Zum Inhalt springen
Tomodachi Life

Tomodachi Life

David

Lust auf eine abgedrehte Lebenssimulation, die sich nicht wirklich ernst nimmt und ihr bzw. euer Mii darin die Hauptrolle spielt? Und nicht nur das, um euch so richtig ausleben zu können, steht euch auch gleich noch eine ganze Insel zur Verfügung.
Ob diese verrückte Idee wirklich Spaß macht oder zu ödem Regententum verkommt könnt ihr in unserer Review zu Tomodachi Life nachlesen.

Tomodachi Life

3DS

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
3DS
Spieler
1 lokal

Man nehme eine Prise SIMS, einen Löffel Tamagotchi, eine Messerspitze Animal Crossing und etwas Nintendogs und schwupps erhält man Tomodachi Life. Dies ist natürlich nun stark vereinfacht, aber es ist auch nicht wirklich möglich den Titel in eine bestimmte Schublade zu stecken. Am ehesten trifft wohl die Bezeichnung Simulation zu.

Völlig unvermittelt kommt ihr in den Besitz einer Insel und müsst diese nun mit Leben füllen. Zunächst müsst ihr hierfür einen ersten Bewohner festlegen. Dies geschieht in dem man entweder einen neuen Charakter erstellt, oder aber einen eurer Miis auswählt oder via QR Code einliest.
Bisher waren Miis nur optische Avatare. Um die Insel allerdings mit Leben zu füllen benötigt man mehr als leere Hüllen. Dementsprechend gilt des den kleinen Abbildern leben einzuhauchen. Dies geschieht, in dem ihr das Spiel mit einigen Daten zur Person füttert. Während Name, Geburtsdatum, Lieblingsfarbe, Geschlecht und Beziehung zum Ersteller nur eine ausfüllende Wirkung haben, spielen die Charaktereigenschaften eine essentielle Rolle im Spiel. Sie bestimmen wie sich der Mii euch und anderen Bewohnern gegenüber verhält. Hier muss nun eingestellt werden, wie langsam oder schnell das Mii handelt, ob es direkt oder sanft spricht, ob sein Ausdruck eher kühl oder lebhaft ist, denkt es eher sorglos oder vorsichtig und handelt es sich mehr um einen normalen oder einen speziellen Charakter. Aus diesen Informationen erstellt das Spiel ein Profil, dem entsprechend der Mii sich dann auf der Insel verhält.
Damit etwas Leben in die Bude kommt, sollte man also nicht unbedingt nur gemäßigte Werte anklicken. Ein paar ausgeflippte Gesellen haben noch nie geschadet.

Probleme des Alltags

Die Bewohner eurer Insel benötigen Zuwendung in verschiedenen Formen. Zum einen kann ihnen Hunger die Laune vermiesen. Hier hat jede Figur seine eigenen Präferenzen. Der eine isst lieber Schokolade, der nächste einen leckeren Meeresfrüchtemix. An dieser Stelle hilft nur experimentieren. Die Miis zeigen euch dann schon sehr deutlich was die von der servierten Speise halten.
Aber auch in anderen Angelegenheiten wie zum Beispiel Beziehungsfragen, wenden sich die Inselbewohner an euch. Durch eure Antworten habt ihr einen gewissen Einfluss auf die Entscheidungen die die Charaktere treffen.
Oftmals benötigt ein Mii einfach nur kurz Hilfe. Zum Beispiel wenn es nicht niesen kann, oder aber sein Lieblingspielzeug verlegt hat.
Bei einen Stufenanstieg könnt ihr dem Mii etwas schenken. Zum Beispiel ein Lied, ein Objekt, eine Phrase oder einen Einrichtungsgegenstand oder Taschengeld.
Diese Dinge haben ihrerseits wieder Einfluss auf das Spiel.
Schenkt ihr einem Charakter zum Beispiel ein Skateboard, so werdet ihr ihn sicherlich einige Zeit später mit diesem Sportgerät auf der Insel antreffen. Erlernte Lieder hingegen können zum Beispiel in der Konzerthalle verwendet werden.
Manchmal ist den Miis auch nur langweilig und sie fordern euch zu kleinen Minispielen auf. Diese setzen sich aus Schiebepuzzeln, Reaktionstest, Merkspielen und Allerlei anderen kurzen Spielchen zusammen.
Hier wäre es angenehm gewesen, wenn der Part etwas größer ausgefallen wäre. So könnte man zumindest gezielt mit den Miis etwas spielen um sich selbst etwas die Zeit zu vertreiben.

Aufbauarbeit

Zu Beginn, steht euch nur das Apartment der Insel zur Verfügung. Hier wohnen alle eure Miis. Ihr könnt sie jederzeit besuchen und mit ihnen Interagieren, gegebenenfalls, dass sie zu Hause sind. Sollten sie schlafen könnt ihr einen Einblick in die Traumwelt der Charaktere erhaschen.
Je mehr Bewohner eure Insel hat und umso mehr Probleme ihr gelöst habt, um so mehr Gebäude werden auf der Insel errichtet. So erhält man zum Beispiel Zugang zur Boutique, dem Aussichtsturm, dem Supermarkt und weiteren Geschäften. Manche Lokalitäten erfordern allerdings auch, dass gewisse Umstände bzw. Ereignisse eintreten. So zum Beispiel ein Heiratsantrag.
In den Läden erhaltet ihr nach und nach die verschiedensten Artikel mit denen ihr die Bewohner der Insel glücklich und zufrieden stimmen könnt.
Manche Lokalitäten dienen auch als Veranstaltungsorte. So findet auf dem Aussichtsturm zum Beispiel das Spiel Erzähl mir mal statt. In diesem könnt ihr den Miis fragen stellen und so mehr über Vorlieben und Neigungen erfahren.
Am Brunnen findet nicht nur einmal am Tag eine Spendensammlung statt, sondern auch anderen tageszeitenabhängige Aktivitäten wie Morgenmarkt, Wörterkette und Battle-Rap werden hier angeboten.

