
Super Mario Maker
Es hat zwar etwas gedauert, aber nun durften auch wir Hand an Super Mario Maker legen. Level-Editoren sind ja nicht jedermanns Sache, aber die Einfachheit der Bedienung, gepaart mit dem Mario-Franchise verspricht ein tolles Spielerlebnis. Ob das auch wirklich so ist, erfahrt ihr in unserem Spieletest zu Super Mario Maker (Wii U).

Super Mario Maker
WIIU
- Genre
- Simulation
- Serie
- Super Mario
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- WIIU
- Spieler
- 1 lokal
Nach Little Big Planet für die Playstation versucht sich nun auch Nintendo an einem (Online-)Level-Editor Konzept. Das Spiel bietet zwar wie erstgenanntes Spiel keinen Story-Modus, aber dennoch stecken viele Überraschungen in dem Titel. Ob Super Mario Maker für jedermann geeignet ist, erfahrt ihr hier in unserem Test.
Sei ein wahrer Schöpfer
Super Mario-Spiele bieten zwar immer wieder kreative Ansätze und außer der Story, bei der es doch meistens um ein Problem mit Prinzessin Peach geht, auch meistens viel Abwechslung. Bei Super Mario Maker könnt ihr aber nun selbst der kreative Schöpfer sein und euch euer persönliches Mario-Abenteuer erschaffen. So trefft ihr sämtliche Widersacher, Items und Bekannte aus Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World und New Super Mario Bros. U. Auch Spukhäuser gibt es übrigens mit allem was diese beinhalten - von versteckten Blöcken, Türen, Geheimwegen bis hin zu den Buu Huus.
Zwar steht einem das ganze Arsenal nicht von Beginn an zur Verfügung, aber nach und nach eröffnen sich weitere Möglichkeiten an Items, Figuren und und und. Dazu müsst ihr aber jeden Tag mindestens 5 Minuten das Spiel zocken, um am nächsten Tag eine neue Itemlieferung zu erhalten. Nach 9 Tagen sollte man sein Lager komplett aufgefüllt haben. Hier wäre es sicherlich nett gewesen, wenn man gleich zu Beginn aus dem vollen Schöpfen hätte können und nicht mühsam auf Upgrades warten muss.
Die Steuerung ist übrigens sehr eingängig, präzise und funktioniert über das Wii-U-Gamepad. Man kann fast sagen, Super Mario Maker ist das erste Spiel, welche die Möglichkeiten des Wii U Touchscreens so richtig ausnützt. So könnt ihr via Stylus (sei empfohlen) nach Herzenslust an euren Welten basteln - Blöcke umstellen, vielleicht darin noch ein Item verstecken, hier ein Gumba, da ein Koopa... – eurer Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Vor allem die Bedienung mit dem Touchpen ist ein riesengroßer Vorteil gegenüber anderen Leveleditoren. Zu allererst startet ihr auch gleich mit einem Tutorial in dem erklärt wird, wie Mario Maker grundsätzlich zu bedienen ist.
Ihr seit wirklich der Schöpfer der gesamten Welt, so müsst ihr nicht nur Items und Dinge setzen, sondern nach der Auswahl des passenden Hintergrundes auch den Weg der zu beschreiten ist ebnen. Hier und da vielleicht noch ein paar Abgründe eingebaut könnt ihr ganz praktisch per Knopfdruck vom Bau- in den Spielmodus wechseln um zu sehen, ob der Klempner den Sprung auch schafft.
Einzig die Schwerkraft könnte euch einen Strich durch die Rechnung machen. Es ist zwar lustig, wenn ihr jede Menge Feinde in die Luft platziert oder anderen Unsinn anstellt, aber hat der Gegenstand an dieser Position, sowie im richtigen Leben, keinen Sinn, dann sorgt die Gravitation dafür, dass nach dem Start des Spiels das Item sofort auf die Erde fällt. Manchen Charakteren oder Dingen könnt ihr durch wildes Schütteln neue Eigenschaften verleihen. So ändern Schildkröten die Farbe des Panzers und wenn ihr ihnen noch zusätzlich ein paar Flügel verleiht, ist die Schwerkraft schon kein Problem mehr. Perfektionisten können über ihr Level ein Gitternetz legen, welches präzisere Bauweisen und Gestaltungen ermöglicht.

