
Kid Icarus: Uprising
Nach dem fulminaten ersten Auftritt 1987 auf dem NES dauerte es fünf
Jahre bis Pit sich auf dem Game Boy in Kid Icarus: von Mythen und Monstern in sein nächstes Abenteuer stürzte.
Danach wurde es allerdings still um den geflügelten Helden.
Umso größer war die Freude bei Fans, als die Rückkehr des himmlischen Streiters angekündigt wurde.
Ob sich die Geduld ausgezahlt hat, könnt ihr in unserer Review zu Kid Icarus Uprising nachlesen.

Kid Icarus: Uprising
3DS
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- 3DS
- Spieler
- 1–6 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Sorry to keep you waiting. Zu deutsch: Entschuldigt, dass ihr so lange warten musstet.
Dies waren Worte die wohl viele ältere Spieler mit dem Kopf haben nicken lassen, als sie den Trailer zu Kid Icarus Uprising für den 3DS gesehen haben. Nach dem fulminaten ersten Auftritt 1987 auf dem NES dauerte es fünf Jahre bis Pit, welcher aus der Feder von niemand geringerem als Gunpei Yokoi stammt, sich auf dem Game Boy in Kid Icarus: von Mythen und Monstern in sein nächstes Abenteuer stürzte.
Danach wurde es still um den geflügelten Helden. Von Auftritten in Prügelspielen und einigen Cameos abgesehen schien es, als habe Nintendo den beliebten Helden fallen gelassen.
Es gab zwar immer wieder Gerüchte über Versionen für verschiedene Konsolen, doch letztenendes blieb es immer bei Gerüchten.
Um so größer war die Freude natürlich, als nach gut 20 Jahren endlich ein neuer Titel mit Pit in der Hauptrolle angekündigt wurde. Wie sich das Comeback Kid Icarus Uprsing spielt und ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Review.
In göttlicher Mission
Als hätte man als Engel noch nicht genug Sorgen, scheint es so, als ob Medusa, die Königin der Unterwelt, wieder ihr Unwesen treibt. Ihre Schergen ziehen marodierend durchs Land und die Menschen haben ihre liebe Not die Angriffe abzuwehren.
Um den Vormarsch zu stoppen, schickt die Götting Palutena ihren Engel Pit, dessen Rolle ihr übernehmt, in den Kampf.
Euer Abenteuer ist dabei in Kapitel unterteilt, welche meist nach dem gleichen Prinzip aufgebaut sind. Zuerst kämpft ihr euch maximal fünf Minuten in luftigen Höhen durch Horden von Gegnern um danach auf dem Boden die Mission zu Ende zu bringen und einen Endgegner zu besiegen.
Das hört sich zunächst ziemlich langweilig an, ist es aber nicht. Das Leveldesign und die Umgebungen sind dermaßen gut konzipiert, dass es eine wahre Freude ist, sich durch die einzelnen Abschnitte zu kämpfen.
Weniger Freude bereitet allerdings die Steuerung des Ganzen.
Während ihr in der Luft mit der linken Schultertaste feuert, steuert ihr Pit mit dem Schiebepad durch die Luft. Gezielt wird mit dem Stylus auf dem Bildschirm. Wenn auch nicht 100% bequem, so gewöhnt man sich sehr schnell daran. Problematisch wird es dann auf dem Boden, da man den Stylus nicht nur zum Zielen nutzen muss, sondern auch um sich umzusehen. Diese Doppelbelegung ist äußerst ungünstig und führt des öfteren zu frustrierenden Momenten im Spiel.
Dafür haben die Bodenlevel einiges mehr zu bieten als die Flugpassagen. So könnt ihr eure Gegner nun auch im Nahkampf attackieren und gelegentlich auch Fahrzeuge nutzen. Feindlichem Beschuss könnt ihr gezielt durch schnelle Sprints oder Ausfallschritte ausweichen. Ebenso befinden sich in den Bodenbereichen Schatztruhen welche Extras beinhalten. Aber Vorsicht! Manche wurden auch als Köder aufgestellt.
Verbindende Elemente zwischen den einzelnen Kapiteln findet man in Kid Icarus Uprising nicht.
Vielmehr wird die Geschichte im Spielverlauf vorangetrieben. Dies geschieht durch die fortlaufende Konversation zwischen Palutena, Pit und anderen Charakteren.
Auch in diesem Punkt versprüht das Spiel seinen ganz eigenen Charme. So sind die Unterhaltungen alles andere als steif und verbissen. Vielmehr hat man das Gefühl, alten Bekannten zu lauschen, die es nicht lassen können sich gegenseitig aufzuziehen und zu necken.
Aber nicht nur der Gesprächspartner oder die eigentliche Story wird nicht all zu schwer genommen, auch andere Spiele und Begebenheiten werden augenzwinkernd durch den Kakao gezogen.
Bevor ihr euch auf eure nächste Mission begebt, könnt ihre eure Ausrüstung ändern und verbessern.
Hierzu könnt ihre bereits erhaltene Waffen zu besseren Waffen verschmelzen, oder aber für gesammelte Herzen vollkommen neue erwerben. Im Gegenzug könnt ihre alte Waffen auch für Herzen opfern.
Die Waffen unterteilen sich in neun Hauptkategorien: Stäbe, Bögen, Keulen, Orbitare, Klingen, Klauen, Hände, Kanonen und Arme. Jede Gattung hat ihre Vor und Nachteile.
Desweiteren könnt ihr eure Waffen mit Effekten versehen, die zum Beispiel Statuseffekte negieren, heilen, hohe Sprünge erlaufen, die Zielgenauigkeit verbessern und noch vieles mehr.
Wie in so vielen Aspekten des Spiels merkt man auch beim Schwierigkeitsgrad, dass die Entwickler sich Gedanken über die Wünsche der Spieler gemacht haben. Statt wie gewohnt 2-5 feste Schwierigkeitsgrade festzulegen, hat man pro Abschnitt die Option diesen neu einzustellen.
Und das auf einer Skala von 0,0 bis 9,0 in 0,1 er Schritten. Je mehr ihr euch zutraut, um so größer ist die Belohnung bei Beendigung des Abschnittes. Somit deckt der Titel nicht nur verschiedene Altersgruppen sondern auch die unterschiedlichen Anforderungen an Herausforderung der Spieler ab.
Engelszwist
Wer den Einzelspielermodus gemeistert hat oder sich lieber direkt mit menschlichen Kontrahenten messen will, der kann dies im Mehrspielermodus zur genüge.
Sowohl lokal als auch im Internet könnt ihr euch mit gleichgesinnten Treffen und euch die Hölle heiß machen.
Dazu können die Spieler in Jeder gegen Jeden oder Hell gegen Finster in Drei-Engel-Teams gegeneinander antreten. Vor jeder Partie könnt ihre eure Waffen und die Effekte die ihr tragen wollt auswählen.
Hierzu könnt ihr euch entweder Sets anfertigen oder automatisch generieren lassen.
Während ihr im Jeder gegen Jeden wahllos auf eure Widersacher losgehen könnt, ist es im 3 gegen 3 schon sinnvoll sich koordiniert zu verhalten. Dies ist aufgrund der fehlenden ingame-Kommunikation aber leider nur schwer möglich. Ist die Energie eines Teams aufgebraucht so nimmt einer der Spieler die Gestalt von Pit oder Dark Pit an. Ist dieser besiegt, so endet die Runde.
Je nachdem wie hochwertig die gewählte Ausrüstung ist, erhöht sich die Anzahl der Energie die dein Team verliert wenn du zu Boden gehst.
Himmlische Technik
Der 3DS ist nun seit einem Jahr auf dem Markt und langsam zeichnet sich ab, dass der Handheld einiges mehr auf dem Kasten hat als nur Minispielsammlungen und Mii-Paraden.
Kid Icarus Uprising zeigt eindrucksvoll zu was das Gerät fähig ist. Die Umgebungen sind detailliert, lebendig und bunt gestaltet. Ob nun eine Horde von Gegnern oder ein gigantischer Endgegner, das Spiel läuft absolut flüssig ohne dabei Abstriche bei der Optik machen zu müssen.
Die musikalische Untermalung ist ebenfalls einfach traumhaft. Jede kleine Nuance wird entsprechend hervorgehoben oder unterstrichen. Dazu trägt auch die komplette Sprachausgabe bei. Auch wenn eine Lokalisierung für den deutschen Markt hier vielen sicher zugesagt hätte.
Wie auch im Spiel gibt es Licht und Schattenseiten. Das einzige Manko des Titels ist die, sagen wir, seltsame Steuerung. Während man mit der Schultertaste feuert und dem Schiebepad steuert, zielt man mit Hilfe des Stylus direkt auf dem Schirm. Dies führt zu einer auf Dauer nicht wirklich bequemen Haltung, weswegen Nintendo direkt einen Ständer für den Handheld mit in die Packung gesteckt hat. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn das Schiebepad Pro nicht nur zu Unterstützung der Linkshänder ( was durchaus sehr löblich ist) eingesetzt werden würde, sondern auch als Option zum Zielen zur Verfügung stände.
Darf`s a bissl mehr sein?
Neben dem Einzel- und dem Mehrspielermodus verfügt das Spiel über zahlreiche Extras und Einstellungsoptionen.
So könnt ihr unter dem Menüpunkt Sammlung bereits ergatterte Ikarons in 3D begutachten, euch die Musikstücke des Spiels in Ruhe zu Gemüte führen oder aber das Mosaik betrachten, welches sich nach und nach im Verlauf des Spiels durch eure Erfolge zusammensetzt.
Wer zu viele Herzen hat, oder schon immer mal wissen wollte wie eine wahrhaftige Göttin aus der Nähe aussieht, der kann sein Konto plündern und Herzen opfern um der Göttin optisch näher zu kommen.
In der Ikaronade habt ihr die Chance euch durch das Schleudern von gesammelten Eiern neue Ikarons zu verdienen.
Wer lieber zusieht während sich andere prügeln, der kann die speziellen Kid Icarus AR-Karten scannen und zusehen wie sich die entsprechenden Charaktere gegenseitig auf die Mütze hauen.
In den Optionen hat der Spieler die Möglichkeit, die Einstellungen seinen Wünschen näher zu bringen. So kann die Steuerung von Pit vom linken Schiebepad auf die Y, X, B, und A Knöpfe gelegt werden. Die Achse kann hierfür unabhängig voneinander für Luft und Bodenkämpfe invertiert werden. Wegweiser und Zielfindung können ebenso aktiviert werden wie Autofeuer und die Untertitel. Auch die Freigabe für Spottpassinhalte erfolgt unter diesem Menüpunkt.
Man sieht also, dass die Entwickler sich Mühe gegeben haben, dass Spiel für jedermann zumindest im kleinen Rahmen zu individualisieren.
Fazit
Ob die Wartezeit so lange hätte sein müssen, sei mal dahingestellt, aber das Warten hat sich in diesem Fall sicherlich rentiert. Die Rückkehr von Pit in einem eigenem Spiel ist mehr als gelungen.
Der Titel bietet immens viele Inhalte im Einzelspielermodus und einen sehr interessanten Mehrspielermodus.
Durch die sehr freie Wahl des Schwierigkeitsgrades bietet das Spiel sowohl für Einsteiger wie auch für Profis die passende Herausforderung. Auch wenn man sich schnell daran gewöhnt, bleibt die Steuerung ein nicht wegzuredender Wermutstropfen.
Ob nun Fan aus alten Tagen oder Frischling im Engelsgewerbe, Kid Icarus Uprising sollte in keiner Sammlung fehlen.
- herausragende Optik
- himmlische Soundkulisse
- sehr viel Inhalte
- herausfordernd für jedermann
- Steuerung suboptimal
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


