
Shantae: Half-Genie Hero
Erst gegen Ende des Lebenszyklus der Wii U erschien der Kickstarter-Action-Plattformer Shantae: Half-Genie Hero, das neueste Abenteuer der langjährigen Serienheldin Shantae. Natürlich dauert es nicht lange, dass WayForward da auch eine Switch-Version ankündigt. Der Titel soll im Sommer erscheinen und wird HD-Rumble unterstützen.
Des Weiteren wurde auch der erste DLC angekündigt, welcher durch Kickstarter-Backer finanziert wurde. Das erste Paket wird hierbei eine eigene Kampagne zu Risky Boots enthalten, welche das Arsenal, welches sie in Shantae and the Pirate`s Curse Shantae geliehen hatte, wieder selbst nutzt. Als neue Waffe wurde u.a. ein Enterhaken angeteasert.
Exklusiv für Backer, welche mindestens 55$ gespendet hatten, wird es auch zur selben Zeit die Tinkerbat-Transformation für Shantae geben.
Weitere bereits angelündigte DLC-Pakete - darunter Bolo, Skye und Rottytops als Charaktere so wie alternative, backer-exklusive Outftits für Shantae und Risky Boots - sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Seid ihr schon auf den HD-Rumble-Einsatz oder den DLC gespannt? Wir konnten die Wii U-Fassung in unserem Shantae: Half-Genie Hero Review jedenfalls sehr empfehlen.
Shantae: Half-Genie Hero
WES
- Genre
- Jump ’n‘ Run
- Entwickler
- WayForward
- Publisher
- WayForward
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Half Genie Hero's Vorgänger Shantae and the Pirates Curse, der mit einem interessanten Gameplay und überaus gelungener Musikuntermalung daherkam, konnte sich in unserem Test überaus gut schlagen.
Tanzend durch neue Welten
Die erste große Neuerung ist die Grafik, die anders als bei den Vorgängern nicht mehr pixelig daherkommt sondern in schönstem HD. Doch die zwei wohl wichtigsten Neuerungen gibt es im Gameplay. Als erstes wäre da die komplette Spielwelt, die nicht mehr aus zusammenhängenden Welten besteht, sondern aus sieben einzelnen Welten, die nur vom Ausgangspunkt Scuttle Town Square angeflogen werden können. Dies ist Anfangs etwas ungewohnt und störend da es keinerlei Verbindungs-Abschnitte mehr zwischen den Gebieten gibt und man sich irgendwie in jene Ebenen hineingeworfen fühlt. Doch man gewöhnt sich recht schnell daran und merkt im Verlauf den Abenteuers auch warum sich die Entwickler für diese Variante entschieden haben. Doch dazu müssen wir erst einmal zur zweiten Neuerung kommen, welches die Verwandlungstänze wären.
In der Welt von Half Genie Hero lassen sich neben den wichtigen Schlüsselgegenständen auch Verwandlungstänze finden, mit denen sich Shantae in die unterschiedlichsten Formen verwandeln kann. Dazu gehört ein Affe, ein Krebs, eine Meerjungfrau, eine Spinne, einer winzig kleinen Maus, sowie eine Fledermaus und eine Harpyie. Alle Formen haben eine wichtige Rolle, ohne die man im Spielgeschehen nicht weiter voran kommt, oder nicht an wichtige Spielrelevante Items gelangt. Mit der Affen-Form kann Shantae Wände hinauf klettern und von einer zur anderen Seite springen. Mit Krebs und Meerjungfrau gelangt man unter Wasser, als Spinne kann sie sich an Decken hinauf ziehen und als Fledermaus kommt man schmale Gänge entlang.
Doch auch hier muss man im Verlauf des Spiels Erweiterungen finden, mit denen man diese Formen aufwertet. So kann Shantae erst mit einem Upgrade als Krebs dessen Scheren einsetzen um Tang-Hindernisse zu zerstören, als Meerjungfrau große Felsbrocken zerstören, oder als Fledermaus in dunklen Umgebungen überhaupt etwas sehen. Hierbei ist es allerdings zumindest logisch fraglich, warum diese Tiere erst dafür Upgrades benötigen obwohl sie dies ja eigentlich im „wahren Leben“ auch so können. Doch das ist letztendlich meckern auf hohem Nivau.
Leveldesign vom feinsten
Das Leveldesign ist über jeden Zweifel erhaben. Als Fledermaus etwa kann man immer nur auf einer einzigen Höhe nach links oder rechts Fliegen. Hier gibt es Abschnitte da ist es zwingend von Nöten, zwischen den unterschiedlichen Verwandlungsformen hin und her zu wechseln, um an Item XY zu gelangen oder gar im Spielgeschehen weiter voran zu kommen.
