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Coaster Creator 3D

Coaster Creator 3D

Benjamin F.

Das virtuelle Achterbahn-Feeling für zu Hause: Jeder, der gerne Vergnügungsparks besucht und sein Geld in wilde Fahrten auf den großen Stahlkonstruktionen investiert, hatte sicherlich schon Visionen von Eigenkreationen, die man nur zu gerne austesten würde.

Mithilfe Coaster Creator 3D dürft ihr euren Ideen am 3DS freien Lauf lassen und eure Kreationen sogar mit Freunden teilen! Wie gut der Titel letztendlich umgesetzt wurde, erfahrt ihr in unserem Test!

Coaster Creator 3D

3ES

Entwickler
Big John Games
Konsole
3ES
Spieler
1 lokal

Das virtuelle Achterbahn-Feeling für zu Hause: Jeder, der gerne Vergnügungsparks besucht und sein Geld in wilde Fahrten auf den großen Stahlkonstruktionen investiert, hatte sicherlich schon Visionen von Eigenkreationen, die man nur zu gerne austesten würde. Baukasten-Simulationen sorgen schon seit etlichen Jahren – spätestens seit dem Erfolg von RollerCoaster Tycoon 3 – zumindest dafür, die eigenen Ideen auf den Bildschirm zu zaubern und im virtuellen Wagon Platz zu nehmen. Mit Coaster Creator 3D gesellte sich nun ein weiterer Artgenosse zu seinen Kollegen in der 3DS-Spielebibliothek, dessen Umsetzung in folgendem Test auf Herz und Nieren geprüft wird.

Auf die schiefe Bahn geraten

Nach dem Spielstart habt ihr stets die Auswahl, im Karriere-Modus bestimmte Anforderungen zu erfüllen oder euren Ambitionen im Sandbox-Modus freien Lauf zu lassen. Um sich an den Streckeneditor und seine Funktionen zu gewöhnen, sollte man unbedingt mit ersterem starten – dort warten 20 Aufgaben verschiedenster Art darauf, von euch bewältigt zu werden. Bereits fertig gestellte Achterbahnen erfüllen nämlich nicht die Anforderungen der Besucher bzw. Parkbetreiber, was einige kleine Änderungen notwendig macht. So werdet ihr etwa gebeten, gewisse Geschwindigkeiten zu über- oder unterschreiten, bestimmte Bereiche zu durchfahren oder holprige Stellen auszugleichen, damit die Passagiere keine blauen Flecken bekommen.

Die Sache hat allerdings noch einen Clou: Im Gegensatz zum freien Sandbox-Modus ist es hier nur gestattet, eine oder zwei Funktionen des Editors zu nutzen, was euer Vorhaben natürlich erheblich komplizierter macht. Ohne den grundsätzlichen, steilen Streckenverlauf manipulieren zu können müsst ihr etwa bewerkstelligen, nur durch das Neigen der Bahnteile dafür zu sorgen, die G-Kräfte möglichst niedrig zu halten, damit sie den Schwellenwert von 4 nicht überschreiten. Nach einer erfolgreichen Testfahrt, in der die veränderte Strecke auf die gestellten Anforderungen geprüft wird, werden neue Orte, Designs und Streckenarten für den Sandbox-Modus freigeschalten.

Der Karriere-Modus kann aufgrund seines eher geringen Umfangs in etwa 3 Stunden komplettiert werden und stellt neben seinen knackigen Eigenschaften auch eine Art Tutorial dar, welches euch die verschiedenen Möglichkeiten des Strecken-Editors Stück für Stück vorstellt. Genauere Infos gibt es in Form von Tipps im Spiel sowie in der umfangreichen, digitalen Anleitung, die tatsächlich recht hilfreich ist. Die deutsche Übersetzung ist im Großen und Ganzen nicht schlecht und stets verständlich, beherbergt neben fragwürdigen Übersetzungen aber doch auch stellenweise grobe Rechtschreib- und Grammatik-Fehler, die an den guten, alten Google-Übersetzer erinnern. Etwas seltsam ist zudem die Tatsache, dass die Sprache bei jedem Spielstart wieder neu ausgewählt werden muss.

