
Poochy & Yoshi?s Woolly World

Poochy & Yoshi?s Woolly World
3DS
- Genre
- Jump ’n‘ Run
- Entwickler
- Good-Feel
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- 3DS
Trotz einer insgesamt guten Spielebibliothek kam die Wii U nie so wirklich in die Gänge. Da die Switch nun vor der Tür steht, versucht Nintendo natürlich so viele Hits wie möglich einer größeren Nutzerbasis zur Verfügung zu stellen.
Einer dieser Titel ist Yoshis Woolly World, welches die beliebte Yoshis Island-Formel mit der Optik von Kirby und das magische Garn verschmolz.
Doch kann ein Konsolenspiel so einfach auf einen Handheld portiert werden? Und was bringen die neuen Features? Wir haben es in unserem Poochy & Yoshis Wooly World Review getestet.
Wer diese Version mit der Wii U-Fassung vergleichen will, kann auch unser Yoshis Wooly World (Wii U) Review nochmal nachlesen. Wer direkt die neuen Features im Vergleich zum Original lesen will, kann übrigens direkt zu Seite 2 springen!
Yoshi’s New New Island?
Wer die Saga rund um Yoshi’s Island bereits kennt, dürfte vom Setting nicht sonderlich überrascht sein: Wieder treibt der böse Kamek Unfug, und wieder liegt es an Yoshi, den Tag zu retten. Dieses Mal gibt es nicht mal einen großen Twist in der Handlung: Der Magikoopa entführt alle bis auf zwei Woll-Yoshis, doch auf der Flucht von Insel zu Insel fallen ihm die Wollknäuel aus dem Beutesack.
Auch das Gameplay ist im Grunde gleich geblieben: Yoshi kann wie Mario rennen und springen, allerdings kann er im Gegensatz zum Klempner mit seiner Zunge Gegner verschlucken und in Munition verwandeln, die dann verschossen werden kann. Außerdem kann der Dino für kurze Zeit flattern, um so noch ein klein wenig höher zu springen. Statt eines Timer-Systems mit Baby-Mario folgt der Titel wieder der Yoshi’s Story-Formel mit Energieherzen. Die Steuerung kann am 3DS zwischen zwei Tastenbelegungen gewechselt werden, wobei man in beiden Varianten auch eine Gyroskop-steuerung für das Zielen beim „Eierwurf“ wählen kann. Der 3D-Effekt wird hier beim Zielen immer kurz abgeschaltet. Praktisch!
Ab an die Wolle!
Was aber den eigentlichen Charme des Spiels ausmacht, ist weniger das innovative Gameplay als das clevere Level-Design und der Appeal des Wolle-Looks: So „verschluckt“ Yoshi seine Gegner nicht im klassischen Sinne, sondern dröselt ihre Wollbestandteile auf. Auch seine Munition besteht nicht mehr aus Eiern, sondern aus Wollknäueln, die aus den Kontrahenten gewonnen wurden. Und die „markierten Linien“, die sich früher durch Eier oder Schalter aktivieren ließen? Die werden nun durch die Wollknäuel materialisiert, und zwar in der Farbe des jeweiligen Bäuschels.
Auch die Gegner greifen die Metaphern auf: Speer-Shy Guys kämpfen nun mit Häkelnadeln und Krebse bestehen aus alten Geldbörsen mit Scherenhänden. Insgesamt wird das Konzept durch niedliche Animationen abgerundet, die den Charmebolzen Yoshi und seine Umgebung so putzig wie noch nie darstellen, ohne dabei übertrieben kitschig zu wirken.
Verstricktes Level-Design
Doch auch das Level-Design trägt diese „Botschaft“ weiter: Wie schon in früheren Vertretern der Yoshi-Saga gibt es jede Menge sammelbare Items, welche in den Levels versteckt sind. Doch die Fundorte sind alles andere als trivial. Manchmal gilt es lose Fäden „abzulecken“, um so geheime Areale aufzudröseln, andernorts gibt es falsche Wände oder Mauern, deren Stoff sich zusammendrücken lässt. Manchmal gilt es aber auch nur jede Ecke des Abschnitts zu erkunden. Kaum ein Spieler wird alle Geheimnisse beim ersten Durchspielen finden.
