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Sonic Boom - Lyrics Aufstieg

Sonic Boom - Lyrics Aufstieg

Tommy

Der Wii U-Titel aus 2014 konnte die Kritiker zwar nicht überzeugen, dafür schien der 3DS-Teil (welcher ein komplett eigenes Spiel darstellte) eher überzeugen zu können. Aus diesem Grund wird jener am 30. September bei uns ein Sequel bekommen, welches neben Amy als spielbaren Charakter (sie wurde in Shattered Crystal entführt) auch noch die namensgebende Fire&Ice-Mechanik einführt.

Nun gab es auch einen neuen Trailer für Japan, wo das Spiel Sonic Toon: Fire & Ice heißt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Qualität des Spiels dann auch wieder dem Trailer entspricht...

Sonic Boom - Lyrics Aufstieg

WIIU

Entwickler
Sega
Publisher
Sega
Konsole
WIIU
Spieler
1–4 lokal
Freigabe
USK ab 6

Nachdem im letzten Jahr Sonic Lost World exklusiv für Wii U und Nintendo 3DS erschienen ist folgte dieses Jahr ein weiteres exklusives Sonic-Spiel für beide Systeme. Lyrics Aufstieg, so der Titel, stellt dabei ein Reboot der Serie dar – ob dies allerdings eine gute Idee war oder man hätte darauf verzichten können, erfahrt ihr in unserer Review zu Sonic Boom: Lyrics Aufstieg für die Wii U.

Und es hat Bumm gemacht...

Wie bereits erwähnt stellt der neueste Ableger ein Reboot der Serie dar, indem die Helden einer Frischzellenkur unterzogen wurden. Ist das Design von Sonic und Tales auf dem ersten Blick noch recht gelungen, wirkt das von Knuckles und Amy einfach zu übertrieben. Besonders Knuckles wirkt wie ein überstarker Ameisen-Igel auf Anabolika. Doch daran hat man sich schnell gewöhnt, da es auch zur Umgebung und Story des Spiels durchaus passt.

Leider muss man schon zu Beginn des Abenteuers feststellen, dass Sonic Boom nicht gerade über die ausgefeilteste Technik verfügt. Nicht nur die Sequenzen sind so komprimiert, das sie leicht pixelig wirken, auch die Gesamtoptik des eigentlichen Spielgeschehens ist noch um einiges niedriger als die Qualität des letztjährigen „Lost World“. Bei einer verwendeten „Cry-Engine“ sollte man eigentlich mehr erwarten dürfen als ein PS2-Spiel mir etwas aufpolierter HD-Optik. Eine Vielzahl von Texturen sind extrem unscharf und matschig, sodass man den Eindruck bekommt, das Spiel sei vor zwei Generationen entwickelt worden.
Ebenso weist der Titel zahlreiche technische Missstände und Bugs auf. So kann es durchaus passieren, das der Held durch Wände fliegt, in einigen Objekten stecken bleibt oder einige Dinge nicht auf Anhieb so funktionieren wie sie es sollten. Noch schlimmer ist die Kameraführung welche arg zu wünschen übrig lässt. Stets an der ungünstigsten Stelle positioniert oder ständig am rotieren, sodass man überhaupt nicht mehr weiß wo der Held eigentlich lang läuft. Selbst das manuelle nachjustieren erweist sich als überaus schwierig und unflexibel. An vielen Stellen kann die Kamera gar nicht, an anderen nur sehr schwergängig eingestellt werden.

Doch kommen wir erst einmal zum eigentlichen Spielgeschehen. Mit Sonic, Tales, Knuckles und Amy stehen vier unterschiedliche Charaktere zur Auswahl. Zwischen den Helden kann gewechselt werden . Jeder Protagonist hat dabei seine eigenen Stärken und Fähigkeiten. Knuckles kann riesige Felsbrocken leicht zerstören und an Wänden und decken entlang klettern, Tails kann hingegen mit seinen zwei Schwänzen längere Abgründe durch schweben überwinden. Sonic ist flink und agil, Amy kann an bestimmten Vorsprüngen entlang hangeln und klettern. Dabei ist es manchmal so, dass einem, je nach Situation, 1 oder bis zu 4 Charaktere gleichzeitig zur Auswahl stehen um in den Levels voran zu kommen.
In einigen Situationen in denen Aufgaben erfüllt werden oder Ziele erreicht werden müssen, übernimmt der Spieler das Geschehen mit einem Helden, der andere wird vom Computer gesteuert. In anderen Passagen muss man allerdings mit beiden oder allen Protagonisten diese Wege beschreiten um weiter zu kommen. Einerseits kommt dies stellenweise dem Gameplay zu Gute – auf der anderen Seite wirkt dies aber auch wieder etwas willkürlich und an einigen Stellen „too much“. Etwas mehr Ausgewogenheit wäre hier von Vorteil gewesen. Doch das ist wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt.