Sandkasten-Spielereien

Das Herzstück von Coaster Creator 3D ist aber definitiv der Sandbox-Modus, welcher in den vorangegangen Absätzen bereits kurz erwähnt wurde. Für den Bau eurer eigenen Achterbahnen stehen bereits vorgefertigte Strecken sowie auch die Konstruktionen aus den Karriere-Aufgaben, die nach deren erfolgreichen Bewältigung zur Verfügung stehen, zur Auswahl, die im Editor daraufhin nach Belieben verändert werden können. Selbstverständlich dürft ihr eurer Fantasie aber auch vollkommen freien Lauf lassen und die Konstruktion von der ersten Schiene an starten. Hierbei werden Ort (rein optische Auswirkung), Streckentyp, Verlauf des Lifts sowie die Höhe (und die damit verbundene Maximalanzahl an Streckenteilen) von euch festgelegt. Daraufhin muss noch der Grundriss der Achterbahn skizziert werden, bevor es im Anschluss in den vollständigen Editor geht. Ab dort habt ihr ausnahmslos eine vollständige, zusammenhängende Strecke und dürft sie auch nicht trennen, wohl aber ihren Verlauf vollkommen ändern und einzelne Glieder hinzufügen oder entfernen.

Neben diesen grundlegenden Einstellungen könnt ihr die Schienen auch jederzeit in einem beliebigen Winkel neigen und über einen Assistenten noch zusätzlich Loopings, Verdrehungen und Korkenzieher einbauen, was stets problemlos von der Hand geht. Die einstellbare Pinselgröße bestimmt, wie viele von der Auswahl benachbarte Streckenglieder bei der Bearbeitung mit berücksichtigt werden. Während dem Bearbeiten wird am oberen Bildschirm die entsprechend markierte Stelle in dreidimensionaler Ansicht eingeblendet, deren Perspektive sich per Circle Pad auch beliebig konfigurieren lässt. Der Touchscreen zeigt hingegen sämtliche Werkzeuge sowie den Grundriss (X/Y-Ebene) der Achterbahn, auf dem ihr direkt den Streckenverlauf verändert. Um auch die Höhe zu verändern, muss der Betrachtungswinkel per Steuerkreuz verändert werden, sodass ihr nun eine waagrechte Achse (Die Himmelsrichtung, von der man die Achterbahn betrachtet, kann ebenso nach Belieben bestimmt werden) und die Z-Achse vor euch habt. Einen schrägen Zwischenwinkel, der für das Werkeln am Verlauf allerdings eher ungünstig ist, gibt es ebenfalls.

Der Editor ist simpel und bietet alle wichtigen Werkzeuge, um spannende Achterbahnfahrten in der virtuellen Welt zu ermöglichen. Die Verwendung ist allerdings eine andere Sache und erfordert doch ein wenig Eingewöhnungszeit, um gut damit klar zu kommen. Vor allem das Verändern des Streckenverlaufs funktioniert anfangs nur schleppend und wirkt teilweise ziemlich irritierend, da man die Sicht am oberen Bildschirm dem Editor immer manuell anpassen muss, um präzise agieren zu können. Hat man sich einmal eingespielt, bietet Coaster Creator 3D aber auch für Neulinge eine einfache Möglichkeit, Achterbahnen zu konstruieren, ohne viel falsch machen zu können – das einzige, was euch passieren kann, ist, dass der Wagon aufgrund von langsamer Geschwindigkeit einen Hügel nicht überwinden kann und so in der Bahn feststeckt. Schade ist allerdings, dass nur drei verschiedene Streckenarten (Holz, Stahl mit normalen Wagon und Stahl mit Wagon auf der Unterseite) zur Verfügung stehen.

Wer seiner Achterbahn auch optisch einen individuellen Touch verschaffen möchte, darf sich Schienen-, Pfosten- und Wagon-Farben selbst zusammenstellen bzw. der speziellen Wagen-Designs (was Stil, Muster und Front betrifft), die es im Karriere-Modus freizuschalten gibt, bedienen. Zusätzlich darf eure Attraktion noch mit verschiedenen (teilweise ortsgebundenen) Umgebungsobjekten ausgeschmückt werden, um sie nicht so „nackt“ wirken zu lassen. Mit clever platzierten Schienen können die aufgestellten Einrichtungen sogar als Teil der Strecke fungieren – aber Achtung: Physisch ist den Schienen nichts im Weg! Ihr könnt also problemlos durch Wände oder Streckenteile bauen und diese auch durchfahren, was optisch, vor allem aus Fahrersicht, aber nicht sonderlich attraktiv aussieht.

Zuletzt solltet ihr eure Kreationen natürlich speichern, um sie auch für die Zukunft zu erhalten und später wieder eine Fahrt zu wagen. Eine sehr nette Idee ist das inkludierte QR-Code-System, welches euch erlaubt, euren Park in einem kleinen Bildchen festzuhalten und ihn so mit euren Freunden zu teilen – sie können dann den Code mit ihrer Version von Coaster Creator 3D einscannen und sofort mit der Fahrt loslegen bzw. eigene Veränderungen daran vornehmen.