Die fünf geheimen Grinseblumen, welche am Ende die Bonus-Chance erhöhen, kennen wir bereits. Auch die 20 Buntstifttiftaufnäher, welche sich hinter Juwelen verstecken, sind mit den früheren roten Münzen ident. Diese ersetzen hier die Miiverse-Stempelanstecker und schalten stattdessen neue Designvorlagen frei (hierzu später mehr). Neu sind allerdings die fünf Exemplare an Wunderwolle. Hierbei handelt es sich um die von Kamek entführten Yoshis, die so wieder rekonstruiert werden können. Dadurch können die Spieler in jedem Level einen Dino mit neuen Farben finden – darunter auch extravagante Designs wie ein Kuh- oder ein Shy Guy-Yoshi. Zu guter Letzt sollten Komplettisten am Ende des Levels auch noch eine volle Energieleiste haben, um alle Extras so wie einen Stern für den jeweiligen Abschnitt freizuschalten.
Insgesamt brilliert das Level-Design auf jeder Ebene. Jedes strotzt vor eigenständigen Ideen, spannenden Geheimwegen, interessanten Puzzles und später auch herausfordernden Jump’n’Run Einlagen. Ab und zu gibt es auch wieder Transformationslevel, in denen sich Yoshi kurzzeitig in einen Schirm, ein Motorrad, einen Riesen oder ähnliches verwandelt. Diese bringen nette Abwechslung ins Spiel, ohne dabei den Fluss zu brechen. Einzig und allein die Rücksetzpunkte hätten eine Spur großzügiger platziert werden können.
Näher am Schwierigkeitsgrad – Die neuen Mini-Schnuffels
Wer sich von Yoshi allerdings auch einen kinderleichten Schwierigkeitsgrad erwartet, der hat sich geschnitten! Gerade in der zweiten Hälfte des Spiels wird das Spiel sogar ziemlich knackig. Damit aber auch die weniger talentierten Spieler nicht zu sehr frustriert werden, gibt es in der 3DS-Version nun auch eine eigene Form des Super-Guides: Den „Entspannt“-Modus.
In diesem Modus – zu dem auch mitten im Level jederzeit gewechselt werden kann – bekommt Yoshi Flügel - wodurch er durch sein Flattern stetig auf derselben Linie schwebt – und drei Mini-Schnuffel. Diese dienen ihm nicht nur als Wollmunition, sondern auch als „Bodyguards“, da sie sämtliche Gefahren gleich attackieren, sobald sie Yoshi zu nahe kommen. Außerdem verweisen sie wie der große Schnuffel auf sämtliche Geheimnisse, wodurch man sich die Juwelen für das Schnuffel-Item quasi sparen kann. Wer einen Schnuffel-amiibo besitzt, kann diesen aber ohnehin ebenso herbei rufen.
Dieses Mal gibt es auch keine Form von Bestrafung für die Nutzung dieses Features. Spielt man Level „entspannt“ gibt es keine Bonus-Medaillen bzw. werden Medaillen auch nicht in anderer Form gekennzeichnet. Ob man das als gut oder schlecht empfindet muss jeder selbst entscheiden. Ehrgeizige Spieler können so oder so komplett auf den Modus verzichten, wenn sie sich selbst fordern wollen.
Weitere Extras – Schnuffel-Juwelenhatz & Yoshi-Kino
Ein weiteres Bonus-Feature sind spezielle Schnuffel-Level die – sobald sie freigespielt wurden – jederzeit angewählt werden können. Hierbei rast der kleine Kläffer von A nach B ohne stehen zu bleiben. Eure Aufgabe: Rechtzeitig springen! Der Level ist somit eigentlich nur ein langer Reaktionstest, eignet sich aber sehr gut dazu, Juwelen für Items zusammen, die einem das Spiel erleichtern. Wie etwa ein Anstecker, der euch vor dem Tod in Schluchten bewahrt. Diese sind hierbei mit der Wii U-Fassung ident.
