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SEGA 3D Classics Collection

SEGA 3D Classics Collection

Benjamin A.

Es ist etwas mehr als ein Monat her, dass die Sega 3D Classics Collection auch bei uns erschienen ist (wir haben sie für euch getestet). In Japan war dieser Titel aber bereits die zweite Episode. Erst vor zwei Tagen erschien dort Episode 3 ("Final Stage") und ein Triple Pack (ein Double Pack gab es zuvor übrigens auch).


Ob diese Varianten auch hierzulande erscheinen werden, ist bisher nicht offiziell bestätigt - nun gibt es aber einen interessanten Hinweis, der auf ein westliches Release von Episode 3 deuten könnte: Geht man nämlich zur Miiverse-Community von Sega 3D Fukkoku Archives 3: Final Stage heißt dieses auf einem westlichen Account plötzlich Sega 3D Classics Collection 2.

Demnach könnte dies bedeuten, dass Episode 1 bei uns übersprungen wird, Teil 3 aber unter neuem Namen auch bei uns auf den Markt kommen wird. Bis auf Space Harrier 3-D und Out Run 3-D (Arcade-Ports für das Master-System, die mittels 3D-Brille stereoskopie-Effekte unterstützte), sind alle Titel der ersten Sammlung aber ohnehin auch separat im eShop erhältlich. Vielleicht plant Sega aber auch noch ein Triple Pack, welches dann eben exklusiv auch noch alle Titel der ersten Kollektion nochmal enthält.

Folgende Titel sind zumindest Teil von Sega 3D Fukkoku Archives 3: Final Stage:


After Burner II (Arcade)
Alien Syndrome (Arcade - exklusiv via Fukkoku Archives 3
Columns (Sega Mega Drive - exklusiv via Fukkoku Archives 3
Gunstar Heroes (Sega Mega Drive) 
Sonic the Hedgehog 2 (Sega Mega Drive) 
Streets of Rage II (Sega Mega Drive) 
Super Hang-On (Arcade) 
Thunder Force III (Sega Mega Drive- exklusiv via Fukkoku Archives 3
Turbo OutRun (Arcade - exklusiv via Fukkoku Archives 3)
+ zwei exklusive, geheime Bonus-Titel, wenn man Speicherstände von Sammlung 1 oder 2 auf dem 3DS besitzt. (Diese werden im Westen vermutlich wieder alternativ freischaltbar sein.)


Da ganze 6 von 11 Titeln nicht einzeln erhältlich sind, gäbe es zumindest jede Menge gute Gründe, die Episode auch bei uns auf den Markt zu bringen. Was meint ihr?

SEGA 3D Classics Collection

3DS

Entwickler
Sega
Publisher
Sega
Konsole
3DS
Spieler
1–2 lokal

Diese Titel erschienen bisher einzeln für den 3DS eShop, wurden in Japan aber später für den Handel zusammengefasst. Leider überspringen wir im Westen Episode 1, vermutlich da Sonic in jener Sammlung nicht vertreten ist. In der japanischen Episode 2 bekommen wir nun aber gleich 9 (und einen geheimen) Spieleklassiker spendiert, die wir uns in unserem SEGA 3D Classics Collection-Review näher angesehen haben.

Neue und alte Klassiker

Wie bereits erwähnt, enthält der Titel Spiele, die man bereits einzeln im eShop erwerben konnte und von uns zum Teil auch schon ausführlich getestet wurden. Doch um Fans erneut anzulocken, besteht fast die halbe Sammlung aus komplett neuen 3D-Klassikern. Aus diesem Grund werden wir uns vorerst auf die Neulingen konzentrieren und anschließend noch mal kurz die Tests bereits vorhandener Titel zusammenfassen - natürlich mit Verweis zum Original für die ausführlichere Recherche.

