
Disney Infinity
Nach einigen Rückschlägen sah es nicht sonderlich rosig aus für Disney Interactive. Damit war man mit dem Skylander-Konkurrenzprodukt Infinity arg in Zugzwang. Der nun kurz vor dem Release stehende Nachfolger zeigt, dass die Rechnung von Disney diesmal aufgegangen ist. Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes bringt nicht nur haufenweise neue Charaktere und Spielwelten mit sich, sondern auch einige Änderungen und Neuerungen.
Wir haben uns für euch auf den gamescom mit Entwicklern des Spiels zusammengesetzt um einen Eindruck vom Version 2.0 zu gewinnen.
Unsere Meinung zu dem Spiel, könnt ihr in unserer Preview zu Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes nachlesen.
Infos zum Erstling findet ihr in unserer Review zu Disney Infinity.

Disney Infinity
WIIU
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Disney Interactive
- Publisher
- Disney Interactive
- Spieler
- 1–4 lokal
Jede große Idee beginnt mit einem Funken Fantasie. Mit etwas Zeit, Hingabe und Sinn für Abenteuer kann sie wachsen. Sie beginnt zu leben und zu strahlen. Bis aus Fantasie Realität wird. Die Fantasie kann einen überall hin bringen, man muss nur den ersten Schritt tun.
Mit diesem Satz beginnt euer Abenteuer in der neuen virtuellen Welt von Disney.
In diesem steuert ihr zunächst einen Funken, der durch seinen Flug im bis dahin leeren Raum neue Welten entstehen lässt. Auf diesem Flug begegnen euch neue und alte Figuren aus dem Universum von Disney und begrüßen euch. Alles scheint hier lebendig und in Bewegung zu sein. Man wird geradezu mitgerissen.
Seien es die alten Trickfilme, die neuen Cartoons oder Realverfilmungen, so ziemlich jeder von uns dürfte einen Bezug zu Disney haben. Und die Art und Weise wie das Spiel beginnt zieht einen ebenso in seinen Bann wie die unzähligen Geschichten die wir zuvor schon auf dem Papier, der Leinwand oder dem Bildschirm verschlungen haben.
Das hinter all dem natürlich ein ausgefeiltes Konzept steckt dürfte jedermann bekannt sein.
Aber das ist schließlich die Existenzgrundlage eines Unterhaltungskonzerns.
Auch wenn Disney in wirklich vielen Disziplinen eine Vorreiterrolle übernommen hat und schon früh durch umgesetzte Visionen der Unterhaltungswelt ihren Stempel aufgedrückt hat, so ist man sich aber auch nicht zu schade funktionierende Ideen zu adaptieren.
Denn das das Konzept für Infinity ganz klar von den extrem erfolgreichen Skylanders-Titeln abstammt kann wohl keiner bestreiten.
Wobei es eigentlich verwunderlich ist, dass gerade die Firma die auf so eine Vielzahl von populären Figuren und sicherlich genug Spielzeugmanufakturen zurückgreifen kann, nicht von alleine darauf gekommen ist.
Aber dies soll nicht unsere Sorge sein. Vielmehr wollen wir beleuchten ob und wenn ja was Infinity anders macht als Skylanders und wie die Optionen stehen, dass Disney Erfolg damit haben wird.
Die Ausstattung
Wie auch bei Skylanders ist das Herzstück des Spiels die Verbindung zwischen den Figuren und der virtuellen Welt. Dies geschieht in diesem Fall mit der Disney Infinity Base.
Auf diese können bis zu zwei Helden, eine Spielwelt und Bonus Münzen platziert werden.
Mit dem Starter-Set erhält man mit Cpt. Jack Sparrow aus Fluch der Karibik, Sulley von der Monster Uni und Mister Incredible von den Unglaublichen jeweils eine Spielfigur für die drei ebenfalls enthaltenen Spielwelten. Desweiteren liegt ein Pack mit zwei zufälligen Bonus-Münzen bei.
In diesen sind entweder Objekte für eure Toybox enthalten oder aber Power-Ups für eure Figuren.
So könnt ihr zum Beispiel eure Geschwindigkeit erhöhen, den Schaden den ihr austeilt maximieren oder euer Einkommen aufbessern.