Ein weiteres nettes Feature: Zusammen mit Stop-Motion-Studio Dwarf hat Nintendo 31 kurze Videos mit Woll-Yoshi und Schnuffel produziert. Alle 24 Stunden kann man ein neues davon einsehen. Am Ende gibt es dann eine kleine, einfache Quizfrage, mit der man nochmal 500 Juwelen gewinnen kann. Bei beidem handelt es sich um eine nette Draufgabe, mehr aber auch nicht. Im Kino wird übrigens die 3D-Optik nicht unterstützt wird.
Eigene Yoshis und neue amiibos
Auch die amiibos sind wieder mit von der Partie, die Yoshis in den jeweiligen Farben der Charaktere freischalten. Dieses Mal wurde die Palette sogar noch erweitert: Nun können auch Karten aus Animal Crossing und weitere Newcomer gescannt werden! Nicht alle ergeben passende Designs (bspw. Shovel Knight), aber es wurden doch sehr viele Muster eingearbeitet.
Auch wenn der Ko-Op-Modus entfernt wurde, so gibt es doch weiterhin die Woll-Doubles: Scannt man einen Woll-Yoshi, bekommt man einen computergesteuerten Dino, der die eigenen Aktionen spiegelt. Dieses Mal kann man aber auch seine eigenen Farben via Woll-Figur speichern. Neu ist auch der Schnuffel-amiibo: Dieser schaltet neben bereits erwähnten Features auch den Time-Attack-Modus für die Schnuffel-Level frei. Schließt man diese ab, gibt’s neue Farbvarianten für den Wauwau.
Wer damit noch nicht genug hat, hat nun die volle Gestaltungsfreiheit: Im Hauptmenü kann man seine eigenen Woll-Yoshis kreiren und auch via StreetPass teilen. Hat man Probleme kreativ zu werden, kann man durch Buntstiftaufnäher vorgefertigte Designs freischalten.
Grafik und Sound – Was bleibt vom Port?
Natürlich ist die 3DS-Version bei weitem nicht so schön wie die HD-Variante. Viel vom Wolle-Charme geht verloren, da die Shader auf einfache Texturen reduziert werden. GoodFeel Inc. hat sich aber alle Mühe gegeben, einen originalgetreuen Port zu fabrizieren. Immerhin kann man alle Level der Wii U-Fassung in adäquater Form spielen und bekommt am New 3DS sogar 60 fps in einem gelungenen 3D-Modus hin. Am „Old“ 3DS sind es immerhin 30 fps. Interessanterweise wurde aber auch die Hubwelt reduziert: Statt einer frei begehbaren 3D-Welt hat man in der Handheld-Fassung nur eine lineare 2D-Karte.
Der Sound ist weiterhin so lieblich und schön wie auf der Konsole. Hier empfiehlt es sich deifnitiv, die Kopfhörer auszupacken. So was gibt es nicht oft auf die Ohren!
Wer diese Version mit der Wii U-Fassung vergleichen will, kann auch unser Yoshis Wooly World (Wii U) Review nochmal nachlesen.
Fazit
Poochy & Yoshi’s Wooly World ist ein gelungener Port und ein würdiger Ersatz für all jene, die keine Wii U haben, doch auch für 3DS-Verhältnisse ist es ein sehr schöner, knuffiger Plattformer mit grandiosem Level-Design und charmanten Animationen. Die Entscheidung zwischen Wii U und 3DS-Fassung fällt allerdings schwer: Die HD-Variante ist weitaus schöner, der 3DS-Port bietet aber ein paar kleine, nette Extra-Features, die man aber auch nicht wirklich vermissen würde. Wenn man den Titel für jüngere Nutzer kauft, empfehlen wir die Handheld-Variante auf Grund des "Entspannt"-Modus. Wenn das kein Thema ist, empfehlen wir einfach das Lieblings-System zu wählen.
- Grandioses Level-Design
- Wiederspielwert durch Sammel-Items
- individuelle Yoshi-Designs
- "Entspannt"-Modus für Jüngere
- Einzigartiger Look…
- …der in HD doch einen Tick schöner aussieht
- Yoshi-Formel kaum abgewandelt
- Ko-Op fehlt
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