Bei Spielstart wird uns übrigens ein Demo-Video aller Titel präsentiert, während im nächsten Bildschirm ein schöner Auswahlbildschirm mit eigenen Titelanimationen für 7 der 9 Titel präsentiert wird. Die neuen Charakter-Illustrationen stammen dabei übrigens von Pokémon-Chefzeichner Ken Sugimori.

Hat man ein Spiel ausgewählt, wird es – nach einer kurzen Ladezeit mit eingeblendeten Spieletipps - direkt gestartet. Auf dem Top-Screen wird das Spielgeschehen dargestellt, während auf dem Touchscreen entweder eine Illustration des Mega-Drive-Covers oder Spielhinweise des Arcade-Cabinets gezeigt werden. Ab und an ist es auch möglich, Titel zusätzlich via Touch-Control zu steuern (bspw. Power Drift oder Galaxy Force II). Wie bei den eShop-Titeln können außerdem via „Start“ für jeden Titel Feineinstellungen getroffen werden… doch hierzu mehr am Ende des Reviews.

Die Touch-Screen-Ansicht von Puyo Puyo 2
Die Touch-Screen-Ansicht von Puyo Puyo 2

Power Drift

Bei Power Drift handelt es sich um einen System 16 (so hieß damals SEGAs Spielhallen-Engine) Arcade-Racer. Entfernt erinnert er an Super Mario Kart bzw. Sonic Drift, dabei stellt er aber ganz andere Ansprüche: Es gibt keine Power-Ups und die via Roulette ausgewählten Charaktere haben keinerlei Einfluss auf das Fahrverhalten. Schon der SEGA-Tipp beim Laden sagt: „Wähle einfach den mit der coolsten Frisur!“

Um also in Power Drift bestehen zu können, hilft es nur, die Kurven möglichst gut zu nehmen und die anderen Fahrer nicht zu rammen. Insgesamt gibt es fünf „circuits“ mit je 6 Strecken, davon fünf reguläre und eine Bonus-Strecke. Jede davon beansprucht in etwa 1-2 Minuten Spielzeit. Ist man nicht unter den ersten drei Plätzen, scheidet man aus dem Circuit aus.

Oberhalb die einzelnen Fahrer

Oberhalb die einzelnen Fahrer - nur coole Frisuren?

Grafisch basiert das Spiel auf der selben Parralax-Technologie, die man schon aus Space Harrier oder Out Run kennt, welche in 3D auch äußerst beeindruckend wirkt und für schöne Tiefeneffekte sorgt. Durch die hohe Geschwindigkeit des Titels kann einem dabei aber auch ganz schnell schwindlig werden. Insbesondere deshalb, da durch die Stereoskopie auffällt, dass der Boden keine Straße, sondern mehrere hintereinander gestaffelte „Tiles“ sind. Durch Feineinstellungen im 3D-Effekt kann man hier entgegen wirken – oder man dreht den Schieberegler einfach ab.

Die Musik des Titels ist rockig und passt ins Geschehen, allerdings gibt es wie immer nur wenig Begleitstücke, die durchgehend durch den ganzen Circuit durchlaufen. Da diese aber ohnehin nicht lange dauern und von den Rennfahrern übertönt werden, stört das nicht weiter. Soundtechnisch bekommt man neben 16-Bit Motorengeräuschen auch einige 16-Bit-Sprachsamples auf die Ohren. Für heutige Verhältnisse klingen diese natürlich „unsauber“, aber für Nostalgiker und Retro-Fans macht dies auch genau den Charme solcher Spielesammlungen aus.

Leider hatte der Titel schon damals keinen Multiplayer-Modus, wodurch sich das Spielgeschehen auf Einzelspielerfahrten gegen computergesteuerte Gegner beschränkt. Dies senkt den Wiederspielwert natürlich drastisch, doch für Fans von Einzelspieler-Arcade-Rennspielen dürfte es zumindest kurzfristig gut unterhalten.

