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Super Smash Bros.

Super Smash Bros.

David



Wie Nintendo bekannt gab werden am 11. und 12. Juni auf der E3 in Los Angeles zwei große Nintendo-Turniere stattfinden. Während in Super Smash Bros. einige der besten Spieler in den Ring steigen, treffen in Splatoon 2 die Sieger-Teams der Länder-Vorentscheide aufeinander.

Super Smash Bros.

N64

Entwickler
HAL
Publisher
Nintendo
Konsole
N64WIIU3DS
Spieler
1–4 lokal
Freigabe
USK ab 12

Zugegeben Nintendo bringt man nicht zwangsweise mit Prügelspielen in Verbindung. Während sich Besitzer anderer Systeme in der sogenannten fünften Konsolengeneration virtuell mit Spielen wie Tekken, Virtua Fighter, Soul Blade oder Battle Arena Toshinden gegenseitig die Hucke vollhauten, blieben Besitzer des N64 bei solchen Titeln außen vor. Was nicht bedeutet, dass es gar keine Prügler gab,aber eben mehr die der Sorte Killer Instinct Gold oder einer anderen großen Spielereihe, die wir hier namentlich nicht nennen ;). Schon damals war Nintendo wohl der Meinung, dass man solche Probleme am besten selbst angeht. Das Ergebnis, Super Smash Bros., dürfte ja hinlänglich bekannt sein. Mit diesem Titel schafften es die Japaner einen hauseigenen Prügler auf den Markt zu bringen, der mit seiner Vierspieleroption und der Bandbreite bekannter Charaktere sowohl die Stärken des N64 als auch des eigenen Portfolios ausspielte. Auch die Tatsache, das man nicht einfach nur eine Energieleiste hat, sondern sprichwörtlich aus der Arena rausgeprügelt werden muss, brachte frischen Wind in das Genre. Durch die positive Resonanz bei Spielern und der Fachpresse ging der Titel in Serie und gehört mittlerweile zum Standardtitel einer Nintendo-Heimkonsole. Der aktuellste Ableger erscheint nicht nur für die Wii U, sondern auch erstmals für einen Handheld. Unsere Review hierzu findet ihr hier.
In diesem Test beschäftigen wir uns ausschließlich mit der Konsolen-Version.

Modi en masse

Super Smash Bros. für Wii U bietet nicht nur mehr Kämpfer, mehr Arenen, mehr Musik und mehr Items sondern auch wieder eine ganze Wagenladung an Spielmodi.
Allerdings muss man gleich dazu sagen, dass es sich im Prinzip fast ausschließlich um Mehrspielermodi handelt. Eine Geschichte oder einen Storymode sucht man vergeblich.
Am ehesten könnte man noch den Klassischen Modus als solchen bezeichnen. Hier kann man alleine oder zu zweit gegen eine Anzahl an anderen Kämpfern und Teams antreten, bevor man gegen die Meisterhand bestehen muss. Durch den zuvor festgelegten Schwierigkeitsgrad kann man seine Ausbeute nach oben Schrauben. Frei nach dem Motto: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!"
Als Langzeitmotivation kann dieser Modus allerdings auch nicht herhalten.
Die beiden Kernstücke des Titels sind ganz klar die MenüpunkteSmash und Online.
Dort kann man entweder lokal oder eben online gegen andere Spieler antreten. Hierfür können je nach Modus auch eigene Regeln festgelegt werden.
So können dort sowohl körperliche Eigenschaften, wie zum Beispiel Größe und Ausdauer, als auch externe Faktoren wie das Tempo oder die Gravitation geändert werden.
Wem die bisherigen 4 Spieler Prügelorgien noch nicht genug waren, der kann nun im 8-Kämpfer-Smash eben mit bis zu sieben weiteren Spielern so richtig loslegen.
Hierfür wurden extra größere Arenen eingebunden um genügend Platz für eine solche Massenkeilerei zu bieten. Wo man bisher maximal drei Gegner im Blick haben musste, gilt es nun sich gegen bis zu vier weitere Kontrahenten durchzusetzen. Das sorgt natürlich nicht nur für ein ziemliches Gewusel auf dem Bildschirm, aber natürlich auch für um so mehr Spaß vor der Mattscheibe.

