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Conduit 2

Conduit 2

David

Obwohl The Conduit den hohen Erwartungen vieler Spieler nicht gerecht wurde, hat sich High Voltage nicht davon abbringen lassen die Geschichte des Michael Ford weiter zu erzählen.

Ob der zweite Teil des Sci-Fi-Shooters die gleichen Fehler macht wie der Vorgänger, oder ob der Entwickler seine Hausaufgaben gemacht hat erfahrt ihr in unserer Review zu Conduit 2.

Conduit 2

WII

Entwickler
High Voltage
Publisher
Sega
Konsole
WII
Spieler
1–12 lokal
Freigabe
USK ab 16

Auch wenn der erste Teil The Conduit nicht wie erwartet die Offenbarung in Sachen Shooter auf der Wii war, entschloss sich High Voltage trotzdem dazu, einen zweiten Teil zu produzieren. Schließlich hatte man ja zumindest in Ansätzen schon gezeigt, dass dieses Genre mit Bewegungssteuerung auf der Wii sehr wohl umsetzbar ist.
Storytechnisch knüpft der zweite Teil nahtlos an Teil eins an und so schlüpft ihr erneut in die Rolle des Geheimagenten Michael Ford.
Für all diejenigen, die den ersten Teil nicht gespielt haben, hier eine kurze Zusammenfassung:
Mr. Ford, seines Zeichens Geheimagent, schließt sich einer Organisation an welche sich als das Syndikat bezeichnet. Ihr Anführer John Adams stellt sich im Laufe des Abenteuers als Außerirdischer heraus, der mit Hilfe einer gewaltigen Verschwörung und einer Armee aus Hybrid-Soldaten die Weltherrschaft an sich reißen will.
Neben dem ASA (Alles Sehende Auge), einem außerirdischen Gerät mit erstaunlichen Kräften, steht euch Prometheus, der ursprünglich euer vermeintlicher Gegner war, zur Seite.
Ein erbitterter Kampf um das Überleben der Menschheit beginnt, ohne dass klare Verhältnisse über Freund und Feind herrschen.
Am Ende des ersten Teils gelingt es Adams durch ein Conduit genanntes Portal zu flüchten und sich so eurem Zugriff zu entziehen.
Da von dem Außerirdischen trotz der Aufdeckung seiner Machenschaften immer noch eine gewaltige Gefahr ausgeht, zögert Michael nicht lange und folgt ihm.
An dieser Stelle nun beginnt der zweite Teil.
Nachdem der Agent durch das Portal gegangen ist, findet er sich auf einer Ölplattform wieder, auf der sich Adams verschanzt hat.
High Voltage versucht erst gar nicht eine epische Geschichte aufzubauen wie manch anderer Shooter, sondern wirft den Spieler direkt ins Geschehen und konzentriert sich auf die Action.
Nachdem es dem feindlichen Alien erneut gelungen ist zu flüchten, landet Ford schließlich in Atlantis. Dieser Ort dient zum einen als Ausgangspunkt für eure weitere Suche nach Adams und Verbündeten im Kampf gegen seinesgleichen, zum anderen trifft man dort auf Andromeda, die euch fortan zur Seite steht.
Leider erweisen sich eure Gegner, genau wie im ersten Teil, als ziemlich unfähig. Auch wenn sie ab und an in Deckung gehen oder sich eine solche durch z.B. das Umwerfen eines Getränkeautomaten selber schaffen, wirken sie oftmals wie Schießbudenfiguren die nur darauf warten, von euch aufs Korn genommen zu werden.

