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The Legend of Zelda: The Wind Waker HD

The Legend of Zelda: The Wind Waker HD

Benjamin F.

In zweieinhalb Wochen ist es soweit – dann erscheint The Legend Of Zelda: The Wind Waker in neuem Gewand. Die Wii U-Neuauflage des Gamecube-Klassikers soll ihrem Vorbild zumindest in Sachen Grafik haushoch überlegen sein – die 1080p Full HD-Auflösung spricht jedenfalls schon einmal für sich.

Wir durften das Remake vorab unter die Lupe und verraten euch in unserem Review, ob sich eine (erneute) Anschaffung lohnt!

The Legend of Zelda: The Wind Waker HD

WIIU

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
WIIU
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 6

Hinweis: Dieser Testbericht ist auch als Video-Review vorhanden. Klickt hier, um direkt dorthin zu gelangen!

Vor einigen Monaten feierte der Gamecube-Titel The Legend Of Zelda: The Wind Waker sein 10-jähriges Bestehen, nun wird ihm auf Nintendos aktueller Heimkonsole erneut Aufmerksamkeit geschenkt. Bei der Neuauflage handelt es sich um ein grafisch auf 1080p hochpoliertes Spiel, welches sich inhaltlich jedoch nur vage vom Original unterscheidet. Ob das Spiel auch heute noch nichts von seinem Glanz verloren hat, wie gut sich die Neuerungen machen und ob auch Kenner der GC-Version mit Hauptprotagonist Link erneut in See stechen sollten, könnt ihr in folgendem Test nachlesen.

Ein Held, eine Legende

Die Geschichte von The Wind Waker beginnt auf einer kleinen Insel, die den schönen Namen Präludien trägt. Hauptprotagonist Link – ihr könnt ihm selbstverständlich wieder einen beliebigen Namen geben – hat Geburtstag und die Inselbewohner, deren Anzahl übrigens absolut überschaubar ist, bereiten sich schon auf die Feierlichkeiten vor. Gerade zu diesem Zeitpunkt wird das idyllische Treiben auf Präludien aber durch ein herannahendes, mit Bomben um sich werfendes Piratenschiff getrübt. Der Grund dafür wird schnell klar: Käpten Tetra, die Anführerin der Halunken, wurde von einem Greifvogel gepackt; schließlich kann die Piratendame aber mit gezielten Schüssen aus der Bordkanone aus den Fängen des Ungetiers befreit werden. Der gefiederte Feind überlebt jedoch, schnappt sich im Eifer des Gefechts fälschlicherweise Links Schwester Aril und bringt diese zur verwunschenen Bastion, einem weit entfernten Eiland. Das lässt sich ihr großer Bruder selbstverständlich nicht gefallen und macht sich auf, um sie zu retten und wieder sicher nach Hause zu bringen.

Während der Rettungsaktion stellt sich heraus, dass große Mächte hinter der Entführung mehrerer spitzohriger Mädchen und der Verwüstung vieler Inseln stecken. Als Link gerade noch – allerdings mit leeren Händen – die Feste im Nordwesten der Spielwelt verlassen kann, trifft er auf ein sprechendes Boot: den roten Leuenkönig. Er unterstützt Link bei seinem Abenteuer mit Hinweisen und kann ihn selbstverständlich über den Ozean – eine 7x7 Bereiche große Spielwelt – frei kutschieren. Mit fortschreitendem Spielverlauf erkundet ihr die verschiedensten Inseln, kämpft euch durch verzwickte Dungeons, eignet euch die Macht über den Wind an und erfahrt nach und nach, welche Rolle ihr eigentlich spielt und wie die für die Serie ungewohnte Spielwelt eigentlich mit Hyrule und der titelgebenden Prinzessin Zelda zusammenhängt.

Das 49 Quadranten große Meer – man bedenke den DS-Teil Phantom Hourglass, der lediglich vier (dafür etwas größere sowie mit mehr Inseln bestückte) bot – sorgt für eine riesige Spielwelt, in der ihr euch, sobald das Boot zur Verfügung steht, frei bewegen könnt. Das resultiert nicht nur im umfangreichen, eigentlichen Abenteuer, sondern auch in einer Fülle an großartigen Nebenaufgaben, wie man es von der The Legend of Zelda-Serie gewohnt ist. Alleine auf der Insel Port Monee, die quasi die Hauptstadt des Titels darstellt, gibt es trotz ihrer bescheidenen Größe auch einiges Optionales zu ergattern. So müsst ihr den Detektiv spielen, Handelsabkommen abschließen, diverse Schatztruhen aufspüren oder Riesenkraken beseitigen, um an wertvolle Herzteile oder nützliche Items zu gelangen. Große Feen können ebenfalls wieder aufgesucht werden, um Items zu verbessern oder die Füllmenge zugehöriger Taschen zu erweitern.