In der Smash-Tour trefft ihr einen Mario-Party artigen Brettspiel aufeinander. Zunächst wird die Größe des Spielfelds und die Anzahl der zu spielenden Runden ausgewählt.
Nachdem sich jeder Mitspieler für ein Mii entschieden hat, bekommt er zwei Kämpfer zugeteilt. Zu Beginn jeder Runde wird ausgewürfelt wer sich wie viele Felder bewegen darf. Hierbei gilt es Items, Upgrades und Charaktere zu sammeln. Bei einem Zusammentreffen der Miis kommt es natürlich zum Kampf. Hier kommen die zuvor gesammelten Gegenstände dann zum Einsatz. Gewinnt ihr den Kampf erhaltet ihr den Kämpfer der als letzter KO gegangen ist. In der Finalrunde können alle gewonnen Kämpfer eingesetzt werden und der Sieger geht durch KO`s hervor.
Die Smash Tour ist sicherlich eine kleine nette Abwechslung für zwischendurch, aber kein wirklich abendfüllender Modus.

Wer dann doch mal keinen Mitspieler parat hat, nicht online spielen möchte oder kann, oder sich einfach nur verbessern möchte , der kann die Spezialaufträge von Meisterhand und Crazy Hand annahmen.
Die Missionen der Crazy Hand können entweder gegen eine Gebühr in Gold oder ein Ticket gestartet werden. Letzteres erhaltet ihr als Belohnung in anderen Modi. Danach gilt es eine Reihe von Kämpfen und Herausforderungen zu gewinnen, um Belohnungen anzuhorten. Um diese Belohnung dann auch wirklich zu bekommen, muss erst die Crazy Hand noch im Finale besiegt werden. Verliert ihr, geht ein Großteil des Gewinns flöten. Und um das ganze noch etwas schwerer zu gestalten hat dieser Modus auch noch ein Zeitlimit.
Bei dem Meister-Aufträgen hingegen gilt es immer nur ein gewisses Ziel zu erreichen. Die Aufträge haben verschiedene Schwierigkeitsgrade. Auch hier bekommt der Wagemutige natürlich die fetteren Belohnungen.

Im Stadion habt ihr die Möglichkeit die Minispiele Scheiben-Bomber, Multi-Smash und den Home-Run-Wettkampf zu bestreiten. Bei allen gilt es euer Können in Smash in unterschiedlicher Weise zu demonstrieren.
Vor allem der Scheiben-Bomber hat eine Überarbeitung spendiert bekommen. So stehen nun drei verschiedene Karten zur Verfügung, die je eine andere Strategie erfordern. Ebenfalls neu ist, dass die zweite Bombe wesentlich mehr Schaden verursacht.

Und als wären das noch nicht genug...

... Inhalte könnt ihr in der Truhe noch den Modus Trophäenrausch spielen. Hier gilt es herabfallende Kisten zu zerstören und Trophäen zu ergattern. Durch den Einsatz von Gold könnt ihr das Zeitlimit und somit eure Chancen auf Erfolg erhöhen.

Was ihr habt immer noch nicht genug?
OK. Wir hätten da noch die Meisterstücke im Angebot. Gut dabei handelt es sich zwar nur um kleine Demos von berühmten Nintendo-NES-Klassikern, aber es ist doch eine nette nostalgische Abwechslung für Zwischendurch.

Zu guter Letzt werfen wir noch einen genaueren Blick auf den Onlinemodus.
Auch hier bietet der Titel verschiedene Optionen.
Als erstes legt ihr fest ob ihr mit /gegen Freunde spielen wollt oder gegen beliebige Gegner.
Im Spiel mit Freunden könnt ihr entweder Solo oder im Duo online gegen Freunde antreten.
Wem es egal ist mit oder gegen wen er antritt, der wählt beliebige Gegner aus. Hier kann noch ausgewählt werden ob man im Geplänkel auf beliebigen Arenen mit Items gegen andere Spiel antritt oder aber lieber Hart auf hart in den Ring steigt. Bei letzterem spielt man in sogenannten Omega-Stages (siehe im Abschnitt Wer gegen wen und wo?) ohne Items. Diese Kämpfe fließen auch mit in die Statistik ein.

Wer sich gerne mit Sportwetten und Statistiken beschäftigt, der wird mit Eroberung und Zuschauen sicherlich seine Freude haben.
Eroberung ist kein wirklicher Spielmodus im eigentlichen Sinne. Hier gibt es in festgelegten Intervallen verschiedene Teams die um die Vorherrschaft ringen. Ihr könnt zum Sieg beitragen in dem ihr mit dem Kämpfer aus dem entsprechenden Team Siege einfahrt.
Beim Zuschauen kann man zwar im Prinzip auch nicht wirklich ins Geschehen eingreifen, man kann allerdings Wetten auf den Gewinner der Matches abschließen und so Prämien und Belohnungen kassieren.

