
Sonic Lost World
Bekanntlich ist Sonic Lost World seit heute für Wii U und Nintendo 3DS erhältlich. Dabei trudeln so langsam die unterschiedlichsten Wertungen aus aller Welt für das neueste Sonic-Abenteuer ein. So vergab die EDGE lediglich eine 4.0 und auch IGN gab dem Spiel eine eher mittelmäßige Wertung von 6.8. Aber es gibt auch regelrechte Lobeshymnen um den Titel, den etwa die japanische Famitsu umgerechnet mit einer 9.0 bewertete.
Warum die Wii U-Version von Sonic Lost World nicht überzeugen, und von uns lediglich einer 7.0 ergattern konnte, erfahrt ihr in unserem Test.
Wer sich trotz oder vor allem wegen der unterschiedlichsten Wertungen noch nicht für einen Kauf entscheiden konnte, dem könnte evtl. der offizielle Launch Trailer dazu bringen, den ihr euch nachfolgend anschauen könnt.

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Sonic Lost World
WIIU
- Genre
- Jump ’n‘ Run
- Serie
- Sonic the Hedgehog
- Entwickler
- Sega
- Publisher
- Sega
- Spieler
- 1–2 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Sonic ist wieder da
Sonic und Tails sind Dr. Eggman auf den Fersen, der mal wieder Tiere gekidnappt und in robotische Badniks verwandelt hat... Die beiden Freunde sind gerade in Tails´ Tornado unterwegs, als Dr. Eggman sie mit einem Laserschuss trifft und das Flugzeug außer Kontrolle bringt!
Während Tails verzweifelt versucht die Lage in den Griff zu bekommen, lichten sich plötzlich die Wolken und ein Kontinent taucht auf: der Hexaglobus! Wäre ja gelacht, wenn es sich hier nicht halbwegs sicher landen ließe, und so nehmen Sonic und Tails Kurs auf ein neues Abenteuer!
Sonic macht auf Galaxy...?
Startet man das Spiel, landet man auf einer Weltkarte, die stark an das Sonic-Brettspiel Sonic Shuffle erinnert, welches auf der Sega Dreamcast erschien und ein Mario Party-Klon darstellte. Die Weltkarte besteht aus gleichmäßig aneinanderliegenden Sechsecken, die in einer unteren und oberen Ebene unterteilt ist. Hier kann man sich jedoch nur auf der unteren Ebene von Eck zu Eck frei bewegen. Die Weltkarte besteht dabei aus 7 verschiedenen Gebieten, in denen jeweils 4 Level auf den schnellen Igel warten. Dabei werden die einzelnen Level und Gebiete aber nacheinander freigeschaltet, sobald ihr das vorhergehende Level oder Gebiet erfolgreich gemeistert, oder genug Tiere befreit habt. Doch es gibt auch in dem ein oder anderen Gebiet ein verstecktes Level, das man öffnen kann.
Auf der Weltkarte kann man dabei jederzeit einen Omochao antreffen, der Missionen für euch bereithält. Werden diese erfüllt, erhält man als Belohnung einen besonderen Gegenstand wie etwa einen Ring- oder Unbesiegbarkeits-Container, der via Betätigung auf dem Gamepad jederzeit in den Levels eingesetzt werden kann. Es können jedoch nur 5 Stück gleichzeitig getragen werden – richtig eingesetzt, können diese jedoch das Spielgeschehen an schwierigen Stellen und Passagen etwas erleichtern. Sobald man sich für ein Level entschieden hat, hat man noch die Wahl zwischen normales Spiel (startet das Level), Einstellungen, Miiverse, Ranglisten, Gegen die Zeit sowie Co-Op. Im Modus „Gegen die Zeit“ geht es darum, schnellstmöglich das gewählte Level abzuschließen und sich mit dieser Zeit gegen Spieler Weltweit zu messen.
