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Call of Duty: Ghosts

Call of Duty: Ghosts

David

Laut dem zuverlässigen NPD-Enthüller "creamsugar", welcher des Öfteren schon mal im Vorfeld die Verkaufszahlen-Prognosen der amerikanischen NPD leaked, hat aktuell die Verkaufszahlen für das Spiel Call of Duty: Ghosts im NeoGAF-Forum gepostet.

Demnach schaffte es die  Wii U-Version im November 2013 gerade einmal auf 0.33% der Gesamtverkäufe. Ganz vorn liegt die Xbox 360 mit über 55% gefolgt von der Playstation 3-Version mit ca. 30%.

Dies dürfte die Erwartung auf einen weiteren Ableger in 2014 für Wii U deutlich schmälern. Nicht einmal 0,5% der Gesamtverkäufe von Call of Duty: Ghosts konnte die Wii U für sich verbuchen. Ein wirklich ernüchterndes Ergebnis, mit dem die Entwickler und vorallem Activision keineswegs zufrieden sein dürften.

Ob ein weiterer Teil der Call of Duty-Reihe für Wii U erscheint, wird wohl die Zeit zeigen... Gut sieht es allerdings nicht aus.

Call of Duty: Ghosts

WIIU

Konsole
WIIU
Spieler
1–12 lokal
Freigabe
USK ab 18

Auf in den Einsatz

Die Geschichte die das Spiel erzählt beginnt reichlich skurril und auch im weiteren Verlauf wirkt die fiktive Geschichte eher so als wäre sie einem trashigen und patriotischem Actionfilm entnommen. Manchmal fragt man sich schon, ob gleich Chuck Norris persönlich vorbei kommt und ins Geschehen eingreift.
Geschrieben hat die Geschichte Stephen Gaghan. Seines Zeichens verantwortlich für die beiden großartigen Filme Traffic- Die Macht des Kartells und Syriana. Allerdings sollte man das Spiel nicht mal im Ansatz mit der Machart dieser beiden Filme gleichsetzen. Call of Duty: Ghosts brennt in aller erster Linie ein Actionfeuerwerk ab. Das hierbei die Handlung und deren Vermittlung oft auf der Strecke bleiben oder zum Kopfschütteln ist, dürfte aus diversen Actionfilmen mittlerweile bekannt sein.
Alles beginnt als die südamerikanische Föderation im Weltall die Superwaffe der Amerikaner, den Odin, kurzzeitig übernehmen kann und gegen Großstädte der United States einsetzt. Dabei handelt es sich um eine orbitale Waffe mit extremen Vernichtungspotential. Zwar gelingt es der mutigen Besatzung mit eurer Hilfe den Odin zum Absturz zu bringen, allerdings ist der Schaden bereits angerichtet.
Mitten in dem ganzen Geschehen die Brüder Logan und Hesh Walker sowie deren Vater Elias. Ihr übernehmt die Rolle von Logan der bald herausfindet, dass die Geschichte die ihr Vater über die sogenannten Ghosts erzählt hat nicht nur real, sondern er auch Teil dieser Einheit ist. 10 Jahre später ist es den Resten der US-Streitkräften gelungen eine fragile Pattsituation herzustellen.
Euer erster Einsatz hinter feindlichen Linien dient der Befreiung eines gefangen genommenen Ghosts namens Ajax. Nachdem ihr diesen Einsatz überstanden habt, nimmt Elias euch und euren Bruder in den Rang eines Ghosts auf. Neben der Bedrohung durch die Föderation hat die Befreiungsmission eine weitere große Gefahr offenbart.
Rorke, der ehemalige Captain der Ghosts ist nicht wie zunächst angenommen vor Jahren beim Versuch den Anführer der Föderation zu töten gestorben, sondern hat überlebt. Seiner Meinung nach hat ihn seine alte Einheit verraten und im Stich gelassen. Nun kämpft er auf der Seite des Feindes und hat sich geschworen die Ghost-Einheit auszulöschen. Nun ist es an euch diesem scheinbar übermächtigen Feind das Handwerk zu legen. An eurer Seite steht außerdem euer treuer Hund, der bei Bedarf auch “ferngesteuert“ auf Feinde gehetzt werden kann. In der Kampagne vielleicht etwas fehl am Platz, so ist der Schäferhund gerade im Mehrspielermodus eine echte Bedrohung.
Leider bietet der aktuelle Ableger von CoD hierbei wenige Handlungsfreiheiten. So wird man starr durch die Levels geführt und Abweichungen vom Skript sind unerwünscht. Wird man zum Beispiel entdeckt, so darf man nicht heldenhaft im Feuergefecht gegen eine feindliche Übermacht sterben, sondern wird automatisch zum letzten Speicherpunkt zurückgesetzt. Vielleicht hatten die Entwickler auch etwas Angst das solche Kämpfe Aufgrund der nicht gerade hohen KI zu Gunsten des Spielers ausgehen würden. Die Abschnitte durch die ihr euch kämpft lassen ebenso wenig Raum für Eigeninitiative oder Strategien. Dazu sind sie viel zu klein und linear. Logan und sein Trupp kennen scheinbar nur den Vorwärtsgang. Taktisch um die Ecke denken und zum Beispiel flankieren sucht man hier vergeblich.
Dafür bietet das Spiel einiges an Abwechslung was die Örtlichkeiten und den Einsatz von Waffen und Fahrzeugen angeht. So darf man sich zum Beispiel an einem ferngesteuerten Scharfschützengewehr austoben, Kampfhubschrauber fliegen, Kampfdrohnen steuern, Panzer fahren oder unter Wasser operieren.

