
Pokémon: Weiße Edition
Wie wir kürzlich berichteten, haben die neuen Pokémon-Spiele bereits einen Verkaufsrekord geknackt. Mit der weißen und schwarzen Edition beginnt nun auch die 5. Generation der schon über 10 Jahre existierenden Reihe.
Ob die hohen Verkaufszahlen gerechtfertigt sind oder ob der Generationssprung schlussendlich doch nicht so gut geklappt hat, erfahrt ihr in unserem Review zu Pokémon: Weiße Edition.

Pokémon: Weiße Edition
NDS
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Pokémon
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NDS
- Spieler
- 1–5 lokal
Das erste Pokémon-Spiel kam bereits Ende des letzten Jahrhunderts für den Game Boy auf den Markt und hat großen Erfolg gezeigt. Inzwischen hat sich die Serie in den vielen Jahren weiterentwickelt und immer wieder viel Neues geboten. Nun bringt Nintendo mit den neuen Editionen Schwarz und Weiß die ersten Spiele der 5. Pokémon-Generation auf den Markt. Ob auch diese mit den Vorgängern mithalten können und was neu ist, erfahrt Ihr in folgendem Bericht.
Aller Anfang ist schwer
Startet man das Spiel, wird man gleich mit einer mysteriösen Diashow von Bildern überrascht, was eher pokémon-untypisch ist. Nach den üblichen Eingaben findet man sich in seiner kleinen Heimatstadt wieder, wo es typischerweise wieder drei Pokémon zur Auswahl gibt. Diesmal handelt es sich beim Typ Feuer um Floink, bei Wasser um Ottaro und bei Pflanze um Serpifeu. Dem Spieler begleiten während seiner Reise durch die Einall-Region zwei weitere Trainer aus der Heimatstadt – Cheren und Bell. So tauchen sie immer wieder gerne auf, um einen Trainerkampf auszutragen. Während es im Hauptfeld natürlich wieder darum geht, durch die gesamte Region zu reisen, dabei alle acht Orden zu sammeln und im Anschluss gegen die Top Vier zu kämpfen, um Champ zu werden, läuft parallel dazu auch wieder eine eigene Geschichte. Diesmal ist es Team Plasma, welches in der gesamten Einall-Region Unruhe stiften. Sie behaupten, dass Trainer ihren Pokémon die Freiheit entreißen, weshalb sie selbst gegen andere antreten, um den Verlierern die Pokémon wegzunehmen. Diese Geschichte entwickelt sich natürlich auch mit der Zeit weiter und ist sehr gut in das Abenteuer eingebunden. Der Multiplayer-Modus – Also den Pokémon-Kampf gegeneinander – funktioniert dabei (wie gehabt) gleich wie in der ganz normalen Einzelspieler-Kampagne.
Natürlich gilt es wieder unzählige Trainerkämpfe zu meistern, möglichst viele Pokémon zu fangen und zu trainieren und die vielen Städte und Routen zu erkunden. Es dürfte wohl auch jedem klar sein, dass dieses Grundprinzip auch nicht wirklich verändert wurde. Doch das ist auch nicht notwendig, denn das Prinzip fesselt wie eh und je und kleine Neuerungen sind gut integriert worden. Auf diese möchte ich jetzt im Folgenden noch genauer eingehen…
Was bleibt
Mit dem Beginn der 5. Generation gibt es auch wieder eine Menge neuer Pokémon zu sehen. Man kann sich also ein weiteres Mal auf die Suche nach 152 komplett neuen Wesen in der Einall-Region machen und neuerdings übrigens auch Dreierkämpfe bestreiten. Eine weitere Änderung gibt es bei den technischen Maschinen: Nun können nicht nur VMs, sondern auch TMs beliebig oft eingesetzt werden. Des Weiteren handelt es sich bei Zertrümmerer und Kraxler um keine versteckten Maschinen mehr. Eine meiner Meinung nach angenehme Änderung ist, dass der Supermarkt und das Pokémon-Center nun in einem Gebäude zusammengefasst wurden. Eine weitere Neuerung stellt das sogenannte „C-Gear“ dar. Dabei handelt es sich um ein Gerät, dass die Spielfigur immer bei sich trägt und die Funktionen der drahtlosen Kommunikation ausweitet – Mehr dazu aber später. Auch die Grafik wurde wieder verändert und modernisiert – Darauf will ich noch etwas genauer eingehen…
Grafische Meisterleistung?
