
Fire Emblem: Awakening
Viele Jahre gibt es nun die strategische Rollenspielserie Fire Emblem schon. Obwohl sie viele Fans gefunden hat, konnten die Verkaufszahlen nicht immer überzeugen.
Nun ist erneut ein Titel mit dem Namen Fire Emblem: Awakening erschienen. Ein Teil, bei dem es laut Entwickler wohl um alles oder nichts geht. Umso mehr wurden alle Anstrengungen unternommen, den Titel so erfolgreich wie möglich zu machen.
Ob dies gelungen ist und sich ein Kauf lohnt erfahrt ihr in unserem Test zu Fire Emblem: Awakening für den 3DS.

Fire Emblem: Awakening
3DS
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Fire Emblem
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- 3DS
- Spieler
- 1–2 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Bei Fire Emblem handelt es sich um eine strategische Rollenspielserie. Seit 2002 gibt es nun auch englischsprachige Portierungen, wobei es das Rollenspiel schon seit 1990 in Japan gibt. Gamern wird dieses bekannt sein, doch trotz vieler Jahre in der es Fire Emblem bereits gibt, hat es selten ein breites Publikum angesprochen. Dafür genoss es umso mehr Ansehen bei Fans dieser Serie. Nichtsdestotrotz waren die Verkaufszahlen der vorherigen Spiele rückläufig und somit war klar, Fire Emblem: Awakening muss besser als je zuvor werden! Ob den Entwicklern das Kunststück gelungen ist, erfahrt ihr im folgenden Test.
Die Welt braucht Helden
In Fire Emblem geht es meistens um eine Gruppe von Helden, die ein gefährliches Abenteuer bestehen muss. Auch dieses Mal ist die Zeit Reif für einen neuen Eintrag in die Geschichtsbücher, eine Geschichte über Tapferkeit, Zusammenhalt, Freundschaft und Mut.
Bevor es losgeht, müsst ihr aber erstmals eurem Held ein Gesicht und einen Namen geben. Ähnlich wie bei Monster Hunter, aber nicht ganz so umfangreich, heißt es nun erstmals eurem Charakter die passende Frisur, Haut- und Augenfarbe, Stimme etc. zu verpassen. Danach wird noch der passende Name gewählt und schon kann das Abenteuer starten.
Es beginnt alles an einem Wegrand, auf dem ihr plötzlich ohne jegliche Erinnerung erwacht. Ihr werdet von einem Prinzen des Königreiches Ylisse – mit dem Namen Chrome – aufgelesen. Nach einem Angriff von Banditen möchte dieser, dass ihr euch seiner Gruppe anschließt, doch einige von seinen Freunden sind nicht sehr begeistert darüber. Ihr müsst euch das Vertrauen natürlich erstmals verdienen und so helft ihr den „Hirten“ aus Ylisse der Bedrohung aus dem Nachbarreich Plegia entgegenzutreten. Deren Herrschergeschlecht scheint nämlich auf das sagenumwobene „Fire Emblem“ aus zu sein. So geht es um Leben und Tod, im Kampf gegen eine Armee aus Untoten und anderen mysteriösen Gestalten - oder doch Bekannten?
Die Story hat es jedenfalls in sich und wer auf ein schnelles Spiel aus ist, den muss ich leider enttäuschen. Mit ca. 30 Stunden ist das Abenteuer nicht all zu kurz. Man merkt in jedem Detail, dass die Entwickler all ihre Ideen und Kräfte in dieses Spiel gepackt haben, um die Fire Emblem Reihe am Leben zu halten.
So wandert ihr von Welt zu Welt, von Kapitel zu Kapitel und behält dabei auf einer Weltenkarte immer alles bestens im Überblick. Wem das alles noch nicht genug ist, für den gibt es noch jede Menge Nebenquests oder nach Freischaltung des Dimensionstores auch massig „kostenpflichtigen“ DLC.