Wer gegen wen und wo?

Wie sollte es auch anders sein. Auch das Aufgebot an Kämpfern ist größer als in allen bisherigen Ablegern der Serie. Neben altbekannten Gesichtern wie Mario, Link, Samus, Kirby und Meta Knight, finden sich auch viele neue Herausforderer ein. So könnt ihr diesmal zum Beispiel auch mit Mega Man, den Koopalingen, Shulk aus Xenoblade Chronicles oder Pacman antreten. Oder wie wäre es denn mit der Trainerin aus Wii-Fit?
Wem das nicht zusagt, der nimmt einfach den eigens kreierten Mii-Kämpfer.
Zudem lassen sich im Verlauf des Spiel auch noch einige Kämpfer freispielen die nicht direkt zu Beginn zur Verfügung stehen.

Ob nun die Kalos-Pokémon-Liga, Lylat-Patrouille, Wilys Schloss die Gaur-Ebene aus Xenoblade Chronicles, Wuhu-Island und noch so viele mehr, eines ist sicher: ihr werdet eine Lieblingsarena finden. Zudem lässt sich zuvor noch individuell festlegen welche Musik man im Kampf hören möchte. Wer sich rein aufs Kämpfen ohne viel Drumherum konzentrieren möchte, der kann die Arenen wahlweise als Omega-Versionen starten. Hier gibt es keine Plattformen oder andere leveltypische Eigenheiten.

Sei kreativ

Wie auch schon im Vorgänger auf der Wii, kann man Super Smash Bros. für die Wii U eigene Stages erschaffen. Hierzu ist das GamePad natürlich wie geschaffen. Eurer Fantasie wird hierbei im Prinzip nur durch das Gewichtslimit eine Grenze gesetzt. Ansonsten könnt ihr aus verschiedenen Hintergründen und Größen wählen um daraus eure Arena frei zu gestalten.
Auch eigene Kämpfer kann man sich erschaffen. Hierzu nimmt man einfach sein Mii und rüstet es entsprechend aus. Zunächst muss aus einer Grundklasse ausgewählt werden. Hier stehen der Boxer, der Schwertkämpfer und der Schütze zur Verfügung. Danach werden die Items, Spezialtechniken und das Aussehen festgelegt. Und schon ist euer eigener persönlicher Kämpfer bereit um mich euch in den Kampf zu ziehen.
Auch die bekannten Standardkämpfer lassen sich auf diese Weise modifizieren.

Eine gute Figur abgeben

Mit amiibo greift Nintendo ein Prinzip auf, das sich bereits durch Skylanders und Infinity bewährt hat. Wie auch Disney muss Nintendo hierfür natürlich keine künstlichen Figuren erschaffen, sondern kann auf das hauseigene Repertoire zurückgreifen. Super Smash Bros. für Wii U ist eines der ersten Spiele, welches nun die amiibo-Figuren unterstützt. Hier könnt ihre euren Lieblingscharakter zu einer echten Kampfmaschine aufleveln. Lasst ihn kämpfen, rüstet ihn aus und bringt ihnen neue Spezialangriffe bei! Je mehr Einsätze eure amiibo-Figur bestreitet, um so stärker wird sie.
Dabei “lernt“ die Figur dazu und kann so zum Beispiel Angriffsmuster erkennen und darauf reagieren Den aktuellen Status eurer Figur könnt ihr in sekundenschnelle mit Hilfe einer Transferfunktion auf die eigentlich Figur übertragen. So könnt ihr den virtuellen Kämpfer auch auf anderen Konsolen antreten lassen.
Ob die amiibos nun eine tatsächliche Bereicherung für das Spiel sind sei mal dahin gestellt, aber immerhin bieten sie den Spieler einen weiteren Aspekt sich mit dem Titel zu beschäftigen.

Und wie sieht es mit der Technik aus?