Diese Zeiten findet man in der Rangliste, mit welcher es bei uns in der gesamten Testzeit allerdings ziemliche Probleme gab. So gab es von den ca. 14 getesteten Tagen nur einen einzigen Tag, in dem die Connectivität mit dem Internet funktionierte. Leider stellte dies auch ein generelles Problem beim Spielen dar, da nach jedem beendeten Level oder gezeigter Sequenz versucht wird, sich mit dem Internet zu verbinden. Dadurch dauerte es jedes mal um die 3-5 Sekunden, bis ein Bildschirm mit der Fehlermeldung aufploppte bevor man weiter spielen konnte. Ob dies ein Fehler des Servers war oder ein anderes Problem schuld daran ist, können wir nicht mit Gewissheit sagen. Leider wird dieses Prozedere jedoch nach kurzer Zeit schon ziemlich nervtötend.

Betritt man das erste Level merkt man sofort, dass sich die Entwickler ein großes Spiel als Vorbild genommen haben: Super Mario Galaxy! Die einzelnen Gebiete bestehen zumeist aus schlauchförmigen Ebenen, kleinen sowie runden, oder andere in der Luft schwebenden Objekte, die durch Sonic-typische Sprungfedern erreicht werden können. Jedes einzelne Gebiet besteht aus mehreren Ebenen die individuell erreicht werden können und auch versteckte Goodies wie etwa Leben, Ringe oder Kapseln, in denen sich gefangene Tiere befinden, beherbergen. In den einzelnen Gebieten sind auch goldenen Kanonen-Fässer versteckt, die euch über alternative und mit teils vielen Ringen bestückten Wege voran führt.
Dabei kann Sonic auch an Wänden hoch oder entlang rennen, auf Palmen klettern, oder muss Stacheln ausweichen sowie schmale und zerfallende Wege unbeschadet überstehen. Auf den flinken Igel warten dabei wieder zahlreiche Sonic-typische Gegner wie etwa Piranhas, Affen, Krebse oder Stachelkugeln die ihm das Leben erschweren. Neue Gegner wie etwa Schafe passen hingegen nicht wirklich in das Sonic Universum. Doch das ist auch ein allgemeines Problem von Lost World, zudem wir später noch kommen werden. Solange Sonic im Besitz von eingesammelten ringen ist, kann dieser bei einer gegnerischen Angriffen oder bei Berührung mit Stacheln nicht sterben. Wird er getroffen verliert er alle Ringe – gelingt es euch nicht bis zum nächsten Treffen die verlorenen oder neue Ringe aufzusammeln, verliert Sonic ein Leben.
In den einzelnen Levels geht es im Prinzip nur darum, in der Zeitvorgabe das Levelende zu erreichen und so viel wie möglich Tiere zu befreien und Ringe zu sammeln. Gab es in früheren Sonic-Ablegern für 100 gesammelte Ringe ein zusätzliches Leben, ist dies in Lost World nicht mehr der Fall. Hier kann man bis zu 999 Ringe sammeln, ohne das dabei irgendetwas passiert. Diese dienen nur dazu, Sonic am Leben zu erhalten und dafür am Levelende möglichst viel Punkte dafür einzuheimsen. Neben diesen gibt es auch noch 5 rote Sternenringe, die in jedem Level verteilt oder gar versteckt sind. Damit kann man auf der Weltkarte immer mal wieder einen erscheinenden Zirkus freischalten, in welchem man zusätzliche Ringe und Tiere in kleinen Geschicklichkeits-Spielchen auf etwa einem Trampolin oder einer Wippe sammeln kann.
Doch auch die von Dr. Eggman gefangen genommenen Tiere, welche teils zahlreich auf dem Globus verteilt sind, wollen befreit werden. Dies geschieht entweder durch das draufspringen auf einer solchen Kapsel oder durch das besiegen von Gegnern, wobei dies eine ziemlich fragwürdige Sache ist. Diese Tiere braucht man wiederum, um das finale Level eines jeden Gebietes zu öffnen in welchem auch einer der 6 Bossgegner mit einem Duell auf euch wartet. Doch auch im jeweils 2 Level eines Gebietes wartet dieser Gegner schon auf euch, zu welchem ihr aber erst einmal gelangen müsst.
