
Donkey Kong Country 2: Diddy`s Kong Quest
Seit kurzem ist der Titel auch als Nintendo 3DS Virtual Console-Version erhältlich, allerdings nur für die NEW 3DS-Varianten. Wie sich das Spiel auf dem Handheld schlägt, erfahrt ihr in unserem Test zuDonkey Kong Country 2: Diddys Kong Quest.

Donkey Kong Country 2: Diddy`s Kong Quest
SNES
- Genre
- Jump ’n‘ Run
- Serie
- Donkey Kong
- Entwickler
- Rare
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- SNES
- Spieler
- 1–2 lokal
Diddy Kong´s Quest oder Diddy´s Kong Quest?
Nun da war man sich bei Nintendo damals wohl nicht so ganz einig. Anfangs mit dem Untertitel Diddy Kong´s Quest geplant, änderte man diesen letztendlich doch in Diddy´s Kong-Quest. Nachdem King K. Rool besiegt und alle Bananen wieder an ihren Platz zurückgebracht wurden, hat der Bösewicht sich eine Crew aus Piraten zusammengesucht und Donkey Kong entführt. Diddy, welcher Donkey Kong im Erstling begleitete, konnte das Drama nicht verhindern und hat sich Verstärkung gesucht um seinen großen Kumpel aus den Fängen von King K. Rool zu befreien. Dabei wird er von Dixie Kong unterstützt, die wie auch Diddy ihre eigenen Manöver und Eigenschaften besitzt. Und so machen sich beide auf den Weg, um Donkey Kong schnellstmöglich zu befreien.
Auf in den Dschungel
Wird das Spiel gestartet, hat man die Möglichkeit die Bildschirmtexte in Deutsch oder Englisch anzeigen zu lassen - Ebenso kann man die Soundoption Mono oder Stereo wählen. Habt ihr euch für einen neuen Spielstand entschieden, stehen euch 3 unterschiedliche Spielvarianten zur Auswahl. Solospiel, 2-Spieler Team oder 2-Spieler Contest. Im Team-Modus übernehmen zwei Spieler gleichzeitig die Rolle von Diddy und Dixie, im Contest-Modus spielen beide Gegeneinander.
Das Geschehen startet wie auch im ersten Teil auf einer großen Landkarte, die wiederum in unterschiedliche Gebiete aufgeteilt ist. Es gibt 8 Welten die folgende Namen tragen: Gallionsplanken, Krokodilkessel, Kremkai, Tiefes Kremland, Düsterschlucht, K. Rools Reich, Fliegendes Krokodil und die mysteriöse Verlorene Welt. So begeben sich beide Affen im Laufe des Abenteuers auf Piratenschiffe, unter Wasser, durchlaufen Vulkane oder finden sich im eiskalten Schnee oder Eishöhlen wieder. Jede einzelne Welt ist dabei in unterschiedlich viele Level unterteilt, die verschieden lang und auch schwer sind. Die einzelnen Abschnitte sind dabei äußerst abwechslungsreich gestaltet und verlangen etliches können vom Spieler ab.
Hier wäre zum Beispiel das Level mit dem Namen „Sumpf des Wahnsinns“, welches diesen Namen zurecht trägt und so manchen jungen oder ungeübten Spieler in den Wahnsinn treiben könnte. Es gibt hier etliche Möglichkeiten in den Levels voranzukommen. Zum einen wäre das „normales“ Laufen oder man findet Abkürzungen in Form von Fässern, die die Protagonisten zügig weiter voran bringen oder in Einzelfällen auch mehr als die Hilfe eines Levels überspringen lassen.
Fässer sind auch ein stark geprägtes Element des Spiels. Sie dienen als Fortbewegungsmittel, Waffen oder bringen gefallene Mitspieler wieder ins Spielgeschehen zurück. Ebenso gibt es welche voll mit TNT, die Gegenstände zerstören können oder Unverwundbarkeitsfässer. Auch kann man mit Fässern Bonusräume öffnen oder gar damit betreten. Diese Bonus-Räume sind teilweise recht kurz, mal etwas länger. Zumeist geht es in diesen darum, Münzen zu finden und einzusammeln, Gegner zu beseitigen, oder alle Gegenstände in diesem Raum zu sammeln.

