
Mario Kart 8: Ersteindruck der Redaktion
Während Redaktionschef David bereits im Besitz der Mario Kart 8-Vollversion ist und in seinem Review eine klare Kaufempfehlung ausspricht, durften Kollege Lukas und ich in der vergangenen Woche im Zuge einer Presseveranstaltung in Wien ebenfalls Hand an den heiß erwarten achten Teil der beliebten Fun-Racer-Serie legen. In angenehmer Atmosphäre konnten wir uns so auch einen ersten Eindruck verschaffen und hatten sogar die Möglichkeit, in einem Turnier gegen die Redakteure und Mario Kart-Fans der österreichischen Presse anzutreten.


Neben all dem Lob haben die Entwickler allerdings auch die ein oder andere Entscheidung getroffen, die ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Einerseits sind es Kleinigkeiten wie die Streckenkarte, die nun von der Bildfläche verschwunden ist und einzig und allein dem GamePad-Spieler vorbehalten bleibt. Auch die Tatsache, dass der Bildschirm im 2-Spieler-Modus nun vertikal geteilt wird, mag nicht jedem recht sein. Sprichwörtlich gegen die Wand gefahren wurde allerdings der Kampfmodus, der bislang stets Arenen bot, um sich gegenseitig mit Items zu bombardieren. Mario Kart 8 verzichtet hingegen gänzlich auf solche und lässt die Fahrer einfach auf Teilen der gewöhnlichen Strecken gegeneinander antreten. Resultat: Man trifft sich viel zu selten, entwickelt öde Warte-Taktiken, vermisst klassische Kreuzfeuer-Situationen und verliert im Zuge dessen ganz schnell die Motivation; was bleibt, ist eine richtig billige Umsetzung der einst so spaßigen Battle-Runden. Schade!


Aber apropos Mario Kart 64: Mit seinem enorm liebevollen, detailreichen und auch technisch sehr hochwertigem Design ist Teil 8 nun das erste Heimkonsolen-Mario Kart seit jenem Vorgänger auf dem guten alten 64-Bitter, der grafisch wirklich für einen Wow-Effekt sorgt! Nach den zweifellos tollen, aber optisch eher hausbackenen Episoden Double Dash!! und MK Wii ist der 8er 100%ig auf der Höhe der Zeit und überzeugt mit schickem Geschwindigkeitsgefühl ebenso wie mit wunderschönen und spielerisch super designten neuen Kursen.

Und ach ja – auch den Retro-Strecken darf man diesmal besonders applaudieren: Während sie in den vorherigen Episoden auch stets Spaß machten, aber optisch und designtechnisch stets etwas aus dem Rahmen fielen (insbesondere die absolut flachen und grafisch kargen SNES-Kurse), fühlen sie sich diesmal allesamt – komplett mit neu hinzugefügten Höhenunterschieden, Anti-Gravitationspassagen und schicken Randbebauungen – gleich viel frischer an! Und wenn ich mir das grandiose Re-Design der „Tick Tack Trauma“-Strecke ansehe, wünsche ich mir gleich umso mehr ein neues, komplexeres 3D-Mario mit ähnlich schönen Szenarien...

Fazit: Trotz einiger größerer (Der Battle-Modus...waruuuum?) und kleinerer (Warum wurde stur auf einen Fünfspieler-Modus mit Gamepad-Einbindung verzichtet, der bei Sonic & Sega Allstars Racing Transformed schon wunderbar funktioniert hat?) Design-Mängel ist Mario Kart 8 ein echter Hammer geworden – nicht nur ein verdammt schmackhafter Leckerbissen für ausgehungerte Wii U-Besitzer, sondern ein wahrer System-Seller, der PC-, Sony- und Microsoft-Spieler neidisch auf die Nintendo-Plattform schielen lässt. Wenn das nicht den Verkaufszahlen der Konsole einen deutlichen (Pilz-)Turbo verpasst, dann weiß ich auch nicht mehr weiter!