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Pokémon: Schwarze Edition 2

Pokémon: Schwarze Edition 2

Benjamin F.

Mit Pokémon: Schwarze Edition 2 erschien kürzlich der wohl letzte große DS-Titel aus dem Hause Nintendo. Dies wirft natürlich die Frage auf, ob die Technik für ein aktuelles Spiel noch akzeptabel ist. Andererseits sollte man beim ersten richtigen Nachfolger in der Pokémon-Hauptserie auch den Innovationsgehalt berücksichtigen.

Wir haben das Spiel genauer unter die Lupe genommen und gehen in unserem Review u.a. auf diese Punkte ein.

Pokémon: Schwarze Edition 2

NDS

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
NDS
Spieler
1–5 lokal

Pokémon – das wahrscheinlich einzige Nintendo-Franchise, das vor allem auch durch die Präsenz außerhalb der Videospielwelt noch bekannter als der rot-blaue Klempner ist – ist wieder zurück. Obwohl die Editionen Schwarz & Weiß fast zeitgleich mit dem 3DS erschienen, so wurden sie doch noch für dessen Vorgängerkonsole entwickelt. Dass nun auch die ersten richtigen Nachfolger in der Pokémon-Hauptserie, Schwarz 2 & Weiß 2, noch eineinhalb Jahre später für die gleiche Konsole erschienen sind, ist alles andere als selbstverständlich. Bis auf die erneut vorhandene WPA2-Unterstützung für das Internet bieten die neuesten Ableger aber auch andere 3DS-Features, die einen beim Spielen auf den alten Konsolen leider verwehrt bleiben. Ob das wahrscheinlich letzte große DS-Spiel aus dem Hause Nintendo noch eine gute Figur machen kann, könnt ihr in folgendem Bericht nachlesen.

Bekannte Breitengrade

Beim ersten Nachfolger stellt sich der Spieler natürlich erst ein paar Fragen – Wurden die zahlreichen Umgebungen einfach weiter verwendet und bleibt die Story genauso fesselnd wie in Teil 1? Um schon mal vorweg die Antwort auf diese Fragen zu geben: jein. Aber kommen wir erst mal zum Plot der neuen Editionen. Sie setzt 2 Jahre nach den Vorgängern an, wo ihr ein weiteres Mal in die Rolle eines Jungen / Mädchens schlüpft. Das Abenteuer beginnt in Eurer Heimatstadt, Eventura City, wo ihr innerhalb weniger Minuten Spielzeit bereits den Pokédex und das Startpokémon bekommt. Zur Auswahl stehen übrigens dieselben Taschenmonster wie in den vorherigen Editionen. Pokémon-typisch sollt ihr nun auf Reisen gehen, um euren Pokédex zu füllen. Wie wir aber bereits von den Vorgängern erfahren durften, soll das bei weitem nicht das einzige Ziel bleiben. So taucht plötzlich ein mysteriöser Wissenschaftler auf und auch die Halunken von Team Plasma bleiben euch nicht erspart. Da ich an dieser Stelle weder die Story von den Vorgängern, noch die diesen Teils spoilern will, werde ich es auch dabei belassen. Ich kann nur so viel sagen: Macht euch ein weiteres Mal auf einen spannenden Plot mit vielen Überraschungen gefasst.

Als erster Pokémon-Nachfolger in der Hauptserie wurden einige Gegenden und Personen schlicht vom Vorgänger übernommen – wohlgemerkt aber mit einer brillanten Umsetzung. So trefft ihr schon in den ersten Spielstunden auf viele vertraute Gesichter, was gelungener Weise überhaupt nicht „recycelt“ wirkt. Ganz im Gegenteil – man freut sich richtig, die altbekannten Charaktere wieder zu sehen. Auch mit den Umgebungen in der Einall-Region ist es ähnlich. So stehen zwar einige neue Bereiche zur Verfügung, bereits bekannte Gegenden können aber genauso auf ein Neues ausgeforscht werden – in den 2 Jahren hat sich nämlich gar nicht wenig getan. So wurden beispielsweise die Bauarbeiten auf Route 4 inzwischen fertiggestellt und statt einer Einöde wartet nun eine ganze Reihe von neuen Wohnhäusern auf eine zeitintensive Erkundung. Andere Gebiete wurden wiederum von einer kleinen Eiszeit heimgesucht – Das hat wirklich was! Natürlich bleiben auch die ortspezifischen Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß wieder nicht aus.