Somit bietet dieses Set alles was man braucht um in drei verschiedenen Welten zu spielen und zu zweit die Toybox zu nutzen. Die Spielfiguren sind allerdings an ihre Welten gebunden. Ihr könnt also nicht mit Sulley die Karibik bereisen oder mit Cpt. Jack die Monster Uni aufmischen. Diese Mischungen sind ausschließlich in der Toybox möglich. Das bedeutet auch, dass man, um gemeinsam im kooperativen Modus in einer Spielwelt antreten zu können, mindestens eine zweite Figur zukaufen muss. Um alle drei im Starter-Set enthaltenen Welten zu zweit zu betreten muss man ergo drei Figuren kaufen.
Neben den bereits erwähnten Szenarien gibt es momentan noch Playsets zu Cars und Lone Ranger. Diese enthalten jeweils den Baustein für die Welt und zwei Figuren.
Zur Zeit gibt es drei Figuren für Fluch der Karibik, zwei für Lone Ranger, vier für Cars, drei für die Monster Uni und fünf Stück für die Unglaublichen. Es dürfte aber nicht all zu lange dauern bis hier massiv Nachschub eintrifft. Schließlich kann Disney auf eine schier unendliche Auswahl an Helden, Schurken und deren Welten zurückgreifen.
Die Playsets
So unterschiedlich die Helden sind, die ihr steuert so unterschiedlich ist auch die Spielerfahrung.
In Fluch der Karibik müsst ihr euch gegen Davy Jones behaupten und um die Kontrolle der Meere fechten. Hierzu gilt es Schätze zu heben und Seegefechte auszutragen. Diese erinnern, wenn auch nur in abgespeckter Form, direkt an das anstehende Assassins Creed 4.
In der Monster Universität dreht sich alles um anschleichen, erschrecken und Unfug treiben. Hauptsache eure Uni liegt vor den Jungs von Schreck-Tec. Dieser Part dürfte wohl für die jüngeren Spieler am geeignetstem sein.
Bei den Unglaublichen wird mit harten Bandagen gegen den Bösewicht Syndrom gekämpft.
Hierbei gilt es nicht nur Omnibots zu vermöbeln, sondern auch unbescholtene Bürger zu retten.
In jeder Welt gibt es auch neben der Hauptgeschichte unzählige Missionen die erfüllt werden und zig Abenteuer die bestanden werden wollen
Für manche Aktionen im Spiel oder Aufgaben ist es von Nöten, dass ihr euch im Spielzeugladen neue Ausrüstung besorgt. So könnt ihr das Schiff von Jack anpassen, für Sulley neue Schreckartikel erwerben und Mr. Incredible mit Ausrüstung versorgen. Hierzu findet man in den Welten die entsprechende Währung.
Generell gestaltet sich der Spielverlauf relativ einfach. So werden zum Beispiel Kanten an denen unsere Helden hochklettern können farbig hervorgehoben. Solltet ihr die Orientierung mal verlieren könnt ihr den Kompass auf dem GamePad anklicken. Durch diese Aktion wird euch auf dem Hauptbildschirm mit Hilfe von Pfeilen angezeigt wo euer nächstes Missionsziel liegt.
An Stellen an denen man nicht weiter kommt, wird euch auch schon mal mit einem virtuellen Schatten aufgezeigt wie man voranschreiten kann.
Innerhalb der Welten finden sich immer wieder Tresore, die nur von einer bestimmten Figur geöffnet werden können. Die Tresore beinhalten weitere Bauteile für die Toybox.
Steht einem die Spielfigur nicht zur Verfügung, kann man sich immerhin eine nettes Video über den entsprechenden Charakter ansehen. Um die sogenannten Supertresore öffnen zu können, benötigt man alle Figuren eines Playsets.
Aber auch außerhalb der Tresore findet ihr Allerlei Inhalte die in der Toybox genutzt werden können. Diese stecken in einer Art Überraschungsei die überall in den Welten zu finden sind.
Die Toybox
Wie auch im echten Leben braucht man nicht nur das richtige Werkzeug, sondern auch jemanden der damit umgehen kann. An dieser Stelle sei gleich vorweg genommen, dass der Editor Namens Toybox zwar sehr groß und umfangreich ist, aber auch dementsprechend komplex und für Kinder nicht wirklich leicht zugänglich. Wer hier etwas sinnvolles bauen möchte muss sich schon etwas mit dem Thema auseinandersetzen.
Zunächst gibt es einige Tutorials die die grundlegenden Elemente des Editors erklären. Danach könnt oder müsst ihr alleine zurecht kommen.
Allgemein wäre es hier wünschenswert gewesen, wenn das GamePad besser eingebunden worden wäre. So könnte man mit diesem mit dem Finger die einzelnen Elemente wesentlich schneller und präziser positionieren. So kann es schon mal in Frust ausarten, zumal das löschen oder verschieben falsch gesetzter Elemente den Wechsel in einen anderen Modus erfordert. Dieser muss leider immer erst kurz zwischengeladen werden. Ein wirkliche Spiel/Baufluss entsteht hierdurch nicht.