Puyo Puyo 2 (Puyo Puyo Tsuu)

Dieser Titel könnte unter Fans der Hauptgrund sein, um sich die SEGA 3D Classics Collection zuzulegen, denn obwohl Puyo Puyo 2 in japanischen Spielhöllen so beliebt wie Street Fighter II wurde, kam der Titel nur selten in den Westen: 1999 gab es eine Fassung für das Neo Geo Pocket Color, 2008 erschien die Mega Drive Variante für die Wii Virtual Console.

Die hier enthaltene Variante ist somit die erste internationale Veröffentlichung der Arcade-Version. Aus diesem Grund wird aber auch darauf hingewiesen, dass fast alle Texte auf Japanisch sind. Die spielentscheidenden Floskeln sind allerdings – wie auch schon im Original - auf Englisch.

PuyoPuyo 2 Startbildschirm
PuyoPuyo 2 - endlich auch bei uns!

Bei dem Spiel handelt es sich um ein Dr. Mario-ähnliches Puzzle, bei dem farbige „Bohnen“ vom Himmel fallen. Sobald sie gelandet sind, schaffen sie zu benachbarten Zellen gleicher Farbe eine Verbindung. Verschmelzen vier oder mehr von ihnen, lösen sie sich auf. Im Multiplayer-Modus werden hier dann – je nach Anzahl und Combos der aufgelösten Elemente – die Kontrahenten mit grauen „Steinen“ beworfen, welche nur durch das auflösen benachbarter Felder wieder entfernt werden können. Im Einzelspielermodus kämpft man gegen computergesteuerte Gegner, um sich so nach und nach bis zur Spitze des Turms hoch zu hangeln.

Dieses Spielprinzip dürfte der Eine oder die Andere schon kennen: Puyo Puyo (1) erschien bei uns nämlich in Form von Dr. Robotnik’s Mean Bean Machine, welches die ursprünglichen Fantasy-Designs mit den Roboterschergen der Sonic-Cartoon-Serie ersetzte. Doch auch Super Puyo Puyo wurde bei uns durch Kirby’s Ghost Trap bzw. Kirby’s Avalanche ersetzt, und diverse Handy-Anbieter boten „QuadraPop“ oder ähnliche Varianten als vorinstallierte Games an.

Was Puyo Puyo 2 allerdings so revolutionär machte, war die neue Konter-Mechanik: Durch einen Offset werden die grauen „Garbage Puyos“ nämlich erst auf den Gegner abgeladen, sobald er seinen Zug vollendet hat. Löst er dabei Spielsteine auf, werden seine eigens erzeugten Blockierfelder gegen eure abgewogen. Erst die Differenz landet dann beim jeweiligen Spieler. Sollte euer Gegner also mehr Combos bilden, kommen die grauen „Bohnen“ stattdessen auf eure Seite. Das Ganze funktioniert auch andersrum: Euer Gegner will das Ergebnis von fünf Combos auf euch abladen, ihr schafft es aber rechtzeitig zehn eigene Combos zu fabrizieren. Nun werden also die fünf Schadensreihen des Gegners annulliert und die übrigen fünf werden dem Kontrahenten weiterhin geliefert.

Da bekommt jemand jede Menge Garbage Puyos...

Da bekommt jemand jede Menge Garbage Puyos...

Der Single Player allein macht hier schon jede Menge Spaß, doch der wahre Reiz besteht hier im Multiplayer – zumindest sofern man einen zweiten Spieler mit einer SEGA 3D Classics Collection findet, denn einen Online-Multiplayermodus gibt es leider nicht…

Auch hier ist der 3D-Effekt wieder sehr gelungen, obwohl er sich nur auf ein Layering der einzelnen Ebenen beschränkt, um nicht zu sehr vom Puzzle abzulenken. Grafisch sind die Anime-Illustrationen gestochen scharf: Man bekommt kaum mit, dass es sich hierbei immer noch um 16-Bit Grafiken handelt. Auch die Begleitmusik ist witzig, poppig und geht sofort ins Ohr. Mitunter werden eure Spielzüge von süßen, japanischen Sprachsamples untermalt.