Hier gibt es verschiedene Arten bis zu diesem vorzudringen: so gilt es etwa einen Abschnitt entlang vor diesem schnellstmöglich zu flüchten ohne von ihm getötet zu werden oder andersweitig vorher zu sterben. Die meisten davon sind aber sogenannte Speedway Level, in denen es darum geht unbeschadet zum Ende dessen zu gelangen. Hier befindet man sich zumeist auf schmalen Ebenen und Wegen auf denen man hin- und herspringen muss um in diesem voranzukommen. Leider sind gerade die Abschnitte die wohl misslungensten des gesamten Spiels, doch dazu später mehr...

Auch dabei sind einige Wisps aus Sonic Colors, sowie neue, welche jedoch bei weitem nicht so gut eingebunden sind wie in besagtem Spiel. Mit dem „Gelben Bohrer“ gelangt man unter die Erde oder sogar ins Meer um sich dort befindende Ringe oder Leben einzusammeln. Mit mit dem „Türkisen Läser“ kann man blitzschnell von Rubin zu Rubin rennen und mit dem „Tiefroten Adler“ kann man kurzzeitig schnell durch die Lüfte fliegen. Wirklich viel Sinn und Nutzen wie in „Colors“ haben diese Wisps aber leider nicht in Lost World, was ziemlich schade ist.
Das merkt man auch an den Farbenergien „Rosa Rhythmus“ und „Grüner Luftikus“, welche so überhaupt keinen Sinn machen. Der „Rosa Rhythmus“ verwandelt Sonic in eine Musiknote, welche von anderen erscheinenden Noten zu Noten springen kann (via Touch auf dem Gamepad) und der „Grüne Luftikus“ hingegen kann in der Luft schweben und nach vorn sprinten. Diese tragen weder zum Spielgefühl noch zum Geschehen bei, da man sämtliche Wisps auch mit alternativen Routen umgehen kann.
Ist das noch Sonic?
Nun, das ist schwer zu sagen, jedoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Sonic Lost World nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Prinzip von „Sonic“ zu tun hat. Die Umgebungen sehen zwar teilweise noch nach dem Sonic-Universum aus, spielerisch hingegen passt das „Galaxy-Universum“ nicht wirklich zu dem schnellen Igel. Ganz besonders merkt man dies auch an der zweiten Welt, die in der Wüste spielt und deutlich an Super Mario erinnert. Nicht nur optisch sondern auch musikalisch erinnert diese stark an Spiele mit dem Klempner. Sonic wirkt hier ziemlich fehl am Platz was sich leider nicht nur in dieser Welt bemerkbar macht. Auch machen die Zirkus-Einlagen nicht gerade einen positiven Eindruck, denn auch diese wollen so rein gar nicht zu Sonic passen.
Ebenso ist Sonic Lost World vom Schwierigkeitsgrad nicht wirklich ausgeglichen. Sind ein Großteil der Level und Bossgegner teils viel zu leicht geraten, hat man es in späteren Abschnitten oder letzten Kämpfen schon deutlich schwerer, diese zu bewältigen - für manch einen jüngeren Spieler wahrscheinlich zu schwer. Ebenso gibt es zu viele Leben, die der Held einsammeln kann und Checkpoints sind so angeordnet, dass man nach einem Ableben schon eingesammelte Tiere und Leben immer und immer wieder einsammeln kann.
Hier gibt es zum Beispiel ein Level in der ersten Welt, in dem kurz nach einem Checkpoint 11 Tierkapseln stehen: Sammelt man diese ein und stirbt freiwillig, startet man wieder am Checkpoint und kann die Kapseln wieder einsammeln und das Spiel unendlich fortführen – vorausgesetzt natürlich ihr habt genug Leben. Diese könnt ihr allerdings in genau dem gleichen Level nach dem gleichen Prinzip einsammeln. In besagtem Abschnitt gibt es bei einem normalen durchlaufen um die 15 Leben die man einsammeln kann – nach einem Checkpoint folgen allerdings 8 Leben auf einem Haufen. Sammelt man hier alle ein, lässt sich in dem Abgrund fallen und startet kurz vor den vielen Leben erneut, so kann man innerhalb kürzester Zeit seine Lebensanzeige auffüllen. Für Spieler, denen Lost World zu schwer sein sollte mag dies eine gute Möglichkeit sein das Spiel leichter zu machen, allerdings sollte bei einem solchen AAA-Titel so etwas nicht passieren.
