
Pokémon Rumble World
Die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Pokémon-Jubiläum gehen weiter! Heute sehen wir uns aber einen Titel an, der eigentlich schon seit letztem Jahr auf dem Markt ist: Die Rede ist von der kürzlich erschienenen Retail-Fassung des Free2Play-Spiels Pokémon Rumble World, welches die Mikrotransaktionen gänzlich entfernt.
Doch kann der Titel auch als Vollpreisspiel überzeugen? Lest es nach in unserem Pokémon Rumble World-Review. Wer hingegen lieber gleich die F2P-Fassung nutzen, aber möglichst kein echtes Geld ausgeben möchte, sollte sich unseren Pokémon Rumble World-Ratgeber: Ohne Geld durch die Spielzeugwelt durchlesen.
Pokémon Rumble World
3ES
- Genre
- Action-Adventure
- Serie
- Pokémon
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
Die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Pokémon-Jubiläum gehen weiter! Heute sehen wir uns aber einen Titel an, der eigentlich schon seit letztem Jahr auf dem Markt ist: Die Rede ist von der kürzlich erschienenen Retail-Fassung des Free2Play-Spiels Pokémon Rumble World, welches die Mikrotransaktionen gänzlich entfernt. Doch kann der Titel auch als Vollpreisspiel überzeugen?
Zurück in der Pokémon Rumble Welt
Anno 2009 erschien der erste Ableger der Pokémon Rumble-Serie um 15€ für WiiWare. Hierin wurde aus dem Rollenspiel ein simples Action-Spiel, in dem man ein Pokémon frei steuern und bis zu zwei Attacken einsetzen konnte. Als Erklärung für die einfache Polygon-Optik behauptete man einfach, es handle sich um Spielzeugfiguren. Nun ging es meist darum, diversen Level zu durchstreifen, etliche Monsterhorden zu verkloppen und mit Etwas Glück eines davon mit nach Hause nehmen zu können. Ein Level-Up System gibt es bis heute nicht: Umso stärker der eigene Rang ist, umso höher kann der zufällige Angriffswert des Pokémon sein.
Damals bestand die Handlung nur darin, mehr Monster zu fangen und sich dann im „Battle Royal zu messen“. In Pokémon Rumble World gibt es sogar eine eigene Story, indem der Mii-König (mit einem Upgrade durch Mii-Besucher ersetzbar) verschiedene Aufträge an euch stellt. Hauptpunkt der Handlung ist ein böser Hexer, der seine eigene Pokémon-Armee aufstellt. Abseits dieser Missionen kann man jedoch weiterhin in normalen Levels neue Pokémon sammeln.
F2P, PokéDiamanten und Online-Features
Mittlerweile wurde die Rumble-Serie auch für 3DS (Retail) und Wii U (eShop) aufgelegt. Jetzt wagte Nintendo aber ein Free2Play-Experiment: Man kann zwar kostenlos zu Spielen beginnen, bekommt allerdings nur eine gewisse Menge Startkapital. Nichtsdestotrotz sind sämtliche Spielinhalte (mit Ausnahme der Karten und der Diamantenmine) auch kostenlos zugänglich – als kostenloser Spieler benötigt man einfach wesentlich mehr Zeit…
Zusätzliche PokéDiamanten bekommt man nur durch soziale Interaktionen: Indem man täglich Online-Spieler aller Welt abfragt (3 pro Tag, außer man zahlt 10 3DS-Spielmünzen) und Freunde via Spotpass trifft (einmal alle 8 Stunden pro Freund möglich). Für 5 Besucher bekommt man 1 Diamanten. Die Abenteurer treten nun als Miis in den Levels auf, und rettet man sie vor wilden Pokémon, kann man mit etwas Glück nicht nur Münzen, sondern auch 1-3 Diamanten von ihnen bekommen (wobei schon 2 äußerst selten sind…). Weitere Diamanten können (begrenzt) durch Story-Missionen, Passwörter oder Ereignisse wie Street- und Spotpass-Meilensteine erlangt werden.
Es lohnt sich aber auch im Hub mit den Besuchern zu sprechen: Ab und Zu bekommt man von ihnen 1 PokéDiamanten oder kann einmalig gegen Bezahlung in eine Gebiet reisen, dass man eigentlich noch nicht freigeschaltet hat. Zudem kann man sich das Profil der Spieler ansehen und diese können auch per Zufall in eurem Laden als Verkäufer auftreten.
