
Super Scribblenauts
Bereits ein Jahr nach dem Release von Scribblenauts schmückte der Nachfolger unseren Ladenregale. Das innovative Spielprinzip vom 1. Teil wurde ausgebaut und begeistert nach wie vor - Zumindest den Preisen zufolge, die dieses Spiel einheimste.
Ob auch wir von diesem Spiel derart begeistert waren, könnt Ihr in unserem Review zu Super Scribblenauts nachlesen, wo wir den Titel genauer unter die Lupe genommen haben.

Super Scribblenauts
NDS
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- 5th Cell
- Publisher
- WB Games
- Konsole
- NDS
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Vor über einem Jahr erschien Scribblenauts für den DS. Die Idee, Rätsel mithilfe eigener Worte zu lösen, kam gut an und verkaufte sich so relativ häufig. Daher entschied man sich, einen Nachfolger mit neuen Features zu entwickeln. Auch dieser kam gut an und konnte sogar den Gamescom-Award in der Kategorie „Bestes mobiles Spiel“ einheimsen. Doch ob Super Scribblenauts wirklich so spektakulär ist, erfahrt ihr in folgendem Bericht.
Altes Spielkonzept – Neue Auflage
Zu Beginn findet man sich in einer kleinen 2D-Welt, in der man die Hauptfunktion bereits nutzen kann, wieder: Das Erstellen von Objekten. Ein Klick auf das Symbol in der rechten oberen Ecke offenbart eine kleine vollwertige Tastatur. Mithilfe dieser kann man ein beliebiges Wort eingeben und das Objekt danach auf einer beliebigen Position in der Spielwelt platzieren. Natürlich mit gewissen Einschränkungen – Während der Gegenstand natürlich physisch greifbar sein muss, werden keine vulgären oder geschützten Namen, Eigennamen oder zweideutige Inhalte akzeptiert. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist dies schon der zweite Teil von Scribblenauts. Die größte Änderung im Gegensatz zu diesem liegt darin, dass nun auch Adjektive, die vor die Hauptwörter gesetzt werden müssen, eingegeben werden können. So kann man beispielsweise große, schwere, farbenfrohe oder hölzerne Objekte erschaffen. Hierbei darf man großzügiger weise übrigens fast unbegrenzt viele Adjektive vor das Hauptwort setzen. Die Lupe in der linken oberen Ecke lässt den Spieler bereits in der Spielwelt vorhandene Objekte anklicken, um zu sehen, um was es sich handelt. Im Intro-Bildschirm kann man zwischen einigen „Spielplätzen“ auswählen und dort die Umgebung nach eigenem Geschmack einrichten – Nettes Feature. Im Menü angekommen erwarten den Spieler dann die verschiedenen Auswählmöglichkeiten.
Rätsel um Rätsel
Der Hauptmodus des Spiels ist im Menü unter „Einzelspieler“ zu finden. Hier gibt es zahlreiche Levels mit Aufgaben, die gelöst werden müssen. Der Sinn dieser besteht darin, in einem kleinen 2D-Areal Rätsel zu lösen. Dies geschieht, in dem man, wie schon im Vorherigen Absatz erläutert, beliebige Objekte erschaffen lässt. Wenn Adjektive zur Lösung des Rätsels eingesetzt werden müssen, wird dies bereits im Vorhinein preisgegeben. Normalerweise gibt es bei diesen Missionen keine Zeitbegrenzung. Nun gibt es viele verschiedene Arten von Aufgaben – Grundsätzlich steuert man die Figur Maxwell, aber manchmal ist dies für das Beenden der Aufgabe völlig überflüssig. Beispielsweise muss man in manchen Levels nur eine Gegenstandsgleichung aufstellen, zueinander passende Eigenschaften erdenken und passende Objekte erstellen. Bei anderen Aufgaben muss man wiederum Gegenstände erschaffen um andere Personen oder Maxwell selbst über einen sicheren Pfad zu leiten bzw. um Hindernisse zu überwinden. Je nach der Art des eingegebenen Begriffs kann das Objekt entweder benutzt, getragen oder nur als Dekoration genutzt werden, wobei alle Varianten im Laufe des Spiels benötigt werden. Allerdings kann sich nur eine bestimmte Anzahl an Erschaffungen im Level befinden, wobei man bestehende natürlich jederzeit mit dem Touchpen in den „Papierkorb“, der dann am rechten oberen Bildschirmrand erscheint, ziehen kann und so aus der Spielwelt entfernt. Des Weiteren findet sich noch ein nützliches Icon im Spielfeld, das je 3 Tipps beherbergt, die zur Lösung des jeweiligen Rätsels beitragen. Der erste Tipp ist von Anfang an verfügbar, die anderen sind käuflich zu erwerben oder schalten sich nach längerem Tüfteln von alleine frei. Außerdem bekommt man nach jedem erfolgreich abgeschlossenem Level Geld, – Wie viel, hängt von der Art der Rätsellösung sowie der Wortkreativität ab – das für den Einkauf der Tipps oder zusätzlicher spielbarer Charaktere verwendet werden kann. Später werden noch zusätzliche Speziallevel freigeschalten, die actionreicher sind und dadurch auch oft in einem bestimmten Zeitfenster gelöst werden müssen.