Zudem lässt die Qualität der einzelnen Level von Gebiet zu Gebiet immer mehr nach. Machen einige der ersten Level noch ziemlich Fun und wirken zumindest im Ansatz erfrischend anders - auch wenn es nicht zu Sonic passen mag - so verkommt das Leveldesign in den späteren Welten allerdings ziemlich zu Durchschnitts-Einerlei oder wirkt gar total verunglückt. Dies fängt schon mit dem zweiten Level der zweiten Welt an, welches ein sogenanntes Speedrun-Level ist. Hier wird es wohl schon die ersten Spieler geben, die das Gamepad gefrustet bei Seite legen.
Denn nicht nur die Steuerung macht es dem Spieler schwer, nein auch das gesamte Leveldesign mag nicht zu überzeugen. Hierbei muss man von einer schmalen Ebene oder Plattform zur anderen Springen. Dabei hat man teilweise recht wenig Zeit zu reagieren. Tut man dies zu spät, stürzt man entweder in den Abgrund oder rennt gegen eine Wand und muss erneut starten. Diese Abschnitte dürften wohl vielen Spielern übel aufstoßen und die Frage aufkommen lassen, warum man solche Abschnitte in das Spiel implementieren musste.
Ebenso gab es beim ersten Bosskampf in Welt 6 einen Bug. Hier haben wird den Bossgegner besiegt, jedoch passierte minutenlang nichts auf das wird den Kampf neu starteten. Auch dieses mal haben wir den Gegner besiegt, auf dem glücklicherweise eine Sequenz folgte und das Spiel wieder ordnungsgemäß weiterlief.
Spielspaß im Multiplayer und 3DS Connectivität
Im Co-Op-Modus kann ein menschlicher Mitspieler via Pro Controller oder Wiimote samt Nunchuk am Spielgeschehen teilnehmen und Sonic bei seinen Missionen unterstützen. Dabei stehen dem zweiten Spieler ein Tarnkappenjet, Helikopter, Kampfjet, Ballon, Luftkissenboot oder Ufo zur Verfügung, wobei jedes eine andere Hilfe für Sonic darstellt. Der Tarnkappenjet etwa macht den Protagonisten für kurze Zeit unsichtbar, das Ufo verlangsamt die Zeit und das Luftkissenboot bildet eine höher gelegene Plattform, auf die Sonic springen und damit auf höher gelegene Ebenen gelangt. Eine nette Idee zumal man weitere Gefährte noch via 3DS Connectivität erhalten kann. Dazu braucht man aber sowohl einen 3DS als auch das dazugehörige Spiel Sonic Lost World.
Eine andere Möglichkeit für Mehrspieler stellt das 2-Spieler-Rennen dar, welches in 3 Kategorien unterteilt ist: Tempo-, Experten- und Ringrennen. Im Temporennen geht es darum, vor seinem Mitstreiter das Ziel zu erreichen, das Expertenrennen findet in einem ziemlich schwierigen Level statt und im Ringrennen gewinnt derjenige, der am meisten Ringe eingesammelt hat. Diese 2-Spieler-Rennen sind eine durchaus gelungene und spaßige Angelegenheit, auch wenn diese nicht von unendlich langer Dauer sind. Aber es macht Spaß und das soll es ja auch.
Idyllische Welten und musikalische Kreativität?
Kommen wir zur grafischen Seite von Sonic Lost World. Die Präsentation ist größtenteils eher schlicht gehalten: Sei es das Titelbild, die unsinnige Weltkarte oder die teilweise tristen und monotonen Levelabschnitte. Hier hätte man sich für ein exklusives Spiel ruhig mehr Mühe geben dürfen. Die einzelnen Level erinnern zwar Anfangs an das Sonic Universum, haben allerdings im späteren Verlauf nicht mehr wirklich viel mit Bekanntem zu tun. Es gibt zwar die Sonic typischen Umgebungen, Pflanzen sowie Gegner, leider aber mag zu keiner Zeit wirkliches Sonic-Feeling aufkommen, ebenso gelingt es Lost World nicht, eine spannende oder gar unterhaltende Atmosphäre aufzubauen. Insgesamt gesehen ist die Optik aber keineswegs schlecht, dennoch wäre hier mehr drin gewesen. Auch gibt es gelegentliche Ruckler, sowohl im Spiel selbst bei großer Gegneranzahl, als auch im Einleitungsbildschirm eines jeden Levels.