Dem Wahnsinn sind keine Grenzen gesetzt
Besonders cool ist das Schienensystem, denn dort könnt ihr so gut wie fast alles anbringen und quer durch euer Level schicken. Egal ob Bowser, der so durch die Welt geistert, feuerspuckende Piranhapflanzen oder doch lieber Raupis, die sich noch schneller vorwärts bewegen und dann als Sprungbrett verwendet werden können. Manche User haben dieses System bereits so perfektioniert, dass ein Knopfdruck genügt und Mario bewegt sich automatisch und ohne das ihr etwas machen müsst vom Start bis zum Ziel.
Wie ihr seht, altbekannte Mario-Regeln werdet ihr in Super Mario Maker nicht unbedingt finden und brauchen. Ihr könnt selbst entscheiden was sich in den Fragezeichenblöcken versteckt, was aus Kanonen oder Röhren geschossen kommt oder sich hinter Mauerblöcken versteckt. Geheimblöcke gibt es genauso, wie geheime Türen und viele andere Überraschungen. Im neuesten Update wurde sogar die Checkpoint-Funktion der New Super Mario Bros.-Reihe integriert.
Manche Items könnt ihr übrigens miteinander kombinieren. Beinahe jeder amiibo kann außerdem eingescannt werden und liefert neue Kostüme für Mario. Versteckt einen bestimmten amiibo-Pilz in einem Block, so könnt ihr das Level als Link, Samus oder dem Inkling aus Splatoon spielen. Aber nur so lange, bis ihr nicht aufpasst und „klein“ werdet.
Selbst das Aufnehmen und Abspielen von Sounddateien ist möglich. Schnell in einem Gumba platziert schreit dieser beim Draufhüpfen beispielsweise jene aufgenommenen Dinge, welche ihm vorher „beigebracht“ wurden.

Per Klick durch die Mario-Universen
Per Knopfdruck könnt ihr jederzeit in eine andere Mario-Epoche springen. Dabei ändern sich lediglich ein paar Kleinigkeiten und Details in Physik und Bewegung. So beherrscht der Klempner aus „New Super Mario Bros. U“ den Wandsprung und andere neumoderne Moves, während dies im klassischen Mario natürlich nicht möglich ist. Will man seine Welt also „multidimensional“ basteln, muss man auf diese Dinge Rücksicht nehmen. So wird aus dem Propeller-Item in „Super Mario World“ einfach eine Feder und in „Mario Bros. 3“ das bekannte „Flug-Blatt“.
Da es in „Super Mario Bros.“ kein entsprechendes Item gibt, könnt ihr hier eben den amiibo-Fragezeichen-Pilz verwenden. Dieser funktioniert auch nur mit diesem Theme und so könnt ihr eben als 8-Bit-Charakter nach Wahl durch die Welten laufen. Dennoch handelt es sich aber nur um Kostüme und es ändert nichts an den Eigenschaften der Figur. Verdienen könnt ihr diese Assecoires über gekaufte amiibos oder die...
100-Mario-Challenge
Jene Herausforderung verlangt auch einen Internetzugang und ist ein cooler Weg, um Level anderer User kennenzulernen. Habt ihr eine Schwierigkeitsstufe gewählt, so geht es mit 100 Leben durch 16 kreative Schöpfungen, die durchaus richtig knackig sein können. Hier werdet ihr wahrlich eine Schier an Kreativität entdecken und euch die ein- oder anderen Dinge abschauen können. Außerdem gibt es auch eine Reihe von Tutorials und Beispiel-Levels, die ihr als ähnliche Herausforderung durchlaufen könnt. Hier habt ihr aber nur 10 Leben im Gebäck. Die Online-Welten und Herausforderungen sind zwar gut und schön, aber dennoch wäre ein kleiner Story-Modus durchaus interessant und toll gewesen. Wenn man nur an Little Big Planet denkt, wo auch die Geschichte an sich immer ein wahres Highlight war, wäre auch bei Mario sicherlich einiges drin gewesen. Auch in Bezug des Werkzeuges hat das Sony-Spiel knapp die Nase vorn. Schon alleine durch den Einsatz verschiedenster Materialen, gepaart mit etwas Kunstverstand, könnt ihr im Sony-Pendant durchaus die kreativsten Dinge erschaffen - bis hin zu anderen Genres. Super Mario Maker hingegen wirkt teilweise sehr begrenzt und doch zu sehr in das Korsett eines Jump-N-Run gedrückt. Aber das ist Super Mario halt nun einmal, daher soll dies auch kein großer Kritikpunkt sein.