Einer der Hauptkritikpunkte an Teil 1 war das sich ständig wiederholende Leveldesign, das sich fast ausschließlich auf Washington DC beschränkte. Um dies zu vermeiden, holt der Entwickler gleich groß aus, und so sind eure Einsatzorte über den ganzen Globus verteilt. So dienen neben Washington auch China, Sibirien und Südamerika als Schauplatz der gwaltigen Auseinandersetzung.
Wie auch im Vorgänger steht Michael bei seinem Kampf ein gigantisches Waffenarsenal zur Verfügung. Neben normale Schusswaffen wie Sturmgewehr, Pistole und Schrotflinte kommen auch in diesem Teil wieder ausgefallene Alienwaffen zum Einsatz. Euer Held kann je zwei dieser todbringenden Werkzeuge mit sich tragen. Einige der Waffen verfügen außerdem über einen sekundären Feuermodus, der in gewissen Situationen sehr hilfreich oder sogar nötig ist. Sollte euch ein Feind zu sehr auf die Pelle rücken, so könnt ihr ihn auch gezielt im Nahkampf attackieren. Steht Mr. Ford einer großen Anzahl oder einem besonders starken Feind gegenüber, empfiehlt sich der Einsatz von Granaten.
Ein weiteres mächtiges Werkzeug ist das ASA, über welches der Agent mit Prometheus kommunizieren kann. Es kann zusätzlich dazu genutzt werden geheime Nachrichten zu entschlüsseln und feindliche Computer zu hacken. Der Einsatz des ASA ist oftmals zwingend notwendig um im Spiel voran zu kommen. Sobald ihr es aktiviert, ändert sich der Sichtmodus in eine Art Wärmebildoptik, die euch wichtige und auffällige Punkte anzeigt und Feinde, die für das bloße Auge nicht sichtbar sind, aufdeckt.
Bei seinem ersten Besuch in Atlantis erhält Michael zudem die Rüstung des Destroyers, die ihn besser vor feindlichem Feuer schützt und im Laufe der Missionen durch Upgrades verbessert werden kann. Bis zur drei Verbesserungen können zur gleichen Zeit aktiv sein. So können zum Beispiel die Nachladezeit und der Waffenwechsel beschleunigt, die Panzerung verbessert und die Sprintgeschwindigkeit erhöht werden.

Mehr Spieler bitte!

Einer der ganz großen Pluspunkte des Spiel ist der umfangreiche Mehrspielerpart.
Hier können bis zu vier Spieler lokal, und bis zu 12 Spieler via Wi-Fi mit bzw. gegeneinander antreten.
Dabei stehen einem nicht nur die gewohnten Spielmodi wie Deathmatch und Capture the Flag zur Verfügung, sondern auch ans Spiel angelehnte Varianten wie ASA-Basketball oder Stromstoß. Vor Spielbeginn entscheidet man sich entweder für eine der vier Playlists, in welchen verschiedene Spielmodi ausgetragen werden. Oder man erstellt ein eigenes Spiel nach selbst festgelegten Einstellungen.
Je nach Variante gibt es Punkte für das Ausschalten von Feinden oder das Erreichen bestimmter Missionsziele wie zum Beispiel das Zerstören feindlicher Generatoren.
In Teamspielen ist es zudem möglich, sich von einem Kameraden wiederbeleben zu lassen, anstatt komplett neu zu beginnen. Das ist gerade in den Modi mit begrenztem oder ausgeschaltetem Respawn sehr wichtig.
Der Splitscreenmodus bietet zudem einen zusätzlichen Invasionsmodus, in dem es gilt so lange als möglich gegen Wellen feindlicher Angriffe zu überleben.
Wie alle Wii-Titel verfügt Conduit 2 über einen Freundescode mit dessen Hilfe man direkt mit befreundeten Spielern in ein Match einsteigen bzw. ein eigenes eröffnen kann.
Des weiteren gibt es eine Rivalenliste in der Spieler aufgeführt werden, die nicht in der eigenen Freundesliste stehen, aber auf die man bereits online getroffen ist.
Der Titel unterstützt das Headbanger-Headset mit dessen Hilfe man einen Voicechat zur verbesserten Teamkommunikation einrichten kann. Wer keine Lust auf die Kommentare anderer Spieler hat, kann diese im Menü stummschalten.

