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The Legend of Zelda: A Link to the Past

The Legend of Zelda: A Link to the Past

Lukas

Ein Klassiker, wie er im Buche steht: Das über 20 Jahre alte A Link to the Past gilt heute noch als eines der besten Videospiele aller Zeiten. Kein Wunder also, dass wir bereits Re-Releases in Form eines GBA-Moduls und als Wii Virtual Console-Download genießen durften.

Erst vor einem halben Jahr gesellte sich der Titel schließlich auch zu den Kollegen in der SNES-Kategorie im Wii U eShop.

Wenn das nicht Grund genug ist, ein weiteres Mal einen Blick auf Zelda 3 zu werfen: Kollege Lukas erklärt im NFans-Review, weshalb das Spiel auch heute noch nichts von seinem Glanz verloren hat!

Diskutieren alteingesessene Videospieler über die Spielelandschaft in der „guten alten Zeit“ im Vergleich zu deren heutigem Äquivalent und zeigt eine Partei in ihren Ausführungen Tendenzen der Marke „Früher war alles besser!“, folgt der Konter der anderen Seite häufig auf dem Fuße: Da sich die Kinder der 80er- und 90er-Jahre als Taschengeldempfänger nur alle Jubeljahre ein neues Modul leisten konnten, so das Argument, blieb ihnen mangels Alternativen ja nichts anderes übrig, als zig Stunden in die neueste Software zu stecken – und wenn sie noch so wenig taugte!

Die Qualität der Spiele sei in der Zwischenzeit stark gestiegen und wer die rosarote Nostalgie-Brille abläge, würde die Klassiker seiner Kindheit heutzutage nicht einmal mehr mit der Kneifzange anfassen – et cetera, et cetera. Ohne nun großartig auf die Sinnhaftigkeit oder -Losigkeit dieser Argumentationen eingehen zu wollen: Ja, „Früher war alles besser!“ kann keine unkritisch unterschriebene Antworft auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest sein, ja, manche Software altert schlechter als andere und ja, manche Titel mag man tatsächlich nicht aufgrund der spielerischen Qualität in besonderer Erinnerung zu haben. Aber nein, ein derartig generalisierendes Urteil über die Klassiker früherer Konsolengenerationen zu fällen wäre reichlich illegitim – denn so manche Oldies erhalten ihre Ehrenplätze in Gedächtnis und Spieleregal aus einem simplen Grund: Sie sind schlicht und einfach damals wie heute verdammt gut!

Did I ever tell you the definition of...timelessness?

Eines der Paradebeispiele für diese Creme de la Creme der Vintage-Videogames stellt zweifellos The Legend of Zelda: A Link to the Past dar: Ob der Sammler sein Originalmodul wieder in das gute alte SNES einlegt, um es zum x-ten Mal durchzuzocken, oder der Neukäufer die eShop-Version via Wii U auf TV oder Gamepad anfängt – beide werden nach dem musikalisch großartig untermaltem Intro so schnell nicht von der Konsole wegzubringen sein! Wie viele Fortschritte die Technik in den letzten beiden Jahrzehnten auch gemacht hat – ALttP erstrahlt einfach in einem so charmanten, ungemein lebendig wirkendem und wie aus einem Guss wirkenden Pixellook, der schlicht enorme Zeitlosigkeit versprüht! Und auch die MIDI-Musik gehört zu Recht zu den ganz großen Nummern der Videospielmusik – zugegeben, einige wenige Tracks wie Shop-Jingle, Höhlen-Klangkulisse oder Bossmusik gestalten sich trotz ihrer Kultigkeit als etwas arg repetitiv, was jedoch durch Evergreens wie die BGMs von Kakariko, der Burg von Hyrule, den beiden Oberwelt-Themen oder der phantastischen Outro-Hynme mehr als ausgeglichen wird.