In den Feineinstellungen kann man neben den üblichen Optionen auch den Schwierigkeitsgrad einstellen (darunter auch die neue Option „Very Easy“) und einzelne Regelsets anpassen, wie etwa die Rückkehr zu den klassischen Puyo Puyo Regeln ohne Offset oder die Option, dass die Art der „Garbage Puyos“ nach jedem Match (im Single Palyer) wechselt.

Maze Walker

Hiermit kommen wir zum Ersten SEGA Master System-Titel, der extra für die Sammlung als 3D-Remake angefertigt wurde. Allerdings wird dieses Spiel nicht zum ersten Mal Stereoskopisch dargestellt: Schon auf dem Master System konnte man mit der SegaScope 3D-Brille – welche ein Shutter-System nutzte – Games wie dieses hier in 3D genießen.

Das Spielprinzip ist hier denkbar einfach: Man steuert via Top-Down-Ansicht eine namenlose Figur durch ein Labyrinth, welches mehrere Tiefenebenen besitzt. Zur Verteidigung kann man ein Brecheisen benutzen – welches man in der Regel zu Beginn des Levels findet – oder über Gegner hinweg springen. Durch die Stereoskopie wirkt es dabei, als würde die Figur euch entgegen springen.

Maze Walker

Man sieht es hier schlecht, aber in 3D schaut das relativ beeindruckend aus.

Da Maze Walker gleich für 3D-Systeme konzipiert wurde, merkt man deutlich die Unterschiede in der Aufarbeitung: Viel öfter werden die Tiefeneffekte bewusst genutzt, um optisch ansprechende Effekte zu erzeugen.

Ansonsten wirkt der Klassiker aber nur wie eine Tech-Demo: Gegner-, Level- und Sound-Designs wirken uninspiriert und monoton. Recht viel mehr als „blonder Junge prügelt sich durch schlauchartiges 3D-Labyrinth“ bekommt man weder zu sehen noch zu hören. Die Motivation des Spielers klammert sich hier einzig und allein an die optischen „Neuheiten“. Kein Wunder also, dass das Spiel nur für Spielesammlungen geeignet ist, da man hier der Reiz eigentlich nur im historischem Interesse bestehen kann.

Fantasy Zone II

Bei Fantasy Zone II steuert man ein kleines Schiff und kämpft auf einem scrollbaren Bildschirm gegen bunte Gegnerhorden. Als Bewaffnung dienen ihm eine Kanone, Bomben und Waffen-Upgrades, die gegen Münzen in Shops erworben werden können. Da die Farbenpracht das Hauptunterscheidungsmerkmal zu klassischen Shoot’em’Ups war, ordnet man die Serie auch gerne dem Sub-Genre „Cute’em’Up“ zu.

Fantasy Zone II Screenshot

Die Wiege des sogenannten Cute'em'Up

Statt von A nach B zu fliegen, hat der Spieler die Möglichkeit, sein Schiff frei nach links und rechts zu steuern, wobei Anfang und Ende fließend ineinander übergehen. Ziel ist nun die Vernichtung der gegnerischen „Basen“, wobei auch diese durch süße Gesichter dargestellt werden. Zerstört man diese, legt man Portale zu anderen Ebenen frei, bis man schlussendlich zum Boss-Portal gelangt und es öffnet. Dieser Abschnitt wird dann wieder klassisch von links nach rechts gesteuert.

Hierbei handelt es sich übrigens um das Master System-Original des ebenfalls auf der Sammlung befindlichen Fantasy Zone II W. Letzteres ist hierbei ein „Was wäre Wenn-Remake“ aus 2008, welches sich an die Begrenzungen des Sega 16-Systems hielt, um ein „Arcade-Remake“ des Klassiker zu produzieren.