Die richtige Strategie wird entscheiden
Nachdem ihr ein Kapitel auf der Weltenkarten ausgewählt habt, geht es mit einem kurzen Intro-Video los. Teilweise werden die Interaktionen zwischen den Charakteren auch als Textfenster geführt. Natürlich, wie soll es anders sein, steht danach immer ein Kampf auf dem Programm. Wie schon aus den anderen Fire Emblem Teilen bekannt, handelt es sich dabei um ein klassisches rundenbasiertes Strategiespiel, bei dem ihr Zug um Zug eure Charaktere über das Spielfeld bewegen müsst. Dieses ist dabei immer in Kacheln aufgeteilt und somit ist es immer leicht zu sehen, wie weit sich euer Held bewegen kann. Nach und nach schließen sich immer mehr Recken eurer Truppe an, wobei jeder über individuelle Eigenschaften verfügt. Natürlich gibt es auch verschiedene Einheiten wie Lanzenreiter, Schwert- bzw. Axtkämpfer, Magier, Bogenschützen usw. Bewegt ihr eure Figuren nebeneinander auf einen Feind zu, so Kämpfen diese miteinander und die Zuneigung der Streiter untereinander nimmt zu, was sich in Angriffs- und Ausweichboni auswirkt. Ihr könnt auch gleich Kämpfer miteinander kombinieren, somit kämpfen diese als Team und werden gemeinsam über das Spielfeld geschickt.
Bevor ihr einen Kampf startet, könnt ihr verschiedenste Einstellungen treffen, wie welche Einheiten sollen teilnehmen, welches Inventar - welche Items sollen diese mit sich führen und es können Unterstützungsgespräche geführt werden. Hierbei handelt es sich um Dialoge zweier Mitstreiter, die ihr aus einer Liste auswählen könnt. Dadurch erhöht sich natürlich erneut die Sympathie zwischen den Personen und man erhält Kampf-Boni. Außerdem könnt ihr noch Fähigkeitspunkte vergeben, die Einheiten positionieren oder das Spiel speichern.
Es geht um alles oder nichts
Stirbt ein Charakter (außer eine Hauptdarsteller) bei einem Kampf, so ist dessen Tod endgültig und unumkehrbar, wobei ihr natürlich die Schlacht von vorne beginnen könnt. Zumindest war dies in Fire Emblem bisher immer so. Dieses Mal könnt ihr gegen Frustmomente Vorsorge treffen, indem ihr entweder in den Spieloptionen zu Beginn des Spiels den endgültigen Tod deaktiviert (Casual-Modus), ihr eure Truppe durch Gespräche zusammenschweißt oder Abseits der Haupthandlung auflevelt.
Natürlich ist es auch wichtig, gegen bestimmte Feinde das richtige Rezept zur Hand zu haben. So sind gepanzerte Ritter anfällig gegen Magie, Schwert schlägt Axt, Axt schlägt Lanze und Lanze schlägt wiederum Schwert. Die Wahl der verschiedensten Typen und das Zusammenleben der verschiedensten Charaktere macht Fire Emblem: Awakening wohl zu einem der zugänglichsten Teile der Serie. Man lebt mit den Personen und fühlt sich immer mitten im Geschehen.
Vielleicht liegt es auch an der einzigartigen Kombination aus Strategie, Kampf, Zusammenhalt und Freundschaft. So können angeschlagene Recken bei Kameraden Schutz suchen, indem sie in deren Felder rücken. Es wird aber nicht nur zusammen gekämpft und einander gegenseitig unterstützt, sondern auch geheiratet und natürlich dürfen danach die Nachkommen nicht vergessen werden, denn diese könnt ihr natürlich auch für eure Gruppe rekrutieren.
Die Steuerung ist relativ einfach über diverse Tasten oder dem Touch-Pad. Der Schwierigkeitsgrad ist dennoch nicht von schlechten Eltern, jedoch aufgrund diverser Tutorials und Funktionen auch für Einsteiger leicht zu erlernen. So lässt sich die Angriffsreichweite alle Freunde und Feinde per Knopfdruck anzeigen und auf dem Touchscreen lässt sich stehts ablesen, wie es um die Ausrüstung, Werte und Fähigkeiten eurer Truppe steht.
Das Spielprinzip ist also komplex wie eh und je, aber die Neuerungen sorgen für frischen Wind. Die Gruppe wächst einen ans Herz und jeder Tod schmerzt. Ob das Verbessern von Fähigkeiten, die Kämpfe, die Story... das Rundumpaket ist mehr als nur gelungen und macht einfach nur Spaß.

Retro trifft Moderne
Die Grafik war bei Fire Emblem schon immer eher Mittel zum Zweck. Auch dieses Mal handelt es sich dabei nicht um einen wahrlichen Hingucker. Wozu aber auch? Das Spiel braucht optisch nicht weltspitze sein, bei solch einer inhaltlich- und spielerischen Überlegenheit. Zwar handelt es sich vor allem bei den Zwischensequenzen um den optischen Höhepunkt des Titels, doch der Mix verschiedenster Stilrichtungen mag zu gefallen. So findet ihr Echtzeit-Sequenzen, Render-Videos, ein bisschen Cel-Shading hier und ein bisschen Anime da. Umgebungen werden großteils in 3D dargestellt, wobei sich eure Recken noch immer in zweidimensionale Pixelgewänder hüllen. Der 3D-Effekt ist weder überzeugend noch störend, aber rundet das Spielerlebnis ab. Die Kampfanimationen wirken nun etwas dynamischer und der Sound plätschert – ohne wirklich aufzufallen – dahin, bietet aber dennoch den ein oder anderen orchestralen Ohrwurm. Der Titel hätte sicherlich noch mehr Sprachausgabe vertragen, aber dieser Punkt mindert den Spielspaß sicherlich nicht.
Kämpfe mit Freunden
Habt ihr die StreetPass-Funktion aktiviert, könnt ihr gegen Armeen anderer Spieler antreten, ihre Items kaufen und noch vieles mehr. Über ein Lokales Spiel könnt ihr im Doppelduell mit einen anderen Spieler gemeinsam in den Kampf ziehen. Übrigens könnt ihr neue Karten, Items und Einheiten via SpotPass empfangen.

Fazit
Mit Fire Emblem: Awakening wurde der Serie wohl der Weg aus der Krise geebnet. Nie zuvor haben es Nintendo und Intelligent System geschafft einen Teil derart komplex, durchdacht und für jederlei Spieler zugänglich zu machen. Die Story ist packend, obwohl nach einiger Zeit sich das Spielgeschehen etwas wiederholt. Trotz forderndem Schwierigkeitsgrad wird vor allem durch das neue Casual-System gegen Frustmomente vorgebeugt. So ist wählbar, dass eure Streiter nach Kampfestod nicht für immer das Zeitliche segnen. Allerlei Neuerungen, wie die Aufbauenden Beziehungen zwischen den Protagonisten, in Kombination mit altbewährter Spielmechanik machen diesen Teil zu etwas besonderem. Zwar wird grafisch noch immer keine Pracht geboten, aber der Mix verschiedenster Stilelemente mag überzeugen. Wer mit Strategiespielen dieser Art etwas anfangen kann, der kann innerhalb kürzester Zeit einen weiteren Blockbuster auf seinen Einkaufszettel schreiben. Es lohnt sich!
- vieles zu entdecken
- für Einsteiger geeignet...
- ... aber dennoch fordernd
- Casual-Modus
- tolle Neuerungen
- lebendig wirkende Charaktere
- wenig Sprachausgabe
- Gegner KI verbesserbar
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


