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Straßen des Glücks

Straßen des Glücks

Ulrich

Viele Leute haben Angst vor einer bevorstehenden Wirtschaftskrise. Nintendo trotzt dieser und bringt ein lustiges Brettspiel auf die Wii, welches stark an Spiele wie Monopoly oder DKT erinnert.

Mit "Straßen des Glücks" erschien eine Wirtschaftssimulation, welche in den Universen von Mario und Dragon Quest angesiedelt ist. Ob das Game es schafft, bei Spielern kaufmännisches Talent zu entwickeln, erfährt ihr im Test zu "Straßen des Glücks".

Straßen des Glücks

WII

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
WII
Spieler
1–4 lokal

Wer kennt sie nicht, die guten alten Brettspielklassiker wie DKT, Monopoly oder Hotel? Alles Spiele, die eines gemeinsam haben, nämlich so viel Geld wie möglich zu scheffeln. Nintendo pickte sich Aspekte dieser Titel heraus, manövrierte das Spielprinzip ins Mario- und Dragon-Quest-Universum und es entstand „Straßen des Glücks“ für Nintendos Wii.

Mario Party meets Monopoly

Bei der Spieleflut an tollen Titeln in der letzten Zeit ist „Straßen des Glücks“ wohl einer, der leicht zu übersehen war, wurde auch werbetechnisch kaum Aufmerksamkeit auf dieses Spiel gelenkt. Bei „Straßen des Glücks“ handelt es sich um ein Brettspiel, ähnlich Mario Party. Doch der Schein trügt und so haben beide Titel nur wenig gemeinsam. Der Weg geht weg von Minispielen, hin zu einer mehr oder weniger komplexen Wirtschaftssimulation, eingebettet in die Welt von Mario und Dragon Quest. So vermischt diese Simulation Elemente aus Monopoly mit der farbenfrohen und niedlichen Optik, wie wir sie schon aus den Mario Party Teilen kennen.

Worum geht es?

Zu Beginn muss man sich zwischen zwei Spielvarianten entscheiden, nämlich zwischen einer einfachen oder der Standardversion. Unterschied ist der, dass bei zweiterer die Spielewelten aus mehr Feldern bestehen und der Aktienhandel dazukommt (doch dazu später). Gespielt wird alleine oder mit bis zu drei Freunden. Ziel ist es, so schnell wie möglich als erster eine bestimmte Menge an Geld zu erwirtschaften oder es zu schaffen, dass alle anderen bankrott gehen. Als Charakter und Gegner dienen die bekannten Figuren aus den Mario- und Dragon Quest- Spielen, sowie die eigenen Miis. Negativ anzumerken ist aber, dass man als Einzelspieler nicht mit Mario & Co. antreten darf, sondern ausschließlich mit seinem Mii. Ansonsten ist es aber egal, welcher Charakter gewählt wird, da diese über keine individuellen Eigenschaften verfügen.

Zu Beginn empfiehlt es sich, ein Tutorial auf dem speziellen Übungsbrett zu absolvieren, um die Spielregeln zu erlernen. Danach muss man sich nur noch zwischen dem „Tour- oder dem Freien Modus“ entscheiden. Gespielt wird per Remote, die entweder quer oder senkrecht gehalten wird.

Alea iacta est

Im Freien Modus, welcher mit bis zu vier Spielern spielbar ist, lassen sich Gegner und Bretter sowie die Spielregeln frei wählen.

Im Tour-Modus sind gewisse Vorgaben zu erfüllen, um ein Spiel abzuschließen. Wird Brett für Brett gemeistert, schaltet man nach und nach diverse Dinge, wie neue Charaktere etc. frei. Bereits auswählbar sind die „Dragon-Quest-“ und „Super-Mario-Tour“. Diese bestehen jeweils aus Brettern die im genannten Universum angesiedelt sind. Weiters gibt es noch eine dritte Tour (???), welche nach dem Durchspielen der anderen Bretter freigeschaltet wird. Zu finden sind jedenfalls bunte Kulissen wie Level aus Super Mario Galaxy oder Dragon Quest VIII, Geisterschiffe, der Park von Princess Peach und und und. Leider lässt sich dieser Modus nur alleine spielen. Der Umfang des Games ist recht groß - so findet man drei Spielwelten mit jeweils sechs Levels vor.