Sonic auf Abwegen

Sonic Boom: Lyrics Aufstieg könnte man als eine Mischung aus dem „schnellen“ Sonic wie man ihn kennt und einem Adventure-Part aus gleichnamigem Dreamcast-Spiel beschreiben. Wobei man Boom keineswegs mit einem Sonic Adventure vergleichen sollte, denn das wäre schon etwas zu hoch gegriffen. „Boom“ bietet zum größten teil einen Adventure Part mit einigen schnellen „Renn-Passagen“. Auf diese schnellen Parts trifft man immer auf dem Übergang zwischen Oberwelt und einem Level sowie in einigen kurzen Abschnitten in den jeweiligen Levels selbst. Die Oberwelt besteht aus vielen Portalen, die mithilfe von gesammelten Kristallen geöffnet werden. Diese gibt es am jeweiligen Ende eines Levels. In den einzelnen Abschnitten geht es darum Blockaden zu zerstören, Schalter zu aktivieren, Personen zu retten und natürlich Gegner zu besiegen.

Leider sind diese, nicht unbedingt von der Machart her, ein weiterer Kritikpunkt. Denn deren K.I. ist unterdurchschnittlich. So sollte man eigentlich der Meinung sein, dass sie den Spieler angreifen. Hier eher das Gegenteil der Fall. Entweder bleiben diese unmotiviert stehen, oder rennen vor den Helden davon. Dies gestaltet das Beseitigen der Widersacher durchaus als frustrierend. Ständig muss man hinter den Gegnern herlaufen – kommen sie doch mal auf den Spieler zu, dann fliehen sie auch sofort wieder sobald man auf diese zuläuft. Am Ende eines Levels warten Bosse auf die Helden die jedoch nicht mit bloßem drauf springen besiegt werden.
In Sonic Boom: Lyrics Aufstieg hat vielmehr jeder seine eigene Art damit fertig zu werden. Amy ist mit einem riesigen Hammer bewaffnet, Tales benutzt eine Art Wurfgeschoss und Sonic sowie Knuckles erledigen Kämpfe mit ihren Fäusten. Auch ist es in einigen Kämpfen von Nöten, Objekte mit einem Lasso abzufangen und auf den Gegner zu schleudern um diese Angreifbar zu machen. Insgesamt gesehen können die Bosskämpfe aber durchaus gefallen, da es auch mal etwas anderes ist als nur auf diese zu springen wie in anderen Sonic-Spielen.

Sonic, der lahme Igel?

Auf der Oberwelt kann man mit gesammelten Ringen, Kronen oder sonstigen Items spezielle Areale erweitern, die wiederum einige Levels sowie Goodies eröffnen. Auch trifft man auf Personen die Hilfe von euch erbitten und bei erfolgreicher Erledigung mit Bonis aufwarten. In diesen Abschnitten laufen die Helden allerdings langsam, was man aus einem Sonic-Spiel eigentlich nicht kennt. Wirkt dies am Anfang etwas ungewohnt, passt es sich nach und nach immer besser ins Spielgeschehen hinein.
Dann gibt es noch die schon erwähnten Renn-Passagen, die sowohl optisch als auch spielerisch einiges her machen. Auch wenn diese teilweise zu schnell sind, sodass man teils dank der hakeligen Steuerung, gar keine Möglichkeit mehr hat irgendwelchen Objekten auszuweichen, machen diese doch sehr viel Spaß. Neben diesen Abschnitten gibt es aber auch jene, in denen Sonic über das Wasser rennt welche, abgesehen von der Steuerung, wieder einen Heiden Spaß mit sich bringen. Im übrigen kann man sogar mit einem menschlichen Mitspieler den Story-Modus spielen.