Mehrspieler

Neben der Kampagne steht dem Spieler natürlich noch der Mehrspielermodus zur Verfügung. Für viele ist dies das eigentliche Herzstück der Call of Duty Titel. Allem voran natürlich Team-Deathmatch in dem bis zu 12 Spieler in zwei Teams gegeneinander antreten. In Abschuss bestätigt müsst ihr nachdem ein Gegner ausgeschaltet wurde, noch dessen Erkennungsmarke einsammeln um den Punkt gutgeschrieben zu bekommen. In Infiziert verwandeln sich ausgeschaltete Ziele ebenfalls in Infizierte. Es gilt also entweder alle zu infizieren oder aber die Infektion einzudämmen. Drei Kontrollpunkte gilt es zu beherrschen um in Herrschaft Punkte zu sammeln. In Suchen & Retten müssen Ziele zerstört oder verteidigt werden. Durch das Sammeln von Marken kann der Wiedereinstieg von Freunden freigegeben oder von Feinden verhindert werden. Den Kick der Extraklasse gibt es in Aufgeputscht, in dem Ihr nur eine begrenzte Lebensspanne habt. Durch einen Abschuss addiert man 30 Sekunden auf das eigene Zeitkonto. Im Blitzangriff geht es darum die Zielzone im feindlichen Gebiet zu erreichen um zu punkten. Mit begrenzter Ausrüstung startet ihr in Gejagt. Nur wer die Abwurfzonen für Nachschub kontrolliert kann sich aufrüsten. Der Modus Ghost Mosh-Pit bietet eine Mischung aus Blitzangriff, Herrschaft und Suchen & Retten. Im FFA (Free for All/Frei für Alle) geht es ganz archaisch Mann gegen Mann. Dieser Modus ist allerdings auf acht Spieler begrenzt. Dies gilt auch für Taktik-Teamspiele in dem gemischt Team-Deathmatch, Aufgeputscht, Blitzangriff und Abschuss bestätigt gespielt wird.