Wurde eben der gewünschte Modus gewählt, kann es auch schon losgehen. Zu Beginn wird automatisch der für den Sieg zu erreichende Betrag festgelegt. Im „Freien Modus“ lässt sich dieser natürlich individuell einstellen. Je nach gewürfelter Augenzahl bewegt man seinen Charakter über das Spielbrett. Fast jedes Feld steht für einen Laden, welchen man nun erwerben kann. In den Folgerunden ist es möglich, das Geschäft durch finanzielle Investitionen aufzumöbeln. Dies ist natürlich von Vorteil, denn landet ein Mitspieler auf deinem Eigentum, so heißt es „her mit der Knete“. Im Gegenzug ist Miete zu bezahlen, wenn man auf gegnerischen Feldern landet. Ähnlich wie bei Monopoly lohnt sich der Kauf nebeneinanderliegender Gebäude (Ladenzeilen), denn so erhöhen sich automatisch die Ladenpreise und es lässt sich mehr Kapital investieren. Außerdem lassen sich die Läden verkaufen, versteigern oder tauschen. Vor allem im einfachen Modus empfiehlt es sich durch die wenigen Felder so schnell wie möglich zuzuschlagen.

In jeder Runde gilt es auch noch die vier auf dem Brett verstreuten farbigen Kartensymbole (Kreuz, Piek, Herz und Karo) einzusammeln. Überquert man den Start (das Bankgebäude), so erhält man eine hohe Prämie, welche natürlich fürs weitere Geschäft verwendet werden kann. Im Standardmodus ist das Spielbrett noch dazu in verschiedene Distrikte aufgeteilt, deren Aktien man erwerben kann. Jeder Bezirk verfügt über seinen eigenen Aktienpreis. Dieser ist zu Beginn noch geringer und steigt mit dem Ausbau der Läden. Hat man zu Beginn viele Aktien eines Distriktes, so lässt sich durch den Ausbau sehr viel Kapital schlagen. Da sich die Geschäfte nur bis zu einem gewissen Punkt verbessern lassen, ist es ratsam, eben gleich zu Beginn Aktien zu erwerben um Profit zu schlagen. Für jede Transaktion im eigenen Bereich erhält man als Aktionär ab sofort eine Beteiligung, gemessen am Anteil und am Wert der eigenen Aktien.

Felder, Felder und nette Funktionen

Wie ihr seht, hört sich das Spiel ziemlich komplex und kompliziert an, ist es aber nicht. Am besten ist „learning by doing“, wobei sehr kleinen Kindern dieses Spiel trotz vereinfachtem Modus nicht zu empfehlen ist. Andere hingegen können auf spielerische Art und Weise wirtschaftliches Grundwissen schnuppern.

Neben dem oben beschriebenen „Basisfunktionen“, bietet das Spiel noch jede Menge andere Dinge und vor allem Felder. Nicht alle sind nämlich mit Läden zugepflastert. So gibt es beispielsweise „Fortunafelder“, bei denen eine Fortunakarte gezogen werden kann. Mit deren Hilfe lassen sich zB höhere Einnahmen machen, aber auch Geld verlieren. Auf dem Rummelfeld geht’s ab zu den Minispielen. Doch leider darf man nicht selber ins Geschehen eingreifen, sondern nur zusehen. Auf Glücksfeldern erhält man bis zum nächsten Zug Provision auf die Gewinne aller anderen Spieler uvm. Daneben gibt es noch Aktionsfelder, die zwar nicht direkten Einfluss auf das Spiel selbst, aber auf den Weg des Charakters nehmen, wie beispielsweise Warp-Portale, Lifte, Kanonen, Einbahnportale etc.

Wie bei Monopoly kann man bei „Straßen des Glücks“ nicht nur Straßen (also hier natürlich Läden) kaufen, sondern auf freien Grundstücken diverse Gebäude bauen und ausbauen. Bei jeden dieser Objekte müssen die Mitspieler unterschiedliche Abgaben zahlen. So heißt es bei Kontrollpunkten Wegzoll, im Zirkuszelt die Eintrittskarten, am Finanzamt 10% des Vermögens (Steuern) usw. zu blechen. Hier handelt es sich nur um einen Auszug, da es nämlich noch 4 weitere Gebäudearten zu errichten gibt.
Ein kleines Manko, über welches es vor Release schon so einige Diskussionen gab, ist die KI der Gegner. So bedeutet ein höherer Schwierigkeitsgrad nicht, dass die Gegenspieler klüger handeln, investieren etc., sondern sich wohl nur das Würfelglück etwas erhöht und sie seltener auf die eigenen Felder stoßen um Miete zu bezahlen.