Das Master-System Shoot’em’Up ist dadurch technisch natürlich in jedem Punkt unterlegen. Auch der neue 3D-Effekt beschränkt sich hier auf simples Sprite-Layering, während Fantasy Zone II W sogar das Sprite des Schiffes nochmal in Einzelteile aufteilte. Im Gameplay finden sich aber genug Unterschiede, die die zusätzliche Existenz auf einer Spielesammlung rechtfertigen.

Und ein weiterer, geheimer Titel

Es gibt noch ein weiteres, neues Spiel in der Sammlung, welches nicht offiziell beworben wurde und nur durch einen „Trick“ freigeschalten werden kann. Wer sich die Überraschung nicht verderben möchte, sollte daher JETZT zur nächsten Seite springen.

Menüpunkt Extra-Spiele

Das dritte Extra-Spiel - Spoiler in 3...2...1...

Tippt man nämlich im Menü mit den Master System-Spielen statt auf „Back“ auf die gegenüberliegende, leere Fläche, taucht eine Gegnerbasis aus Fantasy Zone auf und schält den gleichnamigen Titel fürs Master System frei. In der japanischen Version musste man, um diesen Klassiker freizuschalten, einen Speicherstand der japanischen, ersten Speielesammlung auf seinem 3DS-Gerät gespeichert haben. Da dies geändert wurde, kann man wohl davon ausgehen, dass SEGA wohl vorerst eher nicht vorhat, diese auch bei uns zu veröffentlichen…

Im Gegensatz zu seinem Sequel kam aber hier das Arcade-Original (welches im eShop separat als SEGA 3D-Remake erhältlich ist) zuerst, während die MS-Version ein relativ zeitnaher Port war. Durch die technischen Unterschiede sind im Gegensatz zur Arcade-Version einige Downgrades sichtbar: Gegner-Basen sind nicht animiert, es gibt nur sechs statt 10 Basen und zwei Bosse (Stage 4 und 6) mussten komplett geändert werden. Auch verfügt keiner der Bosse über Hintergründe. Da aber das Arcade-Original nicht auf der Sammlung enthalten ist, und es sich ohnehin um ein Bonusspiel handelt, hat auch Fantasy Zone seine Daseinsberechtigung.

3D-Klassiker: Fantasy Zone II W

Hier portierte M2 nicht die Master System-Fassung, sondern eine unveröffentlichte und überarbeitete Arcade-Fassung, die man bisher nur in einer Fantasy Zone Compilation für PS2 spielen konnte.

Neu ist im Hauptmodus „Tears of Opa-Opa“, dass es sowohl eine Helle als auch eine Dunkle Seite gibt. Während man am Master System die Warps noch nur aus technischen Gründen inkludierte, haben die Wechsel hier eine spielerische Dimension: Die dunkle Seite ist hierbei eine schwerere Version, in der man aber auch mehr Münzen erhält. Man kann jederzeit wechseln, wenn man das Portal findet, Basen bleiben weiterhin zerstört. Die Bosse und die erreichbaren Enden unterscheiden sich je nachdem, welche Seite ihr wählt. Das Beste Ende bekommt ihr, wenn ihr alle 7 Welten inkl. Finallevel auf der dunklen Seite abschließt. Euren Pfad könnt ihr auf dem Touch-Screen nachverfolgen.

Neben dem eigentlich „Abenteuermodus“ gibt es außerdem den komplett neuen Endlosmodus „Link Loop Land“ mit Upa-Upa, welcher Geometry Wars als Inspiration hatte. In diesem startet ihr mit einem 3-way-Shot und drei möglichen Treffern, habt dafür aber keine Leben und könnt auch keine Power-Ups kaufen oder auf die dunkle Seite wechseln. Zerstört man alle Basen kommt ein Bosskampf, danach startet das ganze Spiel von vorn. Bosse und Gegner wechseln sich ab, aber ein Ende gibt es nicht wirklich. Durch Features wie „Fever Time“ oder Scorelinks werden die Spieler auf Trab gehalten.