Dies sind aber auch schon die einzigen „Multiplayer“-Optionen des Titels: Leider ist es nicht wie in sämtlichen Vorgängern möglich, Ko-Op Missionen zu starten. Äußerst schade: Denn im Gegensatz zu Super Pokémon Rumble hätte ein Freund relativ einfach zu einem kostenlosen Download des F2P-Spiels überredet werden können...
Von Anfang an VIP
Im Spiel gibt es nun jede Menge Mechanismen, die euch Diamanten abknöpfen wollen. Neben durchaus sinnvollen Ausgaben wie die Erweiterung der tragbaren Pokémon oder neue Areale (frühere kosten nur 10 Diamanten, das letzte Level sogar 200) gibt es auch jede Menge weniger effizienter Ausgabemethoden, wie Kleidung für eure Miis, Wiederbelebungsversuche oder das schnellere Aufpumpen von Ballons, um ein Gebiet schneller erneut durchforsten zu können.
Besitzer der Vollversion soll dies aber nicht weiter kümmern, denn diese bekommen nach dem Tutorial 3000 PokéDiamanten geschenkt. Außerdem bekommt man zwei exklusive VIP-Karten: Eine Ballon-Karte (für die Regeneration) und eine "Timing-Stopp"-Karte für die Zufallsauswahl des Gebiets. Des Weiteren bekommt man auch eine Diamantenmine, die täglich 40 PokéDiamanten erwirtschaftet. Somit hat man durch den Kauf der Retail-Fassung exakt die Vorteile, die man hätte, wenn man in der F2P-Variante 3000 Diamanten gekauft hätte, danach schließt der Diamant-Laden dort nämlich und erlaubt den Erwerb von Klunkern nur noch via Mine oder über die bereits genannten Gratis-Möglichkeiten.
Für weitere Infos über den richtigen Umgang mit Mikrotransaktionen und detailliertere Features der Free2Play-Fassung empfehlen wird unseren Pokémon Rumble World-Ratgeber: Ohne Geld durch die Spielzeugwelt.
Ballonkämpfe
Doch zurück zum regulären Spielverlauf: Zu Beginn des Spiels erhaltet euer Mii ein Pikachu und ihr müsst zum Freischalten der ersten Mission zumindest 11 neue Pokémon fangen. Hierzu bekommt ihr genug Diamanten, um die ersten Ballons freizuschalten.
Die verfügbaren Attacken bedienen sich des ganzen Spektrums der Serie, und können von Nahangriffen bis zu Distanz-Attacken reichen. Auch die Selbstheilung oder Verstärkung eigener Werte sind möglich. Verliert ein Monster alle KP ist das Spiel vorbei, wobei man sich mit 2 Pokédiamanten einen Extra-Versuch kaufen kann, solange man zumindest ein Pokémon noch im Team hat (und selbst mit dem niedrigsten Upgrade sind das zumindest 30).
Schlaue Spieler verzichten natürlich auf die Diamanten und wechseln einfach rechtzeitig ihr Pokémon. Denn da man alle Monster trotzdem behalten darf, zahlt sich der Kauf eines Extra-Lebens im Abenteuer-Modus nur dann aus, wenn man grad einem seltenen Bossgegner gegenübersteht und dieser „glänzt“, ergo bei einem Sieg auch ein sicherer Fang garantiert ist.
Ränge und Missionen
Umso mehr Pokémon ihr sammelt, umso höher wird natürlich auch euer Rang, was stärkere Pokémon ermöglicht und neue Ballons oder andere Hilfsmittel und Mii-Kostüme im Shop freischaltet. Erst ab gewisser abgeschlossener Missionen ist es auch möglich euren Pokémon Attacken beizubringen (gegen Münzen oder Diamanten) oder einen Mega-Stein (bzw. Steine für die Protomorphose) zu kaufen.
Grössere Abwechslung bringen erst die Missionen ins Spiel, die auch ohne „Regenerationszeit“ wie bei den Ballonen beliebig oft gespielt werden können. Jede zweite Mission bildet zwar wieder einen Battle Royal, allerdings gilt es in manchen Missionen, ein Mii (euch selbst, den König oder die Prinzessin) bis zum Ausgang zu begleiten oder ein anderes Pokémon vor Angreifern zu beschützen. Außerdem können hier eure Gegner (der Hexer oder Schergen wie Banditen oder Räuber) auch die Mega-Entwicklung für Bosskämpfe nutzen.
