
Assassin`s Creed IV: Black Flag
Alle Jahre wieder erscheint kurz vor Weihnachten ein neuer Assassin’s Creed Teil. Grund zur Befürchtung, dass den Entwicklern die kreativen Ideen mit der Zeit ausgehen. Nach Assassin’s Creed III wurde einem diese nicht wirklich genommen - fanden viele diesen doch als den schlechtesten Teil der Serie. Ob „Black Flag“ der Reihe zu neuen Höhenflügen verhelfen kann erfahrt ihr in unserem Test. Also auf ihr Landratten und kommt an Bord...

Assassin`s Creed IV: Black Flag
WIIU
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Ubisoft
- Publisher
- Ubisoft
- Konsole
- WIIU
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 16
Piraten YO-HO!
Die Geschehnisse der letzten Teile könnt ihr in unserem Test zu Assassin´s Creed III nachlesen. Im vierten Teil spielt ihr quasi den Opa von Connor Kenway aus dem Vorgänger. Interessant ist aber der Aspekt, dass Edward – euer neuer Charakter – in Wirklichkeit gar nichts mit Assassinen und Templern am Hut hat. So verschlägt es euch als Pirat der karibischen Meere auf eine Insel, wo ihr nach den ersten Spielminuten einen Assassinen tötet und dessen Identität annimmt. So streift ihr durch das Paradies und besucht Orte wie Havanna, Nassau und andere Locations. Die Welten sind ziemlich frei erkundbar und zahlreiche Inseln stehen zur Schatzsuche parat. In eurer neuen Rolle versucht ihr also den Auftrag eures Opfers auszuführen, um so eventuell an fette Beute zu kommen. Dabei verstrickt ihr euch immer mehr in den Machenschaften der Assassinen und der Templer.
Rann an die Kanonen
Gleich zu Beginn kapert ihr ein Schiff, welches euch das gesamte Spiel begleitet – die Jackdaw. Zwar schon aus dem dritten Teil bekannt, stellen Seeschlachten in Black Flag ein zentrales Spielelement dar. Dies merkt man nicht nur an der deutlich besseren Inszenierung, sondern auch, dass sie verstärkt in die Story integriert sind. Auch ist es dieses Mal möglich, feindliche Schiffe zu kapern und deren Beute, sowie Mannschaft zu übernehmen. Mit einem Fernrohr lässt sich immer wieder Abschätzen, ob sich ein Angriff überhaupt lohnt.

Vor allem am Wasser spielt dieser Ableger seine Stärken aus. Egal ob es die Atmosphäre ist, wenn die Besatzung ihre Seemannslieder anstimmt oder plötzliche Stürme auftreten, ihr Schiffe entert, Schatzinseln besucht oder ihr einfach nur gemütlich dahinschippert.
Euer Schiff könnt ihr übrigens im Laufe des Games verbessern, egal ob mit stärkeren Waffen oder verbessertem Schiffsbau. So könnt ihr euren Feinden mit Breitseitenkanonen, Drehbasse, Jagdkanonen, Mörser, Feuerfässern und einem Rammsporn das Leben schwer machen. Gesteuert werden diese mit den unterschiedlichsten Buttons wie ZL und X.
An Land ihr Ratten!
Am Spielprinzip hat sich grundsätzlich nichts verändert. Ihr spielt zwar keinen richtigen Assassinen, aber mit dessen Montur habt ihr komischerweise auch all dessen Eigenschaften übernommen – egal ob das Free-Climbing-Talent oder die Adlersicht. Auch die Tastenbelegung ist wie üblich und macht auch im Umstieg von anderen Konsolen keine Probleme, da sie ziemlich oder sogar ganz gleich aufgebaut ist. So klettert oder lauft ihr durch die verschiedensten Areale, sucht irgendwelche Gegenstände oder erfüllt Aufträge. Auffällig ist, dass das Hauptaugenmerk nicht mehr nur aus wildem Herumgeklettere und Davonlaufen besteht, sondern sich dieses Mal auch deutlich viele Stealth-Elemente eingeschlichen haben. Zwar kann der Titel in dieser Hinsicht nicht Spielen wie „Splinter Cell“ das Handtuch reichen, doch der Mix aus Actionsequenzen und anschließendem Versteckspiel in Büschen und hohen Gräsern macht definitiv Spaß. So könnt ihr euch an Wachen vorbeischleichen oder diese mit einem Pfiff anlocken, um sie dann ins Nirvana zu schicken.
Auch am Kampfsystem wurde gearbeitet und dieses ist nun sichtlich anspruchsvoller geworden. Konter sind nun weniger mächtig und mit dem passenden Knopfdruck könnt ihr jetzt wählen, ob ihr Gegner entwaffnet oder gleich tötet. Bereits im dritten Teil wurde an einer verbesserten KI gearbeitet und im vierten noch verbessert. So warten Feinde im Kampf nicht mehr brav, bis sie an der Reihe sind, sondern schalten sich schon früher ins Geschehen ein, was den Schwierigkeitsgrad dadurch etwas nach oben schraubt.
Nebenmissionen
Neben der ca. 20-stündigen Hauptstory gibt es wieder jede Menge zu tun. Zwar wurde wieder auf Bewährtes gesetzt, doch könnt ihr zumindest nach jeder Mission eure Meinung darüber an Ubisoft senden.