Fantasy Zone II W ist der Shoot’em’Up-Klassiker, der so nie existiert hat. M2 hat das klassische Gameplay general-überholt und stark erweitert. Genre-Fans können getrost zugreifen, während Neulinge durch die Feineinstellungen der Einstieg erleichtert wird.

- Das ganze 3D Fantasy Zone II W-Review im Detail lesen -

Fantasy Zone II W Screenshot - Boss

Die Unterschiede zur Master-System-Version sind deutlich...

3D-Klassiker: Sonic the Hedgehog

Keine SEGA-Sammlung wäre komplett ohne den Erstauftritt des Maskottchens, welches den Ausgleich im Konsolenkrieg mit Nintendo brachte: Sonic the Hedgehog! Neben diverser Sonic- und Sega-Spielesammlungen war der Titel auch zur Gänze in den Konsolenversionen von Sonic Generations spielbar.

Grundsätzlich läuft der blaue Igel ebenfalls von A nach B durch die Level. Einen Rennknopf gibt es nicht: Geschwindigkeit wird durch längeres Laufen erreicht. Umso schneller der Igel ist, umso eher kann er Wänden oder Loopings entlang laufen und höher springen. In der Regel finden sich auf höheren Wegen auch mehr Ringe, weniger gemeine Gegner oder Power-Ups wie Extra-Leben, Schilde oder temporäre Boni wie Unverwundbarkeit und der Turboschuh.

Doch gerade im Original setzt Sonic noch weniger auf schnelle Passagen und setzt mit Vorliebe auch auf bedachte Sequenzen, in denen man seine Sprünge auch langsam timen muss oder Schalter mit verschiebbaren Kisten aktiviert. Diese Elemente funktionieren leider nicht ganz so gut wie beim roten Klempner, aber man muss bedenken, dass Sega mit diesem Titel erst mal den Anklang testen musste und die Stärken des blauen Igels erst in Sonic the Hedgehog 2 ausnutzen konnte.

Der erste Auftritt von Sonic ist somit zwar ein solider Start, orientiert sich aber noch zu sehr an seinem Klempnerkollegen. Die Stärken des rasanten Gameplays entfalten sich erst in den späteren Episoden und mit nur einer Stunde Spielzeit ist der Titel auch äußerst kurz, bietet durch die Chaos-Emeralds aber einen Grund fürs Erneute Durchspielen. Der 3D-Effekt trägt nicht viel zu einem neuen Spielgefühl bei, dafür erlauben die Feineinstellungen aber jede Menge Freiheiten in der Art der Emulation, wodurch man selbst entscheiden kann, wie stark der Port verjüngt wird bzw. ob man lieber das Original mit all seinen Fehlern haben möchte.

- Das ganze 3D Sonic the Hedgehog-Review im Detail lesen -

Sonic the Hedgehog Screenshot

Der klassische blaue Igel

3D-Klassiker: Galaxy Force II

In Galaxy Force II geht es darum, 6 Welten zu durchfliegen, die von feindlichen Truppen eingenommen wurden. Diese Welten wollen zurückerobert werden, was sich je nach Schwierigkeitsgrad gar nicht mal so einfach gestaltet.

Habt ihr das Spiel gestartet, könnt ihr euch für einen Planeten entscheiden, auf dem die Schlacht beginnen soll. Ist die erste Welt erfolgreich durchflogen, folgt automatisch nach jeder siegreichen Schlacht der nächste Planet. Die Planeten bieten dabei unterschiedliches Terrain – so ist einer etwa mit Schnee und Eis überzogen, ein anderer bietet ein riesiges Meer oder aber es geht in einen mit brodelnder Lava gefüllten Vulkan.

Die jeweiligen Missionen bestehen immer aus zwei verschiedenen Levelabschnitten: In einem fliegt ihr durch offenes Gebiet, im anderen müsst ihr durch eine Höhle oder einen schlauchförmigen Tunnel fliegen. Um den jeweiligen Auftrag zu erfüllen gilt es, am Ende eines jeden Planeten einen riesigen Computer bzw. eine Maschine zu zerstören.