Wie gewohnt könnt ihr euren Kämpfer durch Ausrüstung verbessern. Hierfür steht euch großes Arsenal an Waffen und Gegenständen zur Verfügung. Auch die altbekannten Extras sind wieder mit von der Partie. Je nach Rang könnt ihr hier euren Soldaten verbessern. Schnelleres Nachladen, kein Sturzschaden, leise Sohlen, zusätzliche Granaten und Nachladen im Sprint sind nur einige der Eigenschaften die euch noch tödlicher machen. Für die zusätzliche Ausrüstung muss man sich allerdings erst im Kampf beweisen um Trupp-Punkte zu sammeln. Diese erlauben es auch neue Charaktere, Waffen und Erweiterungen freizuschalten.
Jedem Charakter kann auch ein Angriffspaket zugewiesen werden. Als da wären:
Als Soldat verfügt man über Fähigkeiten wie Satellitenaufklärung, Wachhund und diverse Unterstützungen wie Hubschrauber, wenn er die entsprechende Anzahl von Abschüssen ohne eigenen Tod erreicht.
Bei der Unterstützung sind die zu erreichenden Abschüsse für die Freischaltung höher, dafür überdauern die Serien auch den eigenen Tod. Zur Verfügung stehen einem dann zum Beispiel Munitionskisten, Balistikwesten und Scharfschützenunterstützung aus einem Helikopter heraus.
Wie der Name es verrät ist der Spezialist etwas anders. Hier erhält man pro acht erledigter Gegner eine Extraeigenschaft. Wer also viele Abschüsse in einer Runde schafft kann sich hier einen wirklich gefährlichen Soldaten erstellen.

Neben dem altbewährtem beinhaltet der Titel auch zwei neue Varianten des Mehrspielerspaß.
Im Truppenmodus stellt ihr euch ein Team zusammen welches, außer eurem eigenen Soldaten von Bots gesteuert wird. Mit diesem könnt ihr bei Herausforderungen wie Wellenangriffen von Feinden oder aber gegen das Team von Freunden antreten. Durch die gesammelte Erfahrung und Punkte könnt ihr euren Trupp weiter verbessern und schlagkräftiger machen.

Waren es zuletzt noch Zombies so gilt es diesmal Außerirdischen den Garaus zu machen. Hierzu könnt ihr in Extinktion entweder alleine oder lokal bzw. online mit anderen Spielern gegen die Gefahr aus den tiefen des Alls antreten. Ein bisschen erinnert dieser Modus an den Hore-Modus aus Gears of War. Für Teamspieler die nicht erpicht darauf sind gegeneinander anzutreten auf jeden Fall ein spaßiges Unterfangen.