Leider bezieht sich das negative auch auf die musikalische Seite. Alte sowie bekannte Musikstücke aus vergangenen Sonic-Abenteuern sucht man vergebens, einzig Soundeffekte wie das einsammeln von Ringen oder ähnlichen kennt man bereits. Auch sind die musikalischen Kompositionen alles andere als gelungen und passen so gut wie gar nicht zu dem Spiel, geschweige denn zu Sonic. Einige Musikstücke klingen sehr belanglos und lieblos komponiert, andere dudeln nur so vor sich hin oder wirken einfach nur nervig. Das ist sehr schade, vor allem weil gerade diese in Spielen wie Sonic Adventure 1&2, Sonic Generations oder Sonic Colors viel zur Atmosphäre und Stimmung beigetragen haben. Bei Sonic Lost World ist diese jedoch relativ nichtssagend.
Das Spielgeschehen wird von Storysequenzen vorangetrieben, welche jedoch ziemlich pixelig geraten sind. Jeder Charakter hat natürlich seine eigene Stimme. D.h. Sonic, Tails, Dr. Eggman sowie alle anderen haben eine Sprachausgabe spendiert bekommen, welche zum Teil denen aus der Serie "Sonic X" entsprechen. Die original-englische ist dabei die gelungenste, die deutsche und französische können aber auch überzeugen. Insgesamt stehen dem Spieler 6 unterschiedliche Sprachen zur Wahl. Auch gibt es in diesen Unterhaltungen einiges an Humor und Witz, was einem schon mal ein grinsen aufs Gesicht zaubern kann.
Die Steuerung
Hier muss man vorab sagen, das es schon von Vorteil gewesen wäre, wenn man in einem kleinen separaten Abschnitt erklärt bekommen hätte, wie was funktioniert und wann man es Einsetzten kann, muss oder sollte. Es werden zwar am Anfang des Spiels immer wieder an bestimmten Stellen ?-Symbole angezeigt, welche man jedoch gern im Spielgeschehen übersieht. Sonic führt diesmal seine Sprungattacke nämlich nicht manuell von Gegner zu Gegner aus, sondern kann diesmal sogar bis zu 6 Gegner gleichzeitig anvisieren und nacheinander plätten.
Dies mag bei großen Gegnermengen von Vorteil sein, allerdings ist dies ungewohnt, wenn man die vergangenen Sonic-Teile gespielt hat. Es geht zwar auch, das man wieder einzeln von Gegner zu Gegner springen und somit über Abgründe gelangen kann, allerdings funktioniert das nicht zu 100% perfekt. Manchmal wird der nachfolgende Gegner einfach zu spät oder überhaupt nicht anvisiert, sodass man unweigerlich in den Tod stürzt.
Ebenso gibt es das Problem, das Sonic neuerdings nach Gegnern treten und damit deren Verteidigung zerstören kann. Dies ist vor allem Problematisch, da diese Attacke auf der Y-Taste liegt, auf welcher eigentlich der eigentliche Sprungangriff des Igels liegt und dieser auf A positioniert wurde. Liest man sich hier vorher nicht die Anleitung durch, wird man schnell feststellen, das man an vielen Stellen im Spiel Probleme haben wird bis man dies mitbekommen hat. Denn einige Gegner lassen sich mit dem Tritt-Angriff nicht zerstören, andere hingegen nehmen hinter ihnen liegende Gegner mit in den Tod, sodass man überhaupt nicht über Abgründe gelangen kann. Hier wäre eine umgekehrte Tastenbelegung der beiden Aktionen wesentlich sinnvoller gewesen.