Apropos „zwei Oberwelten“: A Link to the Past nimmt nicht nur als Begründer des zwischenzeitlich oftmals angewandten Zelda-Prinzips, nach drei einfacheren Dungeons das legendäre Master-Schwert zu erhalten und nach einem folgenden Story-Höhepunkt den nächsten, wesentlich anspruchsvolleren Satz Kerker in Angriff nehmen zu können, sondern auch als als Debut und besonders gute Ausführung des Zwei-Welten-Prinzips eine Sonderstellung in der Seriengeschichte ein! So dürft ihr, nachdem ihr in der ersten Spielhälfte nahezu das komplette, weitläufige Land Hyrule abgegrast habt, in Phase 2 eine weitere, ebenso große Map erkunden: Die einst als „goldenes Land“ bekannte, aber nun vom Bösen beherrschte „Schattenwelt“, die vor dem Finale nicht nur satte sieben Dungeons zu bieten hat, sondern auch auf mysteriöse Weise mit der „Lichtwelt“ Hyrule verbunden ist! Und da von dem idyllischen Königreich nur mittels verborgener, fest installierter Teleporter (welche analog zu den Dimensionsspalten in der aktuellen 3DS-Episode A Link between Worlds funktionieren) in den Hort der Dunkelheit gewechselt werden kann, die Rückreise aber mittels eines magischen Spiegels aus dem Inventar überall und jederzeit möglich ist, gestalten sich die durch dieses „Wanderer zwischen den Welten“-Prinzip ermöglichten Rätsel besonders variantenreich!

Nacht des Usurpators

Zelda 3 ist quasi das Super Metroid der Hyrule-Saga – eine Art Blaupause, die einem Serien-Neuling wunderbar zeigt, worum es in der Serie geht und ihn, im Gegensatz zu den 8-Bit-Vorgängern, nicht überfordert, aber auch keineswegs übertrieben an der Hand nimmt und den Entdeckungsdrang in ihm weckt! Von dem für seine Zeit geradezu cineastischen und auch heute noch hochgradig atmosphärischem Prolog, in dem sich der junge Link in einer regnerischen Nacht in die Burg von Hyrule schleicht und sich durch die korrupte Schlosswache kämpft, um Prinzessin Zelda aus dem Verlies zu befreien und mir ihr durch einen unterirdischen Geheimgang vor den Handlangern des bösen Hofzauberer Agahnim zu flüchten, über den ersten Moment im Tageslicht, der von den ersten Takten des für SNES-Verhältnisse bombastischen Zelda-Hauptthemas eingeleitet wird, bis hin zu der trügerischen Ruhe in Kakariko, Expeditionen durch Wüsten und über Berge oder finsteren Dungeons mit fantasievollen Bossmonstern und vielen kniffligen Rätseln, bei denen nicht nur Steine verschoben und Wasserpegelstände geändert werden müssen, sondern auch das ganze Waffen- und Item-Arsenal von Bogen und Bomben bis Zauberstab und Enterhaken zum Einsatz kommt, dann leuchten die Augen eines jeden Abenteurers!

„Magic Moments“ gibt es dabei mehr als genug – ob im Zuge des Mysteriums des leeren Boss-Raums oder der grandiosen Idee, den „Skelettwald“-Dungeon auf mehrere Mini-Etappen aufzuteilen, für die zwischenzeitlich jeweils der Eingang gefunden werden muss; dass die Steuerung dabei jederzeit völlig tadellos daherkommt, versteht sich schon fast von selbst. Das perfekte Spiel also? Nein, das freilich auch wieder nicht – so manche Dinge gibt es aus heutiger Sicht auch an diesem Meisterwerk zweifellos zu beanstanden! Etwa, dass manche Elemente hier klar zu kurz kommen: So hat der lauschige Ort (wie auch sein Schattenwelt-Pendant, allerdings in völlig anderer Art und Weise) Kakariko ein wunderbares Flair, doch gibt es dort längst nicht so viel zu tun oder entdecken wie in vielen Siedlungen späterer Episoden wie dem oft besuchten „Mövendorf“ des direkten Nachfolgers Link`s Awakening: Ein wenig mit den Einwohnern sprechen, deren Texte sich in den seltensten Fällen im Laufe des Spiels verändern, und die eine oder andere, zumeist optionale Inventar-Ergänzung finden, das war es auch schon; einen echten Grund, hier immer wieder mal reinzuschauen, gibt es leider nicht.