Für kreative Köpfe
Level-Editoren in solchen Spielen sollten viele Funktionen bei leichter Handhabung besitzen. Vom Super Scribblenauts-Edtior bin ich von der Anzahl der Möglichkeiten her schlichtweg begeistert. Man hat alle Funktionen zur Verfügung, die auch im Hauptmodus vorkommen. Jede Kulisse, jedes Terrain, jedes Material, jeden Charakter und natürlich jedes, auch mit Adjektiven versehene Objekt, das man mit Hauptwörtern erschaffen kann. Auch die gute Bedienbarkeit kann hier punkten. Allerdings sei gleich zu Beginn gesagt, dass es einige Zeit benötigt, bis man ein halbwegs ordentliches Rätsel auf die Beine gestellt hat. Die Qual der Wahl zwischen den vielen Möglichkeiten, eine Aufgabe zu erstellen und dann der richtige Einsatz von Schlüsselbefehlen erfordern einen enormen Zeitaufwand. Für geduldige Spieler ist dieser Editor jedoch sehr zu empfehlen. Sowohl über das Internet als auch von DS zu DS lassen sich auch selbst erstellte Aufgaben übertragen – Ob man nun eigene Kreationen anderen zur Verfügung stellt oder sich von anderen Nutzern erstellte Aufgaben auf seine DS-Karte lädt.
Nette Extra-Features
Hinter dem Menüpunkt „Extras” verbergen sich die Verdienste, die man freischalten kann, in dem man gestellte Anforderungen, wie z.B. „Erstelle ein Wort mit 8 Adjektiven“, erfüllt. Außerdem bekommt man dadurch zusätzlich Geld.
Ausgereifte Technik?
Kommen wir nun zu der technischen Aufmachung des Spiels. Die Grafik erinnert an ein Blatt Papier mit aufgemalter Spielwelt, und die Figuren und Objekte sind Papierschnipsel, die sich teils bewegen können. Natürlich ist es nicht ganz so krass (siehe Bild), aber 3D-Modelle wären eigentlich schon schön. Das soll aber keineswegs bedeuten, dass ich der Grafik gänzlich abgeneigt bin - Sie erfüllt ihren Zweck vollkommen. Der Soundtrack bietet ganz nette Melodien, die gut zum Spielgeschehen passen. Wenn man allerdings einmal länger für ein Rätsel braucht, kann die Musik anfangen zu nerven. Von der Steuerung her sind 2 Arten verfügbar, die beide gut funktionieren – Hier gibt es also absolut nichts zu bemängeln. Das integrierte, sehr umfangreiche „bebilderte Wörterbuch“ ist einfach der Hammer und zeigt, wie viel Arbeit in den Titel gesteckt wurde. Allerdings fehlt dem Spiel auch etwas ganz wichtiges: Abwechslung. Es gibt sehr viele Aufgaben zu lösen, und das auf einem grundsätzlich sehr innovativen Weg. Allerdings ähneln die einzelnen Rätsel einander dann doch zu sehr, was dazu führt, dass nach einiger Zeit einfach die Luft raus ist. Zu guter Letzt will ich noch auf die Deutsch-Übersetzung eingehen, die nur teilweise gelungen ist. Bei den Erklärungen sind neben seltenen Grammatikfehlern auch alle scharfen ß einfach entfernt worden – So steht z.B. statt „heißen“ nur „heien“ da – Ein doch sehr gravierender Fehler.
Zu viel Ruhm?
Das Spiel hat bei der diesjährigen Gamescom den Award für das beste mobile Spiel eingeheimst und auch einige andere Auszeichnungen bekommen. Ich bin der Meinung, dass dem Spiel ein wenig zu viel Ehre zu Teil wird. Das Spielkonzept ist echt innovativ und hat Klasse, aber man könnte es noch ein bisschen mehr ausbauen. Das, was dem Spiel eindeutig fehlt, ist die Motivation, beim Scheitern eines Levels es wieder und wieder zu versuchen. Dass nun Adjektive verwendbar sind ist sicher ein gute Schritt in diese Richtung, aber ich denke, dass einfach die nötige Abwechslung fehlt. Dennoch ist Super Scribblenauts ein echt tolles Spiel, dass allemal einen Blick wert ist. Vor allem im riesigen, integrierten Wortschatz, den das Spiel besitzt, erkennt man die Liebe zum Detail. Umso mehr ist es dann schade zu sehen, dass bei der deutschen Übersetzung offensichtlich sehr geschlampt wurde. Nichtkenner sollten, wenn sie die Möglichkeit haben, das Spiel erst testen, um zu sehen, ob das Spielprinzip auch wirklich begeistert. Wenn das nicht der Fall ist, dann wird das Spiel wohl schon nach wenigen Tagen in der Ecke liegen, auch wenn die ersten Levels „recht lustig“ waren. Somit ist Super Scribblenauts meiner Meinung nach eher für eine spezielle, aber doch größere Zielgruppe gut geeignet.
Fazit
Käufer sollten sich von den Awards, die das Spiel bekommen hat, nicht blenden lassen. Es handelt sich bei Super Scribblenauts zweifelsohne um einen tollen DS-Titel mit vielen Funktionen, bei dem die Abwechslung jedoch leider viel zu kurz kommt. Diejenigen, denen Scribblenauts gefallen hat, können bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten den Titel vorher ausprobieren, um zu sehen, ob ihnen das Spielprinzip auch wirklich auf längere Zeit zusagt.
- Gutes Grundprinzip
- Vielseitiger Level-Editor
- Durch Adjektive viele Möglichkeiten
- Großer Umfang
- Nicht sehr abwechslungsreich
Vielen Dank an die Firma Warner Bros. für die Bereitstellung des Testmusters.