Ein ebenso geprägtes Element sind die Lorenfahrten, welche sich schon im Erstling einen Namen gemacht haben. Hier ist Geschick und Taktik gefragt, denn ohne punktgenaue Sprünge gelangt man nur selten sicher ins Ziel. In einigen Abschnitten muss man aufpassen, nicht wegen defekter Gleise in den Abgrund zu stürzen - ein anderes Mal befindet man sich auf einer Achterbahn oder Geisterbahn, in Welcher der Spieler nur ein paar Sekunden Zeit hat, den nächsten Abschnitt zu erreichen. Gelingt dies nicht, werden diese von den Gleisen geschubst. Es gibt aber auch andere Geschicklichkeitsabschnitte. So hängt man etwa an einer Biene und muss es schaffen das Ziel ohne zu sterben zu erreichen. Ebenso gibt es knifflige Fass-Passagen wo jeder Abschuss sitzen muss, sonst stürzen die Protagonisten in den Tod.
Aber das wäre alle einfach, wenn nicht zahlreiche Gegner auf die beiden warten würde. So versuchen etwa fiese Kremlinge, Piraten, Geier, Piranhas oder alle anderen erdenklichen Gegner Diddy und Dixie das Leben schwer zu machen. Das Geschehen wird nicht nach jedem Level automatisch gespeichert – hierzu muss man erst den Shop von Cranky Kong erreichen um das Spiel abspeichern zu können. Dadurch könnte es für ungeübte Spieler im verlauf des Spiels etwa schwieriger werden, denn in einigen Gebieten ist dieser Speicherpunkt entweder weit hinten angelegt oder es befinden sich vor diesem 2-3 recht knifflige Level die mit den verbliebenen Leben erfolgreich gemeistert werden müssen, um endlich an die begehrte Speicherstation zu gelangen.
In den Levels selbst kann man diverse Items und Gegenstände wie etwa, Ballons, Bananen oder Buchstaben finden, die für den Spieler nützlich sein können. Für Ballons bekommt man entweder 1, 3 oder 5 Leben, 100 eingesammelte Bananen bringen 1 Leben und auch die Buchstaben K O N G bringen ein Extraversuch, wenn die komplett eingesammelt wurden. Zudem gibt es noch Bananenmünzen die als Zahlungsmittel in Crankys Shop dienen, Kremmünzen die man bei Glubbas Kiosk benötigt und die DK-Münzen, die eine andere Aufgabe haben, welche wir jedoch nicht benennen wollen.
Affenstarke Helfer
Als große Hilfe stehen den beiden Schimpansen tierische Helfer zur Seite, mit denen sie entweder einfacher oder schneller zum Ziel gelangen können. Hier gibt es etwa Rambi das Nashorn, welches über Stacheln laufen und Wände, große Steinbrocken oder andere Hindernisse durchbrechen kann. Enguarde der Schwertfisch ist schnell, wendig und kann mit seiner Schwertnase Gegner unter Wasser leicht beseitigen. Ebenso gibt es Rattly die Klapperschlange, mit der man sehr hoch und weit springen kann. Aber das beste ist die Spinne Squitter, die besonders gut ins Spielgeschehen passt. Diese kann mit ihren Spinnweben Plattformen erschaffen und somit in die Höhe oder über große Abschnitte gelangen.
Diese Abschnitte verlangen teilweise ziemlich viel Geschick und verleihen den Abschnitten einen taktischen Hauch. Hier gilt es Gegner abzuschießen, Plattformen zu erstellen und so voranzukommen. Doch diese aus Spinnennetzen erstellten Plattformen halten nur eine begrenzte Zeit , sodass man sich vorher seine Strategie überlegen sollte. Die Passagen mit den tierischen Helfern sind aber auf einzelne, abgestimmte und ausgewählte Gebiete begrenzt. Dennoch verleihen sie dem Spiel die nötige Abwechslung.
Am Ende eines jeden Levels gibt es eine Zielscheibe die man entweder mit einem Sprung oder aus einem Fass treffen muss. Habt ihr nicht genügend Höhe und somit auch Schwung, bekommt der Spieler dafür kein Bonusgegenstand, welche im unterschiedlich schnellen Rhythmus wechseln.
Habt ihr jede Münze gesammelt und jedes Level (inklusive Bonus und versteckten Levels) erfolgreich gemeistert, wartet am Ende noch einmal eine Überraschung auf den Spieler, die durchaus herausfordernd sind.