Lustig ist auch die Hommage an das damalige Mario-Paint für den SNES. Ab und zu surrt eine Fliege über den Bildschirm. Wer diese mit einem Schlag erwischt, darf sich über ein kleines Minispiel mit einer Fliegenklatsche freuen.
Musikalisch gibt es die verschiedensten Kompositionen der Titel der letzten Jahrzehnte. Einen Editor für eigene Töne gibt es nicht. Nur eben die bereits erwähnten Sprachaufzeichnungen oder eben die bekannten Noten-Plattformen, mit denen ihr simple Melodien ins Spiel bringen könnt.

Millionen an Level verfügbar
Wollt ihr eure Level-Kreationen mit anderen Usern oder Freunden teilen, so gibt es natürlich die Möglichkeit diese online zu veröffentlichen. Dies ist ein Kann aber kein Muss. Es ist genauso möglich einfach nur die Welten der anderen zu bespielen und anschließend zu bewerten. Das Balancing des Editors ist echt toll. Selbst ungeübte Bastler können in kürzester Zeit passable Level auf die Beine stellen.
Im Online-Bereich könnt ihr euch durch die neuesten Veröffentlichungen wühlen, welche durchaus meistens sehr unterhaltsam sind. Wer doch lieber Profis über die Schulter schauen möchte, der kann auch seine Suche verfeinern, beispielsweise nach Höhe der Sternewertungen von Spielern, nach Region, Zeitraum oder Schwierigkeitsgrad. Wer sagt, es sei dann immer noch nichts Passendes dabei, der hat wohl gelogen. Immerhin gibt es mittlerweile Millionen an Welten die ihr suchen und spielen könnt - von echten Geduldsproben bis hin zu Kreationen von 6-jährigen ist alles dabei.
Habt ihr den für euch wahren „Meisterschöpfer“ gefunden, könnt ihr diesem sogar folgen. Wer ein Level besonders gerne hat, dem sei empfohlen, sich dieses herunterzuladen. Anscheinend werden „verwaiste“ Welten immer wieder von den Servern gelöscht. Eure Kreationen haben übrigens auch eine Nummer die ihr mit Freunden teilen könnt, damit diese sie leichter finden und spielen können.
Praktisch ist auch die Möglichkeit, die Welten anderer Nutzer zu bearbeiten. Doch der Mix aus Eigen- und Fremdkreation kann dann nicht mehr hochgeladen und somit NICHT für andere zugänglich gemacht werden. Wer es lieber hart auf hart mag, der kann in „Trials Evolution“ versuchen, den Schöpfer eines Levels auf seinem eigenen Meisterstück zu schlagen.
Fazit
Super Mario Maker ist wohl einer der besten Level-Editoren, die es auf dem Markt gibt. Auf kinderleichte Art und Weise könnt ihr mit eurem Stylus Jump-N-Run Levels nach Lust und Laune basteln. Eurer Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, zumindest im Rahmen des Mario-Universums. Gumbas, die durch Unterwasserwelten tauchen, Münzen, die aus Kanonen geschossen werden – schier alles ist hier möglich. Per Knopfdruck könnt ihr durch die einzelnen Mario-Universen switchen und deren Vorzüge genießen. Das Balancing ist durchaus sehr gelungen und selbst Anfänger können in kürzester Zeit erstaunliche Werke abliefern. Wem das noch nicht genügt, der kann seine Kreationen auch online stellen oder in Millionen an Nutzer-Level stöbern. Einen Story-Modus gibt es leider keinen, aber immerhin könnt ihr in der spaßigen 100-Mario-Challenge witzige Kostüme verdienen. Etwas nervend ist vielleicht, dass man rund 9 Tage spielen muss um das komplette Sortiment an Werkzeugen zur Verfügung zu haben, aber ist es endlich so weit, dann hält einem nichts mehr auf. Wir können euch Super Mario Maker nur wärmstens empfehlen, auch jenen, die sonst mit Level-Editoren wenig anfangen können. Mehr Abwechslung an „hochwertigen“ Mario-Leveln werdet ihr selten wo finden – Onlinezugang natürlich vorausgesetzt.
- kinderleichte Levelerstellung
- präzise Steuerung
- sinnvoller GamePad-Einsatz
- lustige Spielereien (Kostüme, Sound...)
- Challenges
- fehlender Story-Modus
- kreative Design-Ideen begrenzt
- Freischaltsystem der Werkzeuge
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


