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Resident Evil Revelations

Resident Evil Revelations

Ulrich

Mit Resident Evil Revelations kommt Grusel, Spannung und Action auf Nintendos 3D-Konsole. Das Spiel macht auch das erste Mal Gebrauch vom Circle Pad Pro. Ob einen die tolle Atmosphäre in den Bann zieht oder einige Dinge die Knie zum Schlottern bringen, erfährt ihr im
Test zu Resident Evil Revelations.

Resident Evil Revelations

3DS

Entwickler
Capcom
Publisher
Capcom
Konsole
3DSWIIUNSW
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 16

Seit 15 Jahren feiert Capcom mit der Resident Evil Serie große Erfolge und gewann viele Fans. Genau diese kritisierten in letzter Zeit den Weg der Spieleschmiede und meinten, dass in den neuesten Teilen immer mehr die klassischen Elemente verloren gingen und verstärkt auf totale Action und Herumgeballere gesetzt wurde. In welche Sparte sich das neue 3DS Abenteuer einreiht, erfährt ihr im folgenden Review.

Freude für „Fortgeschrittene Spieler“

Vorweg lässt sich sagen, dass Resident Evil Revelations ein Spiel ist, auf das viele Nintendo-Jünger schon lange gewartet haben. Auf dem Nintendo DS waren ähnliche Spiele eher Mangelware und wenn, dann vermieste einem oft die Optik das Spielvergnügen. Auf dem 3DS ist es nun anders und auch Hartgesottene kommen auf ihre Kosten. Einen großen Beitrag dazu leistet eine...

Tolle Atmosphäre und spannende Story

Capcom hat wirklich versucht, dem Spieler ein unglaubliches Erlebnis zu bieten. Anders als bei Resident Evil: The Mercenaries 3D, bei dem es sich ja nur um die Portierung eines Spielmodus handelt, wird im neuesten 3DS-Teil viel Wert auf Handlung und Action gesetzt. Aber worum geht es:

Zu Beginn wird einem die Story in Rückblenden erzählt. In der Rolle von Jill Valentine, welche vor allem aus früheren Episoden bekannt ist, erkundet ihr mit eurem neuen Partner Parker Luciani ein Kreuzfahrtschiff namens „Queen Zenobia“. Ziel ist es, euren früheren Partner Chris Redfield zu suchen, welcher bei Nachforschungen nach einem Virus der „Veltro Vereinigung“ spurlos verschwunden ist. Ein Notsignal verfrachtet deine Truppe an jenen schaurigen Ort, wo es so einiges zu entdecken gibt. Danach macht die Geschichte einen Sprung und man lernt die BSAA (Organisation gegen Bioterrorismus) kennen. Im Auftrag dieser gilt es einen Strand nach Biomasse zu untersuchen.

In Form dieser Handlungssprünge lernt ihr Hintergründe, Personen und Institutionen kennen. Zu Beginn dienen diese eher als Tutorial und Einführung in die Thematik. Im Laufe des Spiels werden diese Sequenzsprünge aber auch als Spannungselement eingesetzt, da oft bei sehr spannenden Spielstellen die Story an einen anderen Schauplatz wechselt. Das motiviert natürlich zum Weiterspielen, möchte man doch wissen, wie es weitergeht. Auch schlüpft ihr dadurch in die Rolle verschiedenster Charaktere, welche alle ihrer eigenen Geschichte nachgehen, aber dennoch alles auf einen Handlungsbogen hinausläuft. Neben Jill und Parker, könnt ihr noch das Duo Chris und Jessica, sowie Quint und Keith spielen. Beide letzteren bringen aufgrund ihrer Albernheit und deren schrägen Humor etwas frischen Wind ins Geschehen. Die einen werden sie lieben, die anderen hassen, nur ist weniger oft nicht mehr? Nach und nach erfährt ihr also mehr über die Geschehnisse, Zusammenhänge und Hintergründe der Geschichte. Ein Nachteil dieser Erzählweise könnte sein, dass ihr euch vor lauter Sprünge und Charaktere nicht mehr so richtig auskennt - dennoch sollte es keine Schwierigkeiten bereiten, den roten Faden zu erkennen. Zuviel der Handlung soll nicht verraten werden, aber Capcom ist es gelungen, eine tolle filmreife Geschichte zu inszenieren, welche sich vor derer in Spielen wie Resident Evil 5 sicher nicht verstecken braucht.

Wie in jedem anderen Resident Evil sorgt ein Virus für so allerlei Probleme. Bei „Revelations“ gibt es zwar keine Zombies, aber dafür sorgen BOWs (Bio Organic Weapons) für Unruhe. Neben mutierten Hunden und Fischen, tauchen auch die altbekannten Hunter wieder auf. Die „Standardgegner“ sind dagegen weniger spektakulär und sorgen eher mit ihrem oft plötzlichen Auftauchen für Magenkribbeln. Irgendwie erinnern diese an die Figuren aus Silent Hill...
Grundsätzlich sind die Gegner leicht zu besiegen. Schwieriger hingegen sind die wirklich toll designten Endgegner. Hier sind oft einige Anläufe nötig, um die richtige Strategie zu finden - sorgen doch ein knapper Munitionsvorrat und Zeitlimits für einige Frustmomente.

Mir schlottern die Knie

Auch atmosphärisch gesehen gibt es kaum etwas auszusetzen. Normalerweise bin ich jemand, der sich einen Horrorfilm anschaut und lachen muss. Aber bei Resident Evil Revelations gab es einige Stellen, wo ich vor Schreck hochfuhr. Eine düstere Beleuchtung und passende Schatten-, sowie Wettereffekte sorgen für eine tolle Sphäre. So läuft ihr im Wasser umher und plötzlich taucht vor euch ein Ungetüm auf. Ihr versucht euch so leise wie möglich zu bewegen, um niemanden auf euch aufmerksam zu machen, umgeht dabei viele Dinge - um im nächsten Moment hochzuschrecken, da es hinter euch auf einmal poltert...

Wie in älteren Teilen der Serie gibt es wieder einiges zu entdecken. Verzierte Türen lassen sich nur öffnen, wenn man den Schlüssel mit dem richtigen Symbol gefunden hat. Überall liegen Dokumente und Bücher herum, welche ein bisschen mehr Hintergrundwissen verraten. Dennoch ist der Rätselfaktor im Spiel relativ gering.

Action- vs. klassischem Gameplay

Kurz gesagt erinnert das Gameplay sehr stark an Teile wie Resident Evil 4. Es ist zwar zu erkennen, dass Capcom versucht, die Mischung aus klassischem Horror und Action zu finden, aber dies ist ihnen nicht ganz gelungen. Obwohl es immer wieder einmal Passagen gibt, wo Gegnerwellen zu überstehen sind und ihr mit wildem Herumschießen beschäftigt seit, ist vor allem auf der Queen Zenobia das Gegenteil zu erkennen. Die Abschnitte mit Jill und Parker bringen den Horror ins eigene Wohnzimmer. Gerade in diesen werden mit den bereits erwähnten stimmungsbildenden Stilmitteln und fiesen Soundeffekten, Schockmomente kreiert. Irgendwie schleichen sich dabei immer wieder Erinnerungen an das alte Herrenhaus ein.

So bewegt ihr euch mit eurer Spielfigur durch die Areale auf der Suche nach Informationen, Schlüsseln oder Embleme. Zwar scheinen die Welten riesengroß zu sein, dennoch lässt sich euer Charakter nur in vorgeschriebenen Bahnen lenken. An einer Stelle schwingt man sich über ein Geländer und an anderer handelt es sich dabei um eine unüberwindbare Hürde. Aber dieser Umstand trübt den Spielespaß kaum.

Die Kamera befindet sich dabei immer hinter eurer Figur. Beim Schießen wechselt diese aber in den „Schulterblick“. Je nach Vorliebe könnt ihr einstellen, ob ihr dabei nur die Waffe oder den ganzen Blick über die Schulter im Visier haben wollt. Als Zielhilfe dient auch noch ein Laserobjektiv. Neu in der Serie ist, dass man das erste Mal Schießen und Laufen gleichzeitig kann. Besonders auffällig ist die Munitionsknappheit. Wildes Herumschießen kann schon mal nach hinten losgehen. Oft hilft es, seinen Partner ranzulassen oder ein neues Item namens „Genesis -Scanner“ einzusetzen.

Der Genesis-Scanner

Mit besagtem Gegenstand könnt ihr Feinde analysieren oder versteckte Items finden. Füllt sich dabei der Scanbalken auf 100%, erhält ihr ein Heilkraut als Geschenk. Neben dem Aufspüren von für die Handlung relevanten Dingen, wie Schlüssel etc., lässt sich damit auch versteckte Munition entdecken. Der Wechsel zwischen Waffe und Scanner funktioniert aber sehr einfach und reibungslos.

Doch nicht nur mit dem neuen Gadget könnt ihr Dinge finden. Oft verstecken sich Heilkräuter, Munition uvm. in altbekannten Kisten, die ihr einfach mit eurem Messer zerschmettern könnt.

Waffen und Steuerung

In Resident Evil Revelations gibt es ein reichhaltiges Angebot an Waffen und Ausrüstungsgegenständen. Euer Charakter kann maximal 3 Waffen gleichzeitig mit sich herumtragen. Per Knopfdruck auf die rechte Steuerkreuztaste oder via Touchscreen könnt ihr einfach wechseln. Ein ausgeklügeltes Upgradesystem sorgt für die nötige Abwechslung. Durch das Einsammeln von „Customization Gear Kits“, also sogenannten Spezial-Zubehör und das Auffinden von Waffenkisten könnt ihr eure Ballermänner wechseln und/oder ihre Leistung anpassen und modifizieren. Neben den Feuerwaffen gibt es aber noch Granaten in jeglichen Varianten (zB BOW Granaten) zu finden. Diese taktischen Neuerungen machen Spaß und trösten über die simplen und vor allem wenigen Rätsel hinweg.

Die Kampagne bietet eine Spielzeit von ca. 10 Stunden, hat aber auch danach noch einiges zu bieten. Die Steuerung geht sehr leicht von der Hand und auch ohne Circle Pad Pro habt ihr alles bestens im Griff. Grund dafür ist, dass ihr sehr viele individuelle Einstellungen treffen könnt - angefangen von der Grundsteuerung, bis hin zur Farbe eures Laservisiers. Einen generellen Test zur neuen Hardwareerweiterung könnt ihr hier lesen. Auf Resident Evil bezogen ist die Steuerung über das Circle Pad anfangs vielleicht etwas ungewohnt, aber danach nicht mehr wegzudenken (obwohl es wie gesagt auch ohne recht gut funktioniert). Dennoch ist mit dem Zusatzteil ein etwas präziseres Spiel möglich. Der rechte Stick dient dabei zum Umsehen und die Schultertasten für jegliche Aktionen und zum Schießen. Die Buttons werden vorwiegend zum Nachladen genutzt und hier handelt es sich um die einzige kleine Schwachstelle. Es braucht schon eine kleine Eingewöhnungsphase um vom rechten Digipad den Finger zum Y-Button zu bewegen um nachzuladen. Weitere Neuheiten in der Steuerung sind das bereits erwähnte „Schießen und gleichzeitige bewegen“. Außerdem könnt ihr durch geschicktes Timing, gegnerischen Angriffen ausweichen. Der Touchscreen dient vorwiegend als Inventar und wird nur minimal in Rätseln eingesetzt (wie beispielsweise dem Aufdrehen von Schrauben).

Horror-Spiel, Horror-Technik? (Horror Kid?)

Nein, Horror Kid kommt hier nicht vor. Capcom hat es aber geschafft ein Spiel zu kreieren, welchem momentan wohl niemand das Wasser reichen kann. Mit tollen Animationen, fantastischen Effekten, filmreifen Sequenzen und bombastischer Grafik macht Resident Evil auch auf einer tragbaren Konsole riesigen Spaß. Der Einsatz der hauseigenen MT Framework-Engine macht sich also bezahlt. Zwar sehen Bosse und Szenerien unglaublich aus und es zählt wohl zum Besten, was man technisch bisher auf einem Nintendo-Handheld gesehen hat, aber dennoch gibt es einige Mankos, welche zwar den Spielspaß nicht trüben, aber zu erwähnen sind:

So verzeichnet das Spiel einige Fehler bei der Kollisionsabfrage und eure Charaktere oder Gegner verschwinden plötzlich in einer Wand. Auch gibt es oftmals Einbrüche in der Framerate. Vor allem beim Wechsel von einem Areal zum nächsten (zB durch Liftfahrten), stockt oft das Spiel durch die Ladezeiten. Mir ist es auch passiert, dass das Spiel an einer Stelle überhaupt abstürzte und ich durch einen Neustart vom letzten Checkpoint fortsetzen musste. Und für mich die größte Frage: Warum kann ich meinem Partner nicht durch eine geöffnete Türe folgen, sondern muss diese erst erneut aufmachen?

Aber das sind im Vergleich zum Gebotenen wirklich nur Kleinigkeiten. Resident Evil bietet unglaublich viel Abwechslung und imposante Schauplätze wie Gebirge, Schiffskasino, Promenadenhalle und vieles mehr. Neben den Arealen, sehen auch die Charaktere wirklich spitze aus. Das Game verfügt über einen unglaublich guten Tiefeneffekt und dieser lässt sich sogar innerhalb des Spiels noch verbessern. In den Optionen gibt es nämlich einen erweiterten 3D-Tiefenregler.

Eine weitere Neuerung gibt es auch in punkto Sound. Bisher wurden sämtliche Titel der Reihe mit deutschen Untertiteln versehen. Nun bekamen die Charaktere sogar eigene „deutsche“ Synchronsprecher spendiert. Die Spieleschmiede hat wohl keine Kosten gespart und sich wirklich professioneller Sprecher bedient, die ihre Sache gut machen. Es liegt aber im eigenen ermessen, ob man jetzt die englische oder deutsche Tonspur besser findet. Auch die Soundeffekte tragen zu einer tollen Stimmung bei - da hört man einen Schrei, dort ein Knarren... Den Rest macht der geniale Soundtrack, der neben Musikstücken auch eindrucksvolle Choräle bietet. Um besser in das Spiel und die umfassenden Atmosphäre aus Bild und Ton eintauchen zu können, empfiehlt sich die Verwendung von Kopfhörern.

Resident Evil Revelations verfügt über ein automatisches Speichersystem. Auch in punkto „storytelling“ hat sich Capcom einiges einfallen lassen. Setzt man nach einer Pause das Spiel fort, so wird einem die bisherige Handlung in Form eines kurzen „Was bisher geschah...-Videos“ erzählt (ähnlich wie bei so manchen TV-Serien). Gezählt sind also die Tage, an denen man noch des Lesens mächtig sein musste...

Raubzugmodus

Nach dem ersten Durchspielen könnt ihr die Kampagne (inkl. aller gesammelten Waffen und Items) in einem höheren Schwierigkeitsgrad erneut durchlaufen oder ihr stürzt euch auf den nun freigeschalteten Raubzugmodus.

In diesem kämpft ihr, ähnlich dem Mercenaries-Modus, gegen Gegnerwellen, während es gilt, sich seinen Weg zum nächsten Emblem zu bahnen. Das tolle daran ist, dass man sich hier, ob lokal oder online, mit seinen Freunden auf den Weg machen darf. Auch macht das Game gebrauch von der Streetpass-Funktion, mit dessen Hilfe neue Missionen freigeschaltet werden können oder ihr einfach Dinge wie Heilkräuter usw. erhält, die ihr im Raubzugmodus oder sogar in der Kampagne einsetzen könnt. Und wo wir schon bei Bonusitems sind: Die im Spiel erlangten Kampfpunkte lassen sich gegen zusätzliche Fähigkeiten, Waffen, Items, Verbesserungen etc. eintauschen. Nach ca. 10 Stunden Spielzeit braucht man das Spiel also noch lange nicht in den Schrank zurückstellen.

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Resident Evil Revelations ist zwar ein Titel, dem technisch gesehen nicht so leicht jemand das Wasser reichen kann, sorgt aber bei dem ein oder anderen für gemischte Gefühle. Das Spiel hat eine spannende und actionreiche Story, aber ob die episodenhafte Erzählweise jedem liegt ist eine andere Frage. Der Survival-Horror kommt leider auch im neuesten Ableger wieder einmal zu kurz. Zwar versuchte das Entwicklerteam mit wirklich spannenden und atmosphärisch bombastischen Abschnitten auf der Queen Zenobia die Kurve zu kratzen, aber dennoch fehlt es an allen Ecken an wirklich kniffligen Rätselelementen und oft artet es erneut in actionreichen Ballerszenen aus. Die Präsentation ist aber 1A und auch kleine Einbrüche in der Framerate tun nichts zur Sache. Filmreife Sequenzen sorgen für die nötige Abwechslung und vor allem mit Kopfhörern an einem dunklen Ort spielend ist Gänsehaut pur angesagt. Die Steuerung funktioniert sehr gut und vor allem die Bedienung mit dem Circle Pad Pro ist hervorragend. Wäre man dem Niveau auf dem Luxusliner treu geblieben, so würde es nur Höchstnoten hageln. Zwar versucht Capcom Horror- und Actionfans gleichzeitig zufriedenzustellen, aber genau diese Mischkost liegt irgendwie schwer im Magen. Trotzdem sei der Titel Liebhabern dieses Genres wärmstens empfohlen. Egal über welche Schwächen das Spiel verfügt, es schafft es trotzdem ein positives Spielgefühl zu vermitteln. Außerdem gibt es momentan kaum vergleichbares auf Nintendos 3D-Handheld.

Design
8.5
Sound
9.0
Online Multiplayer
9.0
  • gute Steuerung (Circle Pad Pro)
  • tolle Gesamtpräsentation
  • erweiterter 3D-Tiefenregulierer
  • Achievements
  • passende Soundeffekte
  • mangelnde Rätsel
  • teils zu lineare Gehwege
  • eintöniges Gegnerdesign

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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