Mit der Erkundung der Karibik könnt ihr Stunden verbringen, denn es gibt dutzende Orte, welche nicht alle über die Hauptstory zu entdecken sind. So findet ihr neue Inseln, Schmugglerhöhlen, versunkene Wracks, uralte Maya-Ruinen und Siedlungen, in denen ihr Handel betreiben könnt. Im Spiel gibt es Schatzkarten zu finden, die euch unter anderem zu genau solchen Orten führen.
Nebenbei könnt ihr euch noch auf die Suche nach Schatztruhen, Animus Fragmenten (für Cheats, Embleme und Titel im Multiplayer), vergrabenen Truhen, Maya Steinen (Belohnung für das Lösen von Maya Rätseln), Notenblättern (die Mannschaft lernt ein neues Seemanns-Shanty), Briefen, Manuskripten und Aussichtspunkten begeben.
Weiters gibt es noch die Assassinen- und Marineaufträge, bei denen meistens irgendjemand zur Strecke zu bringen ist. Außerdem könnt ihr noch Küstenforts erobern oder Lagerhäuser plündern. Auch ein Ausflug in die Gegenwart ist wieder möglich. Zwar schlüpft ihr dieses Mal nicht mehr in die Rolle von Desmond Miles, sondern seid als anonymer Mitarbeiter bei Abstergo-Entertainment beschäftigt. In der Ego-Perspektive könnt ihr euch so durch das Firmenareal schleichen, kleinere Aufgaben erledigen oder euch per Minispiele in Computer hacken. Diese Dinge sind aber nicht mehr zwingend zu erledigen.
Wie gesagt, es gibt neben der Hauptstory noch jede Menge zu entdecken. Wem das noch immer nicht genug ist, für den gibt es auch noch den...
Multiplayer
Im Multiplayer können bis zu acht Spieler in folgenden Modis gegeneinander antreten:
„Deathmatch“ – Erreiche die höchste Punkteanzahl durch Eliminierung zugewiesener Ziele.
„Gesucht“ - Erreiche die höchste Punkteanzahl durch Eliminierung vorgegebener Ziele.
„Meucheln“ – Mache ein Ziel ausfindig, fordere einen Auftrag an und töte es danach.

„Kopfjagt“ – Eliminiert als Jäger-Team so viele Ziele wie möglich.
„Artefakt–Angriff“ – Das Team, welches die meisten Artefakte erbeutet, gewinnt.
„Dominanz“ – Erreiche die meisten Punkte durch Erobern und Verteidigen von Territorien.
„Wolfsrudel“ – Erreiche viele Punkte durch Eliminierung von Zielen in zeitbegrenzen Sequenzen.
Auch dem Multiplayer wurden einige Verbesserungen spendiert. Eine Online-Seeschlacht wäre aber noch toll gewesen.
Ein Paradies für die Augen?
Über den Soundrack und die Synchronisation bei Assassin’s Creed braucht man in Wirklichkeit kein Wort mehr verlieren. Sie sind wie immer 1A. In Sachen Technik hat sich zum Vorgänger nicht viel geändert. Zwar handelt es sich bei der Wii U-Version – abgesehen von PS4 und One – sicherlich um die beste und detailreichste von allen, doch noch immer gibt es die ein oder anderen schwammigen Texturen und Bildratenschwankungen. Dennoch sieht das Game bombastisch aus, egal ob es die Wassereffekte sind oder das Detailreichtum an Bord und in den verschiedensten Städten. Die Sequenzen sind wieder filmreif und machen verdammt viel Spaß.
Das gesamte Spiel könnt ihr wieder auf euer GamePad streamen, doch ansonsten hat dieses wieder wenig Nutzen. Es empfiehlt sich sowieso das Zocken via Pro-Controller. Ansonsten wird auf dem Screen des Pads wieder eine vergrößerte Umgebungskarte dargestellt. Das Gameplay selbst funktioniert nicht immer ganz so flüssig. Gerade beim Klettern springt man des Öfteren unabsichtlich von Dächern oder hadert etwas mit der Steuerung.

Fazit
Nach Assassin’s Creed III hatten wir Bedenken, ob Ubisoft nochmals die Kurve kratzt. Zwar wird gemunkelt, dass der Publisher eigentlich ein eigenes Piratengame entwickeln wollte und aus marketingtechnischen Gründen dieses in die Assasinen-Reihe eingebettet hat. Doch egal wie es auch ist, es hat dem Franchise gut getan. Black Flag spielt sich frischer als je zuvor. Das Spielprinzip wurde zwar nicht neu erfunden, dennoch bietet der Teil viele Momente, die einen in Erinnerung bleiben. Zwar gibt es punkto Präsentation noch immer Luft nach oben, aber dennoch sieht es wieder ausgesprochen gut aus. Edward und seine Crew sind Charaktere, die einem endlich wieder ans Herz wachsen und man mit ihnen einfach so viel wie möglich erleben möchte, um danach auf der Jackdaw - in lauer Mondnacht – ein Ständchen zum Besten zu geben. Ubisoft hat es Gott sei Dank wieder geschafft, mit Assassin’s Creed IV einen unterhaltsamen Titel der Reihe auf den Markt zu bringen. Unsere Empfehlung habt ihr – Arrr!
- sehenswerte, frei erkundbare Welt
- großer Umfang
- beeindruckende Seeschlachten
- keine Online-Seeschlachten
- wenig Innovationen im Spielprinzip
- kleine Maken im Gameplay
Vielen Dank an die Firma Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