Ansonsten bietet dieser Teil weitere Neuheiten in Bezug auf die Oberwelt. Damit will ich speziell auf Pokéwood eingehen, die Hollywood-Adaption in Einall. Wie der Name schon vermuten lässt, lassen sich hier ganze Filme drehen. Kurze Filme. Sehr kurze Filme. Dazu sucht ihr euch ein Drehbuch aus, bekommt ein Pokémon-Team zugewiesen (später können auch eigene Pokémon schauspielern) und müsst einen Kampf, dem Drehbuch entsprechend, austragen. Das abgedrehte Material wird dann eben in ein kleines Filmchen umgewandelt, das ihr euch darauf im Pokéwood-Kino ansehen könnt. Die eingeschränkte Freiheit macht zwar keinen Hit aus dem neuen Feature; spaßig ist es aber allemal, von Zeit zu Zeit vorbeizuschauen und einen neuen Streifen zu produzieren.

Ansonsten alles beim Alten?

Klar, gewisse Elemente dürfen einfach in keinem Pokémon-Spiel fehlen. So beginnt ihr auch hier wieder in einem kleinen Städtchen mit einem Startpokémon an der Seite und begebt euch auf ein Abenteuer durch die gesamte Region. Dabei sammelt ihr sämtliche Orden, um schlussendlich die Pokémon Liga zu durchlaufen und als Champ die Credits anzusehen. Natürlich sorgen aber wieder zahlreiche Hindernisse und Widersacher für Komplikationen. Sehr positiv ist aufgefallen, dass der Startprozess mittlerweile sehr rasch vonstattengeht. So bekommt ihr innerhalb weniger Minuten Pokédex, Startpokémon und auch die Turbotreter, um laufen zu können. Warum man dieses nützliche Gadget in früheren Teilen nie zu Beginn erhielt, erschien mir sowieso unverständlich – auf jeden Fall sorgt die schnelle Abhandlung des Tutorials für einen richtig angenehmen Einstieg ins Geschehen. Der Pokédex zeigt jetzt übrigens auch an, ob ihr auf einer Route bereits alle Pokémon entdeckt habt – ein sehr nettes und hilfreiches Feature. Das C-Gear aus dem Vorgänger ist geblieben – damit lassen sich Kämpfe und Pokémon-Tauschgeschäfte per Infrarot mit Freunden durchführen. Auch die Missionen in der Kontaktebene sowie die Traumwelt bleiben weiterhin vorhanden.

Übrigens gibt es auch neben den Umgebungsveränderungen nette neue Features. In Marea City werden nun beispielsweise die Pokémon World Tournaments ausgetragen. Hier tretet ihr gegen die unterschiedlichsten Trainer aus dem Pokémon-Universum an, unter anderem könnt ich euch der gesamten Arenaleiterschaft aus allen bisherigen Pokémon-Spielen stellen. Erfahrungspunkte gibt’s hier aber leider keine – stattdessen bekommt ihr Gewinnpunkte, die ihr später für Items einlösen könnt.

Shopping-Freunde in Einall dürfen sich auf die neue Einkaufsmeile freuen. Während ihr anfangs noch in aller Ruhe durch die menschenleere Straße läuft, bringt ihr im weiteren Verlauf des Spiels haufenweise Leute dazu, ihre Läden genau hier zu eröffnen oder die sogenannte Einklangspassage einfach zu besuchen. Dies geschieht übrigens außerhalb des Spiels – so werden die Personen sowohl per Infrarot als auch über diverse Internet-Funktionen angeworben, was ein klein wenig an die Streetpass-Funktion des 3DS erinnert.