Technik

Optisch liefert Ghosts eine wirklich gute Leistung ab. Allerdings scheint auch dieses Entwicklungsstudio das Problem mit der Kantenglättung bei der Wii U nicht wirklich in den Griff bekommen zu haben. Auch die Bildrate ist nicht frei von einigen Abrutschern nach unten.
Aufgrund der meist rasanten Action fällt dies aber für gewöhnlich nicht so stark ins Gewicht. Die Präsentation der Kampagne ist eine Wucht und man hat stets das Gefühl, dass man tatsächlich mitten in einem aktiven Konflikt ist. Nicht nur dann wenn man gerade selbst ein Feuergefecht führt. Dazu tragen auch die gut eingesetzten Partikel- und Umwelteffekte. Im besonderen die Squenzen unter Wasser sind eine Augenweide.
Im Mehrspielermodus ist das Ganze etwas heruntergefahren, kann aber dennoch überzeugen. Ob es nun eine verfallende Burgenlandschaft ist, ein zerbombter Stadtteil, Industriekomplex oder eine eingeschneite Siedlung, Abwechslung fürs Auge wird hier mehr als genügend geboten. Die Soundkulisse ist wie sein visuellen Gegenstück bombastisch.
Um in den Genuss der englischen Sprachausgabe zu kommen, muss die Spracheinstellung des kompletten Systems umgestellt werden. Ansonsten muss man sich hierzulande mit der nicht immer ganz geglückten deutschen Ausgabe begnügen.
Das Audiosignal kann wahlweise am TV und oder GamePad ausgegeben werden. Gesteuert werden kann das Spektakel entweder mit dem GamePad, dem ProController, dem Classic Controller Pro oder klassisch mit Remote und Nunchuck. Wobei sich die Steuerung mit dem ProController für geübte Spieler sicherlich am gewohntesten anfühlt.
Wenn auch nicht frei belegbar, so gibt es doch viele vorbelegte Eingabeoptionen um das Schema den eigenen Wünschen anzupassen.
Der Wechsel des Controllers gestaltet sich sehr einfach. Sobald ihr ein neues Eingabegerät anmeldet, werdet ihr gefragt ob ihr diesen zur Steuerung einsetzen wollt. Einfach aber auch genial, da es das lästige umstellen erspart, dass gerade Spielern auf der Wii U öfters begegnet.
Nutzt ihr das GamePad nicht zum spielen, so wird euch darauf die Karte angezeigt welche auch zoombar ist. Dies in nur bedingt nützlich, da es gerade online dermaßen rasant zugeht, dass man kaum Zeit hat den Blick vom Bildschirm auf das GamePad abzuwenden.
Wer möchte kann auch das Spiel komplett auf dem GamePad spielen.
Generell bietet der Titel viele Einstellungsmöglichkeiten. So zum Beispiel einen Filter für Spieler mit einer Farbblindheit. Somit liegt das Spiel technisch in etwas auf dem Stand der Version für die Xbox360 und die PS3, was angesichts der Tatsache, dass die Konsole gerade mal 1 Jahr auf dem Markt ist doch etwas verwunderlich ist. So hätte man eigentlich erwarten können, dass der Titel auf Nintendos aktuellem Gerät im optischen Bereich etwas mehr zeigen könnte als auf den bald auslaufenden Modellen der Konkurrenz.
Die Ladezeiten sind moderat und werden in der Kampagne geschickt durch Sprachsequenzen überbrückt. Dennoch merkt man, dass die Wii U viel arbeiten muss, da das Laufwerk am laufenden Bande am nachladen ist.
Die KI lässt leider oft zu wünschen übrig. Erfahrene Spieler dürften keinerlei Probleme mit der Kampagne haben, da die virtuellen Gegner alles andere als intelligent sind. Sie beziehen stur ihren Posten und wirken dort eher wie Schießbudenfiguren.

8.5Wertung

Fazit

Eines sollte man bei Call of Duty: Ghosts sicherlich nicht machen, nämlich zu viel nachdenken. Die erzählte Geschichte ist wirklich sehr flach und stellenweise einfach nur zum Kopfschütteln. Dafür bietet einem der Titel ein pures Actionfeuerwerk. Die Technik ist nicht ganz auf dem neusten Stand und leider wurde das Potential der Konsole nicht voll ausgereizt. Aber die bombastische Inszenierung, die vielen verschiedenen Schauplätze sowie deren optische Umsetzung ist sehr gelungen und lässt einiges verzeihen. Oder wann seid ihr zuletzt mit einem Jeep auf ein aus dem Eis auftauchenden Uboot gefahren um dort einzusteigen? Die sehr große Auswahl an Mehrspielermodi und Einstellungsmöglichkeiten machen das Spiel zu einem Garant für Langzeitspaß. Wer auf Action und Onlinespaß steht für den ist Call of Duty: Ghosts ein absoluter Pflichtkauf.

Design
7.0
Sound
8.0
Online Multiplayer
9.0
  • starke Inszenierung
  • tolle Schauplätze
  • umfangreiche Mehrspielermodi
  • schwache KI
  • lineares Leveldesign
  • Kantenflimmern

Vielen Dank an die Firma Activision für die Bereitstellung des Testmusters.

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