Sofern ihr das Spiel besitzt, könnt ihr mit diesem Code die Nintendofans.de-Achterbahn herunterladen; unser Rekord in Star Roller liegt bei 118 von 138 Sternen und 9 von 11 Pfeilen!

Authentisches Feeling?

Besonders, wenn es zur virtuellen Fahrt auf der Achterbahn kommt, spielt die Optik in Coaster Creator 3D natürlich keine unwesentliche Rolle. Grundsätzlich bietet der Titel eine durchweg solide, aber leider ziemlich detailarme Grafik. Dass der Liftabschnitt etwa komplett identisch mit dem Rest der Strecke ist und keinerlei Indiz auf seine Funktion gibt (Kette?) oder die meisten Elemente nur einfärbig (dafür stellt die Farbpalette selbst reichlich zur Verfügung) gestaltet werden können, wirkt etwas fehl am Platz. Mithilfe der zusätzlichen Objekte bei der Parkgestaltung kann man der tristen Spielwelt aber zumindest teilweise entgegenwirken.

Die Fahrten selbst sind hingegen sehr gut gelungen – mit vier verschiedenen Kamerapositionen darf man dem Wagen (auch bereits während dem Editieren) auf seinem Weg ins Ziel folgen. Eine davon befindet sich in der Mitte der Bahn und schwenkt natürlich dem Wagen nach, eine weitere ist vor dem Wagon verankert und zeigt die Reaktionen der im Mii-Passagiere. Die dritte Kameraeinstellung sind eigentlich mehrere Kameras, die das Geschehen aus verschiedenen Winkeln aufnehmen (etwa wie bei einer Ski-Abfahrt im TV). Die letzte und zugleich wichtigste Position befindet natürlich im Wagen selbst und ist auf die zu befahrene Strecke ausgerichtet. Hier habt ihr sogar die Wahl, von welchem Sitz aus ihr die Fahrt erleben wollt, wobei man in den hinteren Sitzreihen jedoch eine stark eingeschränkte Sicht hat.

Auch wenn die Ego-Ansicht in einem Videospiel natürlich keineswegs mit dem Gefühl auf einer richtigen Achterbahn zu vergleichen ist, macht Coaster Creator 3D hierbei einen richtig guten Job. Sofern der an sich gute 3D-Effekt abgestellt ist, darf man in einer mängelfreien flüssigen Bildabfolge den Stahl herunterrattern; mit angestelltem 3D ruckelt die Sache allerdings schon etwas. Ein sehr nettes, erfrischendes Feature stellt zudem die Möglichkeit dar, sich während der Fahrt mit dem Circle Pad (alternativ, bei gedrückter R-Taste, auch mit dem Gyrosensor) umzusehen. Wem das alleine zu langweilig ist, darf im Minispiel „Star Roller“ seine Reaktionsfähigkeiten auf die Probe stellen: In 3 Rundfahrten auf eurer Achterbahn müsst ihr per Knopfdruck Sterne einsammeln und Pfeilen auszuweichen, was vor allem bei hohen Geschwindigkeiten sehr schnelle Finger erfordert. Durch die fehlende Abwechslung wird das Spielchen allerdings schnell eintönig und ist letztlich wirklich nur etwas für zwischendurch.

Musiktechnisch macht der Titel weder viel falsch noch richtig. Nette Klänge untermalen eure Bastelei, drängen sich dabei aber nicht in den Vordergrund.

8.0Wertung

Fazit

Coaster Creator 3D ist eine solide Umsetzung einer Achterbahnsimulation, die ihre Stärken in Punkto Funktionsumfang und Einfachheit ausspielt. Auch die virtuellen Fahrten wurden exzellent umgesetzt und das QR-Code-System ist sehr praktisch. Wo auf dieser einen Seite die Liebe zum Detail erkennbar ist, so mangelt es bei der grundlegenden Optik und der mäßigen Deutsch-Übersetzung wiederum an einer solchen. Auch die Tatsache, dass Editor und Menüführung ganz klar Gewohnheitssache sind, hätte man mit dem ein oder anderen Kniff sicher ausmerzen können. Wer im virtuellen Achterbahnenbau Interesse zeigt, darf zum aktuellen eShop-Preis von 7,99 Euro aber bedenkenlos zugreifen.

Design
7.0
Sound
7.0
  • Virtuelle Fahrten gut umgesetzt
  • Netter Karriere-Modus
  • Toller Streckeneditor…
  • …der allerdings ein wenig Einarbeitung erfordert
  • teils öde Optik

Vielen Dank an die Firma Big John Games für die Bereitstellung des Testmusters.

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