Verlinkt

Ein weiteres Feature der neuen Pokémon-Editionen ist der Einall-Link, der zusätzliche Kommunikationsmöglichkeiten ausnutzt. Mit dem ersten Modus, dem sogenannten Schlüsselsystem könnt ihr auf eurer Edition u.a. alternative Schwierigkeitsgrade und die spezielle Region der anderen Edition freischalten. Schlüssel erhält man erst nach dem Durchspielen (was bei den Schwierigkeitsgradauswahl schier unverständlich erscheint, aber bitte), es können jedoch bereits vorher welche von Freunden empfangen werden. Dennoch ein nettes Feature mit ganz brauchbarem Inhalt.

Der nächste Modus heißt Mementolink und dient der Verbindung zu den ersten Schwarz- und Weiß-Editionen. Nach dem Einlesen des Spielstandes des Vorgängers (dies funktioniert sowohl per zusätzlichem DS als auch übers Internet per Spielsynchro ID) könnt ihr euch auf ein paar nette Zusatz-Events freuen. Diese beinhalten unter anderem Deko-Artikel aus dem Pokémon-Theater sowie Flashbacks während eures Abenteuers.

Der dritte und letzte Link im Bunde ist die Verbindung zu Pokémon Traumradar auf dem Nintendo 3DS. Besitzt ihr die entsprechende Software aus dem eShop (Kostenpunkt: 3 Euro), könnt ihr sämtliche seltene (legendäre) Pokémon und Items auf Schwarz 2 & Weiß 2 übertragen. Da der Traumradar auch inhaltlich auf die neuen Pokémon-Editionen und euren derzeitigen Spielstand angepasst ist, habt ihr vom alleinigen Download des eShop-Titels wohl nicht allzu viel.

Technisches Meisterwerk?

Nachdem der 3DS nun schon seit eineinhalb Jahren am Markt ist, fällt die technische Bewertung eines normalen DS-Titels gar nicht so leicht. Wie schon im Vorgänger sieht die Grafik verhältnismäßig sehr gut aus und wurde seit damals auch kaum verändert. So dürft ihr die Abenteuer weiterhin in der schrägen Vogelperspektive bestreiten und euch auf den Jahreszeitenwechsel einstellen. Ansonsten gibt’s nette grafische Effekte wie den verwaschenden Zoom beim Betreten einer Einrichtung oder die leicht verbesserten Animationen der Pokémon in den Kämpfen. Bei einem Gebietswechsel kommt es immer zu kleinen, unschönen, aber durchaus vertretbaren Rucklern. Die Hardware wird mit diesem Spiel offenbar bis aufs Letzte ausgereizt, allzu beeindruckend kommt die Grafik aber leider nicht mehr daher.

Vom Sound her kann der neueste Serienableger ein weiteres Mal begeistern. Die immerzu passenden, teils neu abgemixten Originalmelodien untermalen das Gameplay ungemein. Auch die klassischen Jingles, wenn beispielsweise ein Item aufgesammelt oder ein Pokémon gefangen wird, sind natürlich wieder mit von der Partie. Oft ändert sich die Musik auch entsprechend dem Spielgeschehen, wenn man genau hinhört – gerade bei solchen netten Gimicks merkt man, wie viel Liebe ins Detail gesteckt wurde.

9.5Wertung
Meisterwerk

Fazit

Auch die Nachfolger von Schwarz und Weiß bieten trotz teils selber Gebiete und Personen wieder eine Fülle an neuen Ideen, die gar nicht übel umgesetzt wurden. Vor allem die vielen Kommunikationsmöglichkeiten mit anderen Spielern, dem Internet und auch dem 3DS lassen einem das Alter der Spielkonsole vergessen. Speziell bei der Grafik fällt einem jedoch früher oder später die unzeitgemäße Technik auf, wenn man bereits 3DS-Grafiken gewohnt ist. Das klassische Spielprinzip bleibt natürlich erhalten und begeistert heute wie damals. Zufriedene Besitzer der Vorgänger sowie Pokémon-Fans können jedenfalls bedenkenlos zugreifen (es wirkt absolut nicht „recycelt“!), Neuzugänge sowieso.

Design
8.0
Sound
10.0
Online Multiplayer
9.5
  • Gelungene Integration der Elemente der Vorgänger
  • Schöne Neuerungen
  • Sehr viele Kommunikations-Möglichkeiten
  • Gute Story
  • Technik schon etwas angestaubt

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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