Zum Inhalt springen
Dead or Alive Dimensions

Dead or Alive Dimensions

David

Dead or Alive Dimensions ist nicht nur der erste Auftritt der Serie auf einem Nintendosystem, sondern gleichzeitig auch die Möglichkeit der Serie sich zu rehabilitieren. 
Dabei muss sich der Titel auch gegenüber seinem direkten Konkurrenten Super Street Fighter IV - 3D Edition behaupten, der einen Großteil der Spieler sehr überzeugen konnte.

Wie sich das Beat`em Up aus dem Hause Tecmo schlägt, könnt ihr in unserer Review zur Dead or Alive Dimensions nachlesen.

Dead or Alive Dimensions

3DS

Entwickler
Koei Tecmo
Publisher
Koei Tecmo
Konsole
3DS
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 12

This is Mugen Tenshin!

Behandelt man das Thema Beat `em Ups, so dürfte Dead or Alive auf jeden Fall zur Sprache kommen. Und sei es nur wegen der extremen Brustphysik, die bei den weiblichen Charakteren zum Einsatz kommt.
Nachdem die Serie in den letzten Jahren eher durch Beachvolleyballspiele und einen ebenfalls in den Sand gesetzten Film in den Medien präsent war, meldet sich Team Ninja nun auf dem 3DS mit einem reinrassigen Prügelspiel zurück.
Dabei erzählt Dead or Alive Dimensions keine eigene Geschichte, sondern fasst die Geschehnisse aller bisher erschienen Teile des Kampfspieles zusammen.
Wie es bei dieser Art von Spiel üblich ist, werden diese immer konfuser und abstrakter je mehr Ableger veröffentlicht werden. Dementsprechend führt diese Zusammenfassung des Konflikts, welcher sich hauptsächlich zwischen den Shinobi des Mugen Tenshin Ninja Clans und dem DOATEC-Konzern abspielt, oftmals zu Kopfschütteln, da es schon extrem mutwillig zusammengefügt wirkt.
Da das Erzählen einer Geschichte aber nicht zu den Aufgaben eines Beat `em Ups gehört kann man doch über diesen Punkt hinwegsehen. Dafür kann das Spiel in Sachen Umfang punkten: neben zahlreicher Spielmodi und den typischerweise freischaltbaren Charakteren und Arenen, bietet das Spiel unzählige Extras, wie Outfits und Bilder für die Vitrine, die es zu entdecken gilt.