Kein Spiel ist perfekt...

Überhaupt werden sich Spieler anderer Folgen, die Zelda 3 nachholen, darüber wundern, dass es kaum Sidequests gibt, in welchen man wirklich mit NPCs interagieren bzw. Quests für sie erfüllen muss – die Herzteile, frei befüllbaren Flaschen und Upgrades sind zwar zahlreich und es macht eine Menge Spaß, nach ihnen zu suchen, aber bei dieser großgeschriebenen Exploration wird Kommunikation kleingeschrieben. Auch hier hat der erwähnte Game Boy-Nachfolger klar die Nase vorn – wobei aber fairerweise schon erwähnt werden muss, dass die seltenen Charakter-bezogenen Quests in ALttP bezüglich Atmosphäre und Originalität echte kleine Highlights sind!

Die Dungeons sind dagegen nicht nur großartig designt, bieten viel Abwechslung in Setting und Ausrichtung sowie zahlreiche tolle Rätsel; wer A Link to the Past allerdings schon lange nicht mehr gespielt hat, mag sie allerdings möglicherweise etwas größer in Erinnerung haben. Sprich, während Neulinge vor wunderschönen Herausforderungen stehen, beenden erfahrene Zelda-Spieler auch die späteren Tempel inklusive aller Geheimnisse locker in jeweils 30 Minuten, wobei gerade die Bosse herausforderungstechnisch leider eher Formsache sind. Und während die zweistellige Anzahl dieser architektonischen Meisterwerke wie Sumpfpalast, unterirdisches Gefängnis oder Eisinsel begeistert, geht damit hier leider auch ein Kritikpunkt Hand in Hand, den sich u.a. etwa auch Ocarina of Time und Twilight Princess gefallen lassen müssen: Während in der ersten Spielhälfte sehr viel an der frischen Luft erkundet werden darf und das Abenteurer-Feeling durch das stetige Entdecken neuer Kulissen auf die Spitze getrieben wird, fühlt sich Phase 2 leider desöfteren so an, als würde man nur noch von (superbem) Dungeon zu (superbem) Dungeon laufen.

...aber manches verdammt nahe dran!

Aber genug gemeckert: Trotz all der negativ auffallenden Kleinigkeiten gestaltet sich A Link to the Past so atmosphärisch, abwechslungsreich und spielerisch hochwertig, dass es – ganz Link-Style – die Zeit überwindet! Ob nun in den 1990ern oder heute – die dritte Zelda-Inkarnation ist einfach ein solcher Meilenstein der Videospielgeschichte, dass es in jeder möglichen Timeline die Höchstwertung (welche ich an dieser Stelle erst zum zweiten Mal in meiner neunjährigen NFans-Laufbahn zücke) redlich verdient hat!

10.0Wertung
Meisterwerk

Fazit

Kurz und gut: Ein ewiger Klassiker! Wer Link damals auf seinen Streifzügen durch Licht und Schatten begleitet und zwischenzeitlich sein SNES samt Modul verkauft/geschrottet/gegessen hat, sollte sich erstmal eine Runde ordentlich schämen und sich danach schleunigst eine Version davon zulegen (wer keine Cartridge aus zweiter Hand findet, besucht einfach den Wii- oder Wii U-Shop und darf in letzgenanntem Fall auch auf dem Game Pad-Screen zocken) – A Link to the Past bietet einen Wiederspielwert wie wenig andere Spiele. Wer das SNES-Zelda dagegen noch gar nicht kennt, dem sei das 16 Bit-Epos umso mehr ans Herz gelegt – einen schöneren Beweis, dass „alter Kram“ der frühen Neunziger auch im Jahre 2014 noch für grandiose Abenteuer sorgen kann, werdet ihr nicht finden!

Design
8.0
Sound
9.0
  • phantastisches Gameplay
  • zwei Welten mit über 10 Dungeons
  • viel zu entdecken
  • grafisch und soundtechnisch zeitlos
  • etwas viel „Dungeon-Hopping“ in der zweiten Spielhälfte
  • wenig wirklich relevante NPCs
  • könnte einen Tick schwieriger sein

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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