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Super Mario Maker for Nintendo 3DS

Super Mario Maker for Nintendo 3DS

Benjamin A.

Einen Nintendo-Hit – der von der Wii U auf den 3DS „gerettet“ wurde – haben wir euch bereits vorgestellt: Poochy & Yoshi´s Woolly World.

Nun nehmen wir uns auch noch das hochgelobte Level-Creation-Tool mit dem beliebtesten Videospielklempner der Welt vor: Super Mario Maker for Nintendo 3DS. Auf Grund technischer Begrenzungen wurden einige Features beschnitten, zur Entschädigung aber andere hinzugefügt.

Doch können die Änderungen auch überzeugen? Oder ist es nur ein schnöder Port und ein Downgrade für alle, die sich die Konsolenfassung leisten können? Wir haben es in unserem Super Mario Maker for 3DS-Review getestet.

Let’s-a go… again!

Das grundsätzliche Spielprinzip von Super Mario Bros. bedarf keiner großen Einführung mehr: Man springt und rennt durch die Level, weicht dabei Gegnern aus und sammelt zwischendurch Power-Ups, die euch Fähigkeiten verleihen. Der Twist an Super Mario Maker ist hingegen, dass ihr nun selbst zum Leveldesigner werdet und eure Schöpfungen mit Freunden teilen könnt.

Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt: Neben klassischen Mario-Designs sind auch unerwartete Kombinationen möglich. So kann man fast allen Gegnern Flügel verpassen, Mario kann nun Käfer-Panzer als Helme tragen und man kann nun Elemente aus Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World und New Super Mario Bros. U mischen, wobei jedes Template die Physik des Originalspiels vorgibt. In der 3DS-Fassung sind diese übrigens gleich von Beginn an freigeschaltet.

Ausgebremst – Alles was fehlt

Kommen wir zuerst zu den schlechten Nachrichten: Die Online-Funktionen – welche den Charme der Wii U-Fassung ausmachten – wurden erheblich reduziert. Es ist nicht mehr möglich nach Levels zu suchen oder Level zu bewerten. Tatsächlich beschränken sich die Features auf zufällige Level durch die „100 Mario Herausforderung“ oder „Vorgeschlagene Kurse“, welche für die 3DS-Version selektiert werden. Man kann diese auch weder bewerten, noch zu Favoriten hinzufügen oder im Miiverse kommentieren. Man kann sie lediglich speichern. Auch fehlt die Option, spezifisch nach Kreationen zu suchen.

Die Selektion richtet sich aber nicht nach der Qualität: Es werden lediglich Wii U-exklusiven Features wie der amiibo-Outfits gefiltert. Außerdem ist es nicht mehr möglich eigene Sounds aufzunehmen, dieses Feature wird man aber kaum vermissen. Ansonsten sind die Level-Tools aber dient mit jenen der Wii U-Fassung.

Die Online-Tauschbörse weicht somit einem lokalen Tauschsystem unter 3DS-Besitzern. StreetPass ist natürlich wieder mit von der Partie.

Going Solo – Die Super Mario Herausforderung

Auch die „10 Mario Herausforderung“ fehlt, diese wird allerdings durch einen neuen Modus würdig vertreten. Die „Super Mario-Herausforderung“ ist das eigentliche Herzstück der 3DS-Version: Denn um obenstehende Verluste zu kompensieren, wurden Entwickler-Level der Wii U Fassung um etliche weitere Exemplare erweitert. Insgesamt bekommt man so eine Einzelspieler-Erfahrung mit 18 Welten mit je 4 (oder manchmal mehr) Level. Mit insgesamt an die 100 Stufen ist es somit das wohl größte Einzelspieler-Mario, dass es je gab.

Natürlich fehlt dem „Spiel“ die Mario-Typische Kohärenz: Welten sind nicht nach Themen wie Wüste, Schnee und Wald sondern nach den jeweiligen Tools sortiert. Am Ende jeder Welt schaltet man dann die neuen Objekte frei, um die Designs selbst nachstellen zu können.

Wiederspielwert durch Medaillen

Zusätzlich kann man im jeden Level auch zwei Missionen abschließen, um Medaillen zu sammeln. Super Mario Maker for Nintendo 3DS spielt sich daher weniger wie ein immersives Mario-Abenteuer, sondern mehr wie eine Entwickler-Herausforderung, die sich auch nicht davor scheut, die Regeln zu brechen.