Content, Content und nochmals Content

Wer bisher noch keine Erfahrungen mit dem Kampfsystem von DoA und der Geschichte hinter dem Spektakel gemacht hat, dem bietet der Chronik-Modus die Möglichkeit sich sowohl kämpferisch als auch storytechnisch ins DoA-Universum einzuspielen. In mehrere Kapitel aufgeteilt gilt es, die bisherigen Geschehnisse nochmals zu durchleben. Zwischen den vielen Zwischensequenzen darf auch ab und an gekämpft werden. Diese Kämpfe beginnen oftmals mit Tutorials, die dem Spieler immer einen speziellen Part des Kampfsystems näher bringen.
Auch wenn das Ganze etwas langatmig ist, so hat sich Team Ninja hier eine nette Option zur Einführung neuer Spieler ausgedacht und schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Wer auf eine Einführung verzichten möchte oder kann, der kann direkt im Arcade-Modus einsteigen. Hier gilt es je nach Kurs bei verschiedenen Schwierigkeitsgraden eine vorgegeben Anzahl von Gegnern in Bestzeit zu schlagen.
Im Survival-Modus müsst ihr gegen einen ganzen Strom von Gegnern nacheinander antreten. Nach jedem Kampf regeneriert sich eure Gesundheit ein wenig. Ziel ist es, so viele Kontrahenten wie möglich auszuschalten.
Gegen besonders hartnäckige Widersacher tretet ihr im Partner-Modus an. Dafür steht euch ein von Computer gesteuerter Kämpfer als Tag Team Partner zur Seite.
Im freien Spiel könnt ihr nach Herzenslust gegen den Computer antreten. Einfach die Kämpfer, die Arena, den Schwierigkeitsgrad und die Kampfbedingungen festlegen und los geht es.
Um die Fähigkeiten mit einzelnen Kämpfern zu perfektionieren, bietet sich das Training an. Hier werden euch detaillierte Statistiken und Auswertungen angezeigt. Ebenso könnt ihr den Computergegner vollkommen nach euren Bedürfnissen einstellen. Soll er sich einfach verprügeln lassen, nur versuchen abzuwehren, bestimmte Attacken durchführen. So könnt ihr selber gezielt bestimmte Situationen simulieren und trainieren.
Wer genug trainiert hat oder keine Lust auf Kämpfe gegen den Computer hat, der kann sich mit anderen Spielern messen. Dies geht entweder lokal oder via Wi-Fi vonstatten. Beim lokalen Spiel sind zwei Module von Nöten. Ein Downloadspiel bietet der Titel leider nicht.
Beim Spiel via Internet hat man die Wahl zwischen Gegnern aus der Freundesliste, der Region oder aus der ganzen Welt. Leider kam es im Test des Onlinekampfes oft zu Lags, was die Spielfreude doch stark mindern kann. Ein punktebasierendes Rankingsystem bietet dafür Anreiz, sich nach oben zu kämpfen.
Ähnlich wie beim Konkurrenten Streetfighter nutzt das Spiel StreetPass um automatisch Kontakt mit anderen 3DS-Systemen aufzunehmen. Hat der Besitzer auch DoA mit aktivierten StreetPass so kommt es zu einer Throwdown-Challenge. Hierbei werden die Daten des Spielern auf das eigene System übertragen. Sobald man den Titel wieder startet, hat man nun die Möglichkeit gegen eben jenen Spieler anzutreten und Punkte und Figuren zu sammeln. Auch von Team Ninja sollen in Zukunft solche Herausforderungen kommen und die Option auf neue Inhalte bieten.
In der Vitrine könnt ihr die bis zu 999 sammelbaren Figuren vor den verschiedensten Hintergründen platzieren und fotografieren. Dabei könnt ihr via Tasten Zoomen und die Figur drehen. Mit Hilfe der Gyrosensoren könnt ihr euch wie bei einer echten Kamera den perfekten Winkel für eure Bild aussuchen. Neben dem Erwerb durch Spielen und Siegen, können auch 3DS-Spielmünzen eingetauscht werden um neue Figuren zu erhalten.
Im 3D-Fotoalbum könnt ihr eure gespeicherten Meisterwerke nochmals betrachten. Je nachdem ob beim erstellen des Bilder der 3D-Modus eingeschaltet war oder nicht, ist auch die Fotografie 3D oder 2D.
Wer auf Statistiken und Übersichten steht, der wird DoA lieben. Es gibt fast keinen Aspekt und keine Aktion die nicht akribisch in der Kampfstatistik festgehalten wird.
In den Optionen können Ton, Sprache, Street,- und Spotpasseinstellungen und die Steuerung konfiguriert werden. Neben zwei festgelegten Steuerungsarten bietet der Titel die Möglichkeit, alle Tasten nach eigenem Belieben festzulegen.

Kampftechnik

Anders als viele seiner Genrekollegen setzt DoA nicht auf stumpfes Blocken und Ausweichen sondern verfügt über ein ausgefeiltes Kontersystem: das sogenannte Dreiecksystem, welches im Prinzip ein Schere-Stein-Papier-System ist.
Als Grundaktionen stehen dem Spieler Abwehr/Halten, Wurf, Tritt und Schlag zur Verfügung. Folgende Grundregeln kommen hierbei zum Einsatz.
- Angriffe übertreffen Würfe. Beim Greifversuch kann ein Wurf durch einen Angriff aufgehoben werden.
- Griffe übertreffen Angriffe. Ist man in einem kritischen Stun, ist die einzige Verteidigungsmöglichkeit ein Griff.
- Würfe übertreffen Griffe. Beim Greifversuch kann ein Griff durch einen Wurf aufgehoben werden.
Das klingt zunächst etwas befremdlich, wird im Spiel aber sehr gut umgesetzt. Zumal es sehr viel Dynamik ins Geschehen bringt sobald man das System verinnerlicht hat.
Auch wenn die charakterspezifischen Angriffe nicht ganz so aufwändig und überzogen sind wie zum Beispiel in Streetfighter, so ist der Kampfablauf als ganzes schon sehr imposant anzusehen, wenn die Kämpfer das System beherrschen.