Leider lässt sich der Igel auch nur ziemlich schwammig steuern, wie eigentlich bei vielen anderen Ablegern der Serie auch. Es ist teilweise echt mühsam, Gegner mit einem normalen Sprung richtig zu treffen – entweder man landet kurz vor ihnen und wird getroffen oder kurz hinter ihnen mit dem selbigen Ergebnis. Ebenso bei anderen Gegenständen wie etwa Ring- oder Tier-Container, die man wegen der schwammigen Steuerung selten so trifft wie man es will.
Deadly Six Edition
In einer limitierten Auflage gibt es im Einzelhandel sowie als Download auch die "Schrecklichen Sechs Edition", welche einen kleinen, zusätzlichen Inhalt gegenüber der normalen Version bietet.
Nachfolgende Inhalte werden offiziell so beworben:
-Besiege die Schrecklichen Sechs, die auf riesigen Monstern in die Schlacht reiten.
-Kämpfe in einem exklusiven brandneuen Level.
-Mit Monstern aus dem Spielehit "NiGHTS into Dreams"
Leider handelt es sich dabei aber einzig um ein simples, sowie sehr kurzes Level, welches ein wenig an das Nights-Franchise angepasst wurde. In diesem muss man aber lediglich auf einem schlauchförmigen Level entweder ausweichen oder springen, um Ringe einzusammeln. Dieses ist in sehr sehr kurze Abschnitte unterteilt und verbindet die 5 Bossgegner miteinander, welche sich auf Bossgegnern aus "NiGHTS into Dreams" befinden. Leider sind aber auch diese genauso leicht und schnell zu besiegen, wie das gesamte Level an sich. Nach 3 bis spätestens 5 Minuten hat man das Level wohl durchgespielt und das war es dann auch schon... der exklusive Bonus der "Schrecklichen Sechs Edition". Unserer Meinung nach keineswegs ein Mehrwert für Sonic Lost World, schon gar nicht für eine spezielle Edition eines Spiels. Viel zu leicht, viel zu kurz und viel zu uninspiriert.
Wir haben das zusätzliche Level ebenso wie die „5 Schwarze Bomben" Power-ups via Downloadcode bekommen. Leider verschwand das Level einfach, nachdem wir es erfolgreich beendet hatten, danach war es nicht mehr auffindbar und somit auch nicht mehr spielbar. Was diese fragwürdige Entscheidung soll, ob das so gewollt ist und ob dies auch bei der Disc-Version der „Schrecklichen Sechs Edition“ der Fall ist, können wir nicht sagen.
Fazit
Wer ein Super Mario Galaxy mit Sonic erwartet wird wohl gnadenlos enttäuscht sein. Das Setting welches bei besagtem Klempner-Abenteuer begeistern konnte, passt rein gar nicht zu Sonic. Leider wirken einige Umgebungen trist und einfallslos, ebenso lieblos ist auch die musikalische Untermalung, auch wenn es einige Ausnahmen gibt. Von der technischen Seite kann das Spiel überzeugen, auch wenn hier deutlich mehr möglich gewesen wäre. Die Steuerung ist sehr schwammig und dank der verkehrten Belegung der Sprung und Tritt-Attacken kann es immer mal wieder zu Verwechslungen kommen.
Was schlussendlich bleibt ist ein grundsolides Spiel, was Spaß macht, allerdings durch den fehlenden Feinschliff und die teilweise Lieblosigkeit der Entwickler viel zunichte macht. Warum hat man hier nicht endlich mal ein Sonic Adventure 3, Generations 2 oder einen Nachfolger zu Colors entwickelt? Denn von diesen Spielen ist Sonic Lost World meilenweit entfernt. Sonic-Veteranen werden „Lost World“ wohl noch viel weniger abgewinnen können, da es an sich kaum noch etwas mit dem Sonic zu tun hat, wie man es bisher kennt. Bleibt zu hoffen, das aus dem nächsten Sonic-Abenteuer wieder ein besseres Spiel wird.
- nette Optik
- gelungene Sprachausgabe
- schwammige Steuerung
- lieblose Musikuntermalung
- Wisps nicht gut eingebunden
- Galaxy Universum passt nicht zu Sonic
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.