Mit der neuen Generation haben sich auch Grafik und Optik verändert. Die Vogelperspektive im normalen Spielverlauf ist nun noch weiter nach hinten (unten) gerutscht und die Größe weit entfernter Objekte wurde angepasst. Das bedeutet, dass alle Objekte im Vordergrund sehr groß dargestellt werden und kleiner werden, desto weiter weg sie sich befinden. Dies wurde sehr gut umgesetzt und frischt das Gameplay wieder auf. Oft wechseln auch die Perspektiven – Vor allem in der Stadt Stratos City passiert das sehr häufig, was auf die Dauer doch als störend empfunden werden kann. Die anderen Sichten sind für sich nicht übel – durch eine Änderung der Perspektive und die damit verbundene schräge Betrachtung auf die Spielwelt wirkt die Steuerung jedoch etwas ungewohnt. Des Weiteren erstrahlen nun auch die Kämpfe in neuem Glanz: Während die verschiedenen Attacken nun großteils sehr gut animiert sind, bewegen sich auch die Pokémon am Stand – wenn gerade nichts im Kampf geschieht - und die „Kamera“ zoomt immer ein wenig durch den „Raum“. Diese Features lassen die Kämpfe gleich viel lebendiger wirken. Was auf jeden Fall noch erwähnenswert ist: Werden Objekte oder Figuren größer als normal (z.B. durch Zoom) dargestellt, dann wirken diese meist verdammt pixelig – natürlich wirkt auch das professioneller, aber unter einem künstlerischen Grafikstil stelle ich mir was anderes vor. Dennoch stört diese Optik, die eben in manchen Fällen auftritt – meistens natürlich in Kämpfen – kaum. Insgesamt wurde also doch einiges an der Grafik gemacht – diese kann sich auch durchaus sehen lassen und weißt doch eindeutige Verbesserungen zu den früheren Teilen auf.
Gelungener Soundtrack
Auch vom Sound her hat das Spiel wieder einiges zu bieten. Zu jeder Situation finden sich passende Melodien, die allesamt richtig gut gemacht sind und sehr episch wirken. Die neue Pokémon-Generation bringt meiner Meinung nach somit starke Verbesserungen in punkto Soundtrack mit.
„Moderne“ Internet-Features
Auch online haben die schwarze und weiße Edition wieder einiges zu bieten. Zu Beginn sei einmal gesagt, dass DSi- DSi XL- und wahrscheinlich auch 3DS-Besitzer ein paar zusätzliche Funktionen nutzen können. Eine davon ist die bisher leider einzigartige Möglichkeit, endlich mit einem DS-Karten-Spiel eine Verbindung zu einem WLAN-Router mit WPA2-Verschlüselung aufzubauen, da die Karte die internen Einstellungen des DSi ausliest und übernimmt. Diese sichere Verschlüsselungsart ist heute bereits Standard und ich frage mich, wieso das derartig lange nicht funktioniert hat. Des Weiteren ist es nun auch möglich, per Pokémon-Spiel einen Voice- oder Videochat zu führen. Letzteres funktioniert klarerweise auch nur mit dem DSi – Allerdings ist diese Funktion mehr oder weniger unnötig, da sowohl Audio- als auch Videoqualität verdammt übel sind. Als kleines Extra kann das Videobild ein bisschen mit Graffiti bemalt werden, was aber auch nicht überzeugen kann. Außerdem gibt es weiters noch den vorher bereits erwähnten Voice-Chat, bei dem eben nur die Stimme des Gegenübers übertragen wird. Auch hierbei ist die Qualität ziemlich minderwertig, weshalb diese Neuerung ebenfalls eher für die Katz war. Natürlich hat man wieder die Möglichkeit, auch online seine Viecher zu tauschen und sie kämpfen zu lassen. Des Weiteren gibt es noch ein Areal, was sich Kontaktebene nennt und einige nette zusätzliche Features bietet. Ein paar weitere Funktionen können vorerst noch nicht genutzt werden, da der globale Pokémon-Server gewartet werden muss. Unter diesen „Global Link“-Funktionen verbergen sich, um genau zu sein, die Traumwelt und die globale Kampf-Union, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht getestet werden können.
Fazit
Die neuen Pokémon-Editionen bringen einige erfreuliche Neuerungen mit sich und stehen den Vorgängern in keinen Punkten nach. Soundtrack sowie Grafik wurden exzellent ins Spiel integriert, wobei der Reiz des allgemeinen „Sammel- und Fang-Prinzips“ natürlich nicht nachlässt. Im Gegenteil – Mit der 5. Generation der Pokémon-Reihe macht das Sammeln aller Orden mehr Spaß denn je, wobei auch die Story diesmal nicht ganz so simpel wie in den Vorgängern ausfällt.
- Gute Grafik
- Toller Soundtrack
- Über 150 neue Pokémon
- Viele Online-Features
- Hin und wieder rascher Perspektivenwechsel
- Video- und Voicechat-Qualität nur mäßig
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