Das ist auch schon so ca. der gesamte Spielinhalt, welcher sich nicht sehr abwechslungsreich gestaltet. Es macht in kleinen Dosen durchaus Spaß, sich einfach mal durch eine Horde Pokémon zu kloppen, aber bis man alle 719 Pokémon + Sonderformen besitzt, dauert es doch sehr lang, und nach etwa 350 Pokémon ist das einfache Gameplay bereits ausgereizt - und ist insbesondere dann demotivierend, wenn man in der Free2Play-Variante über 100 Diamanten für einen neuen Ballon benötigt, aber pro Tag nur 2-4 ergattern kann. Missionen können zwar auch auf niedrigerem Rang gespielt werden, doch ohne entsprechend starke Pokémon wird es nur schwer möglich sein, die Bosse innerhalb des Missions-exklusiven Zeitlimits zu besiegen.
Ein neues Element: Mega-Entwicklung!
Ein weiteres neues Element ist die Mega-Entwicklung. Sie verstärkt die Werte des Monsters und verändert auch dessen Typen und Fähigkeiten entsprechend dem Hauptspiel. Leider muss der Stein für jedes Pokémon Extra gekauft werden, auch wenn man den Stein dieser Rasse bereits besitzt. Da Pokémon nicht stärker werden, sondern nur durch stärkere ersetzt werden können, bedeutet dies auch, dass man sich zweimal überlegen sollte, bevor man einen Mega-Stein kauft. Zumindest Glurak und Mewtu können kostenlos auf X oder Y umgestuft werden.
Im Kampf entwickelt man die Monster dann via Touchscreen, wobei sich Groudon und Kyogre sofort durch das Einwechseln verwandeln und Rayquaza keinen Stein benötigt, solange es Zenitstürmer beherrscht. Für Groudon zahlt sich eine Verwandlung übrigens besonders aus, da es durch seine Fähigkeit immun gegen sonst sehr effektive Wasserangriffe wird.
Grafik und Sound
Die geringe Auflösung der Charaktermodelle ist mittlerweile schon zum Stilelement der Serie avanciert… Nichtsdestotrotz wirkt es in einem Retail-Spiel immer noch ein wenig deplatziert, wenn man doch in der Hauptserie mit wunderschönen Polygonmodellen daherkommt. Aber gut… bei 719 Pokémon wäre es auch ein Riesenaufwand, jedes einzelne Pokémon auch noch mit eigenen Animationen versorgen zu müssen.
Genauso simpel wie Musik und Gameplay hat es das Spiel auch mit der musikalischen Untermalung: Einfaches Gedudel im Hintergrund, welches nicht besonders auffällt, sich dabei aber doch ab und zu ein wenig zu oft wiederholt. Nichtsdestotrotz ist es im Großen und Ganzen eine gute Untermalung.
Fazit
Pokémon Rumble World punktet immens im Bereich der Online-Features, indem befreundete Mii-Charaktere in eurem Spiel auftreten können - und durch entsprechende Belohnungen auch entsprechend oft genutzt werden. Auch die Story-Missionen sind wesentlich ausgefallener als bisher. Doch leider fällt der Koop-Multiplayer nun komplett weg, und da es nun insgesamt noch mehr Pokémon zu sammeln gilt, fällt nun umso mehr auf, dass das simple Gameplay nicht für Dauerpartien geeignet ist. Durch das äußerst großzügige Free2Play-Modell empfehlen wir daher eher, zunächst die kostenlose Variante zu spielen und einfach das zu bezahlen, was euch das Spiel wert ist. Denn selbst wenn man dort das Maximum bezahlt, kommt man dabei auf 30€ und hat fast die komplett gleichen Vorteile wie in der Retail-Fassung.
- simples, aber unterhaltsames Spielprinzip
- F2P-Elemente gänzlich entfernt
- nette Story-Elemente
- sehr tolle Online-Features…
- … aber leider kein echter Multiplayer mehr
- zu simpel, um bis zur kompletten Sammlung zu motivieren
- wenig detaillierte Charaktermodelle
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