Das Spiel bietet auch die Möglichkeit diverse Eigenschaften zu upgraden und Fähigkeiten zu verbessern. Allerdings kann man das Spiel auch ganz gut ohne diese Upgrades durchspielen. Dies mag an dem recht leichten Schwierigkeitsgrad liegen wie auch der Tatsache, das es im Geschehen selbst viel zu viele Ringe zu sammeln gibt. Nur selten sieht man das Ableben seiner Helden, was zumeist auch nur auf Kosten der Steuerung geht.
Bevor man jedoch stirbt und man keinen einzigen Ring mehr hat, bekommt man noch einmal 10 Ringe aufs Konto gutgeschrieben eh man nach Verlust dieser dann wirklich ein Versuch verliert. Ebenso gibt es auch keine eigentlichen Leben in dem Sinne – am Anfang des Spiels ist es noch möglich über 100 Ringe gleichzeitig aufzusammeln, später dann nur noch 100. Warum das so ist ist allerdings fragwürdig.

Wer neben dem Solomodus auch noch mit seinen Freunden Spielen will kann dies in den Multiplayer-Modi „Arena“, „Hindernisrennen“ und Sammelball tun. In der Arena geht es darum Wellen an Gegnerangriffen zu überstehen. Hindernisrennen ist ein Wettlauf bis zur Ziellinie, in dem Gegner und Fallen überwunden werden müssen. Abschließend ist da noch der Sammelball, mit dem man Kristalle in der Arena einsammeln und anschließend das Ziel zu treffen. Ist die Arena noch halbwegs amüsant, so fallen die letzteren beiden Varianten doch stark in Belanglosigkeit ab. Freispielbares gibt es im neuesten Abenteuer auch, wenngleich es nicht viel ist. Hierzu zählen sämtliche Musikstücke und Sequenzen des Spiels von denen es reichlich gibt, ebenso wie einige gelungen Konzeptgrafiken.

Musikalisches und Steuerung

In Sachen Sound und Musik werden sich wohl die Geister scheiden. Bekannte Soundeffekte Mischen sich hier mit neuen Hintergrundmelodien die keineswegs schlecht sind und zum Spielgeschehen passen. Allerdings hat diese nur wenig mit Musikuntermalung eigentlicher Sonic-Ableger zu tun. Ebenso verhält es sich mit der Sprachausgabe, welche recht witzig aber auch teils nervig zugleich ist. Das liegt vor allem daran, dass sich diese stellenweise sehr oft wiederholt – im Prinzip aber sehr gelungen ist, zumal diese auch in deutsch ist.

Die Steuerung ist der nächste Schwachpunkt, denn sie ist viel zu sensibel und teilweise auch ungenau. So läuft man stellenweise an Objekten oder Gegnern vorbei, weil es einfach nur bedingt möglich ist diese genau anzusteuern. Ebenso negativ ist der Gamepad-Zwang obwohl dieser keinerlei spezielle Eigenschaften mit sich bringt. Lediglich in den Menüs können diverse Punkte per touch gewählt werden – im Spielgeschehen selbst sieht man nur das, was auch auf dem TV-Bildschirm gezeigt wird. Hier hätte man definitiv eine Pro Controller-Unterstützung anbieten müssen.

6.0Wertung

Fazit

Auch wenn das Spiel etwas zäh startet, so gewinnt es doch zunehmend an Fahrt. Besonders das letzte Level ist wirklich toll geraten und zeigt, dass Sonic Boom: Lyrics Aufstieg durchaus Qualitäten aufweist. Leider versinkt es aber dank der miserablen Technik, der übersensiblen Steuerung, der nervigen Kamera und der schlechten KI im Mittelmaß. Die spaßigen Speed-Passagen können ebenso gefallen wie der Adventure Part. Als Sonic-Spiel im eigentlichen Sinn ist es, besonders für Fans, eine herbe Enttäuschung – nimmt man das gesamt Spiel aber als Eigenständiges, so ist es keineswegs so miserabel wie es einige Tests hinstellen wollen. Lässt man sich darauf ein und stört sich nicht an der Technik, bekommt man ein interessanten und spaßiges Spiel geboten welches ohne besagte Mängel hätte besser sein können als Sonic Lost World.

Design
6.0
Sound
8.0
Online Multiplayer
5.0
  • viel Humor
  • 4 spielbare Charaktere
  • zieht gegen Ende nochmal richtig an
  • teilweise gelungenes Leveldesign
  • starke technische Defizite
  • hakelige Steuerung
  • Kameraführung
  • dumme K.I.

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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