Galaxy Force II Screenshot

Das erinnert uns doch fast an Star Fox... nur das jener erst später in den Arwing sprang.

3D Galaxy Force 2 ist eine sehr gute Umsetzung des Spielhallen-Klassikers. Grafik und Sound überzeugen, der 3D-Effekt begeistert - hier wird Baller-Action der höchsten Stufe geboten! Einzig und allein der Umfang wirkt mit seinen 6 Levels etwas mau, macht aber bis zum Ende jede Menge Spaß. Nicht nur für Action Fans!

- Das ganze 3D Galaxy Force II-Review im Detail lesen -

3D-Klassiker: Altered Beast

In Altered Beast schlüpft ihr in die Rolle eines wiederbelebten, römischen Zenturions, der von Zeus ausgeschickt wurde, um seine Tochter Athena vor dem Dämonengott Neff zu retten. Der Clou an dem Spiel: Während ihr euch als Mensch durch die Level prügelt, könnt ihr euch mittels magischer Kugeln zuerst stärken und mit Kugel Nummer 3 schlussendlich in ein Tier verwandeln. Hier wird der Titel dann fast schon zum Shoot’em’Up: Als Wolf könnt ihr Feuerkugeln „boxen“, als Bär könnt ihr Gegner versteinern und als Drache sogar fliegen.

Leider ist das Spiel ziemlich schnell durch und nicht gerade fordernd. Für 1984 war es grafisch beeindruckend, aber spielerisch hatte es einfach nicht viel Tiefgang. Außerdem wurde für das 3D-Remake die Mega Drive Version gewählt, welche der Arcade-Version zwar äußerst ähnlich ist, grafisch und soundtechnisch aber hie und da einbußen hinnehmen muss. Ein Multiplayer-Spiel ist möglich (sofern Spieler 2 auch ein Exemplar von 3D Altered Beast besitzt), aber dies vereinfacht das Spiel auf der einen Seitenoch mehr, andererseits ist es durch die vollgestopften Bildschirme ohnehin schon schwer genug, dem Geschehen zu folgen.

Neben den übrigen Einstellungmöglichkeiten gibt es auch noch die Option, eine zufällige Tierform aktivieren zu lassen. Dies ist aber eher kontraproduktiv, da jedes Level mit der entsprechenden Form im Hinterkopf gestaltet wurde. Aus diesem Grund ist diese Funktion nur Fans zu empfehlen, die einen Grund brauchen, das Spiel erneut auszupacken.

Altered Beast Screenshot
Der erste Bosskampf als Werwolf gegen den mutierten Neff.

3D-Klassiker: Thunder Blade

Mit Thunder Blade finden wir ein weiteres Shoot’em’Up auf dieser Sammlung. Dieses Mal übernehmt ihr einen Helikopter, welcher unendlich viel Maschinengewehr-Munition sowie Bomben besitzt, um damit die gegnerische Armee auseinander zu nehmen.

Das besondere an Thunder-Blade ist neben der beeindruckenden SEGA 16-Grafik der Gameplay-Mix: Während man zuerst Panzer in der Top Down-Ansicht bombardieren kann, wechselt ab einem bestimmten Abschnitt die Ansicht in die Third-Person-Perspektive, um dann wie in Galaxy Force II auf den Bildschirm zukommende Truppen zu eliminieren. Danach gibt es noch einen eigenen Boss-Abschnitt.

Während die Grafik ziemlich beeindruckend ist, so sind Gameplay und Spieldauer leider nicht so prickelnd: Nach etwa 10 Minuten ist man schon durch (wobei man nach dem Durchspielen noch ein neues Bonuslevel so wie Spielanpassungen von M2 freischalten kann), in der Top-Down-Ansicht ist es nicht wirklich schwer, Feinde aus sicherer Distanz zu eliminieren und in der Third-Person-Perspektive gibt es ab und an Probleme mit der Kollisionsabfrage. Durch die neuen Spieloptionen kann man nun zumindest einstellen, dass Gebäude einem nichts anhaben können.

