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FIFA 12

FIFA 12

Ulrich

Für viele Zocker ist Ende September immer eine wichtige Zeit, denn da erscheint das neue FIFA im Handel. Da jetzt auch Konami mit dem Releasedatum von Pro Evolution Soccer gleichzog, ist es für viele immer eine harte Entscheidung, welches Fußballgame es wohl werden soll.

Ganz so schwer war die Entscheidung, welche Fußballsimulation es für den Nintendo 3DS wird, nicht. Kam PES doch schon vor Monaten auf den Markt, gesellt sich nun auch der Ableger von EA in den Ladentheken dazu. Welches von beiden Spielen nun die Nase vorne hat und ob sich eventuell das lange Warten gelohnt hat, erfährt ihr im Test zu FIFA 12.

FIFA 12

3DS

Entwickler
EA Sports
Publisher
EA Sports
Konsole
3DSWII
Spieler
1 lokal

Zum Launch des 3DS im März 2011 „nützte“ Konami die Gelegenheit und brachte als erstes Fußballspiel auf der neuen Konsole Pro Evolution Soccer 2011 auf den Markt. Der Titel war gut, aber noch mit sehr wenig Umfang. Macht es nun Electronic Arts rund ein halbes Jahr später besser und stößt Konami von seinem Platz?

Ab ins Stadion

Von einer guten Fußballsimulation erwartet man sich ein tolles Gameplay, ein solide Steuerung, gepaart mit etwas Realitätsnähe. FIFA 12 macht in dieser Hinsicht zwar vieles richtig aber auch einiges falsch. Betritt man den Rasen, so möchte man Stimmung, eine tolle Grafik, keinen monotonen Kommentator und Action. Doch was steckt wirklich hinter den Fußballsimulationen?

Es ist sehr schwer, einen Vergleich mit Pro Evolution Soccer anzustellen, denn beide Spiele sind sich sehr ähnlich und doch wieder komplett unterschiedlich. Beginnen wir aber einmal mit etwas Positivem. Die Steuerung in FIFA 12 funktioniert einwandfrei und lässt sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Es wird so gut wie jeder Knopf verwendet, wobei an dieser Stelle erwähnt werden muss, dass zwei weitere Schultertasten bitter nötig gewesen wären. Die Entwickler haben sich viele Gedanken gemacht, um wirklich das Maximum herauszuholen, aber dennoch fehlen L2 und R2 für eine präzisere Spielweise. Egal für welche Funktion diese nun genutzt werden. Natürlich ist man da leider hardwarebedingt gebunden. Das Spiel beinhaltet auch einen Trainingsmodus um nochmals gezielt an der eigenen Technik zu feilen.

Erwähnenswert, aber trotzdem zum Verzichten, ist die Steuerung per Touchscreen. Etwa 20 Meter vor dem gegnerischen Tor verwandelt sich der untere Bildschirm in ein Tor und durch antippen und halten an der gewünschte Stelle, kann man den Ball gezielt in den Kasten manövrieren. Es ist zwar Ansichtssache, aber die Steuerung via Aktionstasten ist um viele interessanter. Daher empfiehlt es sich diese Funktion im Menü auszuschalten und durch ein permanentes Radar zu ersetzen.

Gameplay im Vergleich

Wie bereits erwähnt ist es sehr schwierig, einen Vergleich zwischen FIFA 12 und PES 11 anzustellen. Doch zumindest kann man es versuchen:

Startet man ein Spiel und betritt das Stadion, so fällt einem sofort auf, dass sich bei Pro Evolution Soccer um einiges mehr tut. Die Fanchöre sind intensiver und auch Banner und Fahnen der Heimmannschaft sind zu sehen. Bei FIFA erlebt man nur einen imposanten Blick durch das Stadion.