VORSICHT SPOILER!!!Überaus genial sind die Mermaid Falls, so der Name dieser Welt. In diesem Abschnitt gibt es zahlreiche sich bewegende Plattformen mit denen man immer weiter in höhere Ebenen gelangt. Beim ersten Betreten fällt einem noch überhaupt nicht auf, dass das ganze Areal zu einem späteren Zeitpunkt noch eine größere Rolle übernehmen wird. Wenn man das erste Mal die Verwandlungstanz zur Maus erlernt hat und noch einmal in diesen Abschnitt geht, stellt man plötzlich fest, das sämtliche Plattformen miteinander Verbunden sind und Wege zu wichtigen Items freigeben. In diesen Plattformen kann man sich als Maus in unterschiedlich, untereinander Verbundenen Gängen fortbewegen. Doch hier ist Timing gefragt um sich zwischen den sich bewegenden Plattformen bewegen zu können. Ist man zu langsam stürzt die Maus aus den Gängen heraus und der Spieler muss sich wieder zum Eingang begeben. Auch warten in diesen Gängen kleine Gegner, gegen die man sich Anfangs noch nicht zur Wehr setzen kann. Hier gilt es immer einen alternativen Weg zu gehen oder an einem Punkt zu warten um dem gefräsigen Gegner zu zu entkommen. Erst im späteren Verlauf kann man ein Upgrade finden, mit dem es möglich ist die Gegner zu beißen und sich diesen so zu entledigen.
Und genau das ist auch der Punkt, warum es besser ist nur die einzelnen Welten im Spiel anfliegen zu können anstatt eine durchgehend begehbare Welt anzubieten. Denn dies hätte schlichtweg einfach viel zu große Laufwege bedeutet, wenn man jene mehrfach in den unterschiedlichsten Reihenfolgen immer wieder hätte besuchen müssen. Freilich wäre dies auch gegangen, hätte aber sicherlich dem Gameplay geschadet und das Spiel unnötig in die Breite gezogen. Jedes Gebiet hat ein ausgeklügeltes Leveldesign und viele versteckte Bereiche oder Plattformen, an die man erst gelangt, wenn man weitere Verwandlungstänze erlernt hat. Das bedeutet das man die jeweiligen Gebiete durchaus mehrfach betreten und durchsuchen muss um an alle Geheimnisse zu gelangen. Dies tut dem Spiel aber keineswegs einen Abbruch, ganz im Gegenteil sogar. Es macht überaus viel Spaß diese Gebiete immer wieder nach neuen Bereichen abzusuchen.
Abwechslungsreiche Welten
Die einzelnen Bereiche oder auch Welten könnten im Aufbau unterschiedlicher nicht sein. Die Hauptstraße ist der Stadtteil in dem das eigentliche Abenteuer startet welcher in diesem Moment angegriffen wird. Typische Umgebungen wie man sie etwa schon aus den Vorgängern kennt. Dabei startet das Abenteuer recht schlicht und einfach und am Ende wartet der erste große Boss auf unsere Halb Dschinni, der auch relativ einfach zu besiegen ist. In den Marmaid Falls wird der Levelaufbau dann schon deutlich fordernder und ausgeklügelter.
Hier findet man im zweiten Abschnitt überall Greifhaken die an Schienen entlang fahren, mit deren Hilfe man sich immer weiter nach oben vorarbeiten muss. Fällt man dann auch noch unglücklich ganz nach unten, muss man sich erneut nach oben hangeln. Tassel Town, ein Wüstenabschnitt mit Treibsand, wartet im zweiten Abschnitt mit einem Turm auf, den es zu erklimmen gilt. Beim ersten Besuch dessen erweist sich dies aber etwas schwieriger als angenommen. Auch hier gibt es zahlreiche Geheimräume, in die man aber erst im späteren Verlauf hinein gelangt.
Cape Crustacean beinhaltet eine Art Teppich Wettfliegen, bei dem ihr euch über die Teppiche der anderen Mitbewerber vorarbeiten müsst. Des weiteren beinhaltet diese „Welt“ zahlreiche Luftschiffe mit tödlichen Waffen auf und in denen ihr euch bis zu Ziel vorarbeiten müsst. Hypno Barons Burg befindet sich mitten im Nirgendwo und ist verzweigter als man anfangs denken mag, denn die einzelnen Ein-und Ausgänge führen den Spieler nicht da hin wo man es eigentlich erwartet.