Das Shoot’em’Up kann zwar dennoch unterhalten, aber im Vergleich mit der Konkurrenz der anderen 3D Classics kann es einfach nicht mithalten– und als separater eShop-Download waren 5€ auch etwas zu teuer.

Thunder Blade Screenshot
Get to tha Choppaaa!!

Die 3D-Ports von M2

M2 hat wie immer saubere Arbeit geleistet. Sämtliche Titel sind gestochen scharf und laufen in der Regel auch im 3D-Modus mit 60fps. Des Weiteren gibt es auch für jeden Titel seine eigenen Feineinstellungen: Neben der frei konfigurierbaren Tastenbelegung der Mega Drive-, Master System- oder Arcade-Knöpfe kann man auch die Art des 3D-Effektes wählen: Entweder poppt das Geschehen aus dem Bildschirm raus - was etwas auffälliger aber auch anstrengend ist – oder man wählt den dezenteren 3D-Effekt „nach innen“.

Als Gag kann man zudem die klassische Darstellung wählen, welche den 3D-Effekt verwendet, um einen gebogenen Röhrenfernseher mit verwaschener Darstellung zu simulieren. In der Regel wird man hier aber bei der „normalen“ Option bleiben, welche jedes Pixel gestochen scharf und schön sauber darstellt. Bei Arcade.Titeln hat man hier die Möglichkeit, die verschiedensten Cabinets auszuwählen - auch jene, welche sich mechanisch mit dem Spieler mitbewegten.

Auch bei den Soundeinstellungen kann man Feinheiten treffen. Bei Mega Drive Titeln wie Sonic the Hedgehog kann man bspw. Zwischen dem Mega Drive-Sound und der Basslastigeren Einstellung des Mega Drive 2 wählen, während man bei Arcade-Titeln zwischen Japanischen oder Internationalen Versionen wählen kann.

M2 hat sich übrigens auch mit den Credits Mühe gegeben: Hier werden nochmal alle Spiele der Compilation mit anderen Titeln vermischt um so humoristische Situationen zu schaffen. So bringt Sonic bspw. dem Bären von Altered Beast den Spin Dash bei.

Was wir allerdings auch noch anmerken wollten: Während die eShop-Titel allesamt deutsche Menüs bekommen hatten (die Originalspiele waren ja immer schon englisch), hat man sich in der SEGA 3D Classics Collection die Übersetzung gleich gespart, auch bei jenen Spielen, die eigentlich schon übersetzt waren. Schade.

8.0Wertung

Fazit

Die Spielesammlung bietet einige Perlen – darunter auch die westliche Premiere des Multiplayerhits Puyo Puyo 2 (Arcade) – aber neben jenen auch einige mittelgute und wenige schlechte Titel. Außerdem besteht die Hälfte von ihnen aus Shoot’em’Ups, 3 davon aus der selben Reihe. Dafür besteht der Rest aus guten Vertretern anderer Genres. Die vorbildliche Qualität der „Emulation“ macht diese kleinen Mängel aber absolut wieder wett! Wer SEGA- oder Nostalgie-Fan ist, beim Kauf von 3D-Remakes sparen möchte oder einfach wissen will, was damals die „andere Seite des Schulhofs“ so gezockt hat, bekommt mit der SEGA 3D Classics Collection eine der bisher besten SEGA-Sammlungen – zumindest in puncto Qualität und neuer Features.

Design
8.5
Sound
8.0
Online Multiplayer
7.5
  • Retro-Feeling
  • durchgehend spitzenmäßig aufpoliert
  • beeindruckende 3D-Effekte
  • viele Einstellungsmöglichkeiten
  • Spieleperlen dabei
  • kein Online-Multiplayer
  • variierende Qualität der Titel

Vielen Dank an die Firma Koch Media für die Bereitstellung des Download-Codes.

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