Im Prinzip kann man sich im eingeschränkten Rahmen hier seine eigene Spielwelt schaffen.
Ob nun Autorennen, Jump and Run oder Geschicklichkeit, mit etwas von letzteres und Zeit kann man sich hier wirklich lange austoben und viel kreieren.
Für jede Spielfigur gibt es in der Toybox zudem separate Herausforderungen.
Seine eigenen Welten kann man nicht nur zu Hause im Mehrspielermodus genießen, sondern diese auch über das Internet teilen. Außerdem kann man Freunde in die eigene Welt einladen.
Auch von Disney werden regelmäßig neue Welten online gestellt. Diese dürften vor allem als Referenz gelten was möglich ist und was nicht.
Sollte sich eine aktive Community bilden wird es sicher interessant sein zu sehen wie die Spieler ihrem kreativen Drang Ausdruck verleihen werden.
Technik
Wenn man ein Spiel auf so vielen Plattformen veröffentlicht, hat dies mitunter seinen Preis.
So finden die Stärken der einzelnen Systeme meist nicht genug Beachtung. Leider ist dies auch bei Infinity der Fall. So hätte das GamePad der Wii U viel besser in die Gestaltung der Toybox eingesetzt werden können.
Auch wenn der Titel sicher bewusst grafisch nicht ganz in die Vollen greift, so wäre auf den stärkeren Heimkonsolen sicherlich mehr möglich gewesen.
Nichts desto trotz bleibt der Eindruck den das Spiel in dieser Hinsicht hinterlässt ein positiver.
Schließlich gelang es den Entwicklern gekonnt die vielen verschiedenen Stile der verwendeten fiktiven Welten miteinander zu verschmelzen.
Akustisch hat der Titel neben sehr guten deutschen Synchronstimmen natürlich die für Disney übliche gelungene Soundkulisse mit an Bord.
Schon alleine wegen des gewohnt kauzigen Cpt. Jack Sparrow ist das Spiel akustisch sehr lobenswert.
Die Steuerung funktioniert in den meisten Fällen sehr gut, auch wenn die Kamera oftmals nicht wirklich zufriedenstellend ist.
Lästig, ist die Tatsache, dass Dialoge dazu führen, dass alle anderen Aktionen in den Hintergrund rücken.
Seid ihr also zum Beispiel gerade am Segeln und ein Dialog erscheint, segelt euer Schiff munter weiter, bis ihr den Dialog beendet habt. Steht man auf einem Feld das eine Interaktion ermöglicht, kann man nicht einfach wieder herunterlaufen, sondern muss den Dialog quittieren. Das kann mitunter doch etwas nerven.
Gespielt werden kann Infinity mit dem GamePad oder aber klassisch mit Remote und Nunchuk.
Manchmal scheint der Titel sich auch etwas zu verschlucken und es dauert einen Moment bis die Handlung fortgeführt wird
Fazit
Natürlich handelt es sich bei Infinity um kein vollkommen neues Konzept. Dafür sind die Parallelen zu Skylanders zu stark. Dennoch hat Disney den Vorteil auf ein nahezu unerschöpfliches Kontingent an bekannten Figuren und Spielwelten zurückgreifen zu können. Dadurch fällt auch Spielern, die mit den Figuren von Activision eventuell nichts anfangen können, der Einstieg einfacher. Der Titel wird dem Image von Disney gerecht und ist sehr kinder- und einsteigerfreundlich. Dies schlägt sich allerdings leider auch leider auf den Schwierigkeitsgrad nieder.
Im Starter-Set bekommen Spieler schon einiges an Inhalt geboten. Lediglich für den Spaß zu zweit in einer Spielwelt muss direkt zu Beginn noch einer weitere Figur erworben werden.
Technisch ist der Titel zwar keine Meisterleistung, kann aber dafür mit schier endlosen Inhalten und einer sehr großen, wenn auch nicht unbedingt einfach zu bedienenden, Toybox glänzen.
Mit Hinsicht auf die sicherlich noch kommenden neuen Spielwelten, hat Infinity gute Chancen zu Skylanders aufzuschließen.
- viel Abwechslung
- großer Editor
- Disney Feeling pur
- sehr einfach
- GamePad nicht optimal eingebunden
- Einstieg in den Editor schwer
Vielen Dank an die Firma Disney für die Bereitstellung des Testmusters.