Wie es sich für eine wachsende Gemeinschaft gehört ist es wichtig, dass immer alle auf dem neusten Stand gehalten werden. Und so werden in regelmäßigen die Mii-Nachrichten ausgestrahlt.
So erfahrt ihr nicht nur wenn ein Bewohner auf Weltraummission ist oder ein neues umwerfendes Paprikaparfüm erfunden hat, sondern auch gleich noch was die Bewohner eures Idylls dazu sagen. Generell darf man hier eigentlich nichts ernstes erwarten. Lediglich die Sondernews geben bekannt, wenn zum Beispiel ein neues Gebäude errichtet wurde.

Der Ernst des Lebens?

Trotz seiner Simulationseigenschaften, werdet ihr hier kaum den Ernst des Lebens finden oder kennenlernen. Dies liegt nicht nur daran, dass eure Bewohner nicht gleich fliehen oder verhungern wenn ihr sie vernachlässigt, sondern vor allem daran, dass der Titel sich selbst nicht mal im Ansatz ernst nimmt.
Egal wohin man schaut findet man irgendetwas abgefahrenes. Sei es das Astronautenessen im Supermarkt, die absolut wirren Träume die die Bewohner haben oder einfach nur das, was sie teilweise von sich geben.
So rät der eine dem anderen schon mal, er soll doch mal um Mitternacht in ein Restaurant gehen, dann dann fände man auf der Speisekarte nur Menüs für Zombies.
Kopfbedeckungen in Brokkoliform, Lieder über Schokoladendiät, oder Meerjungfraukostüme sind nur die Spitze des Eisbergs. Tomodachi Life hält sich hier nur an wenige Grenzen, weder geschmacklich, inhaltlich oder in Sachen Sinn. Aber genau das verleiht dem Spiel das gewisse etwas. Schließlich ist es im echten Leben nicht viel anders. Nur das man da (zum Glück) nicht wirklich sieht was andere Personen denken oder hinter verschlossenen Türen treiben.

Technik

Sowohl optisch als auch akustisch bietet der Titel im Prinzip nur das nötigste. Die Insel und seine Bewohner sind im “Standard-Mii-Look“ gehalten. Dies ist aber vollkommen in Ordnung. Etwas seltsam ist die stellenweise Einbindung von echten Bildern. So sind manche Hintergründe ebenso fotorealistisch wie die Nahrung oder manche Gegenstände die im Spiel auftauchen. An diese unstimmige Mischung muss man sich erst gewöhnen. Wirklich störend ist es nicht und manchmal entstehen dadurch wirklich skurrile Bilder.
Die Musik plätschert im Hintergrund vor sich hin und spielt keinerlei Rolle. Viel interessanter ist die Sprachausgabe, welche komplett in deutsch gehalten ist. Ob nun Gespräche oder Nachrichten, alles wird auf deutsch wiedergegeben. Zugegeben es klingt schon etwas seltsam, aber es ist auch witzig und erspart viel Leserei.
Bei den Stimmen der Charaktere können sogar Feinheiten festgelegt werden. So kann man Tonhöhe, Klarheit und Akzent anpassen. Sollte der Name des Miis falsch ausgesprochen werden, hat man sogar die Option diesen nochmals in Lautschrift einzugeben um eine richtige Betonung zu gewährleisten.
Bilder die ihr auf der Insel gemacht habt, könnt ihr im übrigen auch über diverse soziale Netzwerke verbreiten und teilen.
Leider sind die Möglichkeiten mit anderen Inseln zu interagieren stark beschränkt. Es gibt einen lokalen Austausch von Items und Bewohnern. Ebenso können Güter, wenn ihr den entsprechenden Laden habt, im- und exportiert werden. Hier wäre etwas mehr Umfang sehr wünschenswert.

8.0Wertung

Fazit

Tomodachi Life ist ganz nur etwas für Fans von Simulationen. Und auch hier ist es eher ein Spiel welches man zwischendurch startet, sich um seine Inselbewohner kümmert und dann wieder etwas anderes macht. Stundenlange Spielsitzungen sind zwar im Prinzip möglich, aber werden schnell langweilig. Dazu bietet der Titel einfach zu wenig Tiefgang und Abwechslung.
Vielmehr schaut man immer mal wieder nach seiner lustigen Inseltruppe um festzustellen, dass sie schon wieder irgendwelches verrücktes Zeug angestellt haben. Oder eben Sorgen haben, die nur ihr aus der Welt schaffen könnt. Schön wäre es gewesen, wenn man mehr mit anderen Inseln und deren Bewohnern in Kontakt treten könnte. Der Titel ist aber auf jeden Fall bunt, durchgeknallt erfrischend anders und auf jeden Fall einen Blick wert.

Design
7.0
Sound
8.0
  • Tolle Lokalisierung
  • absolut abgedreht
  • witzige Mii-Weiterentwicklung
  • etwas monton
  • sehr einfach gehalten
  • wenig Herausforderungen
  • kaum Interaktion mit anderen Spielern

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

👍
❤️
😂
😮
🔥
👀
🤔
🎮
🎉

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!