Nach dem Anpfiff merkt man erneut den Unterschied. Der EA-Ableger spielt sich im Vergleich viel langsamer und ein flüssiges Spiel wird dadurch behindert. Bei PES sind viel interessantere Aktionen und Torszenen möglich, wobei es sich hier wirklich um einen geringfügigen aber auffallenden Unterschied handelt. Komisch ist auch, dass dieses Phänomen je nach Kameraeinstellung auftritt. Je weiter weg die Ansicht, desto langsamer scheint das Spiel zu werden. Pro Evolution Soccer macht generell mehr für das Spiel und hat merklich mehr Einflüsse auf den eigenen Stimmungsfaktor. So wird bei Abseitssituation der Linienrichter gezeigt usw. Liegt es daran, dass EA mit FIFA 12 für den 3DS eher den arkadelastigen Weg der Wii eingeschlagen hat, als den einer ernsthaften Fußballsimulation? Schwer zu sagen, sieht man doch die Mühen der Entwickler, die technisch gesehen das Spiel auf Vordermann bringen wollten. Doch wenn man 90 Minuten keinen Fan hört, außer immer nur 16 Meter vor dem Tor und genauso schnell wie die Gesänge punktuell auftauchen diese auch gleich wieder in der Senke verschwinden, dann kann leider keine Stimmung aufkommen. Es ist nicht motivierend vor einer vollen Kulisse mit dem Ball zu dribbeln und nur die Schreie der Mitspieler zu hören (oder eben den Kommentator, der seine Sache gut macht). Da macht es schon mehr Spaß beim Konkurrenten, wo sogar der gegnerische Keeper beim Abstoß ausgebuht wird. Es soll jetzt nicht heißen, dass sich FIFA 12 schlecht spielt, auf keinen Fall. Man wird auch an diesem Spiel gefallen haben, aber wenn man jetzt mit PES 11 vergleichen muss, dann hat der Konami-Titel in dieser Hinsicht eindeutig die Nase etwas weiter vorne.

Grafisch gesehen sind beide auf ähnlichem Niveau. Die Spieler wurden gut animiert und sehen ihren realen Ebenbildern sehr ähnlich. Der 3D Effekt ist sehr gut und auch die Framerate bleibt während des Spiels konstant. Man sieht gleich zu Beginn (vor allem bei FIFA), dass ein sehr großes Augenmerk auf eine tolle 3D-Darstellung gelegt wurde. Auch bei den Stadien gibt es kaum Unterschiede. Eher eben bei den Fans die bei FIFA teilweise über den Bänken schweben oder es aussieht, wie wenn sie auf den oberen Rängen über der Werbetafel sitzen, wobei sie bei PES ihre Fanutensilien durch die Luft schwingen. Dies bezieht sich natürlich auf die Zwischensequenzen. Im Spiel selbst sind auch hier kaum Unterschiede zu erkennen.

Soundtechnisch besticht der EA-Ableger zwar in den Menüs mit ihren altbewährten Soundtracks, wobei im Spiel die fehlenden und dann plötzlich wieder auftretenden Fanchöre einfach Stimmungskiller sind.

Das Spiel mit den zwei Gesichtern

Was Electronic Arts beim Gameplay verabsäumte, machen sie durch einen bombastischen Umfang wieder gut. Pro Evolution Soccer beinhaltet zwar den wirklich erstklassigen Modus „Champions League“, für welchen Konami extra die Lizenz dafür hat und einen Karrieremodus, aber FIFA zieht hier um Meilen voraus.

Viele Dinge sind dem ein oder anderen ja bekannt, daher legen wir unser Augenmerk eher auf die Neuerungen. Neben dem Liga- und dem Turniermodus gibt es auch noch den Be-a-Pro und den Karrieremodus. Als Pro erstellt man zu Beginn einen eigenen Charakter, den es vom Straßenkicker (ähnlich FIFA-Street) zum gut bezahlten Profifußballer hochzuspielen gilt. Nach jedem Spiel sammelt man Erfahrungspunkte, welche die Attribute der eigenen Persönlichkeit aufwerten. Doch nochmals zurück zum Street-Modus. Dieser ist eine Besonderheit der Nintendo-Versionen. Mit Straßenkleidung ausgerüstet trickst man sich durch eine Fun-Court ähnliche Anlage und versucht mit seiner Mannschaft Tore zu erzielen. Das Spiel an sich hat zwar nicht ganz so viel mit einer realen Partie Fußball zu tun, aber macht jede Menge Spaß. Abgesehen vom Be-a-Pro Modus kann man auch individuell ein Spielchen auf der Straße beginnen.