Grafische Präsentation
Grafisch ist dieses SNES-Spiel eine absolute Augenweide. Selten hat man so schöne Welten und Hintergründe gesehen. Sein es die verschneiten Berge, glänzenden Eishöhlen, die mit Honig überzogenen Bienenwaben, die Unterwasser-Gebiete, die gespenstigen Wälder oder der lebendig wirkende Dschungel. Überall gibt es Leben und sich bewegende Flora und Fauna sowie kleine Grafik und Lichteffekte, die das Geschehen realistischer wirken lassen.
Doch nicht nur die Umgebungen sind sehr gelungen, auch Protagonisten, Gegner und deren Bewegungsabläufe sind sehr realistisch. Dazu gehören auch die tierischen Helfer, die einen sehr guten Eindruck hinterlassen konnten.
Ein musikalisches Meisterwerk
In Sachen Soundtrack ist Diddy´s Kong Quest ein echtes Meisterwerk. Wirklich jedes erdenkliche Musikstück wie auch die Geräuschkulisse passen wie die Faust aufs Auge. Affengebrüll im Hintergrund oder sonstige Urwald- oder situationsbedingte Geräusche lassen das Geschehen lebendig wirken. Als ganz besondere Ohrwürmer stellten sich die Musikstücke „Hot-Heat-Bop“, „Mining Melancholy“, „Forest Interlude“ und „In a Snow-Bound Land“. Das wohl absolute Highlight ist aber die Stickerbrush Symphonie, die das wohl beste Musikstück überhaupt darstellt. Eine absolut meisterhafte Komposition die noch heute ihresgleichen sucht.
Technische Umsetzung der N3DS VC-Version
Technisch ist das Spiel absolut sauber auf den New 3DS gebracht worden, sodass es exakt wie auf dem SNES abläuft. Auch die Steuerung wurde 1:1 übernommen und funktioniert tadellos. Will man den grandiosen Soundtrack in vollen Zügen genießen, sollte man zu Kopfhörern greifen, denn die Lautsprecher des New 3DS können diese leider nicht optimal darstellen. Auch ist die Akustik recht leise geraten, sodass die tollen Musikstücke ihre Atmosphäre nicht so recht entfalten können. Im Virtual Console-Menü kann man jederzeit einen Spielstand abspeichern, der den Spieler bei Bedarf jederzeit wieder an selbiger Stelle starten lässt. Auch gibt es die Möglichkeit auf die Originalauflösung zu wechseln. Das Bild wird dadurch in der Breite zwar etwas kleiner, wirkt dafür aber nicht so getreckt, was doch etwas unschön aussieht. Der 2 Spieler-Modus des Originals ist zwar noch vorhanden, allerdings spielt man diesen auf dem New Nintendo 3DS nur allein. Hier kann man via Druck der Tasten ZL, ZR und Y auf den zweiten Controller wechseln und somit die andere Spielfigur übernehmen. Ob das allerdings Sinnvoll ist darf bezweifelt werde, denn im Einzelspieler-Modus kann man die Figuren bequem via Select-Taste wechseln. Wozu also diese umständliche Variante wenn man sowieso nur allein spielen kann?
Fazit
Donkey Kong Country 2: Diddy´s Kong Quest ist eine absolute Perle der SNES-Ära die wohl 95% aller SNES Spiele deutlich in den Schatten stellt. Ein enormer Umfang, die vielen versteckten Bonusgegenstände und Räume, die tolle Grafik sowie eine bombastische musikalische Untermalung machen den zweiten Teil der Donkey Kong Country Trilogie auf dem Super Nintendo zu einem absoluten Meilenstein. Jeder Jump n´ Run Fan sollte dieses Spiel in seiner Sammlung oder zumindest einmal gespielt haben. Rare at its Best!
Leider kommt aber das Spielgefühl, Optik sowie die Akustik auf dem Handheld nicht wirklich an die Konsolen-Version heran, was sicherlich auch mit an dem kleinen Display liegen mag. Es kann einfach nicht die Genialität versprühen, wie man sie auf einem TV-Gerät erlebt. Auch fehlt der richtige 2 Spieler-Modus, sodass wir die VC-Version für den New Nintendo 3DS leider abwerten müssen.
- tolle Grafik
- bombastischer Soundtrack
- großer Umfang
- spaßiges Gameplay
- für Anfänger an einigen Stellen wohl zu knifflig
- kleiner N3DS-Bildschirm nicht optimal geeignet
- Akustik recht leise
Vielen Dank an die Firma Nintendofans für die Bereitstellung des Testmusters.