Manche Aufgaben beinhalten nur das passieren von Geheimwegen, andere beinhalten aber auch Spezialbedingungen. In einem Level muss man bspw. alle Piranhapflanzen töten, ohne dabei andere Gegner zu erwischen. Natürlich werden in genau diesem Level alle Pflanzen von Gumbas transportiert, wodurch man die Keimlinge mit einem präzisen Schuss einer Feuerblume eliminieren muss.

Um alle Tools im Spiel freizuschalten, muss man alle Welten passieren und 40 Medaillen einsammeln (bei 2x100 Medaillen… kein Problem!). Um ein Level bearbeiten zu können muss man allerdings beide Aufgaben des Abschnitts lösen – sonst könnte man ja einfach die Geheimwege einsehen!

Durch diese Art des Freischaltens ist es auch ohne Tricks möglich, alle Extras binnen absehbarer Zeit freizuschalten. Dies erfordert natürlich auch mehr spielerisches Geschick vom Nutzer, während es in der Wii U-Fassung genügte, das Spiel an verschiedenen Tagen zu starten. Wer an einem bestimmten Level scheitert, kann aber nach einer gewissen Anzahl an Fehlschlägen zum Super-Guide greifen.

Weitere Extras

Eine weitere Neuerung sind die neuen kommunikativen Begleiter: Service-Angestellte Mashiko und der sprechende Tauberich Yamamura. Die beiden resümieren nach jeder Welt im Dialog, wie man die neu freigeschalteten Features effizient einsetzt. Außerdem gibt es dieses Mal eigene Tutorial-Einheiten, die einem erklären, wie ein gutes Level-Design auszusehen hat. Doch Kreativität steht weiterhin im Vordergrund: Wer weiterhin Musiklevels oder frustrierende Troll-Abschnitte bauen will, kann dies auch weiterhin tun.

Grafik und Sound

Im ästhetischen Bereich ist der Port äußerst gelungen. Insbesondere bei den Retro-Templates merkt man kaum einen Unterschied zum „großen Bruder“, auch wenn man sich erst mal an die Handheld-bedingte kleinere Auflösung gewöhnen muss.

Lediglich das New Super Mario Bros. U- Template hat etwas unter dem Downgrade gelitten und ist optisch in keinster Weise mit dem speziell für 3DS produzierten New Super Mario Bros. 2 zu vergleichen. Teilweise wurden Modelle zu Sprites degradiert und Texturen sind nicht mehr so scharf wie im Original. Auch kommt es gelegentlich zu kleinen Slowdowns, die das Spielgefühl aber nicht beeinträchtigen. Des Weiteren gibt es im gesamten Spiel auch keinerlei Art von 3D-Unterstützung.

Soundtechnisch gibt es allerdings keine Probleme. Alle Stücke versprühen den typischen Mario-Comic-Charme, für ältere Templates wurden sogar neue Musikstücke für Szenen geschrieben, wie etwa eine neue Variante für das Geisterhaus im Super Mario Bros.-Template.

Wer diese Version mit der Wii U-Fassung vergleichen will, kann auch unser Super Mario Maker (Wii U) Review nochmal nachlesen.

8.0Wertung

Fazit

Die Levelerstellung ist genauso einfach und spaßig wie schon auf der Wii U. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und es regt dazu an die Regeln zu brechen und neu zu definieren. Allerdings wird die Genialität des Konzepts etwas durch die reduzierten Online-Fähigkeiten getrübt. Nintendo hat sich aber schwer bemüht, dies durch einen starken Einzelspielermodus via „Super Mario Herausforderung“ wieder wett zu machen, welche mehr Level bietet als jedes andere, vollständige Super Mario-Spiel. Wer vor der Wahl zwischen Wii U-Original und 3DS-Port steht muss selbst entscheiden, ob einem eine Online-Community oder eine starke Einzelspielererfahrung mit Entwicklertutorials wichtig sind. Besitzt man allerdings bereits die Konsolenfassung, dürften wohl nur die größten Jump’n’Run-Fans genug Gründe finden, um sich auch die 3DS-Fassung zuzulegen.

Design
7.0
Sound
8.0
  • kinderleichter Level-Creator
  • Starker Einzelspieler-Modus
  • lokales Tauschen und StreetPass
  • neues Freischaltsystem
  • Stark reduzierte Online Features
  • Port des NSMB-Templates nicht ganz so schön

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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