Risky's Versteck ist Shantae's letzte Herausforderung der sie sich stellen muss. Und hier blüht das Abenteuer noch einmal so richtig auf. Ohne zu spoilern kann man sagen, das sich die Entwickler hier noch einmal richtig ins Zeug gelegt haben.
Die Hauptstraße, also quasi euer Domizil von wo alles ausgeht, besteht aber aus einem gerade mal 50 Schritte breiten Stadtteil mit einer Werkstatt, einem Bad, Itemshop, einer Galerie sowie dem Gebäude von dem aus ihr zu den jeweiligen Orten startet. Das bedeutet, das dieser Stadtteil komplett in sich geschlossen ist und nicht zu Fuß verlassen werden kann. Zwischen den jeweiligen Welten muss man aber auch erst Schlüsselgegenstände finden, diese anderen Personen geben oder gegen wieder andere eintauschen um einen Lageplan der jeweiligen nächsten Welt zu erhalten um in diese auch gelangen zu können.
Um euch einen Hinweis auf die versteckten Items und Upgrades eines jeden Levels zu geben, gibt es auf der Übersichtskarte bei jeder Welt eine bestimmte Anzahl von Schatten Icons, die zumindest zeigen, Wie viele es in diesem Abschnitt noch zu finden gibt. Auch der Umfang kann durchweg überzeugen. Denn für ein Download-Spiel bietet es, je nach Geschick und Können des Spielers, um die 6 bis 8 Stunden Spielzeit um das Spiel zu beenden und alle Items zu finden. Allerdings muss man sagen, das der „normale“ Schwierigkeitsgrad doch sehr einfach ausgefallen ist. Wenn man diesem Gegenwirken will, sollte man einfach von den Power-Upgrades für Shantae absehen, das dürfte den Schwierigkeitsgrad wieder deutlich anheben.
Anhand einiger Videos haben wir aber feststellen müssen, das es Unterschiede zur PC-Version zu geben scheint. Bereits beim ersten Bosskampf hängt die Glocke an einer ganz anderen, schwerer erreichbaren Stelle und auch im letzten Abschnitt gibt es Blöcke, die sich in unserer getesteten Version nicht bewegen, in der gezeigten PC-Variante sich diese aber bewegen, was diesen Abschnitt deutlich schwieriger werden lässt. Ob dies bei allen Konsolen-Versionen so ist oder dies nur die Wii U-Variante betrifft konnten wir persönlich nicht nachprüfen. Sollte dies aber so sein, wäre dies eine eher fragwürdige Entscheidung.
Technik und musikalisches
Optisch ist das Spiel wirklich opulent und besticht mit seinen wunderschönen HD Grafiken des Spielers Augen. Licht- und Schatten-Effekte, Fackeln die flackern sowie Wasserfälle verleihen dem Spiel die gewisse Lebendigkeit der Umgebung, die teilweise schöner nicht sein könnte. Und auch die Bewegungsabläufe und Animationen sind den Entwicklern sehr gut gelungen. Lediglich ist anzumerken, das Shantae in diesem Abenteuer mit solch schicken Outfits spart, die sie in „Pirates Curse“ noch des öfteren trug.
Die Musikuntermalung und Soundeffekte sind wieder überaus gelungen und verleihen dem Spiel seinen unverkennbaren Flair. Es gibt auch kurze Fetzen von Sprachausgabe, dies beschränkt sich aber auf 2-3 Sätze. Hier wäre mehr davon sicherlich nicht verkehrt gewesen, aber vielleicht gibt es diese ja bei einem der nächsten Teile.
Die Steuerung geht leicht von der Hand und ist nahezu perfekt. Mit einem Druck nach oben auf dem Steuerkreuz aktiviert man das Menü der Tänze, welches dann automatisch in 3 Kategorien durchläuft. Dabei befindet sich je ein Tanz auf jeder Richtungsposition des Steuerkreuzes. Ansonsten springt die Heldin standardmäßig mit der B-Taste, ihr prächtiges Haar schwingt sie hingegen mit Y.
Fazit
Shantae: Half Genie Hero ist ein würdiger und überaus gelungener Nachfolger zu „Pirates Curse“, der mit toller HD-Optik, spaßigem Gameplay und sehr guter Soundkulisse besticht. Lediglich das es keine durchgehende Welt gibt könnte man dem Spiel ankreiden wie auch einige Upgrades der Tiere. Ansonsten bekommen Liebhaber von 2D-Plattformern ein überaus unterhaltsames Abenteuer was man uneingeschränkt empfehlen kann.
- tolle Optik
- schöner Soundtrack
- gelungener Umfang
- Welten nicht miteinander verbunden
- einige Upgrades fragwürdig
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