Die Steuerung des Spiel erfolgt entweder über Steuerkreuz oder Slidepad und Tasten. Ähnlich wie bei Streetfighter gib es auch bei Dead or Alive Dimensions die Eingabemöglichkeit über den Touchscreen. Anders als beim Konkurrenten gibt es hier allerdings die komplette Moveliste des Kämpfers und die Basisattacken zur Auswahl. Situationsbedingt werden auch Konteraktionen zur Auswahl angezeigt. Anders als in Streetfighter kann man diese Option nicht ausschalten. Da die Moveliste allerdings ziemlich klein ist und man scrollen muss um alle Moves auszuwählen, ist sie in einem ernsthaften Kampf keine wirkliche Steuerungsoption.

Grafisch dürfte Dead or Alive momentan mit das Beste sein was der 3DS zu bieten hat. Sowohl in 2D als auch in 3D weiß das Spiel optisch absolut zu überzeugen. Wer allerdings in 3D spielt, muss damit Leben, dass das Spiel nicht in voller Geschwindigkeit abläuft. So steht man vor der Entscheidung den Titel entweder in hoher Geschwindigkeit oder in wunderschönem, wenn auch nicht spielrelevantem 3D zu spielen.
Die große Anzahl der Arenen sind schön gestaltet und dadurch, dass sie teilweise über mehrere Etagen gehen oder zerstörbare Elemente beinhalten, bieten sie sowohl zusätzlichen Reiz als auch Einfluss auf das Kampfgeschehen.
Etwas ärgerlich ist die schwankende Qualität der Videosequenzen im Chronik-Modus. Manchmal begeistert das Spiel mit voll animierten Rendervideos, dann kommen auf einmal wieder Standbilder zum Einsatz., dann bewegte Bilder welche komplett ohne Mimik aber mit Worten aus geschlossenen Mündern aufwarten. Diese Inkonsequenz wäre nun wirklich nicht nötig gewesen.
Der Sound ist in gewohnter Beat `em Up Manier actionlastig und schnell.
Die Sprachausgabe kann auf englisch oder japanisch eingestellt werden. Untertitel hingegen gibt es in zahllosen europäischen Sprachen. Interessant ist das Layout des Booklet welches quer gedruckt ist und wirklich schön gestaltet wurde.

8.5Wertung

Fazit

Dead or Alive Dimensions ist sowohl ein geglückter Einstieg der Serie auf einem Nintendosystem, als auch eine gelungene Rückkehr zu guten alten Beat `em Up – Werten.
Der Titel bietet Kennern der Serie leider kaum neue Inhalte, dafür aber handfeste Action und einen gewaltigen Umfang.
Der 3D-Effekt senkt zwar die Framerate, ist aber sehr schön anzusehen. Leider ist das Onlinesystem nicht so ausgefeilt, wie jenes von Street Fighter IV. Hier besteht noch Handlungsbedarf um einen reibungslosen Ablauf der Onlinekämpfe zu gewährleisten.
Durch den Chronik-Modus werden Einsteiger sowohl an die Geschichte als auch an die Kampftechnik Stück für Stück heran geführt.
Dementsprechend können sowohl Fans als auch solche die es noch werden wollen, bedenkenlos zugreifen.

Design
9.0
Sound
8.0
Online Multiplayer
9.0
  • guter 3D-Effekt
  • gewaltiger Umfang
  • taktisches Kampfsystem
  • viel freischaltbares
  • Lags im Onlinespiel
  • konfuse Story
  • wenig Neues

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

👍
❤️
😂
😮
🔥
👀
🤔
🎮
🎉

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!