Zugegeben gibt es einige Genres bei denen die Optik nicht wirklich im Vordergrund steht, oder stehen muss - oder aber die musikalische Untermalung.
Prügelspiele zählen aber definitiv nicht zu diesen Titeln. Ob nun Sprites oder Polygone, realistisch oder comichaft, ein Brawler muss optisch etwas hergeben. Da man einzelne Arenen für gewöhnlich immer und immer wieder betritt, sollten auch die Hintergrundmusik und die Soundeffekte nicht zu nervig oder langweilig werden.
Bei Super Smash Bros. für Wii U muss man sich in beiden Belangen keinerlei Sorgen machen. Der Titel läuft auf 1080p und butterweichen 60 fps. Sicherlich musste an der einen oder anderen Stelle vielleicht ein kleines Detail dafür gestrichen werden, aber dies fällt in keiner Weise auf oder gar ins Gewicht. Schließlich liegt der Fokus auf den Charakteren und der Aktionen. Diese lassen übrigens keinen Zweifel an der Fähigkeit der Entwickler. Auch die Arenen müssen sich nicht verstecken. Wie auch bei den Kämpfern konnte Nintendo auf ein riesiges Portfolio an Spielwelten zurückgreifen. Und das haben sie sich auch nicht nehmen lassen. Ob Kirbys Dreamland, Dr. Wilys Schloss, Norfair aus Metroid, Luigis Mansion und viele weitere, alle haben ihren Platz im Spiel gefunden. Sogar das Miiverse ist mit einer eigenen Arena vertreten.
Nicht nur in Sachen Aussehen kann der Titel auftrumpfen, auch die musikalische Präsenz ist überwältigend. Bei vielen der Titeln handelt es sich um neu arrangierte Originalsongs. So waren Künstler am Werk, die zuvor schon Serien wie zum Beispiel Metroid, Zelda, Final Fantasy, Mario Kart, Donkey Kong mit ihren Kompositionen unterstützt haben. Das komplette Lineup findet ihr hier.

Aber was nützen einem all die schönen Künste, wenn die Steuerung versagt? Nichts.
Ergo haben sich die Entwickler auch hier so richtig ins Zeug gelegt.
Dementsprechend kann das Spiel mit so ziemlich allem gesteuert werden, was ihr an Eingabegeräten für Nintendokonsolen der letzten Generationen so findet. Neben dem GamePad, dem ProController, der Wii-Remote (wahlweise mit Nunchuck) und dem Classic Controller Pro, stehen euch noch zwei weitere interessante Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zum einen kann der originale GameCube Controller genutzt werden, hierzu muss allerdings ein zusätzlicher Adapter erworben werden. Oder aber ihr nutzt sogar euren Nintendo 3DS als Eingabegerät. Für welche Methode ihr euch auch immer entscheidet, bei jeder einzelnen könnt ihr eure Tasten selbst frei belegen. Somit bietet das Spiel wirklich ein Optimum an Eingabemöglichkeiten. Wer sich hier noch beschwert, der sollte sich vielleicht ein anderes Hobby suchen.
Zugegeben, es dauert als Neuling sicherlich einen Moment bis man den Dreh raus hat, aber dann sollte die Steuerung ohne Probleme von der Hand gehen.
Nicht ganz verständlich ist allerdings, warum man in den Menüs die Touchfunktion des GamePads nicht nutzen kann.

Die Online-Verbindungen zu den Servern bauen sich zügig auf und wir konnten in unseren Tests keinerlei Matchabbrüche feststellen. Stellenweise trat aber teils heftiger Lagg auf, welcher das Spielvergnügen dann doch geschmälert hat. Ob dies nun an der schlechten Leitung eines Spielers oder den Servern lag konnte nicht festgestellt werden. Zum Glück scheint es sich dabei aber eher um Ausnahmen zu handeln.

DLC-Inhalte

2015 erschienen auch die ersten DLC-Inhalte für Super Smash Bros. für Wii U. Ein Review hierzu findet ihr in einem eigenen Artikel.

9.5Wertung
Meisterwerk

Fazit

Super Smash Bros. für Wii U ist ein rundum gelungenes Spiel. Wie bei allen Prügelspielen liegt auch hier der Fokus ganz klar auf dem Mehrspielerbereich. Sowohl lokal als auch online kann man sich hier nach Herzenslust austoben. Technisch leistet sich der Titel kaum Schnitzer und zeigt, dass in der Wii U einiges an Potential schlummert. Während sich Fans so richtig in allen Bereich austoben können, wird der eine oder andere Neuling allerdings schlichtweg überfordert sein. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Zumal man mit dem Stecken von Superlativen vorsichtig sein sollte, da man sich selbst damit gehörig unter Zugzwang setzt. Nichts desto trotz erhält Super Smash Bros. auch für die Wii U eine klare Kaufempfehlung.

Design
9.0
Sound
10.0
Online Multiplayer
10.0
  • tolle Optik & Akustik
  • Mehrspielerspaß pur
  • sehr viele Inhalte
  • kein Storymodus
  • teilweise lags online

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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