Fühlt man sich in der Haut eines Fußballers doch nicht so wohl oder möchte seine Schuhe an den Nagel hängen, gibt es noch den Karriere-Modus. Hier bestreitet man Saisonen aus der Sicht eines Trainers, ist für Transfers, den Ankauf von Geräten und Personal, Upgrades des Stadions, für Taktiken, Werbepartner etc. verantwortlich. In diesem Modus hat man also alle Hände voll zu tun, bietet aber eine enorme Langzeitmotivation.

Weitere (fehlende) Funktionen

Wer die letzten Nintendo DS Versionen von FIFA sein eigen nennt weiß, dass diese alle einen Online-Modus hatten. Ob es an den schleppenden Verkaufszahlen des 3DS oder woran auch immer liegt, EA hätte in dieser Hinsicht Konami weit überholen können, würden sie auch auf dem 3DS einen online Multiplayer anbieten. So ist es leider nur ein großer fetter Minuspunkt geworden. Darüber tröstet auch die SpotPass-Funktion nicht hinweg, mit der man sich die aktuellsten Transfers und Trikots herunterladen kann. Zweiteres ist vor allem beim Ersteinlegen des Spiels nötig, da ansonsten die Spieler ohne Sponsoren auf den Trikots herumlaufen, was ziemlich öde wirkt. Ein lokales Spiel ist bei beiden Fußballgames möglich, wobei ausschließlich PES über eine StreetPass-Funktion verfügt.

7.5Wertung

Fazit

Als großer Fan der FIFA Serie habe ich mich sehr auf den Release des Games für den 3DS gefreut. War ich doch schon sehr begeistert von Pro Evolution Soccer 2011 welches doch schon einige Monate auf den Buckel hat. So war die Erwartung natürlich riesig, da es nur besser kommen kann! Doch leider falsch gedacht. FIFA 12 ist zwar ein tolles Spiel, an dem man sicher seinen Spaß haben wird, aber alleine vom Gameplay hat der Konami-Ableger die Nase vorne. Das Spiel wirkt sehr schwerfällig und auch das Erarbeiten von tollen Situationen funktioniert nicht so reibungslos wie bei PES. Getrübt wird dann noch die Motivation durch totenstille in den Stadien, da die Fans nur 16m vor dem Gehäuse irgendwie anfangen munter zu werden und eben so schnell wieder wahrscheinlich in die Kantine gehen. Ein großer Vorteil von FIFA 12 sind natürlich wie immer die vielen Lizenzen und vor allem die Vielzahl an verschiedener Spielmodis. Alleine das Straßenspiel macht sehr viel Spaß. Electronic Arts hat es aber auch leider nicht geschafft einen online Multiplayer zu integrieren. Nichts desto trotz kann man getrost im Laden zugreifen, wenn man noch keine Fußballsimulation für den 3DS sein eigen nennt. Hat man es aber noch nicht ganz so eilig, so würde ich dennoch raten auf Dezember zu warten, denn da kommt Pro Evolution Soccer 12 in die Läden. Das Spiel wird sicherlich vieles erneut besser machen und hoffentlich dann auch Onlinespaß anbieten.

Design
8.0
Sound
6.5
  • viele Lizenzen
  • großer Umfang
  • toller 3D Effekt
  • kein online Multiplayer
  • fade Stadionatmosphäre
  • schwerfälliges Gameplay

Vielen Dank an die Firma Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.

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