Neben Erfolgen die man im Laufe des Spiel erringen kann, sammelt der Spieler auch Medaillen für die Kampfeinsätze im Onlinemodus. Das internes Rankingsystem bietet einen weiteren Anreiz sich online mit anderen Spielern zu messen.

Technik

In Bezug auf die Grafik wusste auch Teil 1 schon zu punkten und der Nachfolger kann sogar noch eine Schippe drauflegen. Die Objekte wurden mit deutlich besseren Texturen versehen und auch an den Effekten wurde noch nachgebessert. Durch die verschiedenen Schauplätze kommt die eigens für die Serie entwickelte Engine gut zum Einsatz und zeigt Umgebungen, die auf der Wii ihresgleichen sucht. Leider führt diese Detailvielfalt an manchen Stellen zu Einbrüchen in der Framerate. Stellenweise kommt es gar zu grässlichen Zusammenbrüchen der Spielarchitektur.
Positiv hingegen sind die neu eingeführten Videosequenzen, die das Spielgeschehen im Gegensatz zu den statischen Vorträgen aus dem ersten Teil doch sehr auflockern.
Im Mehrspielermodus wird die Optik allerdings gewaltig nach unten geschraubt und man bekommt deutlich die Leistungsgrenzen der Konsole aufgezeigt.
Dafür sind die Lade- und Wartezeiten sowohl On- als auch Offline sehr kurz.
Die Verbindungen im Mehrspielermodus sind stabil, aber wie bei allen anderen Titeln auch nicht vor Lags oder Abstürzen gefeit.
Leider verfügt auch das zweite Abenteuer des Mr. Ford nur über eine englische Sprachausgabe. Diese ist dafür sehr vielfältig und bei Bedarf lassen sich Untertitel einblenden. Auch wenn die Dialoge zwischen Prometheus und Michael dem Spiel etwas den Ernst nehmen, so sind die Gespräche zwischen dem gebildeten und eloquenten Alien und dem Haudrauf Ford sehr amüsant zu verfolgen.
Die Hintergrundmusik passt zum allgemeinen Spielgeschehen und trägt so gut zur Atmosphäre bei.
Die Steuerung funktioniert wie auch im Vorgänger tadellos. Der Spieler hat hierbei die Wahl zwischen verschiedenen Steuerungsvarianten. Mit Fernbedienung und Nunchuck oder Classic Controller/Pro. Nach kurzer Eingewöhnung ist die Bewegungssteuerung allerdings wesentlich intuitiver, auch wenn nicht alle Tasten optimal belegt wurden.
Zusätzlich unterstützt der Titel die Motion+ Technologie, wobei es im Spiel kaum einen Unterschied macht, da die Standardsteuerung schon sehr gut funktioniert.

8.0Wertung

Fazit

Conduit 2 setzt unvermittelt da ein wo der erste Teil zu Ende ging. Allerdings haben die Entwickler die Kritik am Vorgänger ernst genommen und in vielen Bereich nachgebessert. Vor allem die nun abwechslungsreiche Kulisse ist hier positiv zu erwähnen. Optisch hat High Voltage ebenfalls noch mal nachgelegt, auch wenn dies stellenweise zur Gunsten der Performance geht. Der Mehrspielerpart ist auch in diesem Teil ein großes Plus, dass unter anderem die nicht all zu lange Spielzeit der Kampagne problemlose abfedert. Die Gegner sind leider weiterhin erschreckend künstlich unintelligent, was den Spielspaß stellenweise stark ausbremst.
Alles in allem ist Conduit 2 für Wii Verhältnisse ein solider und guter Shooter geworden, der vieles besser macht als sein Vorgänger, aber auch noch deutlich Luft nach oben hat.

Design
8.0
Sound
7.0
Online Multiplayer
9.0
  • abwechslungsreiche Umgebung
  • gute Steuerung
  • starker Mehrspielerpart
  • solide Action
  • schlechte KI
  • schwankende Framerate
  • schwache Story

Vielen Dank an die Firma SEGA für die Bereitstellung des Testmusters.

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