr dreckige Teller die retourniert werden abholen, zur Spüle bringen und per Knopfdruck reinigen. Auch dies benötigt wieder Zeit. Wer also einen fertigen Burger auf dem Grill hat, aber keine sauberen Teller, der hat ein Problem. Schnell zum Herd und die Pfanne nebenan abstellen, zur Spüle hasten und einen Teller sauber machen. War da nicht noch was auf dem anderen Herd gestanden? Und wo ist der Salat den der Kunde auf seinem Burger haben wollte? Ihr seht schon, es gehört einige Koordination innerhalb der Küche dazu um die Level mit einer guten Punktzahl abzuschließen. In dem ganze chaotischen Treiben brennt nämlich nicht nur gerne mal etwas an oder wird vergessen, man drückt auch gerne in der Hektik mal die falschen Tasten und der Koch steht er nur in der Gegend herum anstatt Tomaten zu schneiden.
Gerade wenn man alleine spielt hat dies fatale Auswirkungen auf euren Kundenservice und eure Wertung. Denn nach jedem Level wird abgerechnet wie viele Bestellungen ihr pünktlich und richtig liefern konntet. Die erhaltene Punktzahl wird dann in eine Wertung von 1-2 Sterne umgerechnet. Ähnlich wie bei Mario werden diese zum Freischalten weiterer Level benötigt.
Während die ersten Level noch relativ gnädig sind, zieht die Herausforderung stetig an. Spätestens bei den beiden DLC ist richtig Pfeffer drin. Oh, und haben wir schon erwähnt, dass jedes Level nur gnadenlose 3 Minuten kurz ist? Fehler werden hier also selten verziehen.
Selbst das Spiel suggeriert euch vor dem Start des The Lost Morsel DLC das Hauptspiel erfolgreich zu beenden.
Wer nun denkt, dass dies die ganze Herausforderung war, der hat die Entwickler des Spiels gewaltig unterschätzt.

Die richtige Location

Auf eurer Reise ein guter Koch zu werden, bewegt ihr euch mit einem Bus, im DLC per Hubschrauber oder Schneeraupe, über eine Karte welche durch ihre hexförmigen Plättchen ein bisschen Strategielspielfeeling aufkommen lässt. Allerdings bringt ihr eure Köche bzw. euer Team hier nur zur nächste Koch-Location. Und diese haben es ebenfalls wie die eigentliche Spielmechanik teilweise richtig in sich.
Die Karten auf denen ihr spielt haben dabei nicht nur einen optischen Zweck. Befindet ihr euch zum Beispiel in eine Straßenküche wieder, so laufen Passanten quer durch eure Küche und blockieren eure Köche. Seid ihr auf hoher See, so kann der Seegang dazu führen, dass sich eure komplette Einrichtung auf einmal verschiebt. In einem anderen Level ist die Küche zweigeteilt, wobei sich jede Hälfte in einem an der Seite offenen, fahrenden Truck befindet. Nur wenn die beiden Fahrzeuge sich auf gleiche Höhe befinden könnt ihr eure Köche, Zutaten und Utensilien in die jeweils andere Hälfte der Küche bringen.
So sitzt euch also nicht nur die Zeit und eure Gäste mit Bestellungen im Nacken, auch die Umgebung stellt euch jedes Level vor besondere Herausforderungen.

Viele Köche, machen viel Brei

Ihr könnt Overcooked und seine Herausforderungen ganz alleine angehen, aber zum einen ist das ganz schön herausfordernd und zum anderen nicht mal ansatzweise so lustig. Die Zusammenarbeit und Koordination selbst mit den besten Freunden ist alles andere als einfach und so artet das Geschehen gerne mal in ein absolutes Durcheinander und Chaos aus.
Sollte hier mal eine meinen er wäre der Chefkoch und die Schuld läge immer an den anderen, so kann man den Titel auch im VS-Modus spielen. Dafür stehen euch, nachdem sie freigeschaltet wurden, insgesamt neun verschiedene Küchen zur Verfügung. Hier entscheidet sich im direkt Duell wer der bessere Koch bzw. das bessere Team in der Küche ist.
Ob nun miteinander oder im direkten Vergleich, Overcooked bietet wirklich den idealen Offline-Mehrspieler-Spaß.
Im Laufe eurer Kochversuche schaltet ihr übrigens auch immer mehr Köche frei. Auch wenn diese sich nur optisch unterscheiden macht es dennoch Spaß, und sorgt für mehr Übersicht im Mehrspielermodus, mit den teils echt witzigen Kreaturen in der Küche umherzuhetzen.

Technik

Hier gibt es nicht viel zu berichtigen. Der Titel kommt mit einer liebevoll animierten, aber wenig aufwändigen Grafik daher. Technisch bedingt, ist das Spiel auf der Nintendo Switch natürlich niedriger aufgelöst, als auf anderen Systemen. Das tut dem Spielspaß aber in keiner Art einen Abbruch. Bei der Hektik auf dem Bildschirm, wird man eh wenig Zeit haben um die Landschaft zu bewundern. Leider gibt es wohl einige Probleme mit der Bildrate, an der die Entwickler gerade arbeiten und welche mit einem Patch behoben werden sollte. In unserem Test ist uns nichts Negatives in dieser Richtung aufgefallen.
Akustisch heizt euch der Titel durch feurige Rhythmen ein welche das Gefühl von Stress und Hektik noch unterlegen.
Die Steuerung geht, egal für welche Spielweise ihr euch entscheidet, problemlos von der Hand. Auch die Ladezeiten sind angenehm kurz, so dass keine nervig langen Wartephasen entstehen.

8.5Wertung

Fazit

Overcooked: Special Edition kommt sehr spät für die Switch, aber natürlich ist das Spiel auch auf der Switch ein absolutes taktisches, chaotisches und witziges Mehrspielererlebnis. Durch die Eigenschaften der Switch kann man den Titel auch mobil jederzeit zumindest zu zweit spielen. Overcooked ist somit auch auf der Switch ein absoluter Garant für Partyspaß, bietet aber auch Einzelkämpfern eine knackige Herausforderung. Mit den beiden bereits enthaltenen DLC bekommt man ein komplettes Pakt mit vielen Stunden Spielspaß.

Design
7.0
Sound
7.0
Online Multiplayer
10.0
  • geniales Spielkonzept
  • Mehrspielerspaß pur
  • weniger für Einzelkämpfer
  • Framerate nicht konstant

Vielen Dank an die Firma Team 17 für die Bereitstellung des Testmusters.

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