Der Hauptquest bietet vergleichsweise längerfristige Aufgaben zwischen den Tempellabyrinthen. Damit wird einem fast direkten Dungeon-zu-Dungeon-System, wie es etwa bei Ocarina Of Time der Fall war, entgegengewirkt, was das Gameplay angenehm auflockert. Nach und nach erkundet ihr jeden Winkel im Ozean und findet laufend neue Items – darunter sowohl alte bekannte wie Bomben oder Bumerang, aber auch Neuzugänge wie das Deku-Blatt, welches euch über weite Distanzen tragen kann. Hindernisse, Aufgaben und Gegner sind in vielerlei Form vertreten und sorgen für abwechslungsreiches Gameplay sowie neue Herausforderungen. Das Erkunden des Ozeans funktioniert problemlos und geschieht dank später im Spiel erhältlichen Upgrades auf Wunsch auch sehr rasch. Kampf-, Rätsel- und Geschicklichkeitseinlagen halten sich wunderbar die Waage; vor allem die Dungeons sind zum Großteil exzellent aufgebaut und besitzen einen großen, aber überschaubaren Umfang. Alle Charaktere sind sehr liebevoll und individuell gestaltet, Gemütszustände kommen dank der Cel-Shading-Grafik sehr gut zur Geltung. Inhaltlich macht The Wind Waker dem Zelda-Namen jedenfalls alle Ehre – damals so wie heute. Im Grunde genommen wurde für den Release der Wii U-Version auch nicht viel verändert, den ein oder anderen Komfort neben der aufpolierten Grafik dürfen Käufer aber schon genießen. Worin genau die Unterschiede liegen, wird in folgendem Absatz erläutert.

HD – und sonst...?

Trotz der durchaus zufriedenstellenden Länge gab Nintendo später bekannt, ursprünglich zwei weitere Tempellabyrinthe in Planung gehabt zu haben, die aus Zeitmangel entfernt wurden. Obwohl es bei einem Remake durchaus Sinn gemacht hätte, bietet auch die HD-Fassung für Wii U keinerlei zusätzliche Spielelemente, die das eigentliche Spiel bereichern – ein Fakt, dem vor allem Fans und Besitzer des Gamecube-Originals kritisch entgegenblicken. Immerhin hat Nintendo aber kleine, feine Vorkehrungen getroffen, um die besonders zähen Stellen im Spiel interessanter zu machen. Einerseits kann das Boot nun um ein Segel erweitert werden, welches euch erlaubt, doppelt so schnell, jederzeit und mit permanenten Rückenwind in See zu stechen. Andererseits wurden gewisse Aufgaben im Spiel, die längere Seereisen erforderten, um diese erleichtert. Die Minikarte, wie sie im Original die untere linke Bildschirmecke zierte, existiert nicht mehr. Ersatz gibt es in diesem Fall keinen; euch bleibt nur die große Seekarte und in den Dungeons die zugehörigen Labyrinth-Karten.

Ein vollkommen neues Item stellt die Tingle-Flasche dar, die es erlaubt, das Spiel mit dem Miiverse zu verknüpfen. Im Gegenzug dazu musste der Tingleceiver, ein Item, dass es einem zweiten Spieler erlaubte, per mit Kabel verbundenem Game Boy Advance Link zu unterstützen, das Zeitliche segnen. Die in der HD-Version erhältliche Flasche kann dazu benutzt werden, Miiverse-Nachrichten an nach Zufallsprinzip ausgewählte andere Spieler (wahlweise Freunde) zu senden. Auch mit der Foto-Box geschossene Lichtbilder lassen sich so mit anderen Spielern teilen. Empfangene Nachrichten werden in Flaschen an Stränden im Spiel angespült – nette Idee! Das neue Item hat immerhin Potential, von vielen Spielern genutzt zu werden und ist bei Freunden des Miiverse sicherlich willkommen; die Funktionen des Tingleceivers sowie die damit verbundenen Nebenquests kann sie aber definitiv nicht ersetzen. Sollte das neue Feature nicht erwünscht sein oder nach einiger Zeit die Nerven strapazieren, kann die Miiverse-Verknüpfung natürlich jederzeit, auch nachdem man die Flasche erhalten hat, deaktiviert werden.

Neben dem normalen Modus kann bei der Dateiauswahl jetzt auch der Helden-Modus ausgewählt werden. Der Unterschied: Ihr könnt keine Herzen finden (Herzcontainer und –teile gibt es natürlich weiterhin) und erleidet doppelt so viel Schaden, wie es im normalen Modus der Fall ist. Da der Schwierigkeitsgrad bei The Wind Waker grundsätzlich im unteren Durchschnitt angesiedelt ist, eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten für hartgesottene Zelda-Fans. Diese Erweiterung bietet zudem den bequemen Vorteil, den gewünschten Modus nach jedem Neustart zu wechseln. Solltet ihr vom Spiel je nach Auswahl also über- oder unterfordert sein, so braucht ihr keine neue Speicherdatei anzulegen und könnt direkt dort weitermachen, wo ihr aufgehört habt.

Aus Z wird R

Mit der Wii U-Neuauflage musste natürlich auch die Steuerung entsprechend an die unterstützten Eingabeelemente angepasst werden: wahlweise darf der Spieler mit dem Gamepad oder mit dem Pro Controller in See stechen. Die Grundeingaben gleichen sich fast mit denen des GC-Controllers; der linke Analogstick bewegt Link, der rechte dient dem Anpassen der Perspektive. B ist für euer Schwert reserviert, mit A schlägt ihr Purzelbäume, ZL dient der Anvisierung von anderen Charakteren bzw. Feinden und ZR wird zum Ducken bzw. Kriechen verwendet. Je nach Umgebung bzw. ausgerüstetem Item dienen A und ZR auch für andere Aktionen. X, Y und R sind freie Knöpfe und können sich mit beliebigen Items aus dem Inventar bestücken lassen. Der Taktstock des Windes hat neuerdings einen fixen Platz auf der Steuerkreuz-Oben-Taste; an Bord eures Bootes bietet das Steuerkreuz weitere Schnellzugriffe auf Upgrades.

Spielt ihr mit dem Gamepad, so habt ihr einen entscheidenden Vorteil: Karte bzw. Item-Menü werden immer angezeigt und die Knopfbelegung per Touchscreen funktioniert schnell und kompromisslos. Im Gegensatz zum Original kann man Link nun auch bewegen, während man sich im Zielmodus befindet. Hierfür wird weiterhin der linke Analogstick benutzt, während das Zielen selbst nun seinem ebenbürtigen Kollegen auf der anderen Seite des Controllers vorbehalten ist. Das zieht wiederum einen Nachteil mit sich, da jener Stick und X bzw. Y nie gleichzeitig bedient werden können; es sei denn, man hat 2 Daumen an der rechten Hand oder verrenkt sich die Finger. Es empfiehlt sich also, die meist verwendete Zielwaffe immer auf R gelegt zu haben, da die gleichzeitige Bedienung einfach viel angenehmer – im Fall von Pfeil und Bogen für akkurates Zielen sogar zwingend notwendig – ist. Eine Ausweichmöglichkeit bietet die Nutzung des Gyrosensors, der es erlaubt, nun auch per Bewegung des Gamepads durch den Sucher zu blicken oder auf Feinde zu zielen. Der Einsatz lässt sich im Optionsmenü auf Wunsch natürlich auch deaktivieren.

Ansonsten funktioniert die Steuerung mit beiden Controllern absolut einwandfrei; sämtliche Aktionen sowie Schwert-Combos lassen sich prima ausführen. In den Optionen lassen sich zudem einige Einstellungen wie der gewünschte Anvisier-Modus oder die Invertierung der Achsen individuell anpassen. Zusätzlich kann sogar die Knopfbelegung am oberen rechten Bildschirmrand ausgeblendet werden, um einen „saubereren“ Bildschirm zu genießen.

Von Farben und Lichteffekten

The Wind Waker HD wirbt hauptsächlich mit der überarbeiteten Grafik und der 1080p (Full HD-)Auflösung. Die Frage, ob sich in dieser Hinsicht tatsächlich einiges getan hat, kann schon vorweg mit „Ja“ beantwortet werden. Einerseits weiß die gestochen scharfe Auflösung sofort zu begeistern, andererseits erkennt man als Besitzer des Originals gleich den markantesten Unterschied: So werfen nun nicht nur mehr die Charaktere, sondern auch alle Bäume, Gebäude, Gegenstände und sonstige Errichtungen Schatten. Im Allgemeinen lassen die Lichteffekte zudem alles etwas blasser und natürlicher wirken, während das Original ziemlich knallige Farben zeigt. Doch so großartig die sämtlichen Lichtspielchen auch sein mögen; vielmehr hat sich an der Grafik auch nicht getan. Die für das Cel-Shading typische Detailarmut ist nach wie vor vorhanden und fällt gerade in der hohen Auflösung besonders stark auf. Zu Beginn mag das für den ein oder anderen etwas öde wirken, später jedoch gewöhnt man sich durchaus daran. Wer weiß – womöglich war es sogar eine kluge Entscheidung, keine weiteren Änderungen vorzunehmen, denn...

Zusammengefasst hat Nintendo beim Aufpolieren der Grafik eine sehr gute Leistung erbracht, die sich das ganze Spiel über sehen lassen kann. Besonders auf Full HD-Schirmen weiß die Neuauflage zu begeistern und versorgt den Spieler stets mit atemberaubenden Umgebungen, die nicht nur durch die hohe Auflösung, sondern auch mithilfe der komplett überarbeiteten Lichteffekte punkten. Sämtliche Anzeigen in den Ecken wurden in ihrer Größe zudem stark reduziert, wodurch mehr Platz für das eigentliche Spielgeschehen bleibt. Wer allerdings dem Grafikstil selbst abgeneigt ist, wird natürlich auch hier bitter enttäuscht.

Eine kleine Tag- und Nachtmusik

Musiktechnisch bewegt sich der Titel auf ganz hohem Niveau und bietet einen erstklassigen Soundtrack, welcher zu jedem Ort und jeder Situation die passenden Klänge findet. Je nach Kameraführung ändert sich übrigens die Lautstärke und teilweise auch die Quelle der Geräusche. So wird die Hintergrundmusik während einer Seefahrt beispielsweise lauter, wenn man auf Link heranzoomt; herannahende Gegner ertönen stets aus der Richtung, aus der sie kommen. Heimkino-Besitzer können sich zusätzlich über den neuen PCM 5.1-Sound freuen, der solche Effekte zu seinem Vorteil nutzt und den Spieler noch tiefer ins Geschehen eindringen lassen kann.

Verlockend genug für Besitzer der GC-Fassung?

Dass Wind Waker-Neulinge bedenkenlos zugreifen können und auch sollten, sofern sie dem Action-Adventure-Genre nicht gänzlich abgeneigt sind, dürfte dem Leser schon in den vorherigen Absätzen klar geworden sein. Besitzer und Fans des Originals haben natürlich verschiedene Gründe, sich den Titel – vor allem aufgrund fehlender inhaltlicher Erweiterung – nicht zuzulegen. Dieser Absatz soll daher noch einmal alle Neuerungen zusammenfassen und so bei der Entscheidung helfen. Die hohe Auflösung und die neuen Lichteffekte sorgen für eine Top-Grafik, die sich absolut sehen lassen kann – vor allem Besitzern von Flachbildfernsehern sei der Titel, auch wenn er schon einmal durchgespielt wurde, ans Herz gelegt. Steuerungstechnisch gibt es keine großen Unterschiede, soundtechnisch nur marginal für Besitzer von 5.1-Systemen. Inhaltlich stellt neben einigen kleinen Eingriffen bei zähen Stellen nur die Tingle-Flasche ein neues Feature dar, mit deren Hilfe ihr über das Miiverse kommunizieren könnt. Der Helden-Modus hat wiederum Potential, den ein oder anderen Kenner, der mit dem Original unterfordert war, wieder vor den Bildschirm zu locken. Als letzter Punkt sei noch die limitierte Edition mit Ganondorf-Figur erwähnt, die den Titel durchaus dem ein oder anderen Spieler mit Sammlertrieb zusätzlich schmackhaft machen kann. Reichen die vorhandenen Argumente aus, so können auch Kenner der GC-Version mit einem Kauf eigentlich nichts falsch machen.

Video-Review

The Legend Of Zelda: The Wind Waker HD
9.5Wertung
Meisterwerk

Fazit

The Wind Waker ist nach wie vor ein grandioser Titel, den jeder Action-Adventure-Fan unbedingt gespielt haben sollte. Mit dem perfekten Zusammenspiel von Rätsel-, Kampf- und Geschicklichkeitseinlagen, der riesigen offenen Welt und der enormen Spielzeit macht auch dieser Serienteil seinem Namen alle Ehre. Die HD-Fassung bietet neben einigen kleinen Verbesserungen, die den Spielkomfort unterstützen auch eine überarbeitete Grafik, welche mit ihren atemberaubenden Lichteffekten und der 1080p-Auflösung vollends zu begeistern weiß und die des Originals nicht nur sprichwörtlich in den Schatten stellt.

Design
9.5
Sound
9.5
  • Riesiger Umfang
  • Tolle Grafik
  • Abwechslungsreiches Gameplay
  • Schöner Soundtrack
  • Inhaltlich fast nichts Neues

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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