Gewinnt man ein Spiel, so erhält man Wertmarken mit denen man im „Klamottenladen" sein Mii einkleiden und individuell gestalten kann. Auch interessant ist die Tatsache, dass sich „Straßen des Glücks“ via WiFI gegen Freude oder Mitspieler aus der ganzen Welt spielen lässt.

Brettspiel des Jahres?

Hat man den Spielablauf verinnerlicht so steht lustigen Spieleabenden nichts im Weg. Die musikalischen Kompositionen sind nicht schlecht, aber leider etwas monoton geraten. Zu Beginn können die Kommentare der einzelnen Charaktere sehr viel Spaß machen, wirken aber mit der Zeit nervig. Die Bedienung ist einfach und ideal für Einsteiger. Die Spielewelten sind grafisch sehr farbenfroh und schön anzusehen. Hin- und wieder sind die Texturen etwas verschwommen, aber stören den Spielespaß nicht. Leider wurden die Spielbretter nicht in die Hintergründe eingearbeitet, sondern schweben lediglich darüber. Auch verfügen diese über keine speziellen Geheimnisse oder Gimmicks. Lediglich die Anordnung der Felder ist unterschiedlich.

Auch der Zoom ist nicht immer perfekt. Da die Kamera sehr nah auf die Figur gerichtet ist, welche gerade an der Reihe ist, bietet es den anderen Mitspielern kaum eine Möglichkeit, seinen nächsten Zug im Voraus zu planen. Dies kommt nicht unbedingt dem Spieltempo zu gute. Aber zumindest lassen sich im „Freien Modus“ die Gewinnbeträge frei einstellen, somit hat man die Spielzeit doch etwas im Griff. Man weiß ja von Monopoly, wie lange solche Sessions sonst dauern können. Spielt man gegen Computergegner, so ist negativ anzumerken, dass sich deren Spielzüge nicht beschleunigen lassen und man tatenlos zum Zuschauen verdonnert ist. Im Falle des Falles lässt sich das momentane Spiel aber abspeichern.

7.5Wertung

Fazit

„Straßen des Glücks“ ist ein Spiel, welches vor allem für jüngere Spieler sicherlich nicht vorweg sehr einfach ist. Über ein tolles Tutorial erlangt man aber ziemlich schnell die nötigen Grundkenntnisse. Wurden alle Unklarheiten beseitigt, steht einem lustigen Spieleabend nichts mehr im Wege. Vor allem und davon lebt auch das Spiel, kann es im Multiplayer riesigen Spaß machen. Die Spielidee ähnelt zwar sehr stark Spielen wie Monopoly und DKT, doch das klassische Spielprinzip wurde neu überarbeitet ins Mario- und Dragon-Quest-Universum eingebettet und bietet einen wirklich netten Zeitvertreib. Natürlich muss man für solche Games offen sein. Man darf sich von Mario und Co. nicht täuschen lassen, denn obwohl bunte Optik geboten wird, handelt es sich dennoch um eine Wirtschaftssimulation. Gefragt sind Strategie, Spielglück und Geschäftssinn. Nicht einmal bei Minispielen kann man selbst ins Geschehen eingreifen. Zu bemängeln ist auch die KI, welche vor allem den Tausch zweier Geschäfte fast unmöglich macht. „Straßen des Glücks“ ist sicherlich kein perfektes Spiel, bietet aber für den ein oder anderen sicherlich schöne und lustige Spielestunden.

Design
7.0
Sound
6.0
Online Multiplayer
9.0
  • schneller Einstieg
  • Multiplayerspaß (auch online)
  • einfache Bedienung
  • viele Bretter und Figuren
  • Mario und DQ-Optik
  • Minispiele ohne eigene Aktionen
  • mangelnde Motivation für Einzelspieler
  • nervige KI
  